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Von Soldaten, die selbst dort waren

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Basisausbildung

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Die ersten 72 Stunden in der Grundausbildung
Was wirklich passiert

Grundausbildung & Kasernenalltag

Gez.

Daniel, Levin & Afsal

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Gez.

Daniel, Levin & Afsal

Letzte Aktualisierung: September 2026

Einordnung

Dieser Artikel gehört zum Thema Grundausbildung & Kasernenalltag der Soldateninitiative.

Er erklärt dir, was in den ersten drei Tagen der Grundausbildung realistisch auf dich zukommt. Es geht nicht um Mythen, Panik oder TikTok-Geschichten. Es geht um die ersten 72 Stunden: Anreise, Meldekopf, Stube beziehen, erste Einweisungen, Unterlagen, Nachuntersuchung, Warten, Orientierung, erste Abläufe und die Vorbereitung auf die Einkleidung.

Wenn du zuerst den gesamten Tagesablauf verstehen willst, lies diesen Artikel:

Tagesablauf in der Grundausbildung: vom Wecken bis zum Dienstschluss

Wenn du wissen willst, was bei der Einkleidung passiert, passt dieser Artikel:

Einkleidung bei der Bundeswehr: Was du bekommst und wie du damit umgehst

Letzte Aktualisierung: September 2026

Einordnung

Dieser Artikel gehört zum Thema Grundausbildung & Kasernenalltag der Soldateninitiative.

Er erklärt dir, was in den ersten drei Tagen der Grundausbildung realistisch auf dich zukommt. Es geht nicht um Mythen, Panik oder TikTok-Geschichten. Es geht um die ersten 72 Stunden: Anreise, Meldekopf, Stube beziehen, erste Einweisungen, Unterlagen, Nachuntersuchung, Warten, Orientierung, erste Abläufe und die Vorbereitung auf die Einkleidung.

Wenn du zuerst den gesamten Tagesablauf verstehen willst, lies diesen Artikel:

Tagesablauf in der Grundausbildung: vom Wecken bis zum Dienstschluss

Wenn du wissen willst, was bei der Einkleidung passiert, passt dieser Artikel:

Einkleidung bei der Bundeswehr: Was du bekommst und wie du damit umgehst

[ Kurz gesagt ]

Die ersten 72 Stunden in der Grundausbildung sind vor allem eine Umstellung. Du kommst an, meldest dich am Meldekopf, gibst Unterlagen ab, beziehst deine Stube, lernst erste Ansprechpersonen kennen und bekommst Einweisungen in die wichtigsten Abläufe.

Du wirst am ersten Tag nicht einfach direkt komplett eingekleidet und dann sofort ins volle Ausbildungsprogramm geworfen. Am Anfang geht es darum, dass alle ankommen, erfasst werden, ihre Stuben beziehen, organisatorisch eingeordnet werden und verstehen, wie der Dienstalltag beginnt.

In den ersten Tagen folgt meistens auch die Nachuntersuchung beim Truppenarzt. Erst danach kommt die Einkleidung, häufig eher gegen Ende der ersten Woche. Das hat einen praktischen Grund: Wenn medizinisch noch etwas auffällt, wird nicht vorher unnötig viel Ausrüstung ausgegeben.

Wichtig ist: Bleib ruhig, hör zu, frag nicht wegen jeder Kleinigkeit sofort durcheinander und mach die nächsten Schritte sauber. Die ersten 72 Stunden sind nicht dafür da, alles perfekt zu können. Sie sind dafür da, anzukommen und in den Ablauf hineinzufinden.

[ Kurz gesagt ]

Die ersten 72 Stunden in der Grundausbildung sind vor allem eine Umstellung. Du kommst an, meldest dich am Meldekopf, gibst Unterlagen ab, beziehst deine Stube, lernst erste Ansprechpersonen kennen und bekommst Einweisungen in die wichtigsten Abläufe.

Du wirst am ersten Tag nicht einfach direkt komplett eingekleidet und dann sofort ins volle Ausbildungsprogramm geworfen. Am Anfang geht es darum, dass alle ankommen, erfasst werden, ihre Stuben beziehen, organisatorisch eingeordnet werden und verstehen, wie der Dienstalltag beginnt.

In den ersten Tagen folgt meistens auch die Nachuntersuchung beim Truppenarzt. Erst danach kommt die Einkleidung, häufig eher gegen Ende der ersten Woche. Das hat einen praktischen Grund: Wenn medizinisch noch etwas auffällt, wird nicht vorher unnötig viel Ausrüstung ausgegeben.

Wichtig ist: Bleib ruhig, hör zu, frag nicht wegen jeder Kleinigkeit sofort durcheinander und mach die nächsten Schritte sauber. Die ersten 72 Stunden sind nicht dafür da, alles perfekt zu können. Sie sind dafür da, anzukommen und in den Ablauf hineinzufinden.

[ Inhalt ]

01

Warum die ersten 72 Stunden so wichtig sind

02

Vor der Anreise: Was du geklärt haben solltest

03

Ankunft am Standort

04

Meldekopf: Dein erster offizieller Anlaufpunkt

05

Unterlagen, Kontrolle und erste Erfassung

06

Stube beziehen: Ankommen im Unterkunftsbereich

07

Erste Einweisungen und Orientierung

08

Warum am ersten Tag nicht alles passiert

09

Der erste Abend auf Stube

10

Tag 2: Stärkemeldung, Abläufe und Nachuntersuchung

11

Truppenarzt und medizinische Nachuntersuchung

12

Warum die Einkleidung meistens erst danach folgt

13

Tag 3: Warten, Einweisung, Vorbereitung und erste Routine

14

Was du in diesen Tagen nicht falsch verstehen solltest

15

Handy, Kontakt nach Hause und Schlaf

16

Typische Anfängerfehler in den ersten 72 Stunden

17

Was wirklich hilft

18

Fazit

Häufige Fragen

Quellen zum Nachlesen

1. Warum die ersten 72 Stunden so wichtig sind

Die ersten 72 Stunden entscheiden nicht deine gesamte Bundeswehrzeit.

Aber sie prägen deinen Start.

In diesen ersten Tagen merkst du zum ersten Mal, dass du nicht mehr zuhause bist. Du kommst an einem Standort an, den du nicht kennst. Du triffst Menschen, die du vorher nicht kanntest. Du hörst neue Begriffe, neue Abläufe und neue Erwartungen. Gleichzeitig musst du Unterlagen abgeben, deine Stube finden, dich in der Gruppe orientieren und verstehen, was als Nächstes passiert.

Das ist viel.

Viele erwarten, dass es direkt mit maximaler Härte losgeht. In Wahrheit ist der Anfang oft stark organisatorisch. Das bedeutet aber nicht, dass er unwichtig ist. Genau hier wird die Grundlage gelegt: Wer ist da? Wer gehört wohin? Wer ist medizinisch aktuell dienstfähig? Wer hat welche Unterlagen? Wer bekommt welche Stube? Wer wird wann eingekleidet?

Wenn du die ersten Tage ruhig und aufmerksam angehst, sparst du dir später Stress.

2. Vor der Anreise: Was du geklärt haben solltest

Die ersten 72 Stunden werden deutlich leichter, wenn du nicht völlig chaotisch ankommst.

Vor der Anreise solltest du deine wichtigsten Dinge geklärt haben. Dazu gehören vor allem Unterlagen, Anreise, Schlaf, Kontakt nach Hause und deine Packliste.

Wichtig ist nicht, dass du deine halbe Wohnung mitbringst. Wichtig ist, dass du das dabei hast, was in deinen Unterlagen gefordert wird und was für die ersten Tage wirklich sinnvoll ist.

Prüfe vorher:

  • Ausweis oder Reisepass

  • Einladung oder Einberufungsunterlagen

  • geforderte Nachweise

  • Bankdaten, falls gefordert

  • Steuerdaten, falls gefordert

  • medizinische Unterlagen, wenn relevant

  • Brillenpass oder Allergiepass, wenn vorhanden

  • persönliche Medikamente, wenn ärztlich verordnet

  • Hygieneartikel

  • Handtücher

  • Unterwäsche und Socken

  • private Sportschuhe, wenn sinnvoll

  • Vorhängeschlösser für den Spind

  • Ladekabel

Pack nicht erst am letzten Abend um 23 Uhr.

Wenn du gestresst anreist, schlecht geschlafen hast und morgens noch alles suchst, startest du unnötig schlecht.

3. Ankunft am Standort

Die Ankunft am Standort ist für viele der erste echte Moment.

Du kommst an der Kaserne oder am Treffpunkt an und merkst: Jetzt geht es wirklich los. Vielleicht bist du mit dem Zug gekommen. Vielleicht wurdest du gebracht. Vielleicht bist du selbst gefahren. Egal wie du ankommst, wichtig ist: Sei pünktlich und lies vorher deine Unterlagen.

An der Kaserne läuft nicht alles wie an einem normalen Bürogebäude. Es gibt Sicherheitsbereiche, Wachen, Meldepunkte und klare Abläufe. Du gehst nicht einfach irgendwo hin, sondern folgst den Angaben aus deinen Unterlagen und den Anweisungen vor Ort.

Wenn du unsicher bist, bleib ruhig.

Du bist nicht die einzige Person, die neu ist. Viele andere wissen am Anfang auch nicht genau, wo sie hinmüssen. Wichtig ist, dass du nicht panisch wirst, sondern dich an die ausgeschilderten oder angesagten Wege hältst.

Der erste Eindruck zählt nicht, weil du besonders cool wirken musst.

Er zählt, weil Pünktlichkeit, Aufmerksamkeit und ruhiges Verhalten direkt helfen.

4. Meldekopf: Dein erster offizieller Anlaufpunkt

Der Meldekopf ist einer deiner ersten offiziellen Anlaufpunkte.

Dort meldest du dich an, gibst an, dass du angekommen bist, und wirst organisatorisch erfasst. Je nach Standort kann der Ablauf etwas anders aussehen, aber der Sinn ist gleich: Die Einheit muss wissen, wer angekommen ist und wer wohin gehört.

Am Meldekopf können Unterlagen geprüft, Namen abgeglichen und erste Informationen gegeben werden. Du bekommst möglicherweise Hinweise, wohin du als Nächstes musst, welche Stube dir zugeordnet wird oder bei wem du dich melden sollst.

Wichtig ist:

Hör genau zu.

In den ersten Stunden bekommst du viele Informationen. Nicht alles wird dreimal wiederholt. Wenn du etwas wirklich nicht verstanden hast, frag sachlich nach. Aber vermeide direktes Durcheinanderfragen, während jemand noch erklärt.

Ein guter Grundsatz für den Start:

Erst zuhören. Dann handeln. Dann bei Bedarf nachfragen.

5. Unterlagen, Kontrolle und erste Erfassung

In den ersten Stunden spielen Unterlagen eine große Rolle.

Das wirkt trocken, ist aber wichtig. Ohne saubere Unterlagen funktioniert der Start nicht ordentlich. Deshalb wird geprüft, ob du da bist, ob deine Daten passen und ob geforderte Nachweise vorhanden sind.

Mögliche Themen können sein:

  • Identität

  • Einladung oder Einberufung

  • persönliche Daten

  • Gesundheitsunterlagen

  • Bankverbindung

  • Steuerdaten

  • Nachweise, die gefordert wurden

  • weitere Formulare

Bring deine Unterlagen sortiert mit.

Nicht lose in irgendeiner zerknitterten Tasche. Nicht irgendwo zwischen Snacks und Ladekabel. Eine einfache Mappe reicht. Hauptsache, du findest schnell, was gefragt ist.

Wenn etwas fehlt, ist das nicht automatisch der Weltuntergang. Aber es macht den Start komplizierter. Deshalb ist Vorbereitung hier wirklich sinnvoll.

6. Stube beziehen: Ankommen im Unterkunftsbereich

Nach der ersten Anmeldung und Einordnung beziehst du deine Stube.

Bei der Bundeswehr sagt man Stube, nicht Zimmer. Die Stube ist dein Unterkunftsraum in der Kaserne. Dort schläfst du mit anderen Rekrutinnen und Rekruten und organisierst deine persönlichen Sachen.

Am Anfang wird meistens geklärt, wer auf welche Stube kommt. Wer welches Bett nimmt, wird oft untereinander abgestimmt. Hier gilt: normal sprechen, schnell einigen, kein Theater machen.

Die Stube ist kein privates Schlafzimmer.

Du richtest sie nicht mit Deko, Bildern oder privaten Aufstellern ein. Sie bleibt funktional. Bett, Spind, persönliche Sachen, Ordnung. Mehr ist nicht der Punkt.

Gerade in den ersten Stunden solltest du nicht alles ausbreiten, als würdest du dauerhaft einziehen wie in eine Wohnung. Pack so aus, dass du Ordnung behältst und wichtige Dinge findest.

Dein Spind wird schnell wichtig. Du brauchst Schlösser, Ordnung und Überblick.

7. Erste Einweisungen und Orientierung

In den ersten Tagen bekommst du viele Einweisungen.

Dabei geht es um Grundregeln, Zuständigkeiten, Tagesablauf, Verhalten auf Stube, Meldewege, Sicherheit, Dienstzeiten, Verpflegung, Sanitätsbereich, Stärkemeldung und organisatorische Punkte.

Manches wirkt am Anfang vielleicht selbstverständlich. Trotzdem solltest du zuhören.

Einweisungen sind nicht einfach Hintergrundgeräusch. Dort werden Dinge gesagt, die später wichtig werden können. Wann wird geweckt? Wo wird angetreten? Wer ist zuständig? Was passiert bei Krankheit? Wo wird gegessen? Was ist mit Handy? Wie läuft der erste Morgen?

Wenn du nicht zuhörst, fragst du später Dinge, die bereits erklärt wurden.

Das fällt auf.

Niemand erwartet, dass du dir sofort alles perfekt merkst. Aber man erwartet, dass du aufmerksam bist.

8. Warum am ersten Tag nicht alles passiert

Viele kommen mit falschen Erwartungen an.

Sie denken: Ankommen, Einkleidung, Sport, volle Ausbildung, alles direkt am ersten Tag.

So läuft es normalerweise nicht.

Am ersten Tag steht meist das Ankommen im Vordergrund. Die Einheit muss erstmal alle aufnehmen, Unterlagen prüfen, Stuben verteilen, erste Einweisungen geben und den Start organisieren.

Dazu kommt: Vor der Einkleidung steht häufig die Nachuntersuchung beim Truppenarzt an. Die Bundeswehr will prüfen, ob du aktuell dienstfähig bist. Zwischen Musterung und Dienstantritt kann sich gesundheitlich etwas verändert haben.

Deshalb ist es logisch, dass nicht jeder sofort komplett eingekleidet wird.

Wenn du am ersten Tag noch keine volle Ausrüstung hast, ist das nicht komisch.

Es ist Teil des Ablaufs.

9. Der erste Abend auf Stube

Der erste Abend auf Stube ist für viele ungewohnt.

Du bist mit fremden Menschen in einem Raum. Du weißt noch nicht, wer wie tickt. Jeder sortiert seine Sachen, telefoniert vielleicht kurz nach Hause, sucht Unterlagen, ist müde oder aufgeregt.

Bleib normal.

Du musst nicht der Lauteste sein. Du musst nicht direkt alle beeindrucken. Du musst aber auch nicht komplett abkapseln. Ein normaler, respektvoller Umgang reicht.

Sinnvoll ist:

  • Schlafplatz klären

  • wichtige Sachen griffbereit haben

  • Stube ordentlich halten

  • Wecker beziehungsweise Zeiten beachten

  • nicht bis tief in die Nacht reden

  • nicht laut telefonieren

  • Handy nicht ewig nutzen

  • an den nächsten Morgen denken

Der erste Abend ist nicht für große private Showeinlagen da.

Er ist dafür da, anzukommen, kurz nach Hause zu melden, Sachen zu sortieren und zu schlafen.

10. Tag 2: Stärkemeldung, Abläufe und Nachuntersuchung

Am zweiten Tag beginnt der Ablauf oft strukturierter.

Du lernst den Morgen kennen: Wecken, Körperpflege, Stube, Stärkemeldung, Frühstück, Antreten oder Einweisung. Je nach Einheit kann der genaue Ablauf variieren, aber du bekommst langsam ein Gefühl für den Rhythmus.

Die Stärkemeldung ist wichtig. Dabei wird erfasst, wer anwesend ist, wer fehlt und ob sich jemand neu krank meldet.

Gerade in den ersten Tagen kann auch die Nachuntersuchung beim Truppenarzt anstehen.

Das ist keine Nebensache. Der Truppenarzt prüft, ob du aktuell dienstfähig bist. Wenn seit der Musterung etwas passiert ist, muss das bewertet werden.

Wichtig ist: Gib gesundheitliche Themen ehrlich an.

Nicht verschweigen, nur weil du Angst hast, sonst Probleme zu bekommen. Wenn später in der Ausbildung etwas auffällt, wird es nicht einfacher.

11. Truppenarzt und medizinische Nachuntersuchung

Die Nachuntersuchung beim Truppenarzt ist ein wichtiger Teil der ersten Tage.

Es kann sein, dass nochmals geprüft wird, ob du gesundheitlich für den Start geeignet bist. Dabei können Fragen zu aktuellen Beschwerden, Verletzungen, Medikamenten oder Veränderungen seit der Musterung eine Rolle spielen.

Der Grund ist einfach:

Zwischen Musterung und Dienstantritt kann Zeit vergangen sein. In dieser Zeit kann sich etwas verändert haben. Eine Verletzung, eine neue Behandlung, eine Erkrankung oder ein Thema, das vorher nicht bekannt war.

Wenn der Truppenarzt feststellt, dass etwas nicht passt, kann das Auswirkungen haben. Je nach Lage kann jemand eingeschränkt dienstfähig sein, eine Behandlung brauchen oder im Extremfall nicht wie geplant starten.

Das ist auch der Grund, warum die Einkleidung normalerweise erst nach der medizinischen Klärung kommt.

Erst prüfen. Dann ausrüsten.

12. Warum die Einkleidung meistens erst danach folgt

Die Einkleidung ist aufwendig.

Du bekommst sehr viel dienstlich geliefertes Material: Uniformteile, Ausgehuniform, Stiefel, Sportbekleidung, Sportanzüge, Nässeschutz, Kälteschutz, Helm, Weste, MOBAST-bezogene Ausrüstung und weiteres Material.

Das dauert. Es wird ausgegeben, geprüft, dokumentiert und am Ende auf Vollzähligkeit kontrolliert.

Deshalb macht es Sinn, vorher medizinisch zu klären, ob du überhaupt regulär starten kannst. Wenn jemand vor der Einkleidung medizinisch ausfällt oder entlassen werden muss, spart man sich unnötiges Ausgeben und Rückabwickeln von Material.

Für dich heißt das:

Nicht ungeduldig werden, wenn die Einkleidung nicht sofort passiert.

Sie kommt, wenn der Ablauf dafür vorgesehen ist und medizinisch alles passt.

Bis dahin gilt: zuhören, ankommen, Unterlagen und Stube im Griff behalten.

13. Tag 3: Warten, Einweisung, Vorbereitung und erste Routine

Der dritte Tag kann sehr unterschiedlich aussehen.

Vielleicht steht noch medizinische Klärung an. Vielleicht gibt es weitere Einweisungen. Vielleicht wird die Einkleidung vorbereitet. Vielleicht werden organisatorische Dinge abgeschlossen. Vielleicht beginnt schon erste Ausbildung.

Was viele unterschätzen: In den ersten Tagen gibt es auch Wartezeiten.

Warten ist aber nicht gleich Freizeit. Du bist trotzdem im Dienstumfeld. Du musst erreichbar sein, auf Anweisungen achten und bereit sein, wenn es weitergeht.

Nutze solche Zeiten sinnvoll.

Sortiere Unterlagen. Halte deine Stube ordentlich. Sprich dich mit deiner Stube ab. Merke dir Wege. Lies, was dir gegeben wurde. Frag Kameradinnen und Kameraden, wenn du etwas nicht verstanden hast.

Die erste Routine entsteht nicht dadurch, dass alles perfekt läuft.

Sie entsteht dadurch, dass du aufmerksam bleibst, auch wenn gerade nicht viel passiert.

14. Was du in diesen Tagen nicht falsch verstehen solltest

Die ersten 72 Stunden können sich teilweise langsam anfühlen.

Vielleicht hast du erwartet, dass direkt viel mehr passiert. Vielleicht bist du nervös und willst endlich eingekleidet werden. Vielleicht denkst du, du müsstest schon alles können.

Das ist der falsche Blick.

Die ersten Tage sind dazu da, die Grundlage zu legen. Nicht jeder Moment ist spektakulär. Viele Dinge sind organisatorisch. Trotzdem sind sie wichtig.

Versteh auch nicht falsch, wenn du müde bist, Heimweh hast oder abends wenig Energie hast.

Das bedeutet nicht automatisch, dass du nicht geeignet bist.

Du bist in einer neuen Lage. Und du musst erstmal in dieser Lage funktionieren lernen.

Leben in der Lage.

Nicht alles bewerten. Erst ankommen.

15. Handy, Kontakt nach Hause und Schlaf

Während der Ausbildungszeit bleibt das Handy im Spind.

Nicht in der Hosentasche, nicht im Rucksack, nicht in der Jacke. Im Spind, im Privatfach eingeschlossen.

Nach Dienstschluss kannst du es nutzen, wenn deine Aufgaben erledigt sind und keine anderen Vorgaben gelten. Aber gerade in den ersten 72 Stunden solltest du nicht erwarten, dass du stundenlang telefonieren kannst.

Eine kurze Nachricht reicht oft:

„Bin angekommen. Viel los. Alles gut. Melde mich, wenn ich kann.“

Das beruhigt zuhause und nimmt dir Druck.

Wichtig ist auch Schlaf. Die ersten Tage sind voll mit Eindrücken. Wenn du abends ewig scrollst, schläfst du schlechter und bist am nächsten Tag unnötig müde.

Erst sortieren. Kurz melden. Handy weg. Schlafen.

16. Typische Anfängerfehler in den ersten 72 Stunden

Viele Fehler passieren, weil Menschen nervös sind oder falsche Erwartungen haben.

Typisch sind:

  • zu spät anreisen

  • Unterlagen unsortiert mitbringen

  • am Meldekopf nicht zuhören

  • direkt alles kommentieren oder diskutieren

  • Stube wie ein privates Zimmer behandeln

  • zu viel Gepäck mitbringen

  • keine Schlösser für den Spind dabei haben

  • Handy während der Ausbildungszeit nicht im Spind lassen

  • abends zu lange telefonieren oder scrollen

  • gesundheitliche Themen verschweigen

  • Nachuntersuchung nicht ernst nehmen

  • denken, Einkleidung müsste am ersten Tag passieren

  • bei Wartezeiten abschalten und Anweisungen verpassen

  • auf Stube laut oder rücksichtslos sein

Diese Fehler sind vermeidbar.

Du musst nicht alles wissen. Aber du kannst aufmerksam, pünktlich und ordentlich sein.

Das reicht am Anfang schon sehr weit.

17. Was wirklich hilft

In den ersten 72 Stunden helfen einfache Dinge.

Pünktlichkeit hilft. Sortierte Unterlagen helfen. Weniger Gepäck hilft. Schlösser für den Spind helfen. Ruhiges Zuhören hilft. Schlaf hilft.

Du musst nicht versuchen, besonders hart oder besonders cool zu wirken.

Es geht nicht darum, direkt der Lauteste zu sein. Es geht darum, zuverlässig in den Ablauf zu kommen.

Hilfreich ist:

  • früh genug anreisen

  • Unterlagen griffbereit halten

  • Anweisungen aufnehmen

  • Stube ordentlich halten

  • mit anderen normal umgehen

  • bei Unsicherheit sachlich fragen

  • Handy im Spind lassen

  • abends schlafen

  • gesundheitliche Themen ehrlich ansprechen

  • Geduld bei organisatorischen Abläufen haben

Wenn du diese einfachen Dinge sauber machst, startest du deutlich besser als viele, die nur große Sprüche machen.

18. Fazit

Die ersten 72 Stunden in der Grundausbildung sind kein Filmtrailer.

Sie sind vor allem Ankommen, Einordnung und Organisation.

Du meldest dich am Meldekopf, gibst Unterlagen ab, beziehst deine Stube, bekommst erste Einweisungen, lernst Abläufe kennen und gehst zur Nachuntersuchung beim Truppenarzt. Erst danach folgt die Einkleidung, häufig eher gegen Ende der ersten Woche.

Das ist normal.

Du musst in diesen ersten Tagen nicht alles perfekt können. Aber du solltest aufmerksam sein. Pünktlich sein. Ruhig bleiben. Deine Unterlagen griffbereit haben. Deine Stube ordentlich halten. Dein Handy während der Ausbildungszeit im Spind lassen. Ehrlich beim Truppenarzt sein.

Der Start wird leichter, wenn du nicht gegen jeden Ablauf innerlich kämpfst.

Leben in der Lage.

Ankommen. Zuhören. Nächster Schritt.

Vorbereitung mit der Soldateninitiative

Du willst wissen, ob du für die ersten Tage gut vorbereitet bist?

Mit Mission Grundausbildung: Bist du bereit? gehst du die wichtigsten Punkte vor Dienstantritt durch: Anreise, Meldekopf, Unterlagen, Stube, Spind, Nachuntersuchung, Einkleidung, Handy, Schlaf, Heimweh und typische Anfängerfehler.

Der Check hilft dir, offene Fragen früh zu erkennen.

1. Warum die ersten 72 Stunden so wichtig sind

Die ersten 72 Stunden entscheiden nicht deine gesamte Bundeswehrzeit.

Aber sie prägen deinen Start.

In diesen ersten Tagen merkst du zum ersten Mal, dass du nicht mehr zuhause bist. Du kommst an einem Standort an, den du nicht kennst. Du triffst Menschen, die du vorher nicht kanntest. Du hörst neue Begriffe, neue Abläufe und neue Erwartungen. Gleichzeitig musst du Unterlagen abgeben, deine Stube finden, dich in der Gruppe orientieren und verstehen, was als Nächstes passiert.

Das ist viel.

Viele erwarten, dass es direkt mit maximaler Härte losgeht. In Wahrheit ist der Anfang oft stark organisatorisch. Das bedeutet aber nicht, dass er unwichtig ist. Genau hier wird die Grundlage gelegt: Wer ist da? Wer gehört wohin? Wer ist medizinisch aktuell dienstfähig? Wer hat welche Unterlagen? Wer bekommt welche Stube? Wer wird wann eingekleidet?

Wenn du die ersten Tage ruhig und aufmerksam angehst, sparst du dir später Stress.

2. Vor der Anreise: Was du geklärt haben solltest

Die ersten 72 Stunden werden deutlich leichter, wenn du nicht völlig chaotisch ankommst.

Vor der Anreise solltest du deine wichtigsten Dinge geklärt haben. Dazu gehören vor allem Unterlagen, Anreise, Schlaf, Kontakt nach Hause und deine Packliste.

Wichtig ist nicht, dass du deine halbe Wohnung mitbringst. Wichtig ist, dass du das dabei hast, was in deinen Unterlagen gefordert wird und was für die ersten Tage wirklich sinnvoll ist.

Prüfe vorher:

  • Ausweis oder Reisepass

  • Einladung oder Einberufungsunterlagen

  • geforderte Nachweise

  • Bankdaten, falls gefordert

  • Steuerdaten, falls gefordert

  • medizinische Unterlagen, wenn relevant

  • Brillenpass oder Allergiepass, wenn vorhanden

  • persönliche Medikamente, wenn ärztlich verordnet

  • Hygieneartikel

  • Handtücher

  • Unterwäsche und Socken

  • private Sportschuhe, wenn sinnvoll

  • Vorhängeschlösser für den Spind

  • Ladekabel

Pack nicht erst am letzten Abend um 23 Uhr.

Wenn du gestresst anreist, schlecht geschlafen hast und morgens noch alles suchst, startest du unnötig schlecht.

3. Ankunft am Standort

Die Ankunft am Standort ist für viele der erste echte Moment.

Du kommst an der Kaserne oder am Treffpunkt an und merkst: Jetzt geht es wirklich los. Vielleicht bist du mit dem Zug gekommen. Vielleicht wurdest du gebracht. Vielleicht bist du selbst gefahren. Egal wie du ankommst, wichtig ist: Sei pünktlich und lies vorher deine Unterlagen.

An der Kaserne läuft nicht alles wie an einem normalen Bürogebäude. Es gibt Sicherheitsbereiche, Wachen, Meldepunkte und klare Abläufe. Du gehst nicht einfach irgendwo hin, sondern folgst den Angaben aus deinen Unterlagen und den Anweisungen vor Ort.

Wenn du unsicher bist, bleib ruhig.

Du bist nicht die einzige Person, die neu ist. Viele andere wissen am Anfang auch nicht genau, wo sie hinmüssen. Wichtig ist, dass du nicht panisch wirst, sondern dich an die ausgeschilderten oder angesagten Wege hältst.

Der erste Eindruck zählt nicht, weil du besonders cool wirken musst.

Er zählt, weil Pünktlichkeit, Aufmerksamkeit und ruhiges Verhalten direkt helfen.

4. Meldekopf: Dein erster offizieller Anlaufpunkt

Der Meldekopf ist einer deiner ersten offiziellen Anlaufpunkte.

Dort meldest du dich an, gibst an, dass du angekommen bist, und wirst organisatorisch erfasst. Je nach Standort kann der Ablauf etwas anders aussehen, aber der Sinn ist gleich: Die Einheit muss wissen, wer angekommen ist und wer wohin gehört.

Am Meldekopf können Unterlagen geprüft, Namen abgeglichen und erste Informationen gegeben werden. Du bekommst möglicherweise Hinweise, wohin du als Nächstes musst, welche Stube dir zugeordnet wird oder bei wem du dich melden sollst.

Wichtig ist:

Hör genau zu.

In den ersten Stunden bekommst du viele Informationen. Nicht alles wird dreimal wiederholt. Wenn du etwas wirklich nicht verstanden hast, frag sachlich nach. Aber vermeide direktes Durcheinanderfragen, während jemand noch erklärt.

Ein guter Grundsatz für den Start:

Erst zuhören. Dann handeln. Dann bei Bedarf nachfragen.

5. Unterlagen, Kontrolle und erste Erfassung

In den ersten Stunden spielen Unterlagen eine große Rolle.

Das wirkt trocken, ist aber wichtig. Ohne saubere Unterlagen funktioniert der Start nicht ordentlich. Deshalb wird geprüft, ob du da bist, ob deine Daten passen und ob geforderte Nachweise vorhanden sind.

Mögliche Themen können sein:

  • Identität

  • Einladung oder Einberufung

  • persönliche Daten

  • Gesundheitsunterlagen

  • Bankverbindung

  • Steuerdaten

  • Nachweise, die gefordert wurden

  • weitere Formulare

Bring deine Unterlagen sortiert mit.

Nicht lose in irgendeiner zerknitterten Tasche. Nicht irgendwo zwischen Snacks und Ladekabel. Eine einfache Mappe reicht. Hauptsache, du findest schnell, was gefragt ist.

Wenn etwas fehlt, ist das nicht automatisch der Weltuntergang. Aber es macht den Start komplizierter. Deshalb ist Vorbereitung hier wirklich sinnvoll.

6. Stube beziehen: Ankommen im Unterkunftsbereich

Nach der ersten Anmeldung und Einordnung beziehst du deine Stube.

Bei der Bundeswehr sagt man Stube, nicht Zimmer. Die Stube ist dein Unterkunftsraum in der Kaserne. Dort schläfst du mit anderen Rekrutinnen und Rekruten und organisierst deine persönlichen Sachen.

Am Anfang wird meistens geklärt, wer auf welche Stube kommt. Wer welches Bett nimmt, wird oft untereinander abgestimmt. Hier gilt: normal sprechen, schnell einigen, kein Theater machen.

Die Stube ist kein privates Schlafzimmer.

Du richtest sie nicht mit Deko, Bildern oder privaten Aufstellern ein. Sie bleibt funktional. Bett, Spind, persönliche Sachen, Ordnung. Mehr ist nicht der Punkt.

Gerade in den ersten Stunden solltest du nicht alles ausbreiten, als würdest du dauerhaft einziehen wie in eine Wohnung. Pack so aus, dass du Ordnung behältst und wichtige Dinge findest.

Dein Spind wird schnell wichtig. Du brauchst Schlösser, Ordnung und Überblick.

7. Erste Einweisungen und Orientierung

In den ersten Tagen bekommst du viele Einweisungen.

Dabei geht es um Grundregeln, Zuständigkeiten, Tagesablauf, Verhalten auf Stube, Meldewege, Sicherheit, Dienstzeiten, Verpflegung, Sanitätsbereich, Stärkemeldung und organisatorische Punkte.

Manches wirkt am Anfang vielleicht selbstverständlich. Trotzdem solltest du zuhören.

Einweisungen sind nicht einfach Hintergrundgeräusch. Dort werden Dinge gesagt, die später wichtig werden können. Wann wird geweckt? Wo wird angetreten? Wer ist zuständig? Was passiert bei Krankheit? Wo wird gegessen? Was ist mit Handy? Wie läuft der erste Morgen?

Wenn du nicht zuhörst, fragst du später Dinge, die bereits erklärt wurden.

Das fällt auf.

Niemand erwartet, dass du dir sofort alles perfekt merkst. Aber man erwartet, dass du aufmerksam bist.

8. Warum am ersten Tag nicht alles passiert

Viele kommen mit falschen Erwartungen an.

Sie denken: Ankommen, Einkleidung, Sport, volle Ausbildung, alles direkt am ersten Tag.

So läuft es normalerweise nicht.

Am ersten Tag steht meist das Ankommen im Vordergrund. Die Einheit muss erstmal alle aufnehmen, Unterlagen prüfen, Stuben verteilen, erste Einweisungen geben und den Start organisieren.

Dazu kommt: Vor der Einkleidung steht häufig die Nachuntersuchung beim Truppenarzt an. Die Bundeswehr will prüfen, ob du aktuell dienstfähig bist. Zwischen Musterung und Dienstantritt kann sich gesundheitlich etwas verändert haben.

Deshalb ist es logisch, dass nicht jeder sofort komplett eingekleidet wird.

Wenn du am ersten Tag noch keine volle Ausrüstung hast, ist das nicht komisch.

Es ist Teil des Ablaufs.

9. Der erste Abend auf Stube

Der erste Abend auf Stube ist für viele ungewohnt.

Du bist mit fremden Menschen in einem Raum. Du weißt noch nicht, wer wie tickt. Jeder sortiert seine Sachen, telefoniert vielleicht kurz nach Hause, sucht Unterlagen, ist müde oder aufgeregt.

Bleib normal.

Du musst nicht der Lauteste sein. Du musst nicht direkt alle beeindrucken. Du musst aber auch nicht komplett abkapseln. Ein normaler, respektvoller Umgang reicht.

Sinnvoll ist:

  • Schlafplatz klären

  • wichtige Sachen griffbereit haben

  • Stube ordentlich halten

  • Wecker beziehungsweise Zeiten beachten

  • nicht bis tief in die Nacht reden

  • nicht laut telefonieren

  • Handy nicht ewig nutzen

  • an den nächsten Morgen denken

Der erste Abend ist nicht für große private Showeinlagen da.

Er ist dafür da, anzukommen, kurz nach Hause zu melden, Sachen zu sortieren und zu schlafen.

10. Tag 2: Stärkemeldung, Abläufe und Nachuntersuchung

Am zweiten Tag beginnt der Ablauf oft strukturierter.

Du lernst den Morgen kennen: Wecken, Körperpflege, Stube, Stärkemeldung, Frühstück, Antreten oder Einweisung. Je nach Einheit kann der genaue Ablauf variieren, aber du bekommst langsam ein Gefühl für den Rhythmus.

Die Stärkemeldung ist wichtig. Dabei wird erfasst, wer anwesend ist, wer fehlt und ob sich jemand neu krank meldet.

Gerade in den ersten Tagen kann auch die Nachuntersuchung beim Truppenarzt anstehen.

Das ist keine Nebensache. Der Truppenarzt prüft, ob du aktuell dienstfähig bist. Wenn seit der Musterung etwas passiert ist, muss das bewertet werden.

Wichtig ist: Gib gesundheitliche Themen ehrlich an.

Nicht verschweigen, nur weil du Angst hast, sonst Probleme zu bekommen. Wenn später in der Ausbildung etwas auffällt, wird es nicht einfacher.

11. Truppenarzt und medizinische Nachuntersuchung

Die Nachuntersuchung beim Truppenarzt ist ein wichtiger Teil der ersten Tage.

Es kann sein, dass nochmals geprüft wird, ob du gesundheitlich für den Start geeignet bist. Dabei können Fragen zu aktuellen Beschwerden, Verletzungen, Medikamenten oder Veränderungen seit der Musterung eine Rolle spielen.

Der Grund ist einfach:

Zwischen Musterung und Dienstantritt kann Zeit vergangen sein. In dieser Zeit kann sich etwas verändert haben. Eine Verletzung, eine neue Behandlung, eine Erkrankung oder ein Thema, das vorher nicht bekannt war.

Wenn der Truppenarzt feststellt, dass etwas nicht passt, kann das Auswirkungen haben. Je nach Lage kann jemand eingeschränkt dienstfähig sein, eine Behandlung brauchen oder im Extremfall nicht wie geplant starten.

Das ist auch der Grund, warum die Einkleidung normalerweise erst nach der medizinischen Klärung kommt.

Erst prüfen. Dann ausrüsten.

12. Warum die Einkleidung meistens erst danach folgt

Die Einkleidung ist aufwendig.

Du bekommst sehr viel dienstlich geliefertes Material: Uniformteile, Ausgehuniform, Stiefel, Sportbekleidung, Sportanzüge, Nässeschutz, Kälteschutz, Helm, Weste, MOBAST-bezogene Ausrüstung und weiteres Material.

Das dauert. Es wird ausgegeben, geprüft, dokumentiert und am Ende auf Vollzähligkeit kontrolliert.

Deshalb macht es Sinn, vorher medizinisch zu klären, ob du überhaupt regulär starten kannst. Wenn jemand vor der Einkleidung medizinisch ausfällt oder entlassen werden muss, spart man sich unnötiges Ausgeben und Rückabwickeln von Material.

Für dich heißt das:

Nicht ungeduldig werden, wenn die Einkleidung nicht sofort passiert.

Sie kommt, wenn der Ablauf dafür vorgesehen ist und medizinisch alles passt.

Bis dahin gilt: zuhören, ankommen, Unterlagen und Stube im Griff behalten.

13. Tag 3: Warten, Einweisung, Vorbereitung und erste Routine

Der dritte Tag kann sehr unterschiedlich aussehen.

Vielleicht steht noch medizinische Klärung an. Vielleicht gibt es weitere Einweisungen. Vielleicht wird die Einkleidung vorbereitet. Vielleicht werden organisatorische Dinge abgeschlossen. Vielleicht beginnt schon erste Ausbildung.

Was viele unterschätzen: In den ersten Tagen gibt es auch Wartezeiten.

Warten ist aber nicht gleich Freizeit. Du bist trotzdem im Dienstumfeld. Du musst erreichbar sein, auf Anweisungen achten und bereit sein, wenn es weitergeht.

Nutze solche Zeiten sinnvoll.

Sortiere Unterlagen. Halte deine Stube ordentlich. Sprich dich mit deiner Stube ab. Merke dir Wege. Lies, was dir gegeben wurde. Frag Kameradinnen und Kameraden, wenn du etwas nicht verstanden hast.

Die erste Routine entsteht nicht dadurch, dass alles perfekt läuft.

Sie entsteht dadurch, dass du aufmerksam bleibst, auch wenn gerade nicht viel passiert.

14. Was du in diesen Tagen nicht falsch verstehen solltest

Die ersten 72 Stunden können sich teilweise langsam anfühlen.

Vielleicht hast du erwartet, dass direkt viel mehr passiert. Vielleicht bist du nervös und willst endlich eingekleidet werden. Vielleicht denkst du, du müsstest schon alles können.

Das ist der falsche Blick.

Die ersten Tage sind dazu da, die Grundlage zu legen. Nicht jeder Moment ist spektakulär. Viele Dinge sind organisatorisch. Trotzdem sind sie wichtig.

Versteh auch nicht falsch, wenn du müde bist, Heimweh hast oder abends wenig Energie hast.

Das bedeutet nicht automatisch, dass du nicht geeignet bist.

Du bist in einer neuen Lage. Und du musst erstmal in dieser Lage funktionieren lernen.

Leben in der Lage.

Nicht alles bewerten. Erst ankommen.

15. Handy, Kontakt nach Hause und Schlaf

Während der Ausbildungszeit bleibt das Handy im Spind.

Nicht in der Hosentasche, nicht im Rucksack, nicht in der Jacke. Im Spind, im Privatfach eingeschlossen.

Nach Dienstschluss kannst du es nutzen, wenn deine Aufgaben erledigt sind und keine anderen Vorgaben gelten. Aber gerade in den ersten 72 Stunden solltest du nicht erwarten, dass du stundenlang telefonieren kannst.

Eine kurze Nachricht reicht oft:

„Bin angekommen. Viel los. Alles gut. Melde mich, wenn ich kann.“

Das beruhigt zuhause und nimmt dir Druck.

Wichtig ist auch Schlaf. Die ersten Tage sind voll mit Eindrücken. Wenn du abends ewig scrollst, schläfst du schlechter und bist am nächsten Tag unnötig müde.

Erst sortieren. Kurz melden. Handy weg. Schlafen.

16. Typische Anfängerfehler in den ersten 72 Stunden

Viele Fehler passieren, weil Menschen nervös sind oder falsche Erwartungen haben.

Typisch sind:

  • zu spät anreisen

  • Unterlagen unsortiert mitbringen

  • am Meldekopf nicht zuhören

  • direkt alles kommentieren oder diskutieren

  • Stube wie ein privates Zimmer behandeln

  • zu viel Gepäck mitbringen

  • keine Schlösser für den Spind dabei haben

  • Handy während der Ausbildungszeit nicht im Spind lassen

  • abends zu lange telefonieren oder scrollen

  • gesundheitliche Themen verschweigen

  • Nachuntersuchung nicht ernst nehmen

  • denken, Einkleidung müsste am ersten Tag passieren

  • bei Wartezeiten abschalten und Anweisungen verpassen

  • auf Stube laut oder rücksichtslos sein

Diese Fehler sind vermeidbar.

Du musst nicht alles wissen. Aber du kannst aufmerksam, pünktlich und ordentlich sein.

Das reicht am Anfang schon sehr weit.

17. Was wirklich hilft

In den ersten 72 Stunden helfen einfache Dinge.

Pünktlichkeit hilft. Sortierte Unterlagen helfen. Weniger Gepäck hilft. Schlösser für den Spind helfen. Ruhiges Zuhören hilft. Schlaf hilft.

Du musst nicht versuchen, besonders hart oder besonders cool zu wirken.

Es geht nicht darum, direkt der Lauteste zu sein. Es geht darum, zuverlässig in den Ablauf zu kommen.

Hilfreich ist:

  • früh genug anreisen

  • Unterlagen griffbereit halten

  • Anweisungen aufnehmen

  • Stube ordentlich halten

  • mit anderen normal umgehen

  • bei Unsicherheit sachlich fragen

  • Handy im Spind lassen

  • abends schlafen

  • gesundheitliche Themen ehrlich ansprechen

  • Geduld bei organisatorischen Abläufen haben

Wenn du diese einfachen Dinge sauber machst, startest du deutlich besser als viele, die nur große Sprüche machen.

18. Fazit

Die ersten 72 Stunden in der Grundausbildung sind kein Filmtrailer.

Sie sind vor allem Ankommen, Einordnung und Organisation.

Du meldest dich am Meldekopf, gibst Unterlagen ab, beziehst deine Stube, bekommst erste Einweisungen, lernst Abläufe kennen und gehst zur Nachuntersuchung beim Truppenarzt. Erst danach folgt die Einkleidung, häufig eher gegen Ende der ersten Woche.

Das ist normal.

Du musst in diesen ersten Tagen nicht alles perfekt können. Aber du solltest aufmerksam sein. Pünktlich sein. Ruhig bleiben. Deine Unterlagen griffbereit haben. Deine Stube ordentlich halten. Dein Handy während der Ausbildungszeit im Spind lassen. Ehrlich beim Truppenarzt sein.

Der Start wird leichter, wenn du nicht gegen jeden Ablauf innerlich kämpfst.

Leben in der Lage.

Ankommen. Zuhören. Nächster Schritt.

Vorbereitung mit der Soldateninitiative

Du willst wissen, ob du für die ersten Tage gut vorbereitet bist?

Mit Mission Grundausbildung: Bist du bereit? gehst du die wichtigsten Punkte vor Dienstantritt durch: Anreise, Meldekopf, Unterlagen, Stube, Spind, Nachuntersuchung, Einkleidung, Handy, Schlaf, Heimweh und typische Anfängerfehler.

Der Check hilft dir, offene Fragen früh zu erkennen.

Häufige Fragen

01

Werde ich am ersten Tag direkt eingekleidet?

02

Wann findet die Nachuntersuchung beim Truppenarzt statt?

03

Warum kommt der Truppenarzt vor der Einkleidung?

04

Was ist der Meldekopf?

05

Was passiert auf der Stube?

06

Darf ich in den ersten Tagen mein Handy nutzen?

07

Muss ich schon in den ersten 72 Stunden sportlich alles leisten?

08

Was mache ich, wenn ich etwas nicht verstanden habe?

09

Ist Heimweh am ersten Abend normal?

10

Was ist der wichtigste Tipp für die ersten 72 Stunden?

Quellen zum Nachlesen

Bundeswehr: Die Grundausbildung

Bundeswehr Grundausbildung und erste Tage

Bundeswehr Grundausbildung und erste Tage

Bundeswehr: Wichtige Informationen zur Grundausbildung

Bundeswehr Grundausbildung und erste Tage

Bundeswehr Grundausbildung und erste Tage

Bundeswehr: Persönliche Ausrüstung in der Grundausbildung

Bundeswehr Grundausbildung und erste Tage

Bundeswehr Grundausbildung und erste Tage

Bundeswehr: Sport und Military Fitness in der Grundausbildung

Bundeswehr Grundausbildung und erste Tage

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Bundeswehr: Sanitätsdienst der Bundeswehr

Sanitätsdienst und Gesundheit

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Bundeswehr: Medizinische Versorgung der Bundeswehr

Sanitätsdienst und Gesundheit

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Bundeswehr: Innere Führung

Dienst, Ordnung und soldatisches Selbstverständnis

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Zentrum Innere Führung der Bundeswehr

Dienst, Ordnung und soldatisches Selbstverständnis

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Gesetze im Internet: Soldatengesetz

Dienst, Ordnung und soldatisches Selbstverständnis

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Bundeswehr: Sozialdienst der Bundeswehr

Betreuung und Unterstützung

Betreuung und Unterstützung

Bundeswehr: Militärseelsorge

Betreuung und Unterstützung

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Der konkrete Ablauf der ersten 72 Stunden kann je nach Standort, Einheit, Meldezeitpunkt, medizinischem Ablauf und Dienstplan abweichen. Maßgeblich sind immer die Vorgaben vor Ort.

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