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Basisausbildung

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Mentale Routinen für anstrengende Tage in der Grundausbildung

Körper und Kopf

Gez.

Daniel, Levin & Afsal

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Mentale Routinen für anstrengende Tage in der Grundausbildung

Körper und Kopf

Gez.

Daniel, Levin & Afsal

Letzte Aktualisierung: Oktober 2026

Einordnung

Dieser Artikel gehört zum Thema Körper und Kopf der Soldateninitiative.

Er richtet sich an angehende und aktive Soldatinnen und Soldaten, die für anstrengende Tage in der Grundausbildung einfache mentale Routinen suchen und lernen möchten, unter Belastung handlungsfähig zu bleiben.

Es wird in der Grundausbildung Tage geben, an denen du dich morgens gut fühlst und abends nur noch deine Ruhe haben möchtest. Vielleicht war die Ausbildung körperlich anstrengend. Vielleicht hast du einen Fehler gemacht, wurdest deutlich korrigiert, deine Ausrüstung braucht noch Aufmerksamkeit und auf Stube läuft es auch nicht gerade entspannt. Gleichzeitig bist du müde und weißt, dass am nächsten Morgen der nächste Ausbildungstag beginnt.

Für solche Tage brauchst du keine Motivationsrede. Du brauchst einfache Routinen.

Mentale Routinen sollen dir nicht einreden, dass Belastung angenehm ist. Sie helfen dir dabei, deine Aufmerksamkeit wieder auf das zu richten, was du gerade beeinflussen kannst.

Die Bundeswehr selbst betont im Zusammenhang mit Innerer Führung und Persönlichkeitsbildung Selbstdisziplin, Selbstführung, Eigenverantwortung und die Fähigkeit, auch unter schwierigen Bedingungen handlungsfähig zu bleiben.

Für deinen Alltag in der Grundausbildung ergibt sich daraus eine einfache Regel: Du musst an einem anstrengenden Tag nicht alles lösen. Du musst erkennen, was gerade wichtig ist, und den nächsten sinnvollen Schritt sauber erledigen.

Wenn du zuerst verstehen willst, wie du mit Selbstzweifeln kurz vor dem Start umgehen kannst, lies diesen Artikel:

Selbstzweifel vor dem Dienstantritt: Was hilft und was nicht

Wenn du wissen willst, was du tun solltest, wenn aus einem schweren Tag der Gedanke ans Aufgeben wird, passt dieser Artikel:

Wenn du in der Grundausbildung an Aufgeben denkst: Was du erst tun solltest

Letzte Aktualisierung: Oktober 2026

Einordnung

Dieser Artikel gehört zum Thema Körper und Kopf der Soldateninitiative.

Er richtet sich an angehende und aktive Soldatinnen und Soldaten, die für anstrengende Tage in der Grundausbildung einfache mentale Routinen suchen und lernen möchten, unter Belastung handlungsfähig zu bleiben.

Es wird in der Grundausbildung Tage geben, an denen du dich morgens gut fühlst und abends nur noch deine Ruhe haben möchtest. Vielleicht war die Ausbildung körperlich anstrengend. Vielleicht hast du einen Fehler gemacht, wurdest deutlich korrigiert, deine Ausrüstung braucht noch Aufmerksamkeit und auf Stube läuft es auch nicht gerade entspannt. Gleichzeitig bist du müde und weißt, dass am nächsten Morgen der nächste Ausbildungstag beginnt.

Für solche Tage brauchst du keine Motivationsrede. Du brauchst einfache Routinen.

Mentale Routinen sollen dir nicht einreden, dass Belastung angenehm ist. Sie helfen dir dabei, deine Aufmerksamkeit wieder auf das zu richten, was du gerade beeinflussen kannst.

Die Bundeswehr selbst betont im Zusammenhang mit Innerer Führung und Persönlichkeitsbildung Selbstdisziplin, Selbstführung, Eigenverantwortung und die Fähigkeit, auch unter schwierigen Bedingungen handlungsfähig zu bleiben.

Für deinen Alltag in der Grundausbildung ergibt sich daraus eine einfache Regel: Du musst an einem anstrengenden Tag nicht alles lösen. Du musst erkennen, was gerade wichtig ist, und den nächsten sinnvollen Schritt sauber erledigen.

Wenn du zuerst verstehen willst, wie du mit Selbstzweifeln kurz vor dem Start umgehen kannst, lies diesen Artikel:

Selbstzweifel vor dem Dienstantritt: Was hilft und was nicht

Wenn du wissen willst, was du tun solltest, wenn aus einem schweren Tag der Gedanke ans Aufgeben wird, passt dieser Artikel:

Wenn du in der Grundausbildung an Aufgeben denkst: Was du erst tun solltest

[ Kurz gesagt ]

Eine gute mentale Routine ist kurz genug, dass du sie auch dann anwenden kannst, wenn du müde bist.

Für viele Situationen reichen vier Fragen: Was ist gerade tatsächlich los? Was ist jetzt meine Aufgabe? Was kann ich beeinflussen? Was ist mein nächster Schritt?

Wenn du beispielsweise müde, hungrig und genervt auf Stube sitzt, musst du daraus nicht sofort die Frage machen, ob die Bundeswehr zu dir passt. Vielleicht besteht deine Aufgabe gerade darin, etwas zu essen, zu trinken, deine Ausrüstung für morgen vorzubereiten, zu duschen und schlafen zu gehen.

Genauso wichtig ist die Grenze: Mentale Routinen ersetzen keine medizinische oder psychologische Hilfe. Bei Verletzungen, starken oder anhaltenden psychischen Beschwerden, Panik, Selbstgefährdung oder anderen ernsthaften Problemen brauchst du die passende Unterstützung.

Mentale Stärke bedeutet nicht, alles allein auszuhalten. Sie bedeutet auch, rechtzeitig zu erkennen, wann du Unterstützung brauchst.

[ Kurz gesagt ]

Eine gute mentale Routine ist kurz genug, dass du sie auch dann anwenden kannst, wenn du müde bist.

Für viele Situationen reichen vier Fragen: Was ist gerade tatsächlich los? Was ist jetzt meine Aufgabe? Was kann ich beeinflussen? Was ist mein nächster Schritt?

Wenn du beispielsweise müde, hungrig und genervt auf Stube sitzt, musst du daraus nicht sofort die Frage machen, ob die Bundeswehr zu dir passt. Vielleicht besteht deine Aufgabe gerade darin, etwas zu essen, zu trinken, deine Ausrüstung für morgen vorzubereiten, zu duschen und schlafen zu gehen.

Genauso wichtig ist die Grenze: Mentale Routinen ersetzen keine medizinische oder psychologische Hilfe. Bei Verletzungen, starken oder anhaltenden psychischen Beschwerden, Panik, Selbstgefährdung oder anderen ernsthaften Problemen brauchst du die passende Unterstützung.

Mentale Stärke bedeutet nicht, alles allein auszuhalten. Sie bedeutet auch, rechtzeitig zu erkennen, wann du Unterstützung brauchst.

[ Inhalt ]

01

Was eine mentale Routine überhaupt ist

02

Warum du solche Routinen in der Grundausbildung gebrauchen kannst

03

Routine 1: Beschreiben statt sofort bewerten

04

Routine 2: Frag nach der nächsten Aufgabe

05

Routine 3: Trenne beeinflussbare und nicht beeinflussbare Dinge

06

Routine 4: Nach einem Fehler erst korrigieren

07

Routine 5: Nach Belastung kurz den Körper prüfen

08

Routine 6: Bereite den nächsten Morgen am Abend vor

09

Routine 7: Nutze kurze Übergänge bewusst

10

Routine 8: Bei Ärger erst verstehen, dann reagieren

11

Routine 9: Probleme mit Kameraden konkret ansprechen

12

Routine 10: Beende den Tag auch gedanklich

13

Wie du mit Heimweh und Selbstzweifeln umgehst

14

Was „Leben in der Lage“ für dich praktisch bedeuten kann

15

Welche Routinen du schon vor Dienstantritt üben kannst

16

Wann mentale Routinen nicht mehr die richtige Antwort sind

17

Fazit

Häufige Fragen

Quellen zum Nachlesen

1. Was eine mentale Routine überhaupt ist

Eine mentale Routine ist ein einfacher Ablauf, den du in wiederkehrenden Belastungssituationen nutzt. Du musst dabei keine bestimmten Sätze aufsagen und auch keine komplizierte Methode lernen.

Der praktische Nutzen liegt darin, dass du nicht jedes Mal bei null anfängst. Wenn etwas schiefläuft, hast du einen Ablauf: Situation erfassen. Aufgabe erkennen. Nächsten Schritt festlegen. Handeln. Danach neu bewerten.

Gerade in der Grundausbildung ist das hilfreich, weil viele Abläufe zunächst ungewohnt sind. Je mehr praktische Routine entsteht, desto weniger Energie musst du später für jede einzelne Entscheidung aufbringen.

2. Warum du solche Routinen in der Grundausbildung gebrauchen kannst

Die Grundausbildung heißt seit Mai 2026 offiziell Heimatschutzausbildung Streitkräfte. Sie dauert grundsätzlich drei Monate und umfasst rund 500 Ausbildungsstunden.

Die Bundeswehr beschreibt den Einstieg selbst mit frühem Aufstehen, körperlichem Einsatz und Ausbildung bei unterschiedlichen Wetterbedingungen. Dazu kommen die organisatorischen Anforderungen des militärischen Alltags. Du musst Zeiten beachten, Material vorbereiten, neue Abläufe lernen und mit anderen Menschen zusammenarbeiten.

An guten Tagen funktioniert das problemlos. Wichtig werden Routinen an den anderen Tagen. Dann helfen sie dir dabei, einen schwierigen Moment nicht größer zu machen, als er tatsächlich ist.

3. Routine 1: Beschreiben statt sofort bewerten

Wenn Stress entsteht, bewerten wir Situationen schnell. „Ich kann das nicht.“ „Heute läuft alles schief.“ „Der Ausbilder hat etwas gegen mich.“ „Ich bin dafür nicht gemacht.“

Solche Sätze vermischen häufig Beobachtung und Interpretation. Versuch stattdessen zunächst zu beschreiben, was tatsächlich passiert ist.

Aus „Ich bekomme überhaupt nichts hin“ wird beispielsweise: „Ich habe beim Antreten eine Anweisung falsch umgesetzt und wurde korrigiert.“

Damit hast du plötzlich ein konkretes Problem. Und konkrete Probleme lassen sich wesentlich besser bearbeiten als ein pauschales Urteil über dich selbst.

Konkretes Beispiel

Du machst morgens einen Fehler und wirst deutlich darauf hingewiesen. Den restlichen Vormittag denkst du: „Ich falle hier komplett negativ auf.“

Unterbrich diesen Gedanken und geh zurück zu den Fakten. Du hast einen Fehler gemacht. Du weißt jetzt, was falsch war. Beim nächsten Mal kannst du es anders machen.

Mehr musst du aus diesem einzelnen Moment zunächst nicht ableiten.

4. Routine 2: Frag nach der nächsten Aufgabe

Anstrengende Tage wirken besonders groß, wenn du gedanklich schon den gesamten restlichen Tag gleichzeitig bearbeitest. Noch Ausbildung. Danach Material. Dann Stube. Dann duschen. Dann Sachen vorbereiten. Morgen früh wieder aufstehen. Und nächste Woche kommt noch etwas anderes.

Dein Kopf macht daraus einen riesigen Block. Im tatsächlichen Alltag musst du diese Aufgaben aber nicht alle gleichzeitig erledigen.

Frag deshalb: Was ist jetzt dran?

Wenn du gerade deine Ausrüstung nachbereitest, kümmerst du dich um diese Aufgabe. Wenn danach Körperpflege ansteht, wechselst du dorthin. Wenn alles für den nächsten Morgen vorbereitet ist, darf dein Kopf den Tag irgendwann beenden.

Diese Form von Konzentration ist keine Gleichgültigkeit gegenüber späteren Aufgaben. Sie verhindert lediglich, dass du dich von Dingen stressen lässt, die du in diesem Moment noch gar nicht bearbeiten kannst.

5. Routine 3: Trenne beeinflussbare und nicht beeinflussbare Dinge

Du kannst nicht kontrollieren, wie das Wetter morgen wird. Du kannst nicht bestimmen, welche Kameraden mit dir auf Stube liegen. Du kannst nicht verhindern, dass eine geplante Ausbildung anstrengend wird.

Du kannst aber beeinflussen, ob deine Sachen vorbereitet sind, ob du zuhörst, ob du deine freie Zeit sinnvoll nutzt und wie du auf eine Korrektur reagierst.

Diese Trennung spart viel Energie. Wenn du merkst, dass du dich über etwas aufregst, frag: Kann ich daran gerade konkret etwas ändern?

Wenn ja, tu das. Wenn nein, konzentrier dich auf den Teil der Situation, den du beeinflussen kannst.

6. Routine 4: Nach einem Fehler erst korrigieren

Fehler gehören zur Ausbildung. Du wirst Dinge lernen, die du vorher nicht beherrscht hast. Deshalb ist es unrealistisch, vom ersten Tag an alles richtig zu machen.

Für deinen Umgang mit Fehlern hilft ein einfacher Ablauf: Zuhören. Verstehen. Korrigieren. Merken. Beim nächsten Mal anwenden.

Du brauchst zwischen Fehler und Korrektur nicht noch eine lange innere Diskussion darüber, was der Fehler über deine Persönlichkeit aussagt. Auch Rechtfertigungen helfen selten, wenn du schlicht etwas falsch gemacht hast.

Wenn du eine Anweisung dagegen tatsächlich nicht verstanden hast, frag sachlich nach. Das Ziel ist nicht, niemals korrigiert zu werden. Das Ziel ist, aus einer Korrektur etwas mitzunehmen.

7. Routine 5: Nach Belastung kurz den Körper prüfen

Dein Kopf funktioniert nicht unabhängig von deinem Körper. Nach einem langen Tag kann Gereiztheit schlicht damit zusammenhängen, dass du hungrig, durstig oder vollkommen erschöpft bist.

Frag dich deshalb bei einem deutlichen Stimmungstief auch: Habe ich gegessen? Habe ich ausreichend getrunken? Wie viel habe ich geschlafen? Habe ich Schmerzen? Bin ich krank?

Diese Fragen sollen psychische Belastungen nicht auf Hunger oder Müdigkeit reduzieren. Sie verhindern aber, dass du körperliche Erschöpfung übersiehst.

Und wenn Schmerzen, Krankheit oder andere gesundheitliche Beschwerden dahinterstecken, ist die richtige Reaktion nicht eine mentale Technik. Dann nutzt du den vorgesehenen medizinischen Weg.

8. Routine 6: Bereite den nächsten Morgen am Abend vor

Ein großer Teil des morgendlichen Stresses entsteht bereits am Abend davor. Wenn du nicht weißt, wo deine Sachen liegen, Material fehlt oder du noch mehrere Dinge gleichzeitig erledigen musst, beginnt dein Tag unnötig hektisch.

Gewöhn dir deshalb an, den nächsten Ausbildungstag so weit vorzubereiten, wie es die dienstlichen Vorgaben und deine verfügbare Zeit zulassen. Prüf die benötigte Ausrüstung. Leg die erforderlichen Sachen sinnvoll bereit. Kümmere dich um notwendige Pflege und Ordnung. Stell sicher, dass du weißt, wann und wo du am nächsten Morgen sein musst.

Danach kümmerst du dich um deine eigene Körperpflege und Erholung. Die konkrete Reihenfolge richtet sich nach eurem Dienstablauf und den Vorgaben deines Ausbildungspersonals.

Der eigentliche Grundsatz ist einfacher: Bereite vor, was du vorbereiten kannst, damit du morgen nicht mit vermeidbarem Chaos beginnst.

Konkretes Beispiel

Du bist müde und möchtest dich sofort ins Bett legen. Für den nächsten Morgen brauchst du aber bestimmte Ausrüstung und weißt nicht sicher, ob alles vollständig ist.

Nimm dir jetzt die notwendige Zeit für die Kontrolle. Wenn alles vorbereitet ist, kannst du schlafen, ohne morgens zuerst suchen und improvisieren zu müssen.

9. Routine 7: Nutze kurze Übergänge bewusst

Nicht jeder Moment des Tages muss mit Grübeln gefüllt werden. Wenn du kurz warten musst oder eine kleine Pause hast, musst du nicht sofort das Handy herausnehmen oder den gesamten bisherigen Tag analysieren.

Manchmal reicht es, kurz körperlich herunterzufahren. Atme ruhig. Lockere bewusst unnötige Spannung. Trink etwas, wenn es möglich und vorgesehen ist. Sortier gedanklich die nächste Aufgabe.

Das ist keine starre Atemtechnik und auch keine vorgeschriebene Zeitspanne. Es ist schlicht ein kurzer Wechsel vom vergangenen Stress zur nächsten Aufgabe.

10. Routine 8: Bei Ärger erst verstehen, dann reagieren

Du wirst Situationen erleben, in denen du dich ärgerst. Vielleicht über einen Kameraden. Vielleicht über eine Korrektur. Vielleicht über einen Ablauf.

Der erste Impuls ist nicht immer die beste Reaktion. Wenn die Situation es zulässt, frag dich zunächst: Was wurde gerade gesagt oder angeordnet? Habe ich es richtig verstanden? Muss ich jetzt handeln? Gibt es überhaupt etwas, das geklärt werden muss?

Damit verhinderst du unnötige Diskussionen aus einem ersten emotionalen Impuls heraus. Das bedeutet nicht, dass du alles widerspruchslos akzeptieren musst. Innere Führung verlangt gerade keinen blinden Gehorsam.

Aber zwischen einem rechtlichen oder ernsthaften Problem und dem spontanen Gefühl „Das gefällt mir gerade nicht“ besteht ein erheblicher Unterschied.

11. Routine 9: Probleme mit Kameraden konkret ansprechen

Auf Stube und in der Gruppe wirst du mit Menschen zusammenarbeiten, die du dir nicht ausgesucht hast. Das funktioniert nicht immer reibungslos.

Wenn dich etwas stört, formulier möglichst konkret, worum es geht. „Du nervst mich“ hilft wenig. „Wir müssen morgens gemeinsam rechtzeitig fertig sein. Bitte bereite deine Sachen abends vor“ ist wesentlich konkreter.

Gleichzeitig musst du nicht jedes kleine Problem sofort an eine höhere Stelle weitergeben. Viele alltägliche Reibungen lassen sich ruhig untereinander klären.

Bei Mobbing, Diskriminierung, Gewalt, Bedrohungen oder anderen ernsthaften Grenzüberschreitungen gilt etwas anderes. Dann solltest du Unterstützung und die dafür vorgesehenen Ansprechwege nutzen.

12. Routine 10: Beende den Tag auch gedanklich

Nach Dienstschluss kann dein Kopf noch lange weiterarbeiten. Du gehst jedes Gespräch durch. Du ärgerst dich über Fehler. Du denkst darüber nach, was morgen passiert.

Ein gewisses Nachdenken ist sinnvoll. Endloses Grübeln nicht.

Wenn deine notwendigen Aufgaben erledigt sind, kannst du deshalb einen einfachen Abschluss machen: Was lief heute gut? Was muss ich morgen besser machen? Was muss ich konkret vorbereiten? Gibt es etwas, das ich morgen ansprechen muss?

Danach ist der Tag für dich möglichst abgeschlossen. Du musst einen Fehler nicht zwanzigmal analysieren, wenn du längst weißt, wie du ihn morgen korrigierst.

13. Wie du mit Heimweh und Selbstzweifeln umgehst

Gerade abends können Gedanken an zuhause stärker werden. Dann vermisst du vielleicht Familie, Partner, Freunde oder einfach deinen bisherigen Alltag.

Mach daraus nicht automatisch eine Grundsatzentscheidung. Frag zuerst: Was fehlt mir gerade konkret? Bin ich einfach erschöpft? Ist heute etwas passiert? Oder zweifle ich tatsächlich grundsätzlich an meinem Weg?

Ein kurzer Kontakt nach Hause kann guttun. Gleichzeitig solltest du darauf achten, dass stundenlanges Schreiben oder Scrollen nicht deine notwendige Erholung verdrängt.

Du musst an einem schwierigen Abend nicht deine gesamte Bundeswehrzeit beurteilen. Manchmal reicht es, den nächsten Morgen vorzubereiten und schlafen zu gehen.

14. Was „Leben in der Lage“ für dich praktisch bedeuten kann

Der Ausdruck „Leben in der Lage“ wird im militärischen Umfeld verwendet. Als persönliche Orientierung kannst du daraus einen einfachen Gedanken mitnehmen: Arbeite mit der Situation, die tatsächlich vor dir liegt.

Wenn es regnet, ist der erste Schritt nicht, dich zwanzig Minuten darüber zu ärgern, dass du lieber Sonne hättest. Wenn sich ein Ablauf ändert, hilft dir die ursprüngliche Planung nur begrenzt. Wenn du korrigiert wurdest, kannst du den vergangenen Fehler nicht rückgängig machen.

Du kannst aber beeinflussen, was du jetzt tust. Das passt zu einem wichtigen Gedanken der Inneren Führung: Soldatinnen und Soldaten sollen Verantwortung übernehmen, mitdenken und auch bei unvorhergesehenen Situationen handlungsfähig bleiben.

„Leben in der Lage“ bedeutet deshalb nicht, Probleme schönzureden. Es bedeutet, die Realität anzunehmen und aus der tatsächlichen Situation heraus vernünftig zu handeln.

15. Welche Routinen du schon vor Dienstantritt üben kannst

Du musst mit mentaler Selbstführung nicht erst am ersten Ausbildungstag anfangen. Einige Gewohnheiten lassen sich zuhause sehr einfach trainieren.

Bereite abends die wichtigsten Dinge für den nächsten Morgen vor. Steh zu einer festen Zeit auf. Beweg dich regelmäßig. Erledige unangenehme Aufgaben nicht grundsätzlich erst im letzten Moment. Reduziere unnötige Handyzeit vor dem Schlafen.

Wenn etwas schiefgeht, frag zuerst nach der Lösung statt nach einem Schuldigen. Und wenn du gestresst bist, gewöhn dir die vier Fragen an: Was ist gerade tatsächlich los? Was ist jetzt meine Aufgabe? Was kann ich beeinflussen? Was ist mein nächster Schritt?

Je vertrauter dir dieser Ablauf bereits ist, desto leichter kannst du ihn unter Belastung nutzen.

Konkretes Beispiel

Du hast vor dem Dienstantritt einen anstrengenden Tag und eigentlich keine Lust mehr, deine Sachen für morgen vorzubereiten.

Statt alles aufzuschieben, fragst du: Was brauche ich morgen wirklich? Dann erledigst du genau diese Vorbereitung und beendest den Abend.

Das ist eine kleine Übung. Aber genau solche Gewohnheiten helfen später, wenn dein Tagesablauf deutlich voller wird.

16. Wann mentale Routinen nicht mehr die richtige Antwort sind

Nicht jedes Problem lässt sich mit Selbstführung lösen. Wenn du verletzt oder krank bist, brauchst du medizinische Beurteilung.

Wenn starke Angst, Panik, anhaltende Schlafprobleme oder andere psychische Beschwerden auftreten und dich deutlich beeinträchtigen, solltest du Unterstützung suchen. Der Psychologische Dienst der Bundeswehr berät ausdrücklich bei persönlichen und dienstlichen Belastungen. Darüber hinaus stehen unter anderem Sanitätsdienst, Sozialdienst und Militärseelsorge als Anlaufstellen zur Verfügung.

Auch Mobbing, Diskriminierung, körperliche oder seelische Gewalt sind keine Situationen, die du mit einer Atemübung oder mehr Selbstdisziplin lösen sollst. Die Bundeswehr führt dafür spezialisierte Ansprechstellen.

Und wenn du dich selbst gefährdet siehst oder eine andere akute medizinische beziehungsweise psychische Notsituation besteht, holst du sofort Hilfe. Bei akuter Gefahr gilt die 112. Rund um die Uhr, kostenlos und anonym erreichst du außerdem die Telefonseelsorge unter 0800 1110111 oder 0800 1110222.

17. Fazit

Mentale Routinen machen einen anstrengenden Ausbildungstag nicht angenehm. Sie helfen dir aber, ihn überschaubar zu halten.

Du musst nicht gleichzeitig deine Ausrüstung, den nächsten Ausbildungstag, deine gesamte Bundeswehrkarriere und jeden Fehler der vergangenen Woche im Kopf lösen. Beschreib zuerst die tatsächliche Situation. Erkenn deine aktuelle Aufgabe. Trenn beeinflussbare von nicht beeinflussbaren Dingen. Geh dann den nächsten sinnvollen Schritt.

Bereite vor, was du vorbereiten kannst. Korrigiere Fehler, statt sie zu dramatisieren. Nutze Erholung, wenn sie möglich ist. Und erkenne die Grenze deiner eigenen Routinen.

Selbstführung bedeutet nicht, jedes Problem allein zu lösen. Zu verantwortlichem Handeln gehört genauso, gesundheitliche oder psychische Beschwerden ernst zu nehmen und Unterstützung zu nutzen, wenn sie erforderlich ist.

Vorbereitung mit der Soldateninitiative

Die Soldateninitiative hilft dir dabei, dich nicht nur mit einer Packliste, sondern auch mit realistischen Erwartungen auf deinen Dienstantritt vorzubereiten.

Beim Thema mentale Routinen bringt dir Mission Grundausbildung: Bist du bereit? vor allem Klarheit darüber, welche Situationen dich in den ersten Wochen erwarten können und wie du deinen Alltag schon vorher sinnvoll organisierst. Dazu gehören Schlaf, körperliche Vorbereitung, der Umgang mit Fehlern, Heimweh, Selbstzweifel und die Frage, was du an einem schwierigen Tag konkret tun kannst. Mit Mission Grundausbildung: Bist du bereit? bereitest du dich strukturiert auf deinen Dienstantritt und deine ersten Wochen bei der Bundeswehr vor und übst einfache Routinen schon vor dem Start.

Du musst dir keine künstliche Härte antrainieren. Sinnvoller ist, einfache Routinen aufzubauen, mit denen du unter Belastung handlungsfähig bleibst und gleichzeitig erkennst, wann ein Problem Unterstützung braucht.

1. Was eine mentale Routine überhaupt ist

Eine mentale Routine ist ein einfacher Ablauf, den du in wiederkehrenden Belastungssituationen nutzt. Du musst dabei keine bestimmten Sätze aufsagen und auch keine komplizierte Methode lernen.

Der praktische Nutzen liegt darin, dass du nicht jedes Mal bei null anfängst. Wenn etwas schiefläuft, hast du einen Ablauf: Situation erfassen. Aufgabe erkennen. Nächsten Schritt festlegen. Handeln. Danach neu bewerten.

Gerade in der Grundausbildung ist das hilfreich, weil viele Abläufe zunächst ungewohnt sind. Je mehr praktische Routine entsteht, desto weniger Energie musst du später für jede einzelne Entscheidung aufbringen.

2. Warum du solche Routinen in der Grundausbildung gebrauchen kannst

Die Grundausbildung heißt seit Mai 2026 offiziell Heimatschutzausbildung Streitkräfte. Sie dauert grundsätzlich drei Monate und umfasst rund 500 Ausbildungsstunden.

Die Bundeswehr beschreibt den Einstieg selbst mit frühem Aufstehen, körperlichem Einsatz und Ausbildung bei unterschiedlichen Wetterbedingungen. Dazu kommen die organisatorischen Anforderungen des militärischen Alltags. Du musst Zeiten beachten, Material vorbereiten, neue Abläufe lernen und mit anderen Menschen zusammenarbeiten.

An guten Tagen funktioniert das problemlos. Wichtig werden Routinen an den anderen Tagen. Dann helfen sie dir dabei, einen schwierigen Moment nicht größer zu machen, als er tatsächlich ist.

3. Routine 1: Beschreiben statt sofort bewerten

Wenn Stress entsteht, bewerten wir Situationen schnell. „Ich kann das nicht.“ „Heute läuft alles schief.“ „Der Ausbilder hat etwas gegen mich.“ „Ich bin dafür nicht gemacht.“

Solche Sätze vermischen häufig Beobachtung und Interpretation. Versuch stattdessen zunächst zu beschreiben, was tatsächlich passiert ist.

Aus „Ich bekomme überhaupt nichts hin“ wird beispielsweise: „Ich habe beim Antreten eine Anweisung falsch umgesetzt und wurde korrigiert.“

Damit hast du plötzlich ein konkretes Problem. Und konkrete Probleme lassen sich wesentlich besser bearbeiten als ein pauschales Urteil über dich selbst.

Konkretes Beispiel

Du machst morgens einen Fehler und wirst deutlich darauf hingewiesen. Den restlichen Vormittag denkst du: „Ich falle hier komplett negativ auf.“

Unterbrich diesen Gedanken und geh zurück zu den Fakten. Du hast einen Fehler gemacht. Du weißt jetzt, was falsch war. Beim nächsten Mal kannst du es anders machen.

Mehr musst du aus diesem einzelnen Moment zunächst nicht ableiten.

4. Routine 2: Frag nach der nächsten Aufgabe

Anstrengende Tage wirken besonders groß, wenn du gedanklich schon den gesamten restlichen Tag gleichzeitig bearbeitest. Noch Ausbildung. Danach Material. Dann Stube. Dann duschen. Dann Sachen vorbereiten. Morgen früh wieder aufstehen. Und nächste Woche kommt noch etwas anderes.

Dein Kopf macht daraus einen riesigen Block. Im tatsächlichen Alltag musst du diese Aufgaben aber nicht alle gleichzeitig erledigen.

Frag deshalb: Was ist jetzt dran?

Wenn du gerade deine Ausrüstung nachbereitest, kümmerst du dich um diese Aufgabe. Wenn danach Körperpflege ansteht, wechselst du dorthin. Wenn alles für den nächsten Morgen vorbereitet ist, darf dein Kopf den Tag irgendwann beenden.

Diese Form von Konzentration ist keine Gleichgültigkeit gegenüber späteren Aufgaben. Sie verhindert lediglich, dass du dich von Dingen stressen lässt, die du in diesem Moment noch gar nicht bearbeiten kannst.

5. Routine 3: Trenne beeinflussbare und nicht beeinflussbare Dinge

Du kannst nicht kontrollieren, wie das Wetter morgen wird. Du kannst nicht bestimmen, welche Kameraden mit dir auf Stube liegen. Du kannst nicht verhindern, dass eine geplante Ausbildung anstrengend wird.

Du kannst aber beeinflussen, ob deine Sachen vorbereitet sind, ob du zuhörst, ob du deine freie Zeit sinnvoll nutzt und wie du auf eine Korrektur reagierst.

Diese Trennung spart viel Energie. Wenn du merkst, dass du dich über etwas aufregst, frag: Kann ich daran gerade konkret etwas ändern?

Wenn ja, tu das. Wenn nein, konzentrier dich auf den Teil der Situation, den du beeinflussen kannst.

6. Routine 4: Nach einem Fehler erst korrigieren

Fehler gehören zur Ausbildung. Du wirst Dinge lernen, die du vorher nicht beherrscht hast. Deshalb ist es unrealistisch, vom ersten Tag an alles richtig zu machen.

Für deinen Umgang mit Fehlern hilft ein einfacher Ablauf: Zuhören. Verstehen. Korrigieren. Merken. Beim nächsten Mal anwenden.

Du brauchst zwischen Fehler und Korrektur nicht noch eine lange innere Diskussion darüber, was der Fehler über deine Persönlichkeit aussagt. Auch Rechtfertigungen helfen selten, wenn du schlicht etwas falsch gemacht hast.

Wenn du eine Anweisung dagegen tatsächlich nicht verstanden hast, frag sachlich nach. Das Ziel ist nicht, niemals korrigiert zu werden. Das Ziel ist, aus einer Korrektur etwas mitzunehmen.

7. Routine 5: Nach Belastung kurz den Körper prüfen

Dein Kopf funktioniert nicht unabhängig von deinem Körper. Nach einem langen Tag kann Gereiztheit schlicht damit zusammenhängen, dass du hungrig, durstig oder vollkommen erschöpft bist.

Frag dich deshalb bei einem deutlichen Stimmungstief auch: Habe ich gegessen? Habe ich ausreichend getrunken? Wie viel habe ich geschlafen? Habe ich Schmerzen? Bin ich krank?

Diese Fragen sollen psychische Belastungen nicht auf Hunger oder Müdigkeit reduzieren. Sie verhindern aber, dass du körperliche Erschöpfung übersiehst.

Und wenn Schmerzen, Krankheit oder andere gesundheitliche Beschwerden dahinterstecken, ist die richtige Reaktion nicht eine mentale Technik. Dann nutzt du den vorgesehenen medizinischen Weg.

8. Routine 6: Bereite den nächsten Morgen am Abend vor

Ein großer Teil des morgendlichen Stresses entsteht bereits am Abend davor. Wenn du nicht weißt, wo deine Sachen liegen, Material fehlt oder du noch mehrere Dinge gleichzeitig erledigen musst, beginnt dein Tag unnötig hektisch.

Gewöhn dir deshalb an, den nächsten Ausbildungstag so weit vorzubereiten, wie es die dienstlichen Vorgaben und deine verfügbare Zeit zulassen. Prüf die benötigte Ausrüstung. Leg die erforderlichen Sachen sinnvoll bereit. Kümmere dich um notwendige Pflege und Ordnung. Stell sicher, dass du weißt, wann und wo du am nächsten Morgen sein musst.

Danach kümmerst du dich um deine eigene Körperpflege und Erholung. Die konkrete Reihenfolge richtet sich nach eurem Dienstablauf und den Vorgaben deines Ausbildungspersonals.

Der eigentliche Grundsatz ist einfacher: Bereite vor, was du vorbereiten kannst, damit du morgen nicht mit vermeidbarem Chaos beginnst.

Konkretes Beispiel

Du bist müde und möchtest dich sofort ins Bett legen. Für den nächsten Morgen brauchst du aber bestimmte Ausrüstung und weißt nicht sicher, ob alles vollständig ist.

Nimm dir jetzt die notwendige Zeit für die Kontrolle. Wenn alles vorbereitet ist, kannst du schlafen, ohne morgens zuerst suchen und improvisieren zu müssen.

9. Routine 7: Nutze kurze Übergänge bewusst

Nicht jeder Moment des Tages muss mit Grübeln gefüllt werden. Wenn du kurz warten musst oder eine kleine Pause hast, musst du nicht sofort das Handy herausnehmen oder den gesamten bisherigen Tag analysieren.

Manchmal reicht es, kurz körperlich herunterzufahren. Atme ruhig. Lockere bewusst unnötige Spannung. Trink etwas, wenn es möglich und vorgesehen ist. Sortier gedanklich die nächste Aufgabe.

Das ist keine starre Atemtechnik und auch keine vorgeschriebene Zeitspanne. Es ist schlicht ein kurzer Wechsel vom vergangenen Stress zur nächsten Aufgabe.

10. Routine 8: Bei Ärger erst verstehen, dann reagieren

Du wirst Situationen erleben, in denen du dich ärgerst. Vielleicht über einen Kameraden. Vielleicht über eine Korrektur. Vielleicht über einen Ablauf.

Der erste Impuls ist nicht immer die beste Reaktion. Wenn die Situation es zulässt, frag dich zunächst: Was wurde gerade gesagt oder angeordnet? Habe ich es richtig verstanden? Muss ich jetzt handeln? Gibt es überhaupt etwas, das geklärt werden muss?

Damit verhinderst du unnötige Diskussionen aus einem ersten emotionalen Impuls heraus. Das bedeutet nicht, dass du alles widerspruchslos akzeptieren musst. Innere Führung verlangt gerade keinen blinden Gehorsam.

Aber zwischen einem rechtlichen oder ernsthaften Problem und dem spontanen Gefühl „Das gefällt mir gerade nicht“ besteht ein erheblicher Unterschied.

11. Routine 9: Probleme mit Kameraden konkret ansprechen

Auf Stube und in der Gruppe wirst du mit Menschen zusammenarbeiten, die du dir nicht ausgesucht hast. Das funktioniert nicht immer reibungslos.

Wenn dich etwas stört, formulier möglichst konkret, worum es geht. „Du nervst mich“ hilft wenig. „Wir müssen morgens gemeinsam rechtzeitig fertig sein. Bitte bereite deine Sachen abends vor“ ist wesentlich konkreter.

Gleichzeitig musst du nicht jedes kleine Problem sofort an eine höhere Stelle weitergeben. Viele alltägliche Reibungen lassen sich ruhig untereinander klären.

Bei Mobbing, Diskriminierung, Gewalt, Bedrohungen oder anderen ernsthaften Grenzüberschreitungen gilt etwas anderes. Dann solltest du Unterstützung und die dafür vorgesehenen Ansprechwege nutzen.

12. Routine 10: Beende den Tag auch gedanklich

Nach Dienstschluss kann dein Kopf noch lange weiterarbeiten. Du gehst jedes Gespräch durch. Du ärgerst dich über Fehler. Du denkst darüber nach, was morgen passiert.

Ein gewisses Nachdenken ist sinnvoll. Endloses Grübeln nicht.

Wenn deine notwendigen Aufgaben erledigt sind, kannst du deshalb einen einfachen Abschluss machen: Was lief heute gut? Was muss ich morgen besser machen? Was muss ich konkret vorbereiten? Gibt es etwas, das ich morgen ansprechen muss?

Danach ist der Tag für dich möglichst abgeschlossen. Du musst einen Fehler nicht zwanzigmal analysieren, wenn du längst weißt, wie du ihn morgen korrigierst.

13. Wie du mit Heimweh und Selbstzweifeln umgehst

Gerade abends können Gedanken an zuhause stärker werden. Dann vermisst du vielleicht Familie, Partner, Freunde oder einfach deinen bisherigen Alltag.

Mach daraus nicht automatisch eine Grundsatzentscheidung. Frag zuerst: Was fehlt mir gerade konkret? Bin ich einfach erschöpft? Ist heute etwas passiert? Oder zweifle ich tatsächlich grundsätzlich an meinem Weg?

Ein kurzer Kontakt nach Hause kann guttun. Gleichzeitig solltest du darauf achten, dass stundenlanges Schreiben oder Scrollen nicht deine notwendige Erholung verdrängt.

Du musst an einem schwierigen Abend nicht deine gesamte Bundeswehrzeit beurteilen. Manchmal reicht es, den nächsten Morgen vorzubereiten und schlafen zu gehen.

14. Was „Leben in der Lage“ für dich praktisch bedeuten kann

Der Ausdruck „Leben in der Lage“ wird im militärischen Umfeld verwendet. Als persönliche Orientierung kannst du daraus einen einfachen Gedanken mitnehmen: Arbeite mit der Situation, die tatsächlich vor dir liegt.

Wenn es regnet, ist der erste Schritt nicht, dich zwanzig Minuten darüber zu ärgern, dass du lieber Sonne hättest. Wenn sich ein Ablauf ändert, hilft dir die ursprüngliche Planung nur begrenzt. Wenn du korrigiert wurdest, kannst du den vergangenen Fehler nicht rückgängig machen.

Du kannst aber beeinflussen, was du jetzt tust. Das passt zu einem wichtigen Gedanken der Inneren Führung: Soldatinnen und Soldaten sollen Verantwortung übernehmen, mitdenken und auch bei unvorhergesehenen Situationen handlungsfähig bleiben.

„Leben in der Lage“ bedeutet deshalb nicht, Probleme schönzureden. Es bedeutet, die Realität anzunehmen und aus der tatsächlichen Situation heraus vernünftig zu handeln.

15. Welche Routinen du schon vor Dienstantritt üben kannst

Du musst mit mentaler Selbstführung nicht erst am ersten Ausbildungstag anfangen. Einige Gewohnheiten lassen sich zuhause sehr einfach trainieren.

Bereite abends die wichtigsten Dinge für den nächsten Morgen vor. Steh zu einer festen Zeit auf. Beweg dich regelmäßig. Erledige unangenehme Aufgaben nicht grundsätzlich erst im letzten Moment. Reduziere unnötige Handyzeit vor dem Schlafen.

Wenn etwas schiefgeht, frag zuerst nach der Lösung statt nach einem Schuldigen. Und wenn du gestresst bist, gewöhn dir die vier Fragen an: Was ist gerade tatsächlich los? Was ist jetzt meine Aufgabe? Was kann ich beeinflussen? Was ist mein nächster Schritt?

Je vertrauter dir dieser Ablauf bereits ist, desto leichter kannst du ihn unter Belastung nutzen.

Konkretes Beispiel

Du hast vor dem Dienstantritt einen anstrengenden Tag und eigentlich keine Lust mehr, deine Sachen für morgen vorzubereiten.

Statt alles aufzuschieben, fragst du: Was brauche ich morgen wirklich? Dann erledigst du genau diese Vorbereitung und beendest den Abend.

Das ist eine kleine Übung. Aber genau solche Gewohnheiten helfen später, wenn dein Tagesablauf deutlich voller wird.

16. Wann mentale Routinen nicht mehr die richtige Antwort sind

Nicht jedes Problem lässt sich mit Selbstführung lösen. Wenn du verletzt oder krank bist, brauchst du medizinische Beurteilung.

Wenn starke Angst, Panik, anhaltende Schlafprobleme oder andere psychische Beschwerden auftreten und dich deutlich beeinträchtigen, solltest du Unterstützung suchen. Der Psychologische Dienst der Bundeswehr berät ausdrücklich bei persönlichen und dienstlichen Belastungen. Darüber hinaus stehen unter anderem Sanitätsdienst, Sozialdienst und Militärseelsorge als Anlaufstellen zur Verfügung.

Auch Mobbing, Diskriminierung, körperliche oder seelische Gewalt sind keine Situationen, die du mit einer Atemübung oder mehr Selbstdisziplin lösen sollst. Die Bundeswehr führt dafür spezialisierte Ansprechstellen.

Und wenn du dich selbst gefährdet siehst oder eine andere akute medizinische beziehungsweise psychische Notsituation besteht, holst du sofort Hilfe. Bei akuter Gefahr gilt die 112. Rund um die Uhr, kostenlos und anonym erreichst du außerdem die Telefonseelsorge unter 0800 1110111 oder 0800 1110222.

17. Fazit

Mentale Routinen machen einen anstrengenden Ausbildungstag nicht angenehm. Sie helfen dir aber, ihn überschaubar zu halten.

Du musst nicht gleichzeitig deine Ausrüstung, den nächsten Ausbildungstag, deine gesamte Bundeswehrkarriere und jeden Fehler der vergangenen Woche im Kopf lösen. Beschreib zuerst die tatsächliche Situation. Erkenn deine aktuelle Aufgabe. Trenn beeinflussbare von nicht beeinflussbaren Dingen. Geh dann den nächsten sinnvollen Schritt.

Bereite vor, was du vorbereiten kannst. Korrigiere Fehler, statt sie zu dramatisieren. Nutze Erholung, wenn sie möglich ist. Und erkenne die Grenze deiner eigenen Routinen.

Selbstführung bedeutet nicht, jedes Problem allein zu lösen. Zu verantwortlichem Handeln gehört genauso, gesundheitliche oder psychische Beschwerden ernst zu nehmen und Unterstützung zu nutzen, wenn sie erforderlich ist.

Vorbereitung mit der Soldateninitiative

Die Soldateninitiative hilft dir dabei, dich nicht nur mit einer Packliste, sondern auch mit realistischen Erwartungen auf deinen Dienstantritt vorzubereiten.

Beim Thema mentale Routinen bringt dir Mission Grundausbildung: Bist du bereit? vor allem Klarheit darüber, welche Situationen dich in den ersten Wochen erwarten können und wie du deinen Alltag schon vorher sinnvoll organisierst. Dazu gehören Schlaf, körperliche Vorbereitung, der Umgang mit Fehlern, Heimweh, Selbstzweifel und die Frage, was du an einem schwierigen Tag konkret tun kannst. Mit Mission Grundausbildung: Bist du bereit? bereitest du dich strukturiert auf deinen Dienstantritt und deine ersten Wochen bei der Bundeswehr vor und übst einfache Routinen schon vor dem Start.

Du musst dir keine künstliche Härte antrainieren. Sinnvoller ist, einfache Routinen aufzubauen, mit denen du unter Belastung handlungsfähig bleibst und gleichzeitig erkennst, wann ein Problem Unterstützung braucht.

Häufige Fragen

01

Was ist die einfachste mentale Routine für die Grundausbildung?

Frag dich: Was ist tatsächlich los? Was ist jetzt meine Aufgabe? Was kann ich beeinflussen? Was ist mein nächster Schritt? Diese vier Fragen funktionieren in vielen alltäglichen Belastungssituationen.

02

Muss ich in der Grundausbildung immer motiviert sein?

Nein. Motivation schwankt. Du solltest lernen, notwendige Aufgaben auch an Tagen strukturiert anzugehen, an denen du dich nicht besonders motiviert fühlst.

03

Was mache ich direkt nach einem Fehler?

Hör dir die Korrektur an, versteh den Fehler, korrigiere ihn und merk dir, was du beim nächsten Mal anders machst.

04

Wie gehe ich mit einer deutlichen Korrektur um?

Trenn zunächst Inhalt und Gefühl. Frag dich, was konkret korrigiert wurde und was du verändern sollst. Bei tatsächlichen Grenzüberschreitungen gelten andere Ansprechwege.

05

Wie lange sollte eine kurze Pause zum Sortieren dauern?

Dafür gibt es keine feste Vorgabe. Schon ein kurzer Moment reicht, um ruhig zu atmen, unnötige Spannung zu lösen und die nächste Aufgabe zu sortieren.

06

Wie bereite ich Ausrüstung und Erholung am Abend sinnvoll vor?

Die konkrete Reihenfolge richtet sich nach eurem Dienstablauf und den Vorgaben deines Ausbildungspersonals. Bereite vor, was du für den nächsten Morgen vorbereiten kannst, und nutze die verbleibende Zeit für notwendige Körperpflege und Erholung.

07

Wie verhindere ich abendliches Grübeln?

Klär, was du morgen konkret anders machen oder ansprechen möchtest. Wenn daraus ein klarer nächster Schritt geworden ist, musst du denselben Gedanken nicht die ganze Nacht wiederholen.

08

Was mache ich bei Heimweh?

Find zuerst heraus, was dir konkret fehlt. Kontakt nach Hause kann helfen. Achte gleichzeitig darauf, dass dein Handy nicht deine gesamte Erholungszeit übernimmt.

09

Kann ich mentale Routinen vor Dienstantritt trainieren?

Ja. Vorbereitung am Abend, feste Schlafzeiten, regelmäßige Bewegung, bewusster Umgang mit dem Smartphone und ein lösungsorientierter Umgang mit kleinen Fehlern lassen sich bereits vorher üben.

10

Wann sollte ich professionelle Hilfe suchen?

Wenn psychische Beschwerden stark sind, anhalten oder deinen Alltag deutlich beeinträchtigen, solltest du Unterstützung nutzen. Bei akuter Selbstgefährdung oder einem anderen Notfall holst du sofort Hilfe.

Quellen zum Nachlesen

Bundeswehr: Heimatschutzausbildung Streitkräfte – Die aktuelle Übersichtsseite erklärt die seit 2026 weiterentwickelte Grundausbildung. Sie dauert grundsätzlich drei Monate und umfasst rund 500 Ausbildungsstunden.

bundeswehr.de

bundeswehr.de

Bundeswehr: Meine Grundausbildung – Die Bundeswehr bündelt hier aktuelle Informationen zum Dienstantritt, zur Heimatschutzausbildung und zu den ersten Wochen bei der Truppe.

bundeswehr.de

bundeswehr.de

Bundeswehr: Innere Führung – Die Bundeswehr erklärt hier ihr soldatisches Wertegerüst und das Leitbild des verantwortungsbewussten Staatsbürgers in Uniform.

bundeswehr.de

bundeswehr.de

Bundeswehr: Handbuch Innere Führung – Das Handbuch beschreibt die Führungs- und Organisationskultur der Bundeswehr sowie die Bedeutung von Verantwortung, Selbstführung und Persönlichkeitsbildung.

bundeswehr.de

bundeswehr.de

Bundeswehr: Sport und Military Fitness in der Heimatschutzausbildung – Die aktuelle Bundeswehrseite erklärt die Rolle körperlicher und mentaler Fitness während der Ausbildung.

bundeswehr.de

bundeswehr.de

Bundeswehr: Hilfe in Notlagen – Die Seite bündelt wichtige interne und externe Unterstützungsangebote, darunter Sozialdienst, medizinische Kontakte und spezialisierte Ansprechstellen.

bundeswehr.de

bundeswehr.de

Bundeswehr: Hinweise zur sozialen Absicherung – Die offizielle Broschüre beschreibt unter anderem die Aufgaben des Psychologischen Dienstes und dessen Beratung bei persönlichen und dienstlichen Belastungen.

bundeswehr.de

bundeswehr.de

Dieser Artikel vermittelt praktische Routinen für alltägliche Belastungssituationen in der Grundausbildung. Er ersetzt keine medizinische, psychologische oder psychotherapeutische Beratung. Bei starken oder anhaltenden psychischen Beschwerden, Verletzungen oder Erkrankungen nutzt du die dafür vorgesehenen professionellen Ansprechstellen. Bei akuter Selbstgefährdung, Suizidgedanken oder einem anderen medizinischen Notfall holst du sofort Hilfe. In akuten Notfällen gilt die 112.

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