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Basisausbildung

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Kameradschaft bei der Bundeswehr: Was sie bedeutet und was sie nicht bedeutet

Regeln und Haltung

Grundausbildung & Kasernenalltag

Gez.

Daniel, Levin & Afsal

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Kameradschaft bei der Bundeswehr: Was sie bedeutet und was sie nicht bedeutet

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Grundausbildung & Kasernenalltag

Gez.

Daniel, Levin & Afsal

Letzte Aktualisierung: Oktober 2026

Einordnung

Dieser Artikel gehört zum Thema Regeln und Haltung der Soldateninitiative.

Er richtet sich an angehende und aktive Soldatinnen und Soldaten, die verstehen möchten, was Kameradschaft bei der Bundeswehr konkret bedeutet, welche Pflichten damit verbunden sind und wo ihre Grenzen liegen.

Du kennst die anderen auf deiner Stube vielleicht erst seit zwei Tagen. Trotzdem müsst ihr morgens gemeinsam fertig sein, Material vorbereiten, Informationen weitergeben, aufeinander achten und als Gruppe funktionieren. Genau hier beginnt Kameradschaft.

Viele verbinden damit zunächst Zusammenhalt, Freundschaft und das Gefühl, gemeinsam durch schwierige Situationen zu gehen. Das gehört dazu. Bei der Bundeswehr ist Kameradschaft aber mehr als ein schönes Ideal, denn sie ist ausdrücklich im Soldatengesetz verankert.

§ 12 Soldatengesetz beschreibt, dass der Zusammenhalt der Bundeswehr wesentlich auf Kameradschaft beruht. Soldatinnen und Soldaten müssen die Würde, Ehre und Rechte ihrer Kameraden achten, ihnen in Not und Gefahr beistehen und einander mit Anerkennung und Rücksicht begegnen.

Das bedeutet gleichzeitig: Kameradschaft heißt füreinander einstehen. Sie heißt nicht, Fehlverhalten zu decken, bei Gruppendruck mitzumachen oder die Grenzen anderer zu ignorieren. Gerade in der Grundausbildung lernst du diesen Unterschied sehr schnell.

Wenn du zuerst verstehen willst, welche Rolle Befehle und deine eigene Verantwortung im Dienst spielen, lies diesen Artikel:

Befehl und Gehorsam bei der Bundeswehr: Was du vor Dienstantritt verstehen solltest

Wenn du wissen willst, wen du bei Problemen oder dienstlichen Anliegen ansprechen solltest, passt dieser Artikel:

Meldewege und Dienstweg in der Grundausbildung: Wen du wann ansprichst

Letzte Aktualisierung: Oktober 2026

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Dieser Artikel gehört zum Thema Regeln und Haltung der Soldateninitiative.

Er richtet sich an angehende und aktive Soldatinnen und Soldaten, die verstehen möchten, was Kameradschaft bei der Bundeswehr konkret bedeutet, welche Pflichten damit verbunden sind und wo ihre Grenzen liegen.

Du kennst die anderen auf deiner Stube vielleicht erst seit zwei Tagen. Trotzdem müsst ihr morgens gemeinsam fertig sein, Material vorbereiten, Informationen weitergeben, aufeinander achten und als Gruppe funktionieren. Genau hier beginnt Kameradschaft.

Viele verbinden damit zunächst Zusammenhalt, Freundschaft und das Gefühl, gemeinsam durch schwierige Situationen zu gehen. Das gehört dazu. Bei der Bundeswehr ist Kameradschaft aber mehr als ein schönes Ideal, denn sie ist ausdrücklich im Soldatengesetz verankert.

§ 12 Soldatengesetz beschreibt, dass der Zusammenhalt der Bundeswehr wesentlich auf Kameradschaft beruht. Soldatinnen und Soldaten müssen die Würde, Ehre und Rechte ihrer Kameraden achten, ihnen in Not und Gefahr beistehen und einander mit Anerkennung und Rücksicht begegnen.

Das bedeutet gleichzeitig: Kameradschaft heißt füreinander einstehen. Sie heißt nicht, Fehlverhalten zu decken, bei Gruppendruck mitzumachen oder die Grenzen anderer zu ignorieren. Gerade in der Grundausbildung lernst du diesen Unterschied sehr schnell.

Wenn du zuerst verstehen willst, welche Rolle Befehle und deine eigene Verantwortung im Dienst spielen, lies diesen Artikel:

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Meldewege und Dienstweg in der Grundausbildung: Wen du wann ansprichst

[ Kurz gesagt ]

Kameradschaft bedeutet bei der Bundeswehr nicht, dass alle beste Freunde sein müssen. Es geht darum, dass Menschen auch unter Belastung zuverlässig miteinander arbeiten und respektvoll miteinander umgehen.

Das beginnt bei kleinen Dingen: Du bist rechtzeitig fertig, kümmerst dich um deine Aufgaben, gibst wichtige Informationen weiter, hilfst bei Bedarf und lässt andere nicht bewusst hängen.

Genauso wichtig sind die Grenzen. Kameradschaft verpflichtet dich nicht dazu, bei einer gefährlichen Aktion mitzumachen, jemanden auszugrenzen, eine Grenzüberschreitung zu verschweigen oder für einen Kameraden zu lügen. § 13 Soldatengesetz verpflichtet Soldatinnen und Soldaten in dienstlichen Angelegenheiten ausdrücklich zur Wahrheit.

Die beste Orientierung lautet deshalb: Ein guter Kamerad unterstützt andere, übernimmt Verantwortung und spricht Probleme an, bevor sie größer werden.

[ Kurz gesagt ]

Kameradschaft bedeutet bei der Bundeswehr nicht, dass alle beste Freunde sein müssen. Es geht darum, dass Menschen auch unter Belastung zuverlässig miteinander arbeiten und respektvoll miteinander umgehen.

Das beginnt bei kleinen Dingen: Du bist rechtzeitig fertig, kümmerst dich um deine Aufgaben, gibst wichtige Informationen weiter, hilfst bei Bedarf und lässt andere nicht bewusst hängen.

Genauso wichtig sind die Grenzen. Kameradschaft verpflichtet dich nicht dazu, bei einer gefährlichen Aktion mitzumachen, jemanden auszugrenzen, eine Grenzüberschreitung zu verschweigen oder für einen Kameraden zu lügen. § 13 Soldatengesetz verpflichtet Soldatinnen und Soldaten in dienstlichen Angelegenheiten ausdrücklich zur Wahrheit.

Die beste Orientierung lautet deshalb: Ein guter Kamerad unterstützt andere, übernimmt Verantwortung und spricht Probleme an, bevor sie größer werden.

[ Inhalt ]

01

Kameradschaft ist eine soldatische Pflicht

02

Wie Kameradschaft in der Grundausbildung entsteht

03

Zuverlässigkeit ist die Grundlage guter Kameradschaft

04

Kameradschaft auf Stube und im täglichen Dienst

05

Kameradschaft bedeutet nicht, dass alle gleich leistungsfähig sind

06

Was Kameradschaft ausdrücklich nicht bedeutet

07

Wo Kameradschaft bei Gruppendruck endet

08

Respekt gehört unmittelbar zur Kameradschaft

09

Kameradschaft bedeutet nicht, Probleme untereinander verstecken zu müssen

10

Wenn ein Kamerad körperlich nicht mehr mithalten kann

11

Wenn du selbst Hilfe brauchst

12

Was Kameradschaft bei persönlichen Unterschieden bedeutet

13

Kameradschaft und Social Media

14

Was Kameradschaft mit Vorgesetzten zu tun hat

15

Woran du gute Kameradschaft im Alltag erkennst

16

Fazit

Häufige Fragen

Quellen zum Nachlesen

1. Kameradschaft ist eine soldatische Pflicht

Bei vielen Arbeitgebern wird von Teamgeist gesprochen. Bei der Bundeswehr geht Kameradschaft darüber hinaus.

§ 12 Soldatengesetz stellt ausdrücklich fest, dass der Zusammenhalt der Bundeswehr wesentlich auf Kameradschaft beruht. Daraus folgen konkrete Anforderungen an dein Verhalten.

Du sollst die Würde, die Ehre und die Rechte deiner Kameradinnen und Kameraden achten. Du sollst ihnen in Not und Gefahr beistehen. Gegenseitige Anerkennung, Rücksicht und die Achtung anderer Anschauungen gehören ebenfalls dazu.

Kameradschaft ist deshalb keine Frage davon, ob du jemanden persönlich sympathisch findest. Auch mit einem Menschen, mit dem du privat wahrscheinlich nie befreundet wärst, kannst und musst du kameradschaftlich umgehen. Das macht den Unterschied zwischen Freundschaft und Kameradschaft aus.

2. Wie Kameradschaft in der Grundausbildung entsteht

In der Grundausbildung treffen Menschen aufeinander, die sich vorher nicht kannten. Ihr habt unterschiedliche Schulabschlüsse, Berufe, Interessen, Familiengeschichten, körperliche Voraussetzungen und Persönlichkeiten.

Trotzdem müsst ihr innerhalb kurzer Zeit lernen, gemeinsam zu funktionieren. Das geschieht nicht durch eine einzelne Unterrichtsstunde über Kameradschaft, sondern entsteht im Alltag.

Du hilfst einem Stubenkameraden, der einen Ablauf noch nicht verstanden hat. Jemand erinnert dich daran, was du zum nächsten Antreten mitnehmen musst. Ihr kontrolliert gemeinsam, ob alle wissen, wo der nächste Treffpunkt ist. Nach einem langen Ausbildungstag packt jeder mit an, damit die Stube fertig wird.

Aus solchen Situationen wächst Vertrauen.

Konkretes Beispiel

Dein Stubenkamerad hat beim ersten Einräumen seines Spinds nicht verstanden, wo bestimmte Dinge hingehören. Du hast den Ablauf bereits verstanden.

Dann kannst du ihm kurz zeigen, wie du es gemacht hast. Du übernimmst aber nicht seinen gesamten Spind. So funktioniert gute Unterstützung: helfen, damit jemand seine Aufgabe anschließend selbst erledigen kann.

3. Zuverlässigkeit ist die Grundlage guter Kameradschaft

Kameradschaft zeigt sich nicht zuerst darin, wie motiviert du über die Bundeswehr sprichst. Sie zeigt sich darin, ob andere mit dir planen können.

Wenn um 06:30 Uhr angetreten wird, bist du vorbereitet. Wenn bestimmte Ausrüstung benötigt wird, hast du sie dabei. Wenn du eine Information weitergeben sollst, gibst du sie weiter. Wenn du einen Auftrag übernommen hast, kümmerst du dich darum.

Das wirkt unspektakulär. Genau daraus entsteht aber Vertrauen. Wer ständig seine eigenen Sachen sucht, Informationen vergisst oder andere warten lässt, zwingt seine Kameraden regelmäßig dazu, die Folgen mitzutragen.

Deshalb ist Eigenverantwortung ein wichtiger Teil von Kameradschaft. Je besser du deine eigenen Grundlagen im Griff hast, desto weniger müssen andere deine Aufgaben auffangen.

4. Kameradschaft auf Stube und im täglichen Dienst

Auf der Stube merkst du besonders schnell, dass unterschiedliche Gewohnheiten aufeinandertreffen. Eine Person braucht morgens länger im Bad. Eine andere telefoniert gern abends. Jemand ist besonders ordentlich. Ein anderer muss sich an diese Ordnung erst gewöhnen.

Hier hilft Rücksicht mehr als Streit. Bereite dich morgens so vor, dass andere wegen dir nicht zu spät kommen. Halte deinen Bereich ordentlich. Nutze gemeinsame Bereiche so, dass die anderen sie ebenfalls nutzen können. Wenn jemand früh schlafen möchte, musst du dein Telefonat nicht direkt neben dessen Bett führen.

Dabei geht es nicht darum, jede persönliche Vorliebe zum Gesetz für die ganze Stube zu machen. Ihr müsst einen Alltag finden, der für die Gruppe funktioniert.

Konkretes Beispiel

Vier Personen müssen morgens innerhalb kurzer Zeit Körperpflege erledigen und fertig werden. Wenn jeder zwanzig Minuten das Waschbecken blockiert, funktioniert das nicht.

Eine kameradschaftliche Lösung ist einfach: Ihr sprecht euch ab, arbeitet zügig und achtet darauf, dass jeder genügend Zeit bekommt. Dafür braucht es keine große Diskussion über Teamgeist.

5. Kameradschaft bedeutet nicht, dass alle gleich leistungsfähig sind

In deiner Gruppe werden die Unterschiede schnell sichtbar. Eine Person läuft schneller. Eine andere versteht theoretische Inhalte sofort. Jemand hat handwerkliche Erfahrung. Ein anderer kommt besonders gut mit Stress zurecht.

Und fast jeder hat Bereiche, in denen andere stärker sind. Kameradschaft bedeutet nicht, diese Unterschiede zu ignorieren. Sie bedeutet, vernünftig damit umzugehen.

Wenn jemand beim ersten Versuch länger braucht, kannst du unterstützen. Gleichzeitig darf von jedem erwartet werden, dass er selbst lernt und an seinen Schwächen arbeitet.

Die sinnvollste Haltung lautet: Hilf anderen beim Weiterkommen, statt ihnen dauerhaft ihre Verantwortung abzunehmen.

6. Was Kameradschaft ausdrücklich nicht bedeutet

Hier entsteht häufig das größte Missverständnis. Kameradschaft ist keine Verpflichtung, alles mitzumachen, was andere Soldaten tun. Sie verlangt auch nicht, Fehlverhalten zu verschweigen.

Wenn ein Kamerad einen Fehler macht, bedeutet Kameradschaft nicht automatisch, dass du diesen Fehler gegenüber Vorgesetzten decken musst. In dienstlichen Angelegenheiten gilt zusätzlich § 13 Soldatengesetz. Danach müssen Soldatinnen und Soldaten die Wahrheit sagen.

Kameradschaft ist deshalb kein Gegenmodell zu Ehrlichkeit und Verantwortung. Im Gegenteil: Manchmal besteht kameradschaftliches Verhalten gerade darin, einen anderen früh auf ein Problem hinzuweisen.

Ein Satz wie „Lass das, das gibt nur Ärger“ kann kameradschaftlicher sein als schweigendes Zuschauen.

7. Wo Kameradschaft bei Gruppendruck endet

Besonders in neuen Gruppen möchtest du dazugehören. Das ist normal. Problematisch wird es, wenn daraus der Gedanke entsteht: „Wenn die anderen das machen, muss ich auch mitmachen.“

Das musst du nicht. Eine Gruppe kann sich irren. Ein vermeintlicher Spaß kann Grenzen überschreiten. Eine spontane Idee kann gefährlich sein.

Kameradschaft bedeutet nicht, dass du deinen eigenen Kopf abgibst. Auch militärischer Gehorsam ist nicht grenzenlos. § 11 Soldatengesetz regelt ausdrücklich Grenzen der Gehorsamspflicht. Ein Befehl, dessen Befolgung eine Straftat darstellen würde, darf beispielsweise nicht befolgt werden.

Bei Gruppendruck ist die Lage noch einfacher: Nur weil ein Kamerad etwas von dir möchte, handelt es sich dadurch nicht um einen militärischen Befehl.

Konkretes Beispiel

Ein paar Kameraden wollen nachts eine Aktion starten, die gegen klare Vorgaben verstößt, und sagen: „Komm schon, wir machen das alle.“

Dann ist deine Aufgabe nicht, aus falsch verstandener Kameradschaft mitzumachen. Du kannst klar sagen, dass du nicht dabei bist. Das macht dich nicht zu einem schlechten Kameraden.

8. Respekt gehört unmittelbar zur Kameradschaft

§ 12 Soldatengesetz nennt Würde, Ehre, Rechte, gegenseitige Anerkennung und Rücksicht ausdrücklich. Deshalb gehört respektvoller Umgang nicht nur dann zur Kameradschaft, wenn du jemanden magst.

Das gilt auch bei Meinungsverschiedenheiten. Der militärische Alltag kann direkt sein. Unter Belastung wird nicht jedes Gespräch besonders freundlich formuliert. Das ändert nichts daran, dass persönliche Würde und Rechte bestehen bleiben.

Ein Witz unter Kameraden kann völlig unproblematisch sein. Wenn dieselbe Person ständig Zielscheibe ist, deutlich macht, dass sie sich damit unwohl fühlt, und trotzdem weitergemacht wird, sieht die Situation anders aus.

Achte deshalb nicht nur darauf, was du selbst lustig findest. Achte auch darauf, wie dein Verhalten bei anderen ankommt.

9. Kameradschaft bedeutet nicht, Probleme untereinander verstecken zu müssen

Viele kleinere Konflikte lassen sich direkt lösen. Wenn dich beispielsweise die nächtliche Lautstärke deines Stubenkameraden stört, musst du nicht sofort einen großen Vorgang daraus machen. Sprich ihn vernünftig an.

Umgekehrt gibt es Situationen, die sich nicht durch ein lockeres Gespräch auf der Stube erledigen lassen. Wenn Grenzen deutlich überschritten werden, eine Situation gefährlich wird oder jemand ernsthaft Unterstützung benötigt, darfst du geeignete Ansprechpersonen einschalten.

Das ist kein Verrat an der Kameradschaft. Kameradschaft verlangt nicht, dass eine Gruppe jedes Problem intern hält.

Welche Stelle passend ist, hängt von der Situation ab. In deiner Einheit können beispielsweise Vorgesetzte oder die Vertrauensperson erste Ansprechpersonen sein. Je nach Problem kommen weitere Unterstützungsangebote hinzu.

10. Wenn ein Kamerad körperlich nicht mehr mithalten kann

Gemeinsame körperliche Belastung gehört zur militärischen Ausbildung. Dabei wirst du Situationen erleben, in denen jemand langsamer ist oder einen schlechten Tag hat. Unterstützung kann dann sinnvoll sein.

Das bedeutet aber nicht, gesundheitliche Probleme kleinzureden. Wenn ein Kamerad verletzt ist oder deutliche gesundheitliche Beschwerden hat, ist „Stell dich nicht so an“ keine sinnvolle Form von Kameradschaft.

Gesundheitliche Beschwerden gehören über die vorgesehenen Meldewege beziehungsweise zum Sanitätsdienst. Du bist als Kamerad nicht dafür zuständig, eine medizinische Diagnose zu stellen. Du kannst aber aufmerksam sein.

Konkretes Beispiel

Bei einer körperlich anstrengenden Ausbildung merkst du, dass ein Kamerad plötzlich deutliche Probleme hat und nicht nur erschöpft wirkt. Dann hilfst du ihm nicht dadurch, dass du ihn um jeden Preis zum Weitermachen drängst.

Du machst auf die Situation aufmerksam und sorgst mit dafür, dass die zuständigen Personen davon erfahren.

11. Wenn du selbst Hilfe brauchst

Kameradschaft funktioniert in beide Richtungen. Du darfst Hilfe annehmen.

Gerade in der Grundausbildung wirst du Dinge zum ersten Mal machen. Es wäre unrealistisch zu erwarten, dass du vom ersten Tag an jeden Ablauf kennst.

Wenn du etwas nicht verstanden hast, frag. Wenn du einen Ablauf vergessen hast, lass ihn dir erklären. Wenn du merkst, dass dich etwas ernsthaft belastet, sprich darüber.

Entscheidend ist, dass du anschließend selbst Verantwortung übernimmst. Aus „Kannst du mir das einmal zeigen?“ sollte irgendwann „Jetzt kann ich es selbst“ werden.

So entsteht ein Verhältnis, in dem Menschen sich gegenseitig unterstützen, ohne voneinander abhängig zu werden.

12. Was Kameradschaft bei persönlichen Unterschieden bedeutet

Bei der Bundeswehr arbeitest du mit Menschen zusammen, deren Lebensweise, Herkunft, Religion, Weltanschauung oder persönliche Überzeugungen sich von deinen unterscheiden können. Du musst diese Ansichten nicht übernehmen.

§ 12 Soldatengesetz verlangt aber ausdrücklich gegenseitige Anerkennung, Rücksicht und die Achtung fremder Anschauungen.

Für deinen Alltag bedeutet das: Du darfst eine eigene Meinung haben. Dein Kamerad darf ebenfalls eine haben. Entscheidend ist, dass ihr trotzdem gemeinsam Dienst leisten könnt und die gegenseitige Achtung bestehen bleibt.

Kameradschaft verlangt keine Gleichförmigkeit. Sie verlangt professionellen und respektvollen Umgang mit Unterschieden.

13. Kameradschaft und Social Media

Dieser Bereich hat sich 2026 konkret verändert. Seit Ende Februar 2026 ist spontanes Fotografieren und Filmen in militärischen Liegenschaften ohne Genehmigung verboten.

Das betrifft nicht nur militärische Technik. Auch bei deinen Kameradinnen und Kameraden solltest du dir angewöhnen, deren Privatsphäre ernst zu nehmen.

Mach nicht einfach Aufnahmen, weil eine Situation gerade lustig aussieht. Veröffentliche keine Aufnahmen von anderen, um Aufmerksamkeit auf deinem eigenen Account zu bekommen. Und geh nicht davon aus, dass eine Aufnahme automatisch erlaubt ist, nur weil die abgebildeten Kameraden persönlich nichts dagegen haben.

Für Aufnahmen im militärischen Bereich gelten zusätzlich dienstliche Regeln. Die praktische Standardregel für deine Grundausbildung lautet deshalb: Erst Genehmigung klären, dann aufnehmen.

14. Was Kameradschaft mit Vorgesetzten zu tun hat

Auch Vorgesetzte sind Soldatinnen und Soldaten und damit Teil der soldatischen Gemeinschaft. Gleichzeitig bestehen militärische Hierarchie und besondere Pflichten.

§ 10 Soldatengesetz verpflichtet Vorgesetzte unter anderem dazu, in Haltung und Pflichterfüllung ein Beispiel zu geben, für ihre Untergebenen zu sorgen und Befehle nur zu dienstlichen Zwecken sowie unter Beachtung der Regeln des Völkerrechts, der Gesetze und Dienstvorschriften zu erteilen.

Kameradschaft bedeutet deshalb nicht, dass militärische Hierarchie verschwindet. Dein Gruppenführer kann kameradschaftlich mit dir umgehen und trotzdem klare Anforderungen stellen.

Du kannst einen Vorgesetzten respektieren und trotzdem ein berechtigtes Problem ansprechen. Beides gehört zusammen.

15. Woran du gute Kameradschaft im Alltag erkennst

Gute Kameradschaft ist meistens unspektakulär. Du erkennst sie daran, dass Menschen Informationen weitergeben, einander unterstützen und trotzdem ihre eigenen Aufgaben erledigen.

Sie sprechen Probleme an, bevor sie eskalieren. Sie lachen miteinander, ohne dauerhaft jemanden zum Ziel zu machen. Sie akzeptieren unterschiedliche Persönlichkeiten. Sie achten darauf, wenn jemand ernsthafte Hilfe benötigt. Und sie übernehmen Verantwortung, wenn sie selbst einen Fehler gemacht haben.

Du musst deshalb vor deinem Dienstantritt keine besondere Rolle spielen. Du brauchst keine möglichst harte Fassade und musst auch nicht versuchen, sofort von allen gemocht zu werden.

Sei zuverlässig, respektvoll, lernbereit und aufmerksam gegenüber anderen. Damit bringst du bereits sehr viel mit.

16. Fazit

Kameradschaft bei der Bundeswehr ist mehr als Zusammenhalt in schwierigen Momenten. Sie beginnt im normalen Alltag.

Du bist vorbereitet, damit andere nicht ständig deine Aufgaben auffangen müssen. Du hilfst, wenn jemand Unterstützung braucht. Du behandelst andere respektvoll, auch wenn ihr unterschiedliche Persönlichkeiten oder Ansichten habt. Und du schaust nicht einfach weg, wenn eine Situation ernst wird.

Genauso wichtig ist die andere Seite: Kameradschaft bedeutet nicht blinde Loyalität.

Du musst für niemanden lügen. Du musst nicht bei Gruppendruck mitmachen. Du musst keine Grenzüberschreitung akzeptieren und niemanden aus falsch verstandenem Zusammenhalt decken.

§ 12 Soldatengesetz bringt den Kern sehr klar zusammen: Achtung, Rücksicht und Beistand.

Du musst in der Grundausbildung nicht der beliebteste Mensch in deiner Gruppe werden. Werde jemand, auf den andere sich verlassen können und der auch dann respektvoll und verantwortlich handelt, wenn es anstrengend wird.

Vorbereitung mit der Soldateninitiative

Die Soldateninitiative hilft dir dabei, nicht nur Packliste, Anreise und Ausrüstung vorzubereiten, sondern auch die sozialen und organisatorischen Situationen zu verstehen, die dich in den ersten Wochen erwarten.

Beim Thema Kameradschaft bringt dir ein strukturierter Check vor allem realistische Erwartungen: Du weißt, wie du dich in eine neue Gruppe einbringst, wo Unterstützung sinnvoll ist, warum Eigenverantwortung dazugehört und weshalb Kameradschaft klare Grenzen hat. Mit Mission Grundausbildung: Bist du bereit? bereitest du dich strukturiert auf deinen Dienstantritt und deine ersten Wochen bei der Bundeswehr vor.

Du musst vor deinem Dienstantritt keine militärische Rolle spielen. Wenn du zuverlässig, respektvoll und lernbereit in deine Einheit kommst und Verantwortung für dein eigenes Verhalten übernimmst, hast du eine gute Grundlage für echte Kameradschaft.

1. Kameradschaft ist eine soldatische Pflicht

Bei vielen Arbeitgebern wird von Teamgeist gesprochen. Bei der Bundeswehr geht Kameradschaft darüber hinaus.

§ 12 Soldatengesetz stellt ausdrücklich fest, dass der Zusammenhalt der Bundeswehr wesentlich auf Kameradschaft beruht. Daraus folgen konkrete Anforderungen an dein Verhalten.

Du sollst die Würde, die Ehre und die Rechte deiner Kameradinnen und Kameraden achten. Du sollst ihnen in Not und Gefahr beistehen. Gegenseitige Anerkennung, Rücksicht und die Achtung anderer Anschauungen gehören ebenfalls dazu.

Kameradschaft ist deshalb keine Frage davon, ob du jemanden persönlich sympathisch findest. Auch mit einem Menschen, mit dem du privat wahrscheinlich nie befreundet wärst, kannst und musst du kameradschaftlich umgehen. Das macht den Unterschied zwischen Freundschaft und Kameradschaft aus.

2. Wie Kameradschaft in der Grundausbildung entsteht

In der Grundausbildung treffen Menschen aufeinander, die sich vorher nicht kannten. Ihr habt unterschiedliche Schulabschlüsse, Berufe, Interessen, Familiengeschichten, körperliche Voraussetzungen und Persönlichkeiten.

Trotzdem müsst ihr innerhalb kurzer Zeit lernen, gemeinsam zu funktionieren. Das geschieht nicht durch eine einzelne Unterrichtsstunde über Kameradschaft, sondern entsteht im Alltag.

Du hilfst einem Stubenkameraden, der einen Ablauf noch nicht verstanden hat. Jemand erinnert dich daran, was du zum nächsten Antreten mitnehmen musst. Ihr kontrolliert gemeinsam, ob alle wissen, wo der nächste Treffpunkt ist. Nach einem langen Ausbildungstag packt jeder mit an, damit die Stube fertig wird.

Aus solchen Situationen wächst Vertrauen.

Konkretes Beispiel

Dein Stubenkamerad hat beim ersten Einräumen seines Spinds nicht verstanden, wo bestimmte Dinge hingehören. Du hast den Ablauf bereits verstanden.

Dann kannst du ihm kurz zeigen, wie du es gemacht hast. Du übernimmst aber nicht seinen gesamten Spind. So funktioniert gute Unterstützung: helfen, damit jemand seine Aufgabe anschließend selbst erledigen kann.

3. Zuverlässigkeit ist die Grundlage guter Kameradschaft

Kameradschaft zeigt sich nicht zuerst darin, wie motiviert du über die Bundeswehr sprichst. Sie zeigt sich darin, ob andere mit dir planen können.

Wenn um 06:30 Uhr angetreten wird, bist du vorbereitet. Wenn bestimmte Ausrüstung benötigt wird, hast du sie dabei. Wenn du eine Information weitergeben sollst, gibst du sie weiter. Wenn du einen Auftrag übernommen hast, kümmerst du dich darum.

Das wirkt unspektakulär. Genau daraus entsteht aber Vertrauen. Wer ständig seine eigenen Sachen sucht, Informationen vergisst oder andere warten lässt, zwingt seine Kameraden regelmäßig dazu, die Folgen mitzutragen.

Deshalb ist Eigenverantwortung ein wichtiger Teil von Kameradschaft. Je besser du deine eigenen Grundlagen im Griff hast, desto weniger müssen andere deine Aufgaben auffangen.

4. Kameradschaft auf Stube und im täglichen Dienst

Auf der Stube merkst du besonders schnell, dass unterschiedliche Gewohnheiten aufeinandertreffen. Eine Person braucht morgens länger im Bad. Eine andere telefoniert gern abends. Jemand ist besonders ordentlich. Ein anderer muss sich an diese Ordnung erst gewöhnen.

Hier hilft Rücksicht mehr als Streit. Bereite dich morgens so vor, dass andere wegen dir nicht zu spät kommen. Halte deinen Bereich ordentlich. Nutze gemeinsame Bereiche so, dass die anderen sie ebenfalls nutzen können. Wenn jemand früh schlafen möchte, musst du dein Telefonat nicht direkt neben dessen Bett führen.

Dabei geht es nicht darum, jede persönliche Vorliebe zum Gesetz für die ganze Stube zu machen. Ihr müsst einen Alltag finden, der für die Gruppe funktioniert.

Konkretes Beispiel

Vier Personen müssen morgens innerhalb kurzer Zeit Körperpflege erledigen und fertig werden. Wenn jeder zwanzig Minuten das Waschbecken blockiert, funktioniert das nicht.

Eine kameradschaftliche Lösung ist einfach: Ihr sprecht euch ab, arbeitet zügig und achtet darauf, dass jeder genügend Zeit bekommt. Dafür braucht es keine große Diskussion über Teamgeist.

5. Kameradschaft bedeutet nicht, dass alle gleich leistungsfähig sind

In deiner Gruppe werden die Unterschiede schnell sichtbar. Eine Person läuft schneller. Eine andere versteht theoretische Inhalte sofort. Jemand hat handwerkliche Erfahrung. Ein anderer kommt besonders gut mit Stress zurecht.

Und fast jeder hat Bereiche, in denen andere stärker sind. Kameradschaft bedeutet nicht, diese Unterschiede zu ignorieren. Sie bedeutet, vernünftig damit umzugehen.

Wenn jemand beim ersten Versuch länger braucht, kannst du unterstützen. Gleichzeitig darf von jedem erwartet werden, dass er selbst lernt und an seinen Schwächen arbeitet.

Die sinnvollste Haltung lautet: Hilf anderen beim Weiterkommen, statt ihnen dauerhaft ihre Verantwortung abzunehmen.

6. Was Kameradschaft ausdrücklich nicht bedeutet

Hier entsteht häufig das größte Missverständnis. Kameradschaft ist keine Verpflichtung, alles mitzumachen, was andere Soldaten tun. Sie verlangt auch nicht, Fehlverhalten zu verschweigen.

Wenn ein Kamerad einen Fehler macht, bedeutet Kameradschaft nicht automatisch, dass du diesen Fehler gegenüber Vorgesetzten decken musst. In dienstlichen Angelegenheiten gilt zusätzlich § 13 Soldatengesetz. Danach müssen Soldatinnen und Soldaten die Wahrheit sagen.

Kameradschaft ist deshalb kein Gegenmodell zu Ehrlichkeit und Verantwortung. Im Gegenteil: Manchmal besteht kameradschaftliches Verhalten gerade darin, einen anderen früh auf ein Problem hinzuweisen.

Ein Satz wie „Lass das, das gibt nur Ärger“ kann kameradschaftlicher sein als schweigendes Zuschauen.

7. Wo Kameradschaft bei Gruppendruck endet

Besonders in neuen Gruppen möchtest du dazugehören. Das ist normal. Problematisch wird es, wenn daraus der Gedanke entsteht: „Wenn die anderen das machen, muss ich auch mitmachen.“

Das musst du nicht. Eine Gruppe kann sich irren. Ein vermeintlicher Spaß kann Grenzen überschreiten. Eine spontane Idee kann gefährlich sein.

Kameradschaft bedeutet nicht, dass du deinen eigenen Kopf abgibst. Auch militärischer Gehorsam ist nicht grenzenlos. § 11 Soldatengesetz regelt ausdrücklich Grenzen der Gehorsamspflicht. Ein Befehl, dessen Befolgung eine Straftat darstellen würde, darf beispielsweise nicht befolgt werden.

Bei Gruppendruck ist die Lage noch einfacher: Nur weil ein Kamerad etwas von dir möchte, handelt es sich dadurch nicht um einen militärischen Befehl.

Konkretes Beispiel

Ein paar Kameraden wollen nachts eine Aktion starten, die gegen klare Vorgaben verstößt, und sagen: „Komm schon, wir machen das alle.“

Dann ist deine Aufgabe nicht, aus falsch verstandener Kameradschaft mitzumachen. Du kannst klar sagen, dass du nicht dabei bist. Das macht dich nicht zu einem schlechten Kameraden.

8. Respekt gehört unmittelbar zur Kameradschaft

§ 12 Soldatengesetz nennt Würde, Ehre, Rechte, gegenseitige Anerkennung und Rücksicht ausdrücklich. Deshalb gehört respektvoller Umgang nicht nur dann zur Kameradschaft, wenn du jemanden magst.

Das gilt auch bei Meinungsverschiedenheiten. Der militärische Alltag kann direkt sein. Unter Belastung wird nicht jedes Gespräch besonders freundlich formuliert. Das ändert nichts daran, dass persönliche Würde und Rechte bestehen bleiben.

Ein Witz unter Kameraden kann völlig unproblematisch sein. Wenn dieselbe Person ständig Zielscheibe ist, deutlich macht, dass sie sich damit unwohl fühlt, und trotzdem weitergemacht wird, sieht die Situation anders aus.

Achte deshalb nicht nur darauf, was du selbst lustig findest. Achte auch darauf, wie dein Verhalten bei anderen ankommt.

9. Kameradschaft bedeutet nicht, Probleme untereinander verstecken zu müssen

Viele kleinere Konflikte lassen sich direkt lösen. Wenn dich beispielsweise die nächtliche Lautstärke deines Stubenkameraden stört, musst du nicht sofort einen großen Vorgang daraus machen. Sprich ihn vernünftig an.

Umgekehrt gibt es Situationen, die sich nicht durch ein lockeres Gespräch auf der Stube erledigen lassen. Wenn Grenzen deutlich überschritten werden, eine Situation gefährlich wird oder jemand ernsthaft Unterstützung benötigt, darfst du geeignete Ansprechpersonen einschalten.

Das ist kein Verrat an der Kameradschaft. Kameradschaft verlangt nicht, dass eine Gruppe jedes Problem intern hält.

Welche Stelle passend ist, hängt von der Situation ab. In deiner Einheit können beispielsweise Vorgesetzte oder die Vertrauensperson erste Ansprechpersonen sein. Je nach Problem kommen weitere Unterstützungsangebote hinzu.

10. Wenn ein Kamerad körperlich nicht mehr mithalten kann

Gemeinsame körperliche Belastung gehört zur militärischen Ausbildung. Dabei wirst du Situationen erleben, in denen jemand langsamer ist oder einen schlechten Tag hat. Unterstützung kann dann sinnvoll sein.

Das bedeutet aber nicht, gesundheitliche Probleme kleinzureden. Wenn ein Kamerad verletzt ist oder deutliche gesundheitliche Beschwerden hat, ist „Stell dich nicht so an“ keine sinnvolle Form von Kameradschaft.

Gesundheitliche Beschwerden gehören über die vorgesehenen Meldewege beziehungsweise zum Sanitätsdienst. Du bist als Kamerad nicht dafür zuständig, eine medizinische Diagnose zu stellen. Du kannst aber aufmerksam sein.

Konkretes Beispiel

Bei einer körperlich anstrengenden Ausbildung merkst du, dass ein Kamerad plötzlich deutliche Probleme hat und nicht nur erschöpft wirkt. Dann hilfst du ihm nicht dadurch, dass du ihn um jeden Preis zum Weitermachen drängst.

Du machst auf die Situation aufmerksam und sorgst mit dafür, dass die zuständigen Personen davon erfahren.

11. Wenn du selbst Hilfe brauchst

Kameradschaft funktioniert in beide Richtungen. Du darfst Hilfe annehmen.

Gerade in der Grundausbildung wirst du Dinge zum ersten Mal machen. Es wäre unrealistisch zu erwarten, dass du vom ersten Tag an jeden Ablauf kennst.

Wenn du etwas nicht verstanden hast, frag. Wenn du einen Ablauf vergessen hast, lass ihn dir erklären. Wenn du merkst, dass dich etwas ernsthaft belastet, sprich darüber.

Entscheidend ist, dass du anschließend selbst Verantwortung übernimmst. Aus „Kannst du mir das einmal zeigen?“ sollte irgendwann „Jetzt kann ich es selbst“ werden.

So entsteht ein Verhältnis, in dem Menschen sich gegenseitig unterstützen, ohne voneinander abhängig zu werden.

12. Was Kameradschaft bei persönlichen Unterschieden bedeutet

Bei der Bundeswehr arbeitest du mit Menschen zusammen, deren Lebensweise, Herkunft, Religion, Weltanschauung oder persönliche Überzeugungen sich von deinen unterscheiden können. Du musst diese Ansichten nicht übernehmen.

§ 12 Soldatengesetz verlangt aber ausdrücklich gegenseitige Anerkennung, Rücksicht und die Achtung fremder Anschauungen.

Für deinen Alltag bedeutet das: Du darfst eine eigene Meinung haben. Dein Kamerad darf ebenfalls eine haben. Entscheidend ist, dass ihr trotzdem gemeinsam Dienst leisten könnt und die gegenseitige Achtung bestehen bleibt.

Kameradschaft verlangt keine Gleichförmigkeit. Sie verlangt professionellen und respektvollen Umgang mit Unterschieden.

13. Kameradschaft und Social Media

Dieser Bereich hat sich 2026 konkret verändert. Seit Ende Februar 2026 ist spontanes Fotografieren und Filmen in militärischen Liegenschaften ohne Genehmigung verboten.

Das betrifft nicht nur militärische Technik. Auch bei deinen Kameradinnen und Kameraden solltest du dir angewöhnen, deren Privatsphäre ernst zu nehmen.

Mach nicht einfach Aufnahmen, weil eine Situation gerade lustig aussieht. Veröffentliche keine Aufnahmen von anderen, um Aufmerksamkeit auf deinem eigenen Account zu bekommen. Und geh nicht davon aus, dass eine Aufnahme automatisch erlaubt ist, nur weil die abgebildeten Kameraden persönlich nichts dagegen haben.

Für Aufnahmen im militärischen Bereich gelten zusätzlich dienstliche Regeln. Die praktische Standardregel für deine Grundausbildung lautet deshalb: Erst Genehmigung klären, dann aufnehmen.

14. Was Kameradschaft mit Vorgesetzten zu tun hat

Auch Vorgesetzte sind Soldatinnen und Soldaten und damit Teil der soldatischen Gemeinschaft. Gleichzeitig bestehen militärische Hierarchie und besondere Pflichten.

§ 10 Soldatengesetz verpflichtet Vorgesetzte unter anderem dazu, in Haltung und Pflichterfüllung ein Beispiel zu geben, für ihre Untergebenen zu sorgen und Befehle nur zu dienstlichen Zwecken sowie unter Beachtung der Regeln des Völkerrechts, der Gesetze und Dienstvorschriften zu erteilen.

Kameradschaft bedeutet deshalb nicht, dass militärische Hierarchie verschwindet. Dein Gruppenführer kann kameradschaftlich mit dir umgehen und trotzdem klare Anforderungen stellen.

Du kannst einen Vorgesetzten respektieren und trotzdem ein berechtigtes Problem ansprechen. Beides gehört zusammen.

15. Woran du gute Kameradschaft im Alltag erkennst

Gute Kameradschaft ist meistens unspektakulär. Du erkennst sie daran, dass Menschen Informationen weitergeben, einander unterstützen und trotzdem ihre eigenen Aufgaben erledigen.

Sie sprechen Probleme an, bevor sie eskalieren. Sie lachen miteinander, ohne dauerhaft jemanden zum Ziel zu machen. Sie akzeptieren unterschiedliche Persönlichkeiten. Sie achten darauf, wenn jemand ernsthafte Hilfe benötigt. Und sie übernehmen Verantwortung, wenn sie selbst einen Fehler gemacht haben.

Du musst deshalb vor deinem Dienstantritt keine besondere Rolle spielen. Du brauchst keine möglichst harte Fassade und musst auch nicht versuchen, sofort von allen gemocht zu werden.

Sei zuverlässig, respektvoll, lernbereit und aufmerksam gegenüber anderen. Damit bringst du bereits sehr viel mit.

16. Fazit

Kameradschaft bei der Bundeswehr ist mehr als Zusammenhalt in schwierigen Momenten. Sie beginnt im normalen Alltag.

Du bist vorbereitet, damit andere nicht ständig deine Aufgaben auffangen müssen. Du hilfst, wenn jemand Unterstützung braucht. Du behandelst andere respektvoll, auch wenn ihr unterschiedliche Persönlichkeiten oder Ansichten habt. Und du schaust nicht einfach weg, wenn eine Situation ernst wird.

Genauso wichtig ist die andere Seite: Kameradschaft bedeutet nicht blinde Loyalität.

Du musst für niemanden lügen. Du musst nicht bei Gruppendruck mitmachen. Du musst keine Grenzüberschreitung akzeptieren und niemanden aus falsch verstandenem Zusammenhalt decken.

§ 12 Soldatengesetz bringt den Kern sehr klar zusammen: Achtung, Rücksicht und Beistand.

Du musst in der Grundausbildung nicht der beliebteste Mensch in deiner Gruppe werden. Werde jemand, auf den andere sich verlassen können und der auch dann respektvoll und verantwortlich handelt, wenn es anstrengend wird.

Vorbereitung mit der Soldateninitiative

Die Soldateninitiative hilft dir dabei, nicht nur Packliste, Anreise und Ausrüstung vorzubereiten, sondern auch die sozialen und organisatorischen Situationen zu verstehen, die dich in den ersten Wochen erwarten.

Beim Thema Kameradschaft bringt dir ein strukturierter Check vor allem realistische Erwartungen: Du weißt, wie du dich in eine neue Gruppe einbringst, wo Unterstützung sinnvoll ist, warum Eigenverantwortung dazugehört und weshalb Kameradschaft klare Grenzen hat. Mit Mission Grundausbildung: Bist du bereit? bereitest du dich strukturiert auf deinen Dienstantritt und deine ersten Wochen bei der Bundeswehr vor.

Du musst vor deinem Dienstantritt keine militärische Rolle spielen. Wenn du zuverlässig, respektvoll und lernbereit in deine Einheit kommst und Verantwortung für dein eigenes Verhalten übernimmst, hast du eine gute Grundlage für echte Kameradschaft.

Häufige Fragen

01

Was bedeutet Kameradschaft bei der Bundeswehr rechtlich?

§ 12 Soldatengesetz verpflichtet Soldatinnen und Soldaten dazu, Würde, Ehre und Rechte ihrer Kameraden zu achten, ihnen in Not und Gefahr beizustehen und einander mit Anerkennung und Rücksicht zu begegnen. Auch fremde Anschauungen sind zu achten.

02

Muss ich mit meinen Kameraden befreundet sein?

Nein. Persönliche Freundschaft ist keine Voraussetzung für Kameradschaft. Du musst auch mit Menschen respektvoll und zuverlässig zusammenarbeiten können, mit denen du privat wenig gemeinsam hast.

03

Muss ich einen Kameraden decken, wenn er einen Fehler gemacht hat?

Nein. Kameradschaft verpflichtet dich nicht dazu, Fehlverhalten zu verschweigen oder in dienstlichen Angelegenheiten falsche Angaben zu machen. § 13 Soldatengesetz verpflichtet Soldaten in dienstlichen Angelegenheiten zur Wahrheit.

04

Ist es unkameradschaftlich, Fehlverhalten zu melden?

Nicht automatisch. Bei ernsthaften Grenzüberschreitungen, Gefahren oder anderen relevanten Problemen kann es gerade verantwortungsvoll sein, eine geeignete Ansprechperson einzubeziehen.

05

Muss ich bei allem mitmachen, was meine Gruppe macht?

Nein. Gruppendruck ist keine soldatische Pflicht. Kameradschaft bedeutet nicht, dass du bei falschen, gefährlichen oder regelwidrigen Aktionen mitmachen musst.

06

Was mache ich, wenn jemand auf meiner Stube ständig Hilfe braucht?

Hilf ihm dabei, die Aufgabe selbst zu lernen. Dauerhaft seine Verantwortung zu übernehmen, hilft weder ihm noch der Gruppe.

07

Was mache ich, wenn ich selbst nicht klarkomme?

Sprich frühzeitig mit geeigneten Personen. Bei kleinen organisatorischen Fragen können Kameraden helfen. Bei dienstlichen, gesundheitlichen oder persönlichen Problemen gibt es je nach Situation Vorgesetzte und weitere Ansprechstellen.

08

Darf ich meine Kameraden in der Kaserne fotografieren?

Nicht einfach spontan. Seit Ende Februar 2026 ist spontanes Fotografieren und Filmen in militärischen Liegenschaften ohne Genehmigung verboten. Zusätzlich solltest du die Persönlichkeitsrechte der betroffenen Personen respektieren.

09

Ist ein rauer Umgangston automatisch unkameradschaftlich?

Nein. Ein direkter Umgangston ist nicht automatisch eine Verletzung der Kameradschaft. Entscheidend sind Inhalt, Situation und Grenzen. Würde, Rechte und gegenseitige Achtung bleiben maßgeblich.

10

Was ist die wichtigste Eigenschaft eines guten Kameraden?

Im Alltag ist Verlässlichkeit besonders wichtig. Erledige deine Aufgaben, halte dich an Absprachen, unterstütze andere sinnvoll und übernimm Verantwortung für dein Verhalten.

Quellen zum Nachlesen

Gesetze im Internet: § 12 Soldatengesetz – Die zentrale gesetzliche Grundlage zur Kameradschaft. Die Vorschrift regelt die Achtung von Würde, Ehre und Rechten, den Beistand in Not und Gefahr sowie gegenseitige Anerkennung und Rücksicht.

gesetze-im-internet.de

gesetze-im-internet.de

Gesetze im Internet: Soldatengesetz – Das Soldatengesetz enthält die grundlegenden Rechte und Pflichten von Soldatinnen und Soldaten, darunter Gehorsam, Kameradschaft, Wahrheitspflicht und die Pflichten von Vorgesetzten.

gesetze-im-internet.de

gesetze-im-internet.de

Gesetze im Internet: § 10 Soldatengesetz – Die Vorschrift beschreibt zentrale Pflichten von Vorgesetzten, darunter Vorbildfunktion, Fürsorge und Verantwortung bei der Erteilung von Befehlen.

gesetze-im-internet.de

gesetze-im-internet.de

Gesetze im Internet: § 11 Soldatengesetz – § 11 regelt die Gehorsamspflicht und ihre gesetzlichen Grenzen. Die Vorschrift stellt unter anderem klar, dass ein Befehl nicht befolgt werden darf, wenn dadurch eine Straftat begangen würde.

gesetze-im-internet.de

gesetze-im-internet.de

Gesetze im Internet: § 13 Soldatengesetz – Die Vorschrift regelt die Wahrheitspflicht in dienstlichen Angelegenheiten und ist wichtig für die Abgrenzung zwischen Kameradschaft und falsch verstandener Loyalität.

gesetze-im-internet.de

gesetze-im-internet.de

Bundeswehr: Social Media in der Bundeswehr – Die Bundeswehr informiert hier über die aktuellen Regeln für Soldatinnen und Soldaten bei der Nutzung sozialer Medien und den Umgang mit dienstbezogenen Inhalten.

bundeswehr.de

bundeswehr.de

Bundeswehr: Social-Media-Guidelines – Die Bundeswehr erläutert die seit Ende Februar 2026 geltenden Vorgaben für spontane Aufnahmen in militärischen Einrichtungen. Vor Aufnahmen muss grundsätzlich eine entsprechende Genehmigung vorliegen.

bundeswehr.de

bundeswehr.de

Dieser Artikel erklärt Kameradschaft und ihre rechtlichen Grundzüge mit Stand September 2026. Wie Zusammenarbeit, gegenseitige Unterstützung und Konfliktlösung im konkreten Dienstalltag organisiert werden, hängt auch von Einheit, Auftrag und Situation ab. Bei ernsthaften Konflikten, Grenzüberschreitungen oder Gefährdungen solltest du nicht allein auf eine allgemeine Vorstellung von Kameradschaft vertrauen, sondern die für deine Situation vorgesehenen dienstlichen oder unterstützenden Ansprechstellen nutzen.

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