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Von Soldaten, die selbst dort waren
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Basisausbildung
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Grundausbildung & Kasernenalltag
Gez.



Daniel, Levin & Afsal
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Letzte Aktualisierung: September 2026
Einordnung
Dieser Artikel gehört zum Thema Grundausbildung & Kasernenalltag der Soldateninitiative.
Letzte Aktualisierung: September 2026
Einordnung
Dieser Artikel gehört zum Thema Grundausbildung & Kasernenalltag der Soldateninitiative.
[ Kurz gesagt ]
Die Grundausbildung ist dein Einstieg in den Soldatenberuf. Du lernst die militärischen Grundlagen, bekommst deine Ausrüstung, gewöhnst dich an den Tagesablauf und wirst körperlich, fachlich und mental auf den Dienst vorbereitet.
In Luftwaffe, Marine, Cyber- und Informationsraum sowie im Unterstützungsbereich dauert die Grundausbildung in der Regel drei Monate. Im Heer wird die militärische Grundbefähigung seit der Modernisierung breiter gedacht. Dort läuft sie häufig im Rahmen einer sechsmonatigen Basisausbildung. Die ersten drei Monate entsprechen dabei oft der allgemeinen Grundausbildung. Danach folgt eine stärker verwendungsbezogene Spezialgrundausbildung.
Der genaue Ablauf hängt von Standort, Einheit und Teilstreitkraft ab. Der Kern ist aber überall ähnlich: Einkleidung, Formaldienst, Waffenausbildung, Schießen, Sanitätsausbildung, Sport, Märsche, Biwak, Gelöbnis und Rekrutenbesichtigung.
Dieser Artikel erklärt dir, was dich erwartet. Ohne Panik. Ohne große Worte. Einfach Schritt für Schritt.
[ Kurz gesagt ]
Die Grundausbildung ist dein Einstieg in den Soldatenberuf. Du lernst die militärischen Grundlagen, bekommst deine Ausrüstung, gewöhnst dich an den Tagesablauf und wirst körperlich, fachlich und mental auf den Dienst vorbereitet.
In Luftwaffe, Marine, Cyber- und Informationsraum sowie im Unterstützungsbereich dauert die Grundausbildung in der Regel drei Monate. Im Heer wird die militärische Grundbefähigung seit der Modernisierung breiter gedacht. Dort läuft sie häufig im Rahmen einer sechsmonatigen Basisausbildung. Die ersten drei Monate entsprechen dabei oft der allgemeinen Grundausbildung. Danach folgt eine stärker verwendungsbezogene Spezialgrundausbildung.
Der genaue Ablauf hängt von Standort, Einheit und Teilstreitkraft ab. Der Kern ist aber überall ähnlich: Einkleidung, Formaldienst, Waffenausbildung, Schießen, Sanitätsausbildung, Sport, Märsche, Biwak, Gelöbnis und Rekrutenbesichtigung.
Dieser Artikel erklärt dir, was dich erwartet. Ohne Panik. Ohne große Worte. Einfach Schritt für Schritt.
[ Inhalt ]
01
Was ist die Grundausbildung?
02
Wie lange dauert die Grundausbildung?
03
Grundausbildung oder Basisausbildung: Was ist der Unterschied?
04
Was passiert in den ersten Tagen?
05
Wie läuft die Grundausbildung Woche für Woche ab?
06
Tagesablauf: vom Wecken bis zum Dienstschluss
07
Wochenenden: Wann darfst du nach Hause?
08
Stube und Spind: dein Alltag in der Kaserne
09
Formaldienst, Marschieren und Anrede
10
Waffen- und Schießausbildung
11
Sport, Märsche und körperliche Belastung
12
Biwak und Geländedienst
13
Sanitätsausbildung
14
Gelöbnis und Rekrutenbesichtigung
15
Was du mitnehmen solltest
16
Was die Bundeswehr stellt
17
Was nach der Grundausbildung passiert
18
Wenn du nervös bist oder Heimweh hast
19
Abschnitt für Eltern
20
Fazit
Häufige Fragen
Quellen zum Nachlesen
1. Was ist die Grundausbildung?
Die Grundausbildung ist der erste große Ausbildungsabschnitt bei der Bundeswehr.
Du lernst dort die Grundlagen, die jeder Soldat und jede Soldatin braucht. Dazu gehören militärische Abläufe, körperliche Belastbarkeit, Umgang mit Ausrüstung, Verhalten im Gelände, rechtliche Grundlagen, Waffenausbildung, Sanitätsausbildung und das Leben in der Kaserne.
Viele kennen dafür noch den Begriff AGA. Das steht für Allgemeine Grundausbildung. Umgangssprachlich sagen viele einfach AGA, auch wenn die Bundeswehr je nach Bereich heute genauer zwischen Grundausbildung, Basisausbildung und Spezialgrundausbildung unterscheidet.
Für dich ist wichtig: Die Grundausbildung ist nicht nur Sport und Anschreien. Sie ist vor allem Gewöhnung. Du lernst, wie der Dienst funktioniert, wie du mit Ausrüstung umgehst, wie du im Team arbeitest und wie du auch dann ruhig bleibst, wenn der Tag lang wird.
2. Wie lange dauert die Grundausbildung?
In vielen Bereichen dauert die Grundausbildung drei Monate.
Das gilt grundsätzlich für:
Luftwaffe
Marine
Cyber- und Informationsraum
Unterstützungsbereich
viele Sanitäts- und Organisationsbereiche
Im Heer sieht es anders aus. Dort wird häufig von einer sechsmonatigen Basisausbildung gesprochen. Diese besteht oft aus zwei Teilen: zuerst die allgemeine Grundausbildung, danach eine Spezialgrundausbildung mit stärkerem Bezug zur späteren Verwendung.
Eine einfache Einordnung:
Bereich
Typischer Rahmen
Luftwaffe
meistens drei Monate Grundausbildung, danach weiterführende Ausbildung
Marine
meistens drei Monate Grundausbildung, danach marinebezogene Ausbildung
Cyber- und Informationsraum
meistens drei Monate Grundausbildung, danach fachliche Ausbildung
Unterstützungsbereich
meistens drei Monate Grundausbildung, danach verwendungsbezogene Ausbildung
Heer
häufig sechsmonatige Basisausbildung mit Grundausbildung und Spezialgrundausbildung
Wichtig: Der genaue Ablauf kann sich je nach Einheit und Standort unterscheiden. Verlass dich für deinen konkreten Termin immer auf deine Einberufungsunterlagen und die Informationen deiner Einheit.
3. Grundausbildung oder Basisausbildung: Was ist der Unterschied?
Die Begriffe klingen ähnlich, meinen aber nicht immer dasselbe.
Die Grundausbildung ist der grundlegende Einstieg. Du lernst die soldatischen Basics.
Die Basisausbildung im Heer ist breiter. Sie umfasst häufig die ersten sechs Monate und verbindet allgemeine Grundausbildung mit weiterführender Spezialgrundausbildung. Dadurch sollen Rekruten schneller und besser auf ihren späteren Auftrag vorbereitet werden.
Praktisch heißt das:
In vielen Bereichen bist du nach drei Monaten mit der Grundausbildung fertig und gehst danach in eine weiterführende Ausbildung oder zu deiner Einheit.
Im Heer kann die Ausbildung nach drei Monaten direkt weitergehen. Dann bist du zwar mit dem ersten Abschnitt durch, aber noch mitten in der Basisausbildung.
4. Was passiert in den ersten Tagen?
Die ersten Tage fühlen sich für viele wie ein Sprung ins kalte Wasser an. Das liegt nicht daran, dass alles extrem schwer ist. Es ist einfach viel auf einmal.
Typisch sind diese Stationen:
Anreise in der Kaserne
Anmeldung und Aufnahme
Kontrolle deiner Unterlagen
Zuweisung von Stube und Spind
Einkleidung
ärztliche Eingangsuntersuchung oder weitere medizinische Checks
erste Belehrungen
Einweisung in Regeln, Tagesablauf und Verhalten
Kennenlernen der Gruppe
erste Unterrichte
erste Sporteinheiten
erste Einweisungen in Ausrüstung und Dienstbetrieb
In den ersten Tagen lernst du vor allem Struktur. Wann wird geweckt? Wann ist Antreten? Wie meldest du dich? Wie ist der Spind einzuräumen? Wo ist der Speisesaal? Wo ist der Sanitätsbereich? Wer ist dein Gruppenführer?
Das wirkt am Anfang viel. Nach ein paar Tagen wird es normaler.
5. Wie läuft die Grundausbildung Woche für Woche ab?
Es gibt keinen Ablauf, der an jedem Standort exakt gleich ist. Trotzdem gibt es ein typisches Muster.
Woche 1: Ankommen und Einfinden
In der ersten Woche geht es um Aufnahme, Einkleidung und Grundregeln.
Du bekommst deine Ausrüstung, lernst deine Stube kennen und bekommst erklärt, wie der Dienstalltag funktioniert. Dazu kommen erste Unterrichte zu Rechten und Pflichten, Innerer Führung und Verhalten als Soldat.
Auch erste Sporteinheiten können schon stattfinden. Häufig wird geschaut, wo du körperlich stehst.
Woche 2 bis 4: Grundlagen lernen
Jetzt wird es praktischer.
Du lernst Formaldienst, Marschieren, Antreten, Melden und den Umgang mit deiner Ausrüstung. Dazu kommen erste Inhalte zur Waffen- und Geräteausbildung. Du lernst, wie du dich mit dem Gewehr verhältst, wie Sicherheit funktioniert und wie du mit Material sorgfältig umgehst.
Auch Sanitätsausbildung, Orientierung im Gelände und erste Märsche können in diese Phase fallen.
Woche 5 bis 8: Vertiefung und Belastung
In dieser Phase wird vieles anspruchsvoller.
Die Schießausbildung wird wichtiger. Du übst den sicheren Umgang mit der Waffe und bereitest dich auf das Schießen vor. Dazu kommen Gefechtsdienst, Wachausbildung, Sport, Märsche und Leben im Felde.
Für viele ist das die Phase, in der die Grundausbildung körperlich und mental spürbarer wird.
Woche 9 bis 12: Abschluss und Prüfung
Zum Ende der dreimonatigen Grundausbildung werden Inhalte wiederholt und zusammengeführt.
Biwak, Abschlussübung, Rekrutenbesichtigung und Gelöbnis können in diese Zeit fallen. Je nach Einheit kann die Reihenfolge anders sein.
Die Rekrutenbesichtigung prüft, ob du die wichtigsten Inhalte verstanden hast und anwenden kannst. Das Gelöbnis ist der feierliche Teil. Es markiert für viele den Moment, an dem wirklich klar wird: Ich bin jetzt Soldat oder Soldatin.
Monat 4 bis 6 im Heer
Im Heer kann nach den ersten drei Monaten die Spezialgrundausbildung folgen. Dann geht es stärker in Richtung deiner späteren Verwendung.
Je nach Truppengattung können Themen wie Gefechtsdienst, weitere Waffen, Gruppenverhalten, Orientierung, Leben im Felde und truppengattungsspezifische Grundlagen stärker werden.
6. Tagesablauf: vom Wecken bis zum Dienstschluss
Der Tagesablauf hängt vom Standort und vom Dienstplan ab. Trotzdem gibt es typische Muster.
Ein Tag kann ungefähr so aussehen:
Zeit
Was häufig passiert
früher Morgen
Wecken, Körperpflege, Anziehen, Stube vorbereiten
danach
Antreten, Meldung, Stubenkontrolle oder Einweisung
Morgen
Frühstück und Ausbildungsbeginn
Vormittag
Unterricht, Formaldienst, Sport oder praktische Ausbildung
Mittag
Essen und kurze Pause
Nachmittag
weitere Ausbildung, Schießausbildung, Sanität, Gelände oder Sport
später Nachmittag
Dienstschluss oder Nachbereitung
Abend
Ausrüstung pflegen, Stube ordnen, private Zeit, Schlaf vorbereiten
An manchen Standorten beginnt der Tag sehr früh. Es gibt offizielle Beispiele mit Wecken um 05:00 Uhr und Ausbildungsbeginn gegen 07:00 Uhr. Andere Standortseiten nennen Dienstzeiten ungefähr von 07:00 bis 16:30 Uhr.
Wichtig ist die Einordnung: Gerade am Anfang kann der Tag länger sein. Du brauchst Zeit für Ausrüstung, Stube, Wäsche, Vorbereitung und Nachbereitung. Dienstschluss heißt nicht automatisch, dass alles erledigt ist.
7. Wochenenden: Wann darfst du nach Hause?
Viele fragen vor dem Dienstantritt zuerst: Darf ich am Wochenende nach Hause?
Die ehrliche Antwort: meistens ja, aber nicht immer sofort und nicht an jedem Standort gleich.
Manche Einheiten haben am ersten Wochenende noch Dienst. Andere lassen Heimfahrten früher zu. In vielen Fällen sind Wochenenden später in der Grundausbildung dienstfrei, solange keine Ausbildung, Übung oder besondere Lage geplant ist.
Urlaub während der Grundausbildung ist meistens nicht vorgesehen. In wichtigen Fällen kann es Ausnahmen geben. Das klärst du über deine Vorgesetzten.
Plane also nicht fest damit, jedes Wochenende zuhause zu sein. Sag deiner Familie vorher, dass es am Anfang unklar sein kann. Das nimmt Druck raus.
8. Stube und Spind: dein Alltag in der Kaserne
Die Stube ist dein Zimmer in der Kaserne. Dort schläfst du mit anderen Rekruten zusammen. Je nach Standort können es zwei, vier oder mehr Personen sein.
Männer und Frauen werden getrennt untergebracht. Du bekommst einen eigenen Bereich und in der Regel einen Spind für deine Ausrüstung und persönlichen Sachen.
Der Spind ist am Anfang ein Thema für sich.
Warum? Weil Ordnung bei der Bundeswehr nicht nur gut aussehen soll. Sie soll dafür sorgen, dass du deine Ausrüstung schnell findest. Wenn du im Gelände eine bestimmte Sache brauchst, willst du nicht lange suchen.
In der Grundausbildung lernst du deshalb:
wo Ausrüstung liegt
wie Kleidung gefaltet wird
wie der Spind aufgebaut wird
was sauber sein muss
was griffbereit sein soll
wie du deine Stube ordentlich hältst
Das wirkt am Anfang streng. Nach einer Weile verstehst du den Sinn dahinter.
9. Formaldienst, Marschieren und Anrede
Formaldienst ist für viele am Anfang ungewohnt.
Du lernst, wie du antrittst, marschierst, dich meldest und mit Vorgesetzten sprichst. Dazu gehören auch Kommandos, Bewegungen und das Auftreten in der Gruppe.
Das hat zwei Zwecke.
Erstens: Alle lernen dieselben Abläufe. Das schafft Ordnung und Sicherheit.
Zweitens: Du gewöhnst dich daran, im Team zu handeln. Einer gibt ein Kommando. Viele reagieren gemeinsam.
Auch die Anrede gehört dazu. Dienstgrade werden erklärt. Du lernst, wie du Vorgesetzte ansprichst und wie du dich richtig meldest.
Am Anfang klingt das alles fremd. Nach ein paar Wochen ist vieles Routine.
10. Waffen- und Schießausbildung
Die Waffen- und Schießausbildung ist ein zentraler Teil der Grundausbildung.
Du bekommst dabei nicht einfach eine Waffe in die Hand und schießt los. Zuerst geht es um Sicherheit.
Typische Schritte sind:
Sicherheitsregeln
Aufbau und Funktion der Waffe
richtiges Tragen
Zerlegen und Zusammensetzen
Reinigen und Pflege
Lade- und Entladeübungen
Trockenübungen
Schießhaltungen
Verhalten auf dem Schießstand
später scharfer Schuss
Häufig steht das Gewehr G36 im Mittelpunkt. Je nach Bereich können auch andere Waffen oder Geräte dazukommen.
Wichtig ist: Sicherheit steht immer vorn. Wer unaufmerksam ist, wird korrigiert. Das ist kein persönlicher Angriff, sondern notwendig.
11. Sport, Märsche und körperliche Belastung
Sport gehört zur Grundausbildung dazu.
Du musst kein Leistungssportler sein. Aber du solltest vorbereitet sein. Lange Tage, Ausrüstung, Märsche und wenig Schlaf können anstrengend werden.
Typische körperliche Belastungen sind:
Krafttraining
Hindernisbahn, je nach Standort
Märsche
Tragen von Ausrüstung
Geländeausbildung
Biwak
Basis-Fitness-Test oder ähnliche Leistungsüberprüfungen
Der Basis-Fitness-Test besteht klassisch aus 11 x 10 Meter Sprinttest, Klimmhang und 1.000 Meter Lauf. In manchen Auswahl- oder Assessment-Kontexten kann statt des Laufs ein Fahrradergometer genutzt werden. Für die Grundausbildung ist wichtig: Es geht nicht nur um einen einzelnen Test, sondern um regelmäßige Belastung.
Bereite dich vorher einfach, aber konsequent vor:
2 bis 3 Laufeinheiten pro Woche
2 Krafteinheiten pro Woche
Rumpfstabilität
Mobilität für Rücken, Hüfte und Schultern
frühes Aufstehen üben
Schlafrhythmus stabilisieren
Fang nicht erst eine Woche vorher an.
12. Biwak und Geländedienst
Biwak bedeutet: Du verbringst Zeit draußen im Feld. Du schläfst nicht in der Stube, sondern unter einfachen Bedingungen im Gelände.
Dabei lernst du, wie du mit Ausrüstung draußen zurechtkommst. Je nach Ausbildung können dazu gehören:
Schlafplatz vorbereiten
Tarnung und Verhalten im Gelände
Orientierung
Marschieren
Essen im Feld
Hygiene unter einfachen Bedingungen
Verhalten bei Kälte, Regen oder Müdigkeit
Arbeiten in der Gruppe
Für viele ist das Biwak eine der einprägsamsten Erfahrungen der Grundausbildung. Nicht, weil alles perfekt läuft. Sondern weil man merkt, dass man mehr aushält, als man vorher dachte.
Wichtig: Biwak ist Ausbildung. Du wirst nicht allein gelassen. Du bekommst vorher erklärt, was zu tun ist.
13. Sanitätsausbildung
In der Sanitätsausbildung lernst du, im Notfall richtig zu handeln.
Dabei geht es um Grundlagen der Ersten Hilfe im militärischen Umfeld. Je nach Ausbildung können Themen vorkommen wie:
Wundversorgung
Blutstillung
stabile Seitenlage
Wiederbelebung
Eigenschutz
Versorgung unter Belastung
Melden eines Notfalls
Transport oder Unterstützung verletzter Personen
Diese Ausbildung ist wichtig, weil Soldaten in Situationen kommen können, in denen schnelle Hilfe zählt. Auch hier geht es nicht darum, dass du sofort Profi bist. Du lernst die Grundlagen und übst sie praktisch.
14. Gelöbnis und Rekrutenbesichtigung
Das Feierliche Gelöbnis ist ein besonderer Moment in der Grundausbildung.
Dabei gelobst du, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen. Für viele Familien ist das der erste große öffentliche Termin während der Bundeswehrzeit.
Je nach Standort kann das Gelöbnis in der Kaserne oder öffentlich stattfinden. Angehörige können oft dabei sein, wenn es der Rahmen zulässt.
Die Rekrutenbesichtigung ist etwas anderes.
Sie ist der praktische Abschluss der Grundausbildung. Dort wird überprüft, ob du wichtige Inhalte anwenden kannst. Das kann körperliche Leistung, Wissen, Verhalten im Gelände, Waffenhandhabung, Formaldienst oder andere Ausbildungsinhalte betreffen.
Kurz gesagt:
Das Gelöbnis ist der feierliche Teil. Die Rekrutenbesichtigung ist der praktische Nachweis.
15. Was du mitnehmen solltest
Die wichtigste Regel: Schau zuerst in deine Einberufungsunterlagen und in die Packliste deines Standortes.
Trotzdem gibt es Dinge, die fast immer sinnvoll sind:
Unterlagen
Personalausweis oder Reisepass
Einberufungsbescheid oder Aufforderung zum Dienstantritt
Krankenkassenkarte, wenn gefordert
Impfpass, wenn gefordert
medizinische Unterlagen, wenn relevant
Bankkarte oder etwas Bargeld
Führerschein, wenn vorhanden und gefordert
wichtige Zugangsdaten oder Unterlagen, die in deiner Einladung genannt werden
Kleidung und Alltag
Unterwäsche
Socken
zivile Kleidung für die Freizeit
Schlafsachen
Handtücher
Badelatschen
Waschbeutel
Duschgel, Shampoo, Zahnbürste, Zahnpasta
Rasierer oder Pflegeartikel
Wäschebeutel
Ladekabel
Powerbank, wenn erlaubt
Praktisch, aber nicht übertreiben
kleines Vorhängeschloss, wenn empfohlen
Kleiderbügel, wenn empfohlen
Schreibzeug
Notizblock
Pflaster für kleine Druckstellen
Blasenpflaster
einfache Sportkleidung, falls gefordert
Kauf vor Dienstantritt keine teure private taktische Ausrüstung. In der Ausbildung sollst du mit der dienstlich gelieferten Ausrüstung arbeiten. Private Westen, Handschuhe oder Spezialausrüstung können je nach Standort nicht erlaubt sein.
16. Was die Bundeswehr stellt
Die Bundeswehr stellt dir deine dienstliche Ausrüstung.
Dazu können gehören:
Kampfstiefel
Nässeschutz
Kälteschutz
Unterwäsche für den Dienst
Sportbekleidung
Helm
Rucksack oder Tragesystem
Schlafsack
Essgeschirr
Feldessbesteck
weiteres Material je nach Ausbildung
Du lernst auch, wie du diese Ausrüstung benutzt, pflegst und verstaust.
Gerade bei den Kampfstiefeln gilt: Gib deinen Füßen Zeit. Neue Stiefel und lange Tage können Blasen verursachen. Gute Socken, saubere Füße und frühes Melden von Druckstellen helfen mehr als Heldentum.
17. Was nach der Grundausbildung passiert
Nach der Grundausbildung geht es weiter. Nur eben nicht für alle gleich.
Mögliche nächste Schritte sind:
Spezialgrundausbildung
Dienstpostenausbildung
Versetzung zur Einheit
weiterführende Lehrgänge
Ausbildung in deiner Teilstreitkraft
Heimatschutz, wenn du im Freiwilligen Wehrdienst oder neuen Wehrdienst entsprechend eingesetzt wirst
In Luftwaffe, Marine, Cyber- und Informationsraum und Unterstützungsbereich folgt nach den drei Monaten meistens eine fachlichere Ausbildung. Im Heer kann die Spezialgrundausbildung Teil der sechsmonatigen Basisausbildung sein.
Wenn du Freiwilligen Wehrdienst leistest, kann nach der Grundausbildung der Einsatz im Heimatschutz oder eine weitere Verwendung folgen. Wenn du Soldat auf Zeit bist, hängt der nächste Schritt stärker von Laufbahn und Verwendung ab.
Frag am besten schon während der Grundausbildung nach, was bei dir danach kommt. Dann kannst du dich innerlich darauf einstellen.
18. Wenn du nervös bist oder Heimweh hast
Viele sind vor der Grundausbildung nervös. Das ist normal.
Du verlässt deinen Alltag, schläfst in einer Stube mit anderen Menschen, bekommst neue Regeln und hast wenig Kontrolle über den Tagesplan. Das ist für fast jeden eine Umstellung.
Was hilft:
vorher Schlafrhythmus anpassen
Grundfitness aufbauen
nicht zu viel kaufen
Unterlagen früh sortieren
Familie und Freunde auf weniger Kontakt vorbereiten
Fragen aufschreiben
ehrlich mit Unsicherheit umgehen
Wenn es dir während der Grundausbildung schlecht geht, sprich früh mit jemandem. Erste Ansprechpartner sind in der Regel Gruppenführer, Zugführer oder Ausbildungspersonal. Zusätzlich gibt es Militärseelsorge und Sozialdienst.
Du musst nicht alles allein lösen.
19. Abschnitt für Eltern
Wenn Ihr Kind zur Bundeswehr-Grundausbildung geht, kommen viele Fragen auf.
Das ist verständlich. Der Alltag in der Grundausbildung unterscheidet sich stark vom Alltag zuhause. Die Tage können lang sein. Ihr Kind hat nicht immer Zeit, ausführlich zu schreiben oder zu telefonieren. Gerade in den ersten Tagen ist vieles neu.
Wichtig ist: Weniger Kontakt bedeutet nicht automatisch, dass etwas nicht stimmt.
In der ersten Zeit stehen Aufnahme, Einkleidung, Unterrichte, Stube, Ausrüstung, Sport und erste militärische Abläufe im Vordergrund. Ihr Kind muss sich in einer neuen Umgebung zurechtfinden. Das kostet Kraft.
Sie können helfen, indem Sie vor dem Dienstantritt bei praktischen Dingen unterstützen:
Unterlagen sortieren
Packliste prüfen
medizinische Unterlagen bereitlegen
realistische Erwartungen besprechen
nicht jeden Tag sofort eine lange Rückmeldung erwarten
Wenn Ihr Kind am Wochenende erschöpft wirkt, ist das nicht ungewöhnlich. Viele brauchen erst einmal Schlaf und Ruhe.
Wenn Ihr Kind aber über längere Zeit stark belastet wirkt oder von ernsten Problemen berichtet, nehmen Sie das ernst. Fragen Sie ruhig nach, was konkret passiert ist. Ermutigen Sie Ihr Kind, mit Gruppenführer, Zugführer, Ausbildungspersonal, Sozialdienst oder Militärseelsorge zu sprechen.
20. Fazit
Die Grundausbildung ist der erste große Schritt in deinen neuen Alltag bei der Bundeswehr.
Du lernst viel auf einmal. Du wirst müde sein. Du wirst Fehler machen. Du wirst Dinge tun, die du vorher noch nie gemacht hast. Das gehört dazu.
Wichtig ist: Du musst nicht perfekt starten. Du solltest vorbereitet starten.
Sortiere deine Unterlagen. Pack vernünftig. Fang früh mit Sport an. Stell dich auf frühe Tage ein. Sprich mit deiner Familie über weniger Kontakt in den ersten Wochen. Und geh mit der Einstellung rein, dass du lernen willst.
Der genaue Ablauf hängt von deiner Einheit ab. Der Kern bleibt aber gleich: Du lernst, was du als Soldat oder Soldatin für den Anfang brauchst.
Vorbereitung mit der Soldateninitiative
Wir gehen mit dir die wichtigsten Punkte vor deinem Dienstantritt durch.
Was musst du mitnehmen? Was erwartet dich in der ersten Woche? Wie läuft der Tagesablauf? Was passiert mit Stube und Spind? Wie bereitest du dich körperlich und mental vor?
Mach den Vorbereitungs-Check und sieh in wenigen Minuten, wo du stehst.
Mission Grundausbildung: Bist du bereit?
1. Was ist die Grundausbildung?
Die Grundausbildung ist der erste große Ausbildungsabschnitt bei der Bundeswehr.
Du lernst dort die Grundlagen, die jeder Soldat und jede Soldatin braucht. Dazu gehören militärische Abläufe, körperliche Belastbarkeit, Umgang mit Ausrüstung, Verhalten im Gelände, rechtliche Grundlagen, Waffenausbildung, Sanitätsausbildung und das Leben in der Kaserne.
Viele kennen dafür noch den Begriff AGA. Das steht für Allgemeine Grundausbildung. Umgangssprachlich sagen viele einfach AGA, auch wenn die Bundeswehr je nach Bereich heute genauer zwischen Grundausbildung, Basisausbildung und Spezialgrundausbildung unterscheidet.
Für dich ist wichtig: Die Grundausbildung ist nicht nur Sport und Anschreien. Sie ist vor allem Gewöhnung. Du lernst, wie der Dienst funktioniert, wie du mit Ausrüstung umgehst, wie du im Team arbeitest und wie du auch dann ruhig bleibst, wenn der Tag lang wird.
2. Wie lange dauert die Grundausbildung?
In vielen Bereichen dauert die Grundausbildung drei Monate.
Das gilt grundsätzlich für:
Luftwaffe
Marine
Cyber- und Informationsraum
Unterstützungsbereich
viele Sanitäts- und Organisationsbereiche
Im Heer sieht es anders aus. Dort wird häufig von einer sechsmonatigen Basisausbildung gesprochen. Diese besteht oft aus zwei Teilen: zuerst die allgemeine Grundausbildung, danach eine Spezialgrundausbildung mit stärkerem Bezug zur späteren Verwendung.
Eine einfache Einordnung:
Bereich
Typischer Rahmen
Luftwaffe
meistens drei Monate Grundausbildung, danach weiterführende Ausbildung
Marine
meistens drei Monate Grundausbildung, danach marinebezogene Ausbildung
Cyber- und Informationsraum
meistens drei Monate Grundausbildung, danach fachliche Ausbildung
Unterstützungsbereich
meistens drei Monate Grundausbildung, danach verwendungsbezogene Ausbildung
Heer
häufig sechsmonatige Basisausbildung mit Grundausbildung und Spezialgrundausbildung
Wichtig: Der genaue Ablauf kann sich je nach Einheit und Standort unterscheiden. Verlass dich für deinen konkreten Termin immer auf deine Einberufungsunterlagen und die Informationen deiner Einheit.
3. Grundausbildung oder Basisausbildung: Was ist der Unterschied?
Die Begriffe klingen ähnlich, meinen aber nicht immer dasselbe.
Die Grundausbildung ist der grundlegende Einstieg. Du lernst die soldatischen Basics.
Die Basisausbildung im Heer ist breiter. Sie umfasst häufig die ersten sechs Monate und verbindet allgemeine Grundausbildung mit weiterführender Spezialgrundausbildung. Dadurch sollen Rekruten schneller und besser auf ihren späteren Auftrag vorbereitet werden.
Praktisch heißt das:
In vielen Bereichen bist du nach drei Monaten mit der Grundausbildung fertig und gehst danach in eine weiterführende Ausbildung oder zu deiner Einheit.
Im Heer kann die Ausbildung nach drei Monaten direkt weitergehen. Dann bist du zwar mit dem ersten Abschnitt durch, aber noch mitten in der Basisausbildung.
4. Was passiert in den ersten Tagen?
Die ersten Tage fühlen sich für viele wie ein Sprung ins kalte Wasser an. Das liegt nicht daran, dass alles extrem schwer ist. Es ist einfach viel auf einmal.
Typisch sind diese Stationen:
Anreise in der Kaserne
Anmeldung und Aufnahme
Kontrolle deiner Unterlagen
Zuweisung von Stube und Spind
Einkleidung
ärztliche Eingangsuntersuchung oder weitere medizinische Checks
erste Belehrungen
Einweisung in Regeln, Tagesablauf und Verhalten
Kennenlernen der Gruppe
erste Unterrichte
erste Sporteinheiten
erste Einweisungen in Ausrüstung und Dienstbetrieb
In den ersten Tagen lernst du vor allem Struktur. Wann wird geweckt? Wann ist Antreten? Wie meldest du dich? Wie ist der Spind einzuräumen? Wo ist der Speisesaal? Wo ist der Sanitätsbereich? Wer ist dein Gruppenführer?
Das wirkt am Anfang viel. Nach ein paar Tagen wird es normaler.
5. Wie läuft die Grundausbildung Woche für Woche ab?
Es gibt keinen Ablauf, der an jedem Standort exakt gleich ist. Trotzdem gibt es ein typisches Muster.
Woche 1: Ankommen und Einfinden
In der ersten Woche geht es um Aufnahme, Einkleidung und Grundregeln.
Du bekommst deine Ausrüstung, lernst deine Stube kennen und bekommst erklärt, wie der Dienstalltag funktioniert. Dazu kommen erste Unterrichte zu Rechten und Pflichten, Innerer Führung und Verhalten als Soldat.
Auch erste Sporteinheiten können schon stattfinden. Häufig wird geschaut, wo du körperlich stehst.
Woche 2 bis 4: Grundlagen lernen
Jetzt wird es praktischer.
Du lernst Formaldienst, Marschieren, Antreten, Melden und den Umgang mit deiner Ausrüstung. Dazu kommen erste Inhalte zur Waffen- und Geräteausbildung. Du lernst, wie du dich mit dem Gewehr verhältst, wie Sicherheit funktioniert und wie du mit Material sorgfältig umgehst.
Auch Sanitätsausbildung, Orientierung im Gelände und erste Märsche können in diese Phase fallen.
Woche 5 bis 8: Vertiefung und Belastung
In dieser Phase wird vieles anspruchsvoller.
Die Schießausbildung wird wichtiger. Du übst den sicheren Umgang mit der Waffe und bereitest dich auf das Schießen vor. Dazu kommen Gefechtsdienst, Wachausbildung, Sport, Märsche und Leben im Felde.
Für viele ist das die Phase, in der die Grundausbildung körperlich und mental spürbarer wird.
Woche 9 bis 12: Abschluss und Prüfung
Zum Ende der dreimonatigen Grundausbildung werden Inhalte wiederholt und zusammengeführt.
Biwak, Abschlussübung, Rekrutenbesichtigung und Gelöbnis können in diese Zeit fallen. Je nach Einheit kann die Reihenfolge anders sein.
Die Rekrutenbesichtigung prüft, ob du die wichtigsten Inhalte verstanden hast und anwenden kannst. Das Gelöbnis ist der feierliche Teil. Es markiert für viele den Moment, an dem wirklich klar wird: Ich bin jetzt Soldat oder Soldatin.
Monat 4 bis 6 im Heer
Im Heer kann nach den ersten drei Monaten die Spezialgrundausbildung folgen. Dann geht es stärker in Richtung deiner späteren Verwendung.
Je nach Truppengattung können Themen wie Gefechtsdienst, weitere Waffen, Gruppenverhalten, Orientierung, Leben im Felde und truppengattungsspezifische Grundlagen stärker werden.
6. Tagesablauf: vom Wecken bis zum Dienstschluss
Der Tagesablauf hängt vom Standort und vom Dienstplan ab. Trotzdem gibt es typische Muster.
Ein Tag kann ungefähr so aussehen:
Zeit
Was häufig passiert
früher Morgen
Wecken, Körperpflege, Anziehen, Stube vorbereiten
danach
Antreten, Meldung, Stubenkontrolle oder Einweisung
Morgen
Frühstück und Ausbildungsbeginn
Vormittag
Unterricht, Formaldienst, Sport oder praktische Ausbildung
Mittag
Essen und kurze Pause
Nachmittag
weitere Ausbildung, Schießausbildung, Sanität, Gelände oder Sport
später Nachmittag
Dienstschluss oder Nachbereitung
Abend
Ausrüstung pflegen, Stube ordnen, private Zeit, Schlaf vorbereiten
An manchen Standorten beginnt der Tag sehr früh. Es gibt offizielle Beispiele mit Wecken um 05:00 Uhr und Ausbildungsbeginn gegen 07:00 Uhr. Andere Standortseiten nennen Dienstzeiten ungefähr von 07:00 bis 16:30 Uhr.
Wichtig ist die Einordnung: Gerade am Anfang kann der Tag länger sein. Du brauchst Zeit für Ausrüstung, Stube, Wäsche, Vorbereitung und Nachbereitung. Dienstschluss heißt nicht automatisch, dass alles erledigt ist.
7. Wochenenden: Wann darfst du nach Hause?
Viele fragen vor dem Dienstantritt zuerst: Darf ich am Wochenende nach Hause?
Die ehrliche Antwort: meistens ja, aber nicht immer sofort und nicht an jedem Standort gleich.
Manche Einheiten haben am ersten Wochenende noch Dienst. Andere lassen Heimfahrten früher zu. In vielen Fällen sind Wochenenden später in der Grundausbildung dienstfrei, solange keine Ausbildung, Übung oder besondere Lage geplant ist.
Urlaub während der Grundausbildung ist meistens nicht vorgesehen. In wichtigen Fällen kann es Ausnahmen geben. Das klärst du über deine Vorgesetzten.
Plane also nicht fest damit, jedes Wochenende zuhause zu sein. Sag deiner Familie vorher, dass es am Anfang unklar sein kann. Das nimmt Druck raus.
8. Stube und Spind: dein Alltag in der Kaserne
Die Stube ist dein Zimmer in der Kaserne. Dort schläfst du mit anderen Rekruten zusammen. Je nach Standort können es zwei, vier oder mehr Personen sein.
Männer und Frauen werden getrennt untergebracht. Du bekommst einen eigenen Bereich und in der Regel einen Spind für deine Ausrüstung und persönlichen Sachen.
Der Spind ist am Anfang ein Thema für sich.
Warum? Weil Ordnung bei der Bundeswehr nicht nur gut aussehen soll. Sie soll dafür sorgen, dass du deine Ausrüstung schnell findest. Wenn du im Gelände eine bestimmte Sache brauchst, willst du nicht lange suchen.
In der Grundausbildung lernst du deshalb:
wo Ausrüstung liegt
wie Kleidung gefaltet wird
wie der Spind aufgebaut wird
was sauber sein muss
was griffbereit sein soll
wie du deine Stube ordentlich hältst
Das wirkt am Anfang streng. Nach einer Weile verstehst du den Sinn dahinter.
9. Formaldienst, Marschieren und Anrede
Formaldienst ist für viele am Anfang ungewohnt.
Du lernst, wie du antrittst, marschierst, dich meldest und mit Vorgesetzten sprichst. Dazu gehören auch Kommandos, Bewegungen und das Auftreten in der Gruppe.
Das hat zwei Zwecke.
Erstens: Alle lernen dieselben Abläufe. Das schafft Ordnung und Sicherheit.
Zweitens: Du gewöhnst dich daran, im Team zu handeln. Einer gibt ein Kommando. Viele reagieren gemeinsam.
Auch die Anrede gehört dazu. Dienstgrade werden erklärt. Du lernst, wie du Vorgesetzte ansprichst und wie du dich richtig meldest.
Am Anfang klingt das alles fremd. Nach ein paar Wochen ist vieles Routine.
10. Waffen- und Schießausbildung
Die Waffen- und Schießausbildung ist ein zentraler Teil der Grundausbildung.
Du bekommst dabei nicht einfach eine Waffe in die Hand und schießt los. Zuerst geht es um Sicherheit.
Typische Schritte sind:
Sicherheitsregeln
Aufbau und Funktion der Waffe
richtiges Tragen
Zerlegen und Zusammensetzen
Reinigen und Pflege
Lade- und Entladeübungen
Trockenübungen
Schießhaltungen
Verhalten auf dem Schießstand
später scharfer Schuss
Häufig steht das Gewehr G36 im Mittelpunkt. Je nach Bereich können auch andere Waffen oder Geräte dazukommen.
Wichtig ist: Sicherheit steht immer vorn. Wer unaufmerksam ist, wird korrigiert. Das ist kein persönlicher Angriff, sondern notwendig.
11. Sport, Märsche und körperliche Belastung
Sport gehört zur Grundausbildung dazu.
Du musst kein Leistungssportler sein. Aber du solltest vorbereitet sein. Lange Tage, Ausrüstung, Märsche und wenig Schlaf können anstrengend werden.
Typische körperliche Belastungen sind:
Krafttraining
Hindernisbahn, je nach Standort
Märsche
Tragen von Ausrüstung
Geländeausbildung
Biwak
Basis-Fitness-Test oder ähnliche Leistungsüberprüfungen
Der Basis-Fitness-Test besteht klassisch aus 11 x 10 Meter Sprinttest, Klimmhang und 1.000 Meter Lauf. In manchen Auswahl- oder Assessment-Kontexten kann statt des Laufs ein Fahrradergometer genutzt werden. Für die Grundausbildung ist wichtig: Es geht nicht nur um einen einzelnen Test, sondern um regelmäßige Belastung.
Bereite dich vorher einfach, aber konsequent vor:
2 bis 3 Laufeinheiten pro Woche
2 Krafteinheiten pro Woche
Rumpfstabilität
Mobilität für Rücken, Hüfte und Schultern
frühes Aufstehen üben
Schlafrhythmus stabilisieren
Fang nicht erst eine Woche vorher an.
12. Biwak und Geländedienst
Biwak bedeutet: Du verbringst Zeit draußen im Feld. Du schläfst nicht in der Stube, sondern unter einfachen Bedingungen im Gelände.
Dabei lernst du, wie du mit Ausrüstung draußen zurechtkommst. Je nach Ausbildung können dazu gehören:
Schlafplatz vorbereiten
Tarnung und Verhalten im Gelände
Orientierung
Marschieren
Essen im Feld
Hygiene unter einfachen Bedingungen
Verhalten bei Kälte, Regen oder Müdigkeit
Arbeiten in der Gruppe
Für viele ist das Biwak eine der einprägsamsten Erfahrungen der Grundausbildung. Nicht, weil alles perfekt läuft. Sondern weil man merkt, dass man mehr aushält, als man vorher dachte.
Wichtig: Biwak ist Ausbildung. Du wirst nicht allein gelassen. Du bekommst vorher erklärt, was zu tun ist.
13. Sanitätsausbildung
In der Sanitätsausbildung lernst du, im Notfall richtig zu handeln.
Dabei geht es um Grundlagen der Ersten Hilfe im militärischen Umfeld. Je nach Ausbildung können Themen vorkommen wie:
Wundversorgung
Blutstillung
stabile Seitenlage
Wiederbelebung
Eigenschutz
Versorgung unter Belastung
Melden eines Notfalls
Transport oder Unterstützung verletzter Personen
Diese Ausbildung ist wichtig, weil Soldaten in Situationen kommen können, in denen schnelle Hilfe zählt. Auch hier geht es nicht darum, dass du sofort Profi bist. Du lernst die Grundlagen und übst sie praktisch.
14. Gelöbnis und Rekrutenbesichtigung
Das Feierliche Gelöbnis ist ein besonderer Moment in der Grundausbildung.
Dabei gelobst du, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen. Für viele Familien ist das der erste große öffentliche Termin während der Bundeswehrzeit.
Je nach Standort kann das Gelöbnis in der Kaserne oder öffentlich stattfinden. Angehörige können oft dabei sein, wenn es der Rahmen zulässt.
Die Rekrutenbesichtigung ist etwas anderes.
Sie ist der praktische Abschluss der Grundausbildung. Dort wird überprüft, ob du wichtige Inhalte anwenden kannst. Das kann körperliche Leistung, Wissen, Verhalten im Gelände, Waffenhandhabung, Formaldienst oder andere Ausbildungsinhalte betreffen.
Kurz gesagt:
Das Gelöbnis ist der feierliche Teil. Die Rekrutenbesichtigung ist der praktische Nachweis.
15. Was du mitnehmen solltest
Die wichtigste Regel: Schau zuerst in deine Einberufungsunterlagen und in die Packliste deines Standortes.
Trotzdem gibt es Dinge, die fast immer sinnvoll sind:
Unterlagen
Personalausweis oder Reisepass
Einberufungsbescheid oder Aufforderung zum Dienstantritt
Krankenkassenkarte, wenn gefordert
Impfpass, wenn gefordert
medizinische Unterlagen, wenn relevant
Bankkarte oder etwas Bargeld
Führerschein, wenn vorhanden und gefordert
wichtige Zugangsdaten oder Unterlagen, die in deiner Einladung genannt werden
Kleidung und Alltag
Unterwäsche
Socken
zivile Kleidung für die Freizeit
Schlafsachen
Handtücher
Badelatschen
Waschbeutel
Duschgel, Shampoo, Zahnbürste, Zahnpasta
Rasierer oder Pflegeartikel
Wäschebeutel
Ladekabel
Powerbank, wenn erlaubt
Praktisch, aber nicht übertreiben
kleines Vorhängeschloss, wenn empfohlen
Kleiderbügel, wenn empfohlen
Schreibzeug
Notizblock
Pflaster für kleine Druckstellen
Blasenpflaster
einfache Sportkleidung, falls gefordert
Kauf vor Dienstantritt keine teure private taktische Ausrüstung. In der Ausbildung sollst du mit der dienstlich gelieferten Ausrüstung arbeiten. Private Westen, Handschuhe oder Spezialausrüstung können je nach Standort nicht erlaubt sein.
16. Was die Bundeswehr stellt
Die Bundeswehr stellt dir deine dienstliche Ausrüstung.
Dazu können gehören:
Kampfstiefel
Nässeschutz
Kälteschutz
Unterwäsche für den Dienst
Sportbekleidung
Helm
Rucksack oder Tragesystem
Schlafsack
Essgeschirr
Feldessbesteck
weiteres Material je nach Ausbildung
Du lernst auch, wie du diese Ausrüstung benutzt, pflegst und verstaust.
Gerade bei den Kampfstiefeln gilt: Gib deinen Füßen Zeit. Neue Stiefel und lange Tage können Blasen verursachen. Gute Socken, saubere Füße und frühes Melden von Druckstellen helfen mehr als Heldentum.
17. Was nach der Grundausbildung passiert
Nach der Grundausbildung geht es weiter. Nur eben nicht für alle gleich.
Mögliche nächste Schritte sind:
Spezialgrundausbildung
Dienstpostenausbildung
Versetzung zur Einheit
weiterführende Lehrgänge
Ausbildung in deiner Teilstreitkraft
Heimatschutz, wenn du im Freiwilligen Wehrdienst oder neuen Wehrdienst entsprechend eingesetzt wirst
In Luftwaffe, Marine, Cyber- und Informationsraum und Unterstützungsbereich folgt nach den drei Monaten meistens eine fachlichere Ausbildung. Im Heer kann die Spezialgrundausbildung Teil der sechsmonatigen Basisausbildung sein.
Wenn du Freiwilligen Wehrdienst leistest, kann nach der Grundausbildung der Einsatz im Heimatschutz oder eine weitere Verwendung folgen. Wenn du Soldat auf Zeit bist, hängt der nächste Schritt stärker von Laufbahn und Verwendung ab.
Frag am besten schon während der Grundausbildung nach, was bei dir danach kommt. Dann kannst du dich innerlich darauf einstellen.
18. Wenn du nervös bist oder Heimweh hast
Viele sind vor der Grundausbildung nervös. Das ist normal.
Du verlässt deinen Alltag, schläfst in einer Stube mit anderen Menschen, bekommst neue Regeln und hast wenig Kontrolle über den Tagesplan. Das ist für fast jeden eine Umstellung.
Was hilft:
vorher Schlafrhythmus anpassen
Grundfitness aufbauen
nicht zu viel kaufen
Unterlagen früh sortieren
Familie und Freunde auf weniger Kontakt vorbereiten
Fragen aufschreiben
ehrlich mit Unsicherheit umgehen
Wenn es dir während der Grundausbildung schlecht geht, sprich früh mit jemandem. Erste Ansprechpartner sind in der Regel Gruppenführer, Zugführer oder Ausbildungspersonal. Zusätzlich gibt es Militärseelsorge und Sozialdienst.
Du musst nicht alles allein lösen.
19. Abschnitt für Eltern
Wenn Ihr Kind zur Bundeswehr-Grundausbildung geht, kommen viele Fragen auf.
Das ist verständlich. Der Alltag in der Grundausbildung unterscheidet sich stark vom Alltag zuhause. Die Tage können lang sein. Ihr Kind hat nicht immer Zeit, ausführlich zu schreiben oder zu telefonieren. Gerade in den ersten Tagen ist vieles neu.
Wichtig ist: Weniger Kontakt bedeutet nicht automatisch, dass etwas nicht stimmt.
In der ersten Zeit stehen Aufnahme, Einkleidung, Unterrichte, Stube, Ausrüstung, Sport und erste militärische Abläufe im Vordergrund. Ihr Kind muss sich in einer neuen Umgebung zurechtfinden. Das kostet Kraft.
Sie können helfen, indem Sie vor dem Dienstantritt bei praktischen Dingen unterstützen:
Unterlagen sortieren
Packliste prüfen
medizinische Unterlagen bereitlegen
realistische Erwartungen besprechen
nicht jeden Tag sofort eine lange Rückmeldung erwarten
Wenn Ihr Kind am Wochenende erschöpft wirkt, ist das nicht ungewöhnlich. Viele brauchen erst einmal Schlaf und Ruhe.
Wenn Ihr Kind aber über längere Zeit stark belastet wirkt oder von ernsten Problemen berichtet, nehmen Sie das ernst. Fragen Sie ruhig nach, was konkret passiert ist. Ermutigen Sie Ihr Kind, mit Gruppenführer, Zugführer, Ausbildungspersonal, Sozialdienst oder Militärseelsorge zu sprechen.
20. Fazit
Die Grundausbildung ist der erste große Schritt in deinen neuen Alltag bei der Bundeswehr.
Du lernst viel auf einmal. Du wirst müde sein. Du wirst Fehler machen. Du wirst Dinge tun, die du vorher noch nie gemacht hast. Das gehört dazu.
Wichtig ist: Du musst nicht perfekt starten. Du solltest vorbereitet starten.
Sortiere deine Unterlagen. Pack vernünftig. Fang früh mit Sport an. Stell dich auf frühe Tage ein. Sprich mit deiner Familie über weniger Kontakt in den ersten Wochen. Und geh mit der Einstellung rein, dass du lernen willst.
Der genaue Ablauf hängt von deiner Einheit ab. Der Kern bleibt aber gleich: Du lernst, was du als Soldat oder Soldatin für den Anfang brauchst.
Vorbereitung mit der Soldateninitiative
Wir gehen mit dir die wichtigsten Punkte vor deinem Dienstantritt durch.
Was musst du mitnehmen? Was erwartet dich in der ersten Woche? Wie läuft der Tagesablauf? Was passiert mit Stube und Spind? Wie bereitest du dich körperlich und mental vor?
Mach den Vorbereitungs-Check und sieh in wenigen Minuten, wo du stehst.
Mission Grundausbildung: Bist du bereit?
Häufige Fragen
01
Wie lange dauert die Bundeswehr-Grundausbildung?
02
Was passiert in der ersten Woche?
03
Wann ist Wecken?
04
Wann ist Dienstschluss?
05
Darf ich am Wochenende nach Hause?
06
Was muss ich zur Grundausbildung mitnehmen?
07
Was stellt die Bundeswehr?
08
Muss ich vorher sehr fit sein?
09
Was ist das Gelöbnis?
10
Was ist die Rekrutenbesichtigung?
11
Was passiert nach der Grundausbildung?
Quellen zum Nachlesen
Bundeswehr: Die Grundausbildung
Grundausbildung allgemein
Grundausbildung allgemein
Bundeswehr: Wesentliche Infos zur Grundausbildung
Grundausbildung allgemein
Grundausbildung allgemein
Bundeswehr: Modernisierung der Grundausbildung
Grundausbildung allgemein
Grundausbildung allgemein
Bundeswehr: Grundausbildung im Cyber- und Informationsraum
Teilstreitkräfte und Organisationsbereiche
Teilstreitkräfte und Organisationsbereiche
Bundeswehr: Grundausbildung beim Luftwaffenausbildungsbataillon
Teilstreitkräfte und Organisationsbereiche
Teilstreitkräfte und Organisationsbereiche
Bundeswehr: Praxisnahe Grundausbildung der Luftwaffe
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Bundeswehr: Grundausbildung an der Marineunteroffizierschule
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Bundeswehr: Grundausbildung an der Marineoperationsschule
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Bundeswehr: Grundausbildung im Unterstützungsbereich Nienburg
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Bundeswehr: Grundausbildung im Unterstützungsbereich Höxter
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Bundeswehr: Basisausbildung beim Gebirgsjägerbataillon 232
Heer und Basisausbildung
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Bundeswehr: Basisausbildung bei der Gebirgsjägertruppe
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Bundeswehr: Basisausbildung Heimatschutzregiment 2
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Bundeswehr: Persönliche Ausrüstung in der Grundausbildung
Ausrüstung und Packliste
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Bundeswehr: Packliste Grundausbildung
Ausrüstung und Packliste
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Bundeswehr: Checkliste Dienstantritt
Ausrüstung und Packliste
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Bundeswehr: Waffen- und Geräteausbildung
Ausbildungsmodule
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Bundeswehr: Biwak in der Grundausbildung
Ausbildungsmodule
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Bundeswehr: Sport und Military Fitness in der Grundausbildung
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Bundeswehr: Feierliches Gelöbnis
Gelöbnis, Abschluss und Unterstützung
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Bundeswehr: Rekrutenbesichtigung bei den Gebirgsjägern
Gelöbnis, Abschluss und Unterstützung
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Bundeswehr: Militärseelsorge
Gelöbnis, Abschluss und Unterstützung
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Bundeswehr: Sozialdienst der Bundeswehr
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Bundesministerium der Verteidigung: Neuer Wehrdienst
Neuer Wehrdienst und Freiwilliger Wehrdienst
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Bundeswehr Karriere: Freiwilliger Wehrdienst
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