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Versetzt und keine Wohnung? Die Wohnungsfürsorge der Bundeswehr, die viele nie nutzen
Karriere & Wege
Gez.



Daniel, Levin & Afsal
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Versetzt und keine Wohnung? Die Wohnungsfürsorge der Bundeswehr, die viele nie nutzen
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Daniel, Levin & Afsal


Letzte Aktualisierung: September 2026
Einordnung
Eine Versetzung gehört bei der Bundeswehr grundsätzlich zum Berufsbild, doch die praktische Umsetzung kann trotzdem ziemlich unangenehm werden, wenn der neue Dienstort mehrere hundert Kilometer entfernt liegt und dort innerhalb weniger Wochen eine bezahlbare Wohnung gefunden werden muss. Besonders in Ballungsräumen kann sich die Suche schnell zu einem zweiten Nebenjob entwickeln, während gleichzeitig noch Übergabe, Umzug, Familie und Dienstantritt organisiert werden müssen.
Viele Soldatinnen und Soldaten suchen in dieser Situation ausschließlich über die bekannten Immobilienportale und wissen gar nicht, dass es innerhalb der Bundeswehr eine eigene Wohnungsfürsorge gibt, die genau bei solchen Dienstortwechseln unterstützen soll.
Dabei handelt es sich nicht nur um eine Beratungsstelle, die dir ein paar Internetseiten nennt. Über die Wohnungsfürsorge besteht unter anderem Zugang zu Wohnungen aus der Wohnungsfürsorge des Bundes, die zunächst gezielt Bundesbediensteten angeboten werden. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, kurz BImA, verfügt dafür aktuell über rund 62.000 Wohnungen an mehr als 500 Standorten in Deutschland, wobei neben eigenen Wohnungen auch Objekte einbezogen werden, bei denen der Bund entsprechende Belegungsrechte besitzt.
Zusätzlich arbeiten die Wohnungsfürsorgestellen der Bundeswehr mit Angeboten des freien Wohnungsmarktes und regionalen Vermietern beziehungsweise Wohnungsunternehmen.
Gerade für Soldatinnen und Soldaten ist die Wohnungsfürsorge deshalb interessant, weil eine Versetzung bei der Auswahl einer Wohnung durchaus eine Rolle spielen kann. Wer beispielsweise Trennungsgeld erhält, am neuen Dienstort noch keinen ausreichenden Wohnraum besitzt oder aufgrund der Versetzung besonders dringend eine Wohnung benötigt, kann bei einer Wohnungsvergabe entsprechend berücksichtigt werden.
Eine Garantie auf eine Wohnung gibt es trotzdem nicht.
Genau deshalb schauen wir uns in diesem Artikel nicht nur an, dass es die Wohnungsfürsorge gibt, sondern wie sie funktioniert, wer sie nutzen kann, welche Bewerber bevorzugt werden können und warum du dich bei einer Versetzung möglichst früh darum kümmern solltest.
Letzte Aktualisierung: September 2026
Einordnung
Eine Versetzung gehört bei der Bundeswehr grundsätzlich zum Berufsbild, doch die praktische Umsetzung kann trotzdem ziemlich unangenehm werden, wenn der neue Dienstort mehrere hundert Kilometer entfernt liegt und dort innerhalb weniger Wochen eine bezahlbare Wohnung gefunden werden muss. Besonders in Ballungsräumen kann sich die Suche schnell zu einem zweiten Nebenjob entwickeln, während gleichzeitig noch Übergabe, Umzug, Familie und Dienstantritt organisiert werden müssen.
Viele Soldatinnen und Soldaten suchen in dieser Situation ausschließlich über die bekannten Immobilienportale und wissen gar nicht, dass es innerhalb der Bundeswehr eine eigene Wohnungsfürsorge gibt, die genau bei solchen Dienstortwechseln unterstützen soll.
Dabei handelt es sich nicht nur um eine Beratungsstelle, die dir ein paar Internetseiten nennt. Über die Wohnungsfürsorge besteht unter anderem Zugang zu Wohnungen aus der Wohnungsfürsorge des Bundes, die zunächst gezielt Bundesbediensteten angeboten werden. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, kurz BImA, verfügt dafür aktuell über rund 62.000 Wohnungen an mehr als 500 Standorten in Deutschland, wobei neben eigenen Wohnungen auch Objekte einbezogen werden, bei denen der Bund entsprechende Belegungsrechte besitzt.
Zusätzlich arbeiten die Wohnungsfürsorgestellen der Bundeswehr mit Angeboten des freien Wohnungsmarktes und regionalen Vermietern beziehungsweise Wohnungsunternehmen.
Gerade für Soldatinnen und Soldaten ist die Wohnungsfürsorge deshalb interessant, weil eine Versetzung bei der Auswahl einer Wohnung durchaus eine Rolle spielen kann. Wer beispielsweise Trennungsgeld erhält, am neuen Dienstort noch keinen ausreichenden Wohnraum besitzt oder aufgrund der Versetzung besonders dringend eine Wohnung benötigt, kann bei einer Wohnungsvergabe entsprechend berücksichtigt werden.
Eine Garantie auf eine Wohnung gibt es trotzdem nicht.
Genau deshalb schauen wir uns in diesem Artikel nicht nur an, dass es die Wohnungsfürsorge gibt, sondern wie sie funktioniert, wer sie nutzen kann, welche Bewerber bevorzugt werden können und warum du dich bei einer Versetzung möglichst früh darum kümmern solltest.
[ Kurz gesagt ]
Wenn du als SaZ oder Berufssoldatin beziehungsweise Berufssoldat an einen neuen Dienstort versetzt wirst und dort eine Wohnung oder Unterkunft suchst, kannst du die Wohnungsfürsorge der Bundeswehr nutzen.
In jedem der bundesweit 42 Bundeswehr-Dienstleistungszentren gibt es eine zuständige Wohnungsfürsorgestelle. Dort erhältst du nicht nur Informationen über den regionalen Wohnungsmarkt, sondern kannst auch Unterstützung bei der Suche nach zweckgebundenem Wohnraum des Bundes sowie Angeboten auf dem freien Wohnungsmarkt bekommen.
Besonders interessant ist der Zugang zur Wohnungsfürsorge der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Die entsprechenden Wohnungen werden Bundesbediensteten zunächst für eine bestimmte Bewerbungsfrist exklusiv angeboten, bevor BImA-eigene Wohnungen bei fehlender Nachfrage anschließend gegebenenfalls auf dem freien Markt angeboten werden.
Soldatinnen und Soldaten gehören grundsätzlich zum wohnungsfürsorgeberechtigten Personenkreis. Ausgenommen sind allerdings insbesondere Freiwillig Wehrdienst Leistende und Reservistendienst Leistende. SaZ bleiben nach den aktuellen BImA-Informationen sogar während des Bezugs von Übergangsgebührnissen grundsätzlich wohnungsfürsorgeberechtigt.
Wenn mehrere Bewerbungen für dieselbe Wohnung eingehen, entscheidet nicht einfach die Reihenfolge. Die BImA berücksichtigt sowohl dienstliche als auch soziale Gründe. Trennungsgeldbezug, fehlender oder ungeeigneter Wohnraum am Dienstort, eine hohe Mietbelastung, Einkommen, Haushaltsgröße, Alleinerziehung oder eine Schwerbehinderung können beispielsweise in die Auswahl einfließen.
Wichtig ist aber:
Du hast keinen Rechtsanspruch darauf, über die Wohnungsfürsorge tatsächlich eine Wohnung zu bekommen.
Die Wohnungsfürsorge ergänzt deine eigene Suche und kann deine Chancen deutlich verbessern, sie ersetzt deine eigenen Wohnungsbemühungen aber nicht.
[ Kurz gesagt ]
Wenn du als SaZ oder Berufssoldatin beziehungsweise Berufssoldat an einen neuen Dienstort versetzt wirst und dort eine Wohnung oder Unterkunft suchst, kannst du die Wohnungsfürsorge der Bundeswehr nutzen.
In jedem der bundesweit 42 Bundeswehr-Dienstleistungszentren gibt es eine zuständige Wohnungsfürsorgestelle. Dort erhältst du nicht nur Informationen über den regionalen Wohnungsmarkt, sondern kannst auch Unterstützung bei der Suche nach zweckgebundenem Wohnraum des Bundes sowie Angeboten auf dem freien Wohnungsmarkt bekommen.
Besonders interessant ist der Zugang zur Wohnungsfürsorge der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Die entsprechenden Wohnungen werden Bundesbediensteten zunächst für eine bestimmte Bewerbungsfrist exklusiv angeboten, bevor BImA-eigene Wohnungen bei fehlender Nachfrage anschließend gegebenenfalls auf dem freien Markt angeboten werden.
Soldatinnen und Soldaten gehören grundsätzlich zum wohnungsfürsorgeberechtigten Personenkreis. Ausgenommen sind allerdings insbesondere Freiwillig Wehrdienst Leistende und Reservistendienst Leistende. SaZ bleiben nach den aktuellen BImA-Informationen sogar während des Bezugs von Übergangsgebührnissen grundsätzlich wohnungsfürsorgeberechtigt.
Wenn mehrere Bewerbungen für dieselbe Wohnung eingehen, entscheidet nicht einfach die Reihenfolge. Die BImA berücksichtigt sowohl dienstliche als auch soziale Gründe. Trennungsgeldbezug, fehlender oder ungeeigneter Wohnraum am Dienstort, eine hohe Mietbelastung, Einkommen, Haushaltsgröße, Alleinerziehung oder eine Schwerbehinderung können beispielsweise in die Auswahl einfließen.
Wichtig ist aber:
Du hast keinen Rechtsanspruch darauf, über die Wohnungsfürsorge tatsächlich eine Wohnung zu bekommen.
Die Wohnungsfürsorge ergänzt deine eigene Suche und kann deine Chancen deutlich verbessern, sie ersetzt deine eigenen Wohnungsbemühungen aber nicht.
[ Inhalt ]
01
Was die Wohnungsfürsorge der Bundeswehr überhaupt ist
02
Warum viele Soldaten dieses Angebot nie nutzen
03
Wer die Wohnungsfürsorge nutzen kann
04
Warum FWDL und Reservistendienstleistende eine Ausnahme sind
05
Was nach dem DZE für SaZ gilt
06
Wo du deine zuständige Wohnungsfürsorgestelle findest
07
Welche Wohnungen dort überhaupt angeboten werden
08
Die rund 62.000 Wohnungen der Wohnungsfürsorge des Bundes
09
Warum du bei diesen Wohnungen weniger Konkurrenz haben kannst
10
Wie die Bewerbung auf eine BImA-Wohnung funktioniert
11
Wer eine Wohnung bekommt, wenn sich mehrere Personen bewerben
12
Warum Trennungsgeld deine Position verbessern kann
13
Wann eine hohe Miete berücksichtigt wird
14
Familien, Alleinerziehende und Haushaltsgröße
15
Bedeutet Versetzung automatisch Vorrang?
16
Kein Rechtsanspruch auf eine Wohnung
17
Die Wohnungsfürsorge kann auch auf dem freien Markt helfen
18
Was die Wohnungsfürsorge über den neuen Standort weiß
19
Auch Pendler können die Unterstützung nutzen
20
Warum du bei einer zugesagten Umzugskostenvergütung früh aktiv werden solltest
21
Vorsicht bei Zeitmietverträgen
22
Was bei einer Rückkehr aus dem Ausland besonders interessant ist
23
Wie du praktisch vorgehst
24
Drei Beispiele aus dem Soldatenalltag
25
Typische Fehler
26
Fazit
Häufige Fragen
Quellen zum Nachlesen
1. Was die Wohnungsfürsorge der Bundeswehr überhaupt ist
Die Wohnungsfürsorge ist Teil der Fürsorge des Bundes als Arbeitgeber und Dienstherr. Ihr Ziel besteht darin, Bundesbedienstete dabei zu unterstützen, in der Nähe ihres Dienstortes angemessenen und möglichst bezahlbaren Wohnraum zu finden.
Für Soldatinnen und Soldaten ist dieses System besonders sinnvoll, weil Standortwechsel innerhalb eines normalen Berufslebens eher die Ausnahme sind, während sie bei der Bundeswehr durchaus mehrfach während einer Karriere vorkommen können.
Du hast möglicherweise gerade erst eine Wohnung gefunden, dich mit deiner Familie eingerichtet und deine Kinder in Kita oder Schule untergebracht, während wenige Jahre später die nächste Versetzung ansteht. Auf einem angespannten Wohnungsmarkt kann daraus ein erheblicher organisatorischer und finanzieller Aufwand entstehen.
Die Wohnungsfürsorge soll deshalb nicht nur eine Wohnung vermitteln, sondern auch dabei helfen, die Situation am neuen Standort überhaupt realistisch einzuschätzen.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennen beispielsweise den regionalen Wohnungsmarkt, verfügbare Wohnungsangebote und die Infrastruktur vor Ort und können Informationen zu Kindergärten, Schulen und anderen standortrelevanten Themen geben.
2. Warum viele Soldaten dieses Angebot nie nutzen
Die Wohnungsfürsorge gehört zu diesen Bundeswehrleistungen, die man häufig erst kennenlernt, wenn jemand zufällig davon erzählt.
Wer eine Versetzungsverfügung bekommt, denkt zunächst an Immobilienportale, Makler, Kleinanzeigen oder Kontakte von Kameradinnen und Kameraden. Dass parallel ein eigenes bundesweites System des Dienstherrn existiert, wird im normalen Truppenalltag deutlich seltener thematisiert.
Hinzu kommt, dass die Wohnungsfürsorge keine fertige Wohnung garantiert.
Dadurch entsteht schnell der Eindruck, dass man sich den Antrag sparen könne und lieber selbst sucht.
Genau das wäre aber zu kurz gedacht.
Eine Wohnung, die exklusiv für Bundesbedienstete ausgeschrieben wird, befindet sich schließlich in einem vollkommen anderen Bewerberumfeld als eine frei inserierte Wohnung in München, Hamburg, Berlin oder Köln, auf die innerhalb eines Tages mehrere hundert Anfragen eingehen können.
Die Wohnungsfürsorge erweitert deshalb vor allem deine Möglichkeiten.
Du solltest nicht entweder selbst suchen oder die Wohnungsfürsorge nutzen.
Der sinnvollste Weg ist:
beides parallel.
3. Wer die Wohnungsfürsorge nutzen kann
Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr gehören grundsätzlich zum wohnungsfürsorgeberechtigten Personenkreis des Bundes.
Das betrifft insbesondere SaZ und Berufssoldatinnen beziehungsweise Berufssoldaten.
Daneben nutzen selbstverständlich auch andere Bundesbedienstete die Wohnungsfürsorge, beispielsweise Bundesbeamtinnen und Bundesbeamte, Beschäftigte verschiedener Bundesbehörden und andere berechtigte Personengruppen.
Das ist wichtig, weil die Wohnungen der BImA nicht ausschließlich für die Bundeswehr reserviert sind.
Du konkurrierst bei einem entsprechenden Angebot also möglicherweise auch mit Bundespolizistinnen und Bundespolizisten, Zollbeschäftigten oder Beschäftigten anderer Bundesbehörden.
Trotzdem bleibt der Bewerberkreis erheblich kleiner als auf dem normalen freien Wohnungsmarkt.
4. Warum FWDL und Reservistendienstleistende eine Ausnahme sind
Die BImA nennt bei den Soldatinnen und Soldaten ausdrücklich zwei Gruppen, die nicht zum regulären wohnungsfürsorgeberechtigten Personenkreis gehören:
Freiwillig Wehrdienst Leistende und Reservistendienst Leistende.
Für aktive SaZ und BS ist diese Abgrenzung wichtig, weil teilweise pauschal gesagt wird:
„Jeder bei der Bundeswehr kann eine BImA-Wohnung bekommen.“
So allgemein stimmt das nicht.
Auch andere Unterkunftsmöglichkeiten innerhalb der Bundeswehr sind davon zu unterscheiden. Eine dienstlich bereitgestellte Unterkunft in einer Kaserne ist etwas anderes als eine Wohnung aus der Wohnungsfürsorge des Bundes, die du mit einem normalen Mietvertrag bewohnst.
5. Was nach dem DZE für SaZ gilt
Ein besonders interessanter Punkt betrifft Soldatinnen und Soldaten auf Zeit nach dem Ausscheiden.
Die Wohnungsfürsorgeberechtigung endet bei SaZ nach den aktuellen Informationen der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben nicht zwingend exakt am letzten Diensttag.
SaZ werden dort ausdrücklich auch für den Zeitraum aufgeführt, in dem ihnen Übergangsgebührnisse zustehen.
Gerade rund um das DZE kann das durchaus interessant sein.
Vielleicht ziehst du für deine zivile Anschlussverwendung in eine andere Stadt oder bleibst zunächst am bisherigen Standort und benötigst dort weiterhin bezahlbaren Wohnraum.
Dass die Wohnungsfürsorge in dieser Übergangsphase grundsätzlich weiterhin relevant sein kann, dürfte vielen ausscheidenden SaZ überhaupt nicht bekannt sein.
Natürlich bedeutet auch diese Berechtigung nicht, dass dir automatisch eine Wohnung zugeteilt wird. Sie bedeutet aber, dass du den Zugang nicht einfach mit dem letzten Diensttag abschreiben solltest.
6. Wo du deine zuständige Wohnungsfürsorgestelle findest
Die Bundeswehr verfügt bundesweit über 42 Bundeswehr-Dienstleistungszentren, kurz BwDLZ.
In jedem dieser Dienstleistungszentren gibt es eine Wohnungsfürsorgestelle.
Bei einer Versetzung ist grundsätzlich das BwDLZ interessant, das für deinen neuen Dienstort zuständig ist.
Du kannst dich entweder direkt an die dortige Wohnungsfürsorge wenden oder zunächst über den Personalbereich deiner eigenen Dienststelle gehen.
Gerade wenn du noch nie mit der Wohnungsfürsorge zu tun hattest, kann der Personalbereich dir helfen, die richtige Stelle und die benötigten Formulare zu finden.
Wichtig ist nur, dass du nicht wartest, bis du bereits am neuen Dienstort stehst und in zwei Tagen irgendwo einziehen musst.
7. Welche Wohnungen dort überhaupt angeboten werden
Die Wohnungsfürsorge der Bundeswehr arbeitet im Wesentlichen mit zwei Bereichen.
Zum einen gibt es die Wohnungen der Wohnungsfürsorge des Bundes, die über die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben beziehungsweise entsprechende Belegungsrechte des Bundes zur Verfügung stehen.
Zum anderen unterstützen die lokalen Wohnungsfürsorgestellen auch bei Wohnungen auf dem freien Wohnungsmarkt.
Das können beispielsweise Angebote privater Vermieterinnen und Vermieter oder von Wohnungsbaugesellschaften sein, die mit der Wohnungsfürsorge zusammenarbeiten.
Die Bundeswehr hat 2026 sogar noch einmal gezielt private Vermieter dazu aufgerufen, Wohnraum über die Wohnungsfürsorge an Bundeswehrangehörige vermitteln zu lassen, weil durch den personellen Aufwuchs der Streitkräfte zusätzlicher Wohnraumbedarf entsteht.
Die Wohnungsfürsorge ist damit nicht einfach nur ein einzelnes Immobilienportal.
Sie ist vielmehr eine zusätzliche Vermittlungsstruktur zwischen Soldatinnen und Soldaten, Bundeswohnungen und regionalem Wohnungsmarkt.
8. Die rund 62.000 Wohnungen der Wohnungsfürsorge des Bundes
Nach aktuellen Angaben der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben umfasst die Wohnungsfürsorge des Bundes rund 62.000 Wohnungen an mehr als 500 Standorten in Deutschland.
Dabei handelt es sich sowohl um eigene Wohnungen der BImA als auch um Wohnungen Dritter, für die der Bund entsprechende Belegungsrechte erworben hat.
Das ist wichtig, weil die Vorstellung häufig lautet:
„Die Bundeswehr hat irgendwo ein paar alte Dienstwohnungen.“
Die tatsächliche Wohnungsfürsorge ist wesentlich größer und bundesweit organisiert.
Natürlich bedeutet ein Bestand von 62.000 Wohnungen nicht, dass an deinem konkreten Dienstort gerade zehn passende Wohnungen frei sind.
Gerade in begehrten Ballungsräumen kann die Nachfrage auch innerhalb der Wohnungsfürsorge erheblich sein.
Trotzdem ist es ein zusätzlicher Markt, auf den normale Wohnungssuchende keinen unmittelbaren Zugriff haben.
9. Warum du bei diesen Wohnungen weniger Konkurrenz haben kannst
Freie Wohnungen der Wohnungsfürsorge werden zunächst gezielt für wohnungsfürsorgeberechtigte Bundesbedienstete angeboten.
Nach aktuellen BImA-Informationen läuft die Bewerbungsfrist üblicherweise vier Wochen ab Veröffentlichung.
Während dieser Phase können sich berechtigte Bundesbedienstete bewerben.
Erst wenn keine entsprechende Nachfrage besteht, können BImA-eigene Wohnungen anschließend auch auf dem normalen freien Wohnungsmarkt angeboten werden.
Das kann gerade in angespannten Städten einen erheblichen Vorteil darstellen.
Du stehst dann nicht automatisch in derselben Schlange wie sämtliche anderen Wohnungssuchenden der Stadt, sondern bewegst dich zunächst innerhalb eines begrenzten Bewerberkreises von Bundesbediensteten.
Die Konkurrenz verschwindet dadurch nicht.
Sie wird aber gefiltert.
10. Wie die Bewerbung auf eine BImA-Wohnung funktioniert
Die aktuellen Wohnungsangebote findest du über das Immobilienportal der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben im Bereich Wohnungsfürsorge.
Wenn du eine passende Wohnung gefunden hast, benötigst du den entsprechenden Antrag für Wohnungsbewerbende.
Deine Angaben müssen durch die zuständige Wohnungsfürsorgestelle beziehungsweise die Personalabteilung deiner Dienststelle bestätigt werden. Anschließend wird die Bewerbung an die BImA weitergeleitet.
Es reicht deshalb nicht unbedingt, nur bei einem Immobilienportal auf:
„Ich interessiere mich für diese Wohnung“
zu klicken.
Deine Wohnungsfürsorgeberechtigung und deine konkreten dienstlichen beziehungsweise sozialen Angaben werden Teil des Auswahlverfahrens.
Praktisch sinnvoll ist außerdem die Suchauftragsfunktion im BImA-Immobilienportal. Dort kannst du nach aktuellen Angaben passende Suchkriterien speichern und dich per E-Mail informieren lassen, wenn neue Angebote erscheinen.
Gerade bei einer bevorstehenden Versetzung kann das deutlich sinnvoller sein, als jeden Abend sämtliche Angebote manuell zu kontrollieren.
11. Wer eine Wohnung bekommt, wenn sich mehrere Personen bewerben
Hier liegt einer der größten Unterschiede zum normalen Wohnungsmarkt.
Wenn sich mehrere berechtigte Personen auf dieselbe Wohnung bewerben, entscheidet nicht einfach derjenige, der die Bewerbung fünf Minuten früher abgeschickt hat.
Die Wohnungsvergabestelle der BImA ermittelt die vordringlichste Bewerberin beziehungsweise den vordringlichsten Bewerber.
Dabei werden dienstliche und soziale Gründe grundsätzlich gleichrangig berücksichtigt.
Die aktuellen Entscheidungskriterien nennen beispielsweise den Bezug von Trennungsgeld, fehlenden oder unzureichenden Wohnraum am Dienstort, ein Missverhältnis zwischen Haushaltsnettoeinkommen und Miete, die Höhe des Einkommens, die Anzahl der Haushaltsmitglieder, Alleinerziehung sowie besondere Belange von Menschen in Ausbildung.
Menschen mit Schwerbehinderung beziehungsweise gleichgestellte Menschen erhalten zusätzlich eine erhöhte Berücksichtigung.
Das bedeutet:
Die Wohnungsvergabe ist kein normales:
„Wer gefällt dem Vermieter am besten?“
sondern folgt innerhalb der Wohnungsfürsorge einem strukturierten Auswahlverfahren.
12. Warum Trennungsgeld deine Position verbessern kann
Trennungsgeldempfängerinnen und Trennungsgeldempfänger werden bei den aktuellen Entscheidungskriterien ausdrücklich genannt.
Das macht auch aus Sicht des Dienstherrn Sinn.
Wenn eine Soldatin oder ein Soldat wegen einer Versetzung dauerhaft getrennt von der Familie wohnt und der Bund deshalb Trennungsgeld zahlt, besteht sowohl ein fürsorgerisches als auch ein finanzielles Interesse daran, eine geeignete Wohnlösung am neuen Standort zu ermöglichen.
Die Wohnungsfürsorge dient deshalb nicht ausschließlich deinem persönlichen Komfort.
Sie kann gleichzeitig dazu beitragen, Familien wieder zusammenzuführen und laufende dienstlich bedingte Mehrkosten zu reduzieren.
Trennungsgeld bedeutet allerdings nicht:
„Ich bekomme automatisch jede Wohnung vor allen anderen.“
Die verschiedenen sozialen und dienstlichen Kriterien werden im konkreten Bewerberfeld gegeneinander abgewogen.
13. Wann eine hohe Miete berücksichtigt wird
Besonders interessant ist ein konkreter Wert aus den BImA-Entscheidungskriterien.
Ein Missverhältnis zwischen Haushaltsnettoeinkommen und Miete kann als sozialer beziehungsweise dienstlicher Grund berücksichtigt werden. Die BImA nennt dabei ausdrücklich eine Mietbelastung von mehr als 40 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens.
Angenommen, du findest am neuen Dienstort zwar eine Wohnung, musst dafür aber einen erheblichen Anteil des gesamten verfügbaren Haushaltseinkommens aufwenden.
Dann kann diese Situation bei einer Bewerbung auf eine Wohnung der Wohnungsfürsorge relevant sein.
Das bedeutet nicht, dass jede Person oberhalb von 40 Prozent automatisch auf Platz eins rutscht.
Es ist eines von mehreren Kriterien.
Trotzdem ist es bemerkenswert, dass die finanzielle Belastung durch den regionalen Wohnungsmarkt ausdrücklich in die Vergabeentscheidung einfließen kann.
14. Familien, Alleinerziehende und Haushaltsgröße
Auch die Größe deines Haushalts wird berücksichtigt.
Eine Soldatin mit zwei Kindern benötigt nachvollziehbarerweise einen anderen Wohnraum als ein alleinlebender Soldat.
Die Wohnungsfürsorge schaut deshalb nicht ausschließlich auf die Dringlichkeit, sondern auch darauf, ob die Wohnung zur jeweiligen Haushaltsgröße passt.
Alleinerziehende Beschäftigte werden ebenfalls ausdrücklich als Entscheidungskriterium genannt.
Gerade bei einer Versetzung können hier mehrere Belastungen zusammenkommen. Eine alleinerziehende Soldatin muss beispielsweise nicht nur irgendeine Wohnung finden, sondern häufig gleichzeitig Kita, Schule, Fahrwege und Betreuungszeiten rund um den neuen Dienstort organisieren.
Genau für solche Situationen ist die Verbindung zwischen Wohnungsfürsorge und regionaler Beratung besonders hilfreich.
15. Bedeutet Versetzung automatisch Vorrang?
Nein.
Eine Versetzung ist ein klassischer Anlass, die Wohnungsfürsorge zu nutzen, erzeugt aber nicht automatisch einen Anspruch auf bevorzugte Zuteilung jeder gewünschten Wohnung.
Die Vergabestelle betrachtet die konkrete Situation aller Bewerberinnen und Bewerber.
Vielleicht bist du versetzt worden und suchst eine Wohnung.
Gleichzeitig bewirbt sich eine alleinerziehende Bundesbedienstete mit mehreren Kindern, die Trennungsgeld erhält, überhaupt keinen ausreichenden Wohnraum am Dienstort besitzt und deren aktuelle Mietbelastung besonders hoch ist.
Dann können deren soziale und dienstliche Gründe im konkreten Fall stärker wiegen.
Die Wohnungsfürsorge ist deshalb kein militärisches Rangsystem.
Dienstgrad oder Status allein entscheiden nicht über die Wohnung.
16. Kein Rechtsanspruch auf eine Wohnung
Dieser Punkt sollte sehr klar sein.
Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben weist ausdrücklich darauf hin:
Es besteht kein Rechtsanspruch auf eine Wohnung der Wohnungsfürsorge.
Auch wenn du wohnungsfürsorgeberechtigt bist, versetzt wurdest und dringend Wohnraum benötigst, kann es passieren, dass am gewünschten Standort aktuell keine geeignete Wohnung verfügbar ist oder andere Bewerberinnen und Bewerber im konkreten Auswahlverfahren als vordringlicher eingestuft werden.
Du solltest deshalb niemals deine gesamte Wohnungsplanung auf die Hoffnung setzen:
„Die Bundeswehr wird mir schon eine Wohnung geben.“
Das kann funktionieren.
Es kann sogar deutlich bessere Chancen eröffnen.
Aber du solltest parallel weiterhin selbst aktiv suchen.
17. Die Wohnungsfürsorge kann auch auf dem freien Markt helfen
Der zweite große Vorteil der Wohnungsfürsorge wird häufig übersehen.
Selbst wenn gerade keine passende BImA-Wohnung frei ist, kann die Wohnungsfürsorgestelle trotzdem hilfreich sein.
Die Bundeswehr arbeitet regional mit privaten Vermietern, Wohnungsunternehmen und teilweise weiteren Marktteilnehmern zusammen. Wohnungsfürsorgestellen können dadurch Angebote kennen, die du bei deiner eigenen Suche vielleicht noch nicht gefunden hast.
Hinzu kommt die Erfahrung mit dem regionalen Wohnungsmarkt.
Eine Person, die seit Jahren Soldatinnen und Soldaten bei Versetzungen nach München, Berlin oder Koblenz unterstützt, kann wahrscheinlich ziemlich schnell einschätzen, welche Stadtteile realistisch sind, welche Mieten üblich sind und welche Entfernungen zum Dienstort noch sinnvoll erscheinen.
Diese Beratung ist nach Angaben der Bundeswehr kostenlos und kann beliebig oft genutzt werden.
18. Was die Wohnungsfürsorge über den neuen Standort weiß
Wohnungssuche besteht gerade für Familien nicht nur aus Quadratmetern und Kaltmiete.
Vielleicht findest du eine günstige Wohnung, stellst aber zwei Wochen später fest, dass der Arbeitsweg zur Kaserne morgens 70 Minuten dauert, die Kita auf der anderen Seite der Stadt liegt und die nächste passende Schule kaum erreichbar ist.
Die Wohnungsfürsorge betrachtet deshalb auch das Umfeld.
Die Bundeswehr nennt ausdrücklich Kenntnisse über regionale Infrastruktur, Schulen und Kindergärten sowie die allgemeine Situation des Wohnungsmarktes.
Gerade wenn du einen Standort überhaupt nicht kennst, kann dieses Wissen wertvoll sein.
Eine Wohnung, die auf ImmoScout gut aussieht, ist schließlich nicht automatisch die sinnvollste Wohnung für deinen tatsächlichen Bundeswehralltag.
19. Auch Pendler können die Unterstützung nutzen
Wohnungsfürsorge bedeutet nicht zwangsläufig:
„Ich ziehe mit meiner gesamten Familie an den neuen Standort.“
Auch Pendlerinnen und Pendler können unterstützt werden.
Vielleicht bleibt deine Familie bewusst am bisherigen Wohnort, während du am neuen Dienstort eine kleinere Wohnung oder Unterkunft benötigst.
Auch dafür kann die Wohnungsfürsorge bei der Suche nach geeignetem Wohnraum helfen.
Das ist gerade bei zeitlich begrenzten Verwendungen interessant, bei denen ein kompletter Familienumzug nicht sinnvoll erscheint.
Wichtig ist allerdings, die Wohnungssuche sauber von Fragen zu Trennungsgeld, Umzugskostenvergütung und gegebenenfalls Unterkunft in der Kaserne zu unterscheiden.
Das sind verschiedene Systeme, die miteinander zusammenhängen können, aber nicht dasselbe sind.
20. Warum du bei einer zugesagten Umzugskostenvergütung früh aktiv werden solltest
Wenn dir eine volle Umzugskostenvergütung zugesagt wurde, solltest du die Wohnungssuche nicht unnötig aufschieben.
Die offiziellen Bundeswehrinformationen zu Umzügen weisen ausdrücklich darauf hin, dass bereits nach Bekanntgabe der Zusage eigene Wohnungsbemühungen erwartet werden und der Wohnraumbedarf der zuständigen Wohnungsfürsorgestelle möglichst umgehend mitgeteilt werden soll.
Das ist ein Punkt, den man nicht unterschätzen sollte.
Die Wohnungsfürsorge ist Unterstützung, keine Ausrede dafür, selbst überhaupt nichts zu tun.
Gerade wenn später bestimmte weitere Leistungen wegen eines schwierigen Wohnungsmarktes relevant werden, kann es wichtig sein, nachvollziehbar darzustellen, dass du dich tatsächlich um eine Wohnung bemüht hast.
Deshalb lohnt es sich, Wohnungsbewerbungen, Absagen und andere Bemühungen zumindest bei schwierigen Wohnungsmärkten vernünftig zu dokumentieren.
21. Vorsicht bei Zeitmietverträgen
Eine Versetzung kann schneller kommen, als man denkt.
Deshalb weist die Bundeswehr in ihren Umzugsinformationen ausdrücklich darauf hin, bei neuen Mietverträgen vorsichtig mit langfristigen Zeitmietverträgen zu sein.
Ein normaler unbefristeter Mietvertrag mit den gesetzlichen Kündigungsregelungen gibt dir bei einer erneuten Versetzung wesentlich mehr Flexibilität.
Wenn du dagegen einen langfristigen Zeitmietvertrag unterschreibst, kann eine weitere Versetzung dazu führen, dass du noch Monate oder sogar Jahre an den Vertrag gebunden bist.
Die Bundeswehr empfiehlt deshalb bei unvermeidbaren Zeitmietverträgen beispielsweise ein Sonderkündigungsrecht für eine erneute dienstliche Verwendung an einem anderen Standort beziehungsweise eine entsprechende Nachmieterregelung zu vereinbaren.
Besonders wichtig:
Zusätzliche Kosten, die allein daraus entstehen, dass du dich freiwillig langfristig an einen ungünstigen Zeitmietvertrag gebunden hast, werden nicht automatisch vom Dienstherrn übernommen.
Die Wohnungsfürsorge ist deshalb nicht nur für das Finden einer Wohnung interessant, sondern kann auch vor einem problematischen Mietvertrag warnen.
22. Was bei einer Rückkehr aus dem Ausland besonders interessant ist
Für Soldatinnen und Soldaten, die nach einer Auslandsverwendung wieder nach Deutschland zurückkehren, gibt es eine zusätzliche interessante Möglichkeit.
Die offiziellen Umzugsinformationen der Bundeswehr sehen einen Antrag auf bevorzugte Bereitstellung einer Wohnung im Inland nach beendeter Auslandsverwendung vor.
Damit kann die Wohnungsfürsorge bei der Rückkehr besonders relevant werden.
Das ist nachvollziehbar.
Wer mehrere Jahre im Ausland eingesetzt war, hat in Deutschland möglicherweise gar keine eigene Wohnung mehr und muss gleichzeitig relativ kurzfristig zum neuen inländischen Dienstort zurückkehren.
Gerade in Ballungsräumen entsteht dadurch eine besondere Situation, bei der eine frühzeitige Verbindung zwischen Bundeswehrverwaltungsstelle im Ausland und der zuständigen Wohnungsfürsorge im Inland sinnvoll ist.
Wer weiß, dass die Rückversetzung bevorsteht, sollte deshalb nicht warten, bis die Umzugskartons bereits gepackt sind.
23. Wie du praktisch vorgehst
Wenn du eine Versetzung bekommst und am neuen Dienstort Wohnraum brauchst, solltest du mehrere Dinge parallel starten.
Zunächst findest du heraus, welches Bundeswehr-Dienstleistungszentrum für deinen neuen Standort zuständig ist, und meldest dort deinen Wohnraumbedarf beziehungsweise nimmst Kontakt mit der Wohnungsfürsorgestelle auf.
Anschließend solltest du dir erklären lassen, welche internen beziehungsweise bundesweiten Wohnungsangebote für dich infrage kommen und wie dein Antrag auf Wohnungsfürsorge beziehungsweise eine konkrete BImA-Wohnung gestellt wird.
Parallel solltest du das Immobilienportal der BImA beobachten und dort einen Suchauftrag anlegen, damit neue passende Wohnungen automatisch gemeldet werden.
Gleichzeitig läuft deine normale Wohnungssuche auf dem freien Markt weiter.
Wenn du bereits Trennungsgeld erhältst, eine besonders hohe Mietbelastung hast, alleinerziehend bist oder andere besondere soziale beziehungsweise dienstliche Gründe vorliegen, gehören diese Informationen vollständig in deinen Antrag.
Der größte Fehler wäre, die Wohnungsfürsorge erst dann zu kontaktieren, wenn dein Dienstantritt unmittelbar bevorsteht und sämtliche anderen Möglichkeiten bereits gescheitert sind.
24. Drei Beispiele aus dem Soldatenalltag
Beispiel 1: Versetzung in einen angespannten Ballungsraum
Ein Hauptfeldwebel wird von Niedersachsen nach München versetzt. Seine Ehefrau und die beiden Kinder sollen mit umziehen, auf dem freien Wohnungsmarkt findet die Familie aber kaum eine geeignete Wohnung zu einem tragbaren Preis.
Neben der normalen Wohnungssuche meldet der Soldat seinen Wohnraumbedarf bei der zuständigen Wohnungsfürsorgestelle an und bewirbt sich zusätzlich auf passende Wohnungen aus der Wohnungsfürsorge des Bundes.
Seine Versetzung, Haushaltsgröße und finanzielle Belastung können bei einer konkreten Vergabe mit anderen sozialen und dienstlichen Kriterien berücksichtigt werden.
Eine Garantie auf eine BImA-Wohnung besteht trotzdem nicht.
Beispiel 2: Soldat pendelt und braucht nur eine kleine Wohnung
Eine Soldatin wird für mehrere Jahre an einen neuen Standort versetzt, während ihre Familie am bisherigen Wohnort bleibt. Eine tägliche Fahrt ist aufgrund der Entfernung nicht realistisch, ein kompletter Familienumzug soll aber ebenfalls nicht stattfinden.
Auch in dieser Situation kann die Wohnungsfürsorge bei der Suche nach einer geeigneten kleineren Unterkunft am Dienstort helfen.
Es muss also nicht immer die klassische Familienwohnung sein.
Beispiel 3: Rückversetzung aus dem Ausland
Ein SaZ kehrt nach mehreren Jahren Auslandsverwendung nach Deutschland zurück. Seine frühere Wohnung existiert nicht mehr und sein neuer Dienstort liegt in einer Region mit angespanntem Wohnungsmarkt.
Hier sollte bereits vor der Rückkehr Kontakt zwischen der zuständigen Bundeswehrverwaltungsstelle im Ausland und der Wohnungsfürsorge des neuen BwDLZ hergestellt werden.
Zusätzlich kann geprüft werden, ob der besondere Antrag zur bevorzugten Bereitstellung einer Wohnung nach beendeter Auslandsverwendung relevant ist.
25. Typische Fehler
Der häufigste Fehler besteht wahrscheinlich darin, die Wohnungsfürsorge überhaupt nicht zu nutzen und ausschließlich auf dem freien Markt zu suchen. Damit verzichtest du freiwillig auf einen zusätzlichen Wohnungsmarkt und auf eine kostenlose Beratungsstruktur, obwohl dein Status als Bundesbediensteter dir gerade diesen Zugang eröffnet.
Ein weiterer Fehler ist die Vorstellung, dass eine Anmeldung bei der Wohnungsfürsorge sämtliche eigenen Bemühungen ersetzt. Die Bundeswehr erwartet weiterhin Eigeninitiative, und einen Rechtsanspruch auf eine passende Wohnung gibt es nicht.
Ebenso ungünstig ist es, sich erst wenige Tage vor dem Dienstantritt zu melden. Je früher dein Wohnraumbedarf bekannt ist, desto mehr Angebote und Bewerbungsfristen kannst du berücksichtigen.
Bei einer konkreten BImA-Wohnung sollte außerdem nicht angenommen werden, dass automatisch die schnellste Bewerbung gewinnt. Dienstliche und soziale Kriterien entscheiden über die Vordringlichkeit.
Und schließlich solltest du gerade als Soldatin oder Soldat langfristige Zeitmietverträge kritisch prüfen. Der scheinbar schnelle Wohnungserfolg kann bei der nächsten Versetzung zum finanziellen Problem werden.
26. Fazit
Wer bei der Bundeswehr versetzt wird, muss seine neue Wohnung nicht ausschließlich auf denselben Immobilienportalen suchen wie der gesamte restliche Wohnungsmarkt.
Mit der Wohnungsfürsorge der Bundeswehr und der Wohnungsfürsorge des Bundes existiert ein zusätzliches System, das gerade für Soldatinnen und Soldaten bei Standortwechseln interessant sein kann.
Die Größenordnung ist dabei deutlich größer, als viele wahrscheinlich vermuten. Rund 62.000 Wohnungen an mehr als 500 Standorten gehören aktuell zum Portfolio der Wohnungsfürsorge des Bundes, wobei sowohl eigene BImA-Wohnungen als auch Objekte mit Belegungsrechten einbezogen werden.
Der eigentliche Vorteil liegt allerdings nicht allein in der Zahl der Wohnungen.
Du bekommst Zugang zu Wohnungsangeboten, die zunächst gezielt Bundesbediensteten zur Verfügung stehen, während deine individuelle Situation bei der Vergabe berücksichtigt werden kann. Eine dienstbedingte Trennung, fehlender Wohnraum, eine hohe Mietbelastung, dein Einkommen, die Größe deiner Familie oder Alleinerziehung können dabei eine Rolle spielen.
Zusätzlich kennt die Wohnungsfürsorge den regionalen Markt und kann auch bei der Suche nach Wohnungen privater Vermieterinnen und Vermieter unterstützen.
Trotzdem solltest du die Leistung realistisch einordnen.
Die Wohnungsfürsorge ist keine Garantie auf eine Wohnung und ersetzt nicht deine eigene Suche.
Sie ist ein zusätzlicher Weg.
Und gerade bei einer schwierigen Versetzung wäre es ziemlich unsinnig, diesen zusätzlichen Weg nicht zumindest zu nutzen.
Deshalb solltest du bei einer neuen Personalverfügung nicht erst dann an die Wohnungsfürsorge denken, wenn du bereits sämtliche Besichtigungen verloren hast.
Sobald dein neuer Dienstort feststeht und du dort Wohnraum benötigst, kannst du prüfen, welches BwDLZ zuständig ist, deinen Wohnraumbedarf melden, das BImA-Immobilienportal beobachten und gleichzeitig auf dem freien Markt weitersuchen.
Und wenn du eine volle Zusage der Umzugskostenvergütung bekommen hast, ist frühes Handeln ohnehin besonders wichtig, weil von dir eigene Wohnungsbemühungen erwartet werden.
Die einfache Regel lautet deshalb:
Neue Versetzung bekommen? Neben ImmoScout und Kleinanzeigen immer auch die Wohnungsfürsorge prüfen.
Es kostet dich nichts, erweitert deinen Wohnungsmarkt und kann gerade an schwierigen Standorten einen erheblichen Unterschied machen.
360° Soldaten-Vorteils-Check
Viele Leistungen der Bundeswehr sind nicht deshalb unbekannt, weil sie besonders kompliziert wären, sondern weil man sie im normalen Dienstalltag schlicht nie braucht und deshalb nie darüber spricht.
Die Wohnungsfürsorge ist ein gutes Beispiel dafür.
Mit unserem 360° Soldaten-Vorteils-Check schauen wir strukturiert darauf, welche dienstlichen, finanziellen und persönlichen Regelungen für deine aktuelle Situation relevant sein können und welche Möglichkeiten du möglicherweise noch nicht nutzt.
Du wirst versetzt, ziehst nach DZE um oder hast Fragen zu Trennungsgeld, Wohnung, Umzug oder deiner Absicherung am neuen Standort? Schreib uns direkt über WhatsApp.
1. Was die Wohnungsfürsorge der Bundeswehr überhaupt ist
Die Wohnungsfürsorge ist Teil der Fürsorge des Bundes als Arbeitgeber und Dienstherr. Ihr Ziel besteht darin, Bundesbedienstete dabei zu unterstützen, in der Nähe ihres Dienstortes angemessenen und möglichst bezahlbaren Wohnraum zu finden.
Für Soldatinnen und Soldaten ist dieses System besonders sinnvoll, weil Standortwechsel innerhalb eines normalen Berufslebens eher die Ausnahme sind, während sie bei der Bundeswehr durchaus mehrfach während einer Karriere vorkommen können.
Du hast möglicherweise gerade erst eine Wohnung gefunden, dich mit deiner Familie eingerichtet und deine Kinder in Kita oder Schule untergebracht, während wenige Jahre später die nächste Versetzung ansteht. Auf einem angespannten Wohnungsmarkt kann daraus ein erheblicher organisatorischer und finanzieller Aufwand entstehen.
Die Wohnungsfürsorge soll deshalb nicht nur eine Wohnung vermitteln, sondern auch dabei helfen, die Situation am neuen Standort überhaupt realistisch einzuschätzen.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennen beispielsweise den regionalen Wohnungsmarkt, verfügbare Wohnungsangebote und die Infrastruktur vor Ort und können Informationen zu Kindergärten, Schulen und anderen standortrelevanten Themen geben.
2. Warum viele Soldaten dieses Angebot nie nutzen
Die Wohnungsfürsorge gehört zu diesen Bundeswehrleistungen, die man häufig erst kennenlernt, wenn jemand zufällig davon erzählt.
Wer eine Versetzungsverfügung bekommt, denkt zunächst an Immobilienportale, Makler, Kleinanzeigen oder Kontakte von Kameradinnen und Kameraden. Dass parallel ein eigenes bundesweites System des Dienstherrn existiert, wird im normalen Truppenalltag deutlich seltener thematisiert.
Hinzu kommt, dass die Wohnungsfürsorge keine fertige Wohnung garantiert.
Dadurch entsteht schnell der Eindruck, dass man sich den Antrag sparen könne und lieber selbst sucht.
Genau das wäre aber zu kurz gedacht.
Eine Wohnung, die exklusiv für Bundesbedienstete ausgeschrieben wird, befindet sich schließlich in einem vollkommen anderen Bewerberumfeld als eine frei inserierte Wohnung in München, Hamburg, Berlin oder Köln, auf die innerhalb eines Tages mehrere hundert Anfragen eingehen können.
Die Wohnungsfürsorge erweitert deshalb vor allem deine Möglichkeiten.
Du solltest nicht entweder selbst suchen oder die Wohnungsfürsorge nutzen.
Der sinnvollste Weg ist:
beides parallel.
3. Wer die Wohnungsfürsorge nutzen kann
Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr gehören grundsätzlich zum wohnungsfürsorgeberechtigten Personenkreis des Bundes.
Das betrifft insbesondere SaZ und Berufssoldatinnen beziehungsweise Berufssoldaten.
Daneben nutzen selbstverständlich auch andere Bundesbedienstete die Wohnungsfürsorge, beispielsweise Bundesbeamtinnen und Bundesbeamte, Beschäftigte verschiedener Bundesbehörden und andere berechtigte Personengruppen.
Das ist wichtig, weil die Wohnungen der BImA nicht ausschließlich für die Bundeswehr reserviert sind.
Du konkurrierst bei einem entsprechenden Angebot also möglicherweise auch mit Bundespolizistinnen und Bundespolizisten, Zollbeschäftigten oder Beschäftigten anderer Bundesbehörden.
Trotzdem bleibt der Bewerberkreis erheblich kleiner als auf dem normalen freien Wohnungsmarkt.
4. Warum FWDL und Reservistendienstleistende eine Ausnahme sind
Die BImA nennt bei den Soldatinnen und Soldaten ausdrücklich zwei Gruppen, die nicht zum regulären wohnungsfürsorgeberechtigten Personenkreis gehören:
Freiwillig Wehrdienst Leistende und Reservistendienst Leistende.
Für aktive SaZ und BS ist diese Abgrenzung wichtig, weil teilweise pauschal gesagt wird:
„Jeder bei der Bundeswehr kann eine BImA-Wohnung bekommen.“
So allgemein stimmt das nicht.
Auch andere Unterkunftsmöglichkeiten innerhalb der Bundeswehr sind davon zu unterscheiden. Eine dienstlich bereitgestellte Unterkunft in einer Kaserne ist etwas anderes als eine Wohnung aus der Wohnungsfürsorge des Bundes, die du mit einem normalen Mietvertrag bewohnst.
5. Was nach dem DZE für SaZ gilt
Ein besonders interessanter Punkt betrifft Soldatinnen und Soldaten auf Zeit nach dem Ausscheiden.
Die Wohnungsfürsorgeberechtigung endet bei SaZ nach den aktuellen Informationen der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben nicht zwingend exakt am letzten Diensttag.
SaZ werden dort ausdrücklich auch für den Zeitraum aufgeführt, in dem ihnen Übergangsgebührnisse zustehen.
Gerade rund um das DZE kann das durchaus interessant sein.
Vielleicht ziehst du für deine zivile Anschlussverwendung in eine andere Stadt oder bleibst zunächst am bisherigen Standort und benötigst dort weiterhin bezahlbaren Wohnraum.
Dass die Wohnungsfürsorge in dieser Übergangsphase grundsätzlich weiterhin relevant sein kann, dürfte vielen ausscheidenden SaZ überhaupt nicht bekannt sein.
Natürlich bedeutet auch diese Berechtigung nicht, dass dir automatisch eine Wohnung zugeteilt wird. Sie bedeutet aber, dass du den Zugang nicht einfach mit dem letzten Diensttag abschreiben solltest.
6. Wo du deine zuständige Wohnungsfürsorgestelle findest
Die Bundeswehr verfügt bundesweit über 42 Bundeswehr-Dienstleistungszentren, kurz BwDLZ.
In jedem dieser Dienstleistungszentren gibt es eine Wohnungsfürsorgestelle.
Bei einer Versetzung ist grundsätzlich das BwDLZ interessant, das für deinen neuen Dienstort zuständig ist.
Du kannst dich entweder direkt an die dortige Wohnungsfürsorge wenden oder zunächst über den Personalbereich deiner eigenen Dienststelle gehen.
Gerade wenn du noch nie mit der Wohnungsfürsorge zu tun hattest, kann der Personalbereich dir helfen, die richtige Stelle und die benötigten Formulare zu finden.
Wichtig ist nur, dass du nicht wartest, bis du bereits am neuen Dienstort stehst und in zwei Tagen irgendwo einziehen musst.
7. Welche Wohnungen dort überhaupt angeboten werden
Die Wohnungsfürsorge der Bundeswehr arbeitet im Wesentlichen mit zwei Bereichen.
Zum einen gibt es die Wohnungen der Wohnungsfürsorge des Bundes, die über die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben beziehungsweise entsprechende Belegungsrechte des Bundes zur Verfügung stehen.
Zum anderen unterstützen die lokalen Wohnungsfürsorgestellen auch bei Wohnungen auf dem freien Wohnungsmarkt.
Das können beispielsweise Angebote privater Vermieterinnen und Vermieter oder von Wohnungsbaugesellschaften sein, die mit der Wohnungsfürsorge zusammenarbeiten.
Die Bundeswehr hat 2026 sogar noch einmal gezielt private Vermieter dazu aufgerufen, Wohnraum über die Wohnungsfürsorge an Bundeswehrangehörige vermitteln zu lassen, weil durch den personellen Aufwuchs der Streitkräfte zusätzlicher Wohnraumbedarf entsteht.
Die Wohnungsfürsorge ist damit nicht einfach nur ein einzelnes Immobilienportal.
Sie ist vielmehr eine zusätzliche Vermittlungsstruktur zwischen Soldatinnen und Soldaten, Bundeswohnungen und regionalem Wohnungsmarkt.
8. Die rund 62.000 Wohnungen der Wohnungsfürsorge des Bundes
Nach aktuellen Angaben der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben umfasst die Wohnungsfürsorge des Bundes rund 62.000 Wohnungen an mehr als 500 Standorten in Deutschland.
Dabei handelt es sich sowohl um eigene Wohnungen der BImA als auch um Wohnungen Dritter, für die der Bund entsprechende Belegungsrechte erworben hat.
Das ist wichtig, weil die Vorstellung häufig lautet:
„Die Bundeswehr hat irgendwo ein paar alte Dienstwohnungen.“
Die tatsächliche Wohnungsfürsorge ist wesentlich größer und bundesweit organisiert.
Natürlich bedeutet ein Bestand von 62.000 Wohnungen nicht, dass an deinem konkreten Dienstort gerade zehn passende Wohnungen frei sind.
Gerade in begehrten Ballungsräumen kann die Nachfrage auch innerhalb der Wohnungsfürsorge erheblich sein.
Trotzdem ist es ein zusätzlicher Markt, auf den normale Wohnungssuchende keinen unmittelbaren Zugriff haben.
9. Warum du bei diesen Wohnungen weniger Konkurrenz haben kannst
Freie Wohnungen der Wohnungsfürsorge werden zunächst gezielt für wohnungsfürsorgeberechtigte Bundesbedienstete angeboten.
Nach aktuellen BImA-Informationen läuft die Bewerbungsfrist üblicherweise vier Wochen ab Veröffentlichung.
Während dieser Phase können sich berechtigte Bundesbedienstete bewerben.
Erst wenn keine entsprechende Nachfrage besteht, können BImA-eigene Wohnungen anschließend auch auf dem normalen freien Wohnungsmarkt angeboten werden.
Das kann gerade in angespannten Städten einen erheblichen Vorteil darstellen.
Du stehst dann nicht automatisch in derselben Schlange wie sämtliche anderen Wohnungssuchenden der Stadt, sondern bewegst dich zunächst innerhalb eines begrenzten Bewerberkreises von Bundesbediensteten.
Die Konkurrenz verschwindet dadurch nicht.
Sie wird aber gefiltert.
10. Wie die Bewerbung auf eine BImA-Wohnung funktioniert
Die aktuellen Wohnungsangebote findest du über das Immobilienportal der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben im Bereich Wohnungsfürsorge.
Wenn du eine passende Wohnung gefunden hast, benötigst du den entsprechenden Antrag für Wohnungsbewerbende.
Deine Angaben müssen durch die zuständige Wohnungsfürsorgestelle beziehungsweise die Personalabteilung deiner Dienststelle bestätigt werden. Anschließend wird die Bewerbung an die BImA weitergeleitet.
Es reicht deshalb nicht unbedingt, nur bei einem Immobilienportal auf:
„Ich interessiere mich für diese Wohnung“
zu klicken.
Deine Wohnungsfürsorgeberechtigung und deine konkreten dienstlichen beziehungsweise sozialen Angaben werden Teil des Auswahlverfahrens.
Praktisch sinnvoll ist außerdem die Suchauftragsfunktion im BImA-Immobilienportal. Dort kannst du nach aktuellen Angaben passende Suchkriterien speichern und dich per E-Mail informieren lassen, wenn neue Angebote erscheinen.
Gerade bei einer bevorstehenden Versetzung kann das deutlich sinnvoller sein, als jeden Abend sämtliche Angebote manuell zu kontrollieren.
11. Wer eine Wohnung bekommt, wenn sich mehrere Personen bewerben
Hier liegt einer der größten Unterschiede zum normalen Wohnungsmarkt.
Wenn sich mehrere berechtigte Personen auf dieselbe Wohnung bewerben, entscheidet nicht einfach derjenige, der die Bewerbung fünf Minuten früher abgeschickt hat.
Die Wohnungsvergabestelle der BImA ermittelt die vordringlichste Bewerberin beziehungsweise den vordringlichsten Bewerber.
Dabei werden dienstliche und soziale Gründe grundsätzlich gleichrangig berücksichtigt.
Die aktuellen Entscheidungskriterien nennen beispielsweise den Bezug von Trennungsgeld, fehlenden oder unzureichenden Wohnraum am Dienstort, ein Missverhältnis zwischen Haushaltsnettoeinkommen und Miete, die Höhe des Einkommens, die Anzahl der Haushaltsmitglieder, Alleinerziehung sowie besondere Belange von Menschen in Ausbildung.
Menschen mit Schwerbehinderung beziehungsweise gleichgestellte Menschen erhalten zusätzlich eine erhöhte Berücksichtigung.
Das bedeutet:
Die Wohnungsvergabe ist kein normales:
„Wer gefällt dem Vermieter am besten?“
sondern folgt innerhalb der Wohnungsfürsorge einem strukturierten Auswahlverfahren.
12. Warum Trennungsgeld deine Position verbessern kann
Trennungsgeldempfängerinnen und Trennungsgeldempfänger werden bei den aktuellen Entscheidungskriterien ausdrücklich genannt.
Das macht auch aus Sicht des Dienstherrn Sinn.
Wenn eine Soldatin oder ein Soldat wegen einer Versetzung dauerhaft getrennt von der Familie wohnt und der Bund deshalb Trennungsgeld zahlt, besteht sowohl ein fürsorgerisches als auch ein finanzielles Interesse daran, eine geeignete Wohnlösung am neuen Standort zu ermöglichen.
Die Wohnungsfürsorge dient deshalb nicht ausschließlich deinem persönlichen Komfort.
Sie kann gleichzeitig dazu beitragen, Familien wieder zusammenzuführen und laufende dienstlich bedingte Mehrkosten zu reduzieren.
Trennungsgeld bedeutet allerdings nicht:
„Ich bekomme automatisch jede Wohnung vor allen anderen.“
Die verschiedenen sozialen und dienstlichen Kriterien werden im konkreten Bewerberfeld gegeneinander abgewogen.
13. Wann eine hohe Miete berücksichtigt wird
Besonders interessant ist ein konkreter Wert aus den BImA-Entscheidungskriterien.
Ein Missverhältnis zwischen Haushaltsnettoeinkommen und Miete kann als sozialer beziehungsweise dienstlicher Grund berücksichtigt werden. Die BImA nennt dabei ausdrücklich eine Mietbelastung von mehr als 40 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens.
Angenommen, du findest am neuen Dienstort zwar eine Wohnung, musst dafür aber einen erheblichen Anteil des gesamten verfügbaren Haushaltseinkommens aufwenden.
Dann kann diese Situation bei einer Bewerbung auf eine Wohnung der Wohnungsfürsorge relevant sein.
Das bedeutet nicht, dass jede Person oberhalb von 40 Prozent automatisch auf Platz eins rutscht.
Es ist eines von mehreren Kriterien.
Trotzdem ist es bemerkenswert, dass die finanzielle Belastung durch den regionalen Wohnungsmarkt ausdrücklich in die Vergabeentscheidung einfließen kann.
14. Familien, Alleinerziehende und Haushaltsgröße
Auch die Größe deines Haushalts wird berücksichtigt.
Eine Soldatin mit zwei Kindern benötigt nachvollziehbarerweise einen anderen Wohnraum als ein alleinlebender Soldat.
Die Wohnungsfürsorge schaut deshalb nicht ausschließlich auf die Dringlichkeit, sondern auch darauf, ob die Wohnung zur jeweiligen Haushaltsgröße passt.
Alleinerziehende Beschäftigte werden ebenfalls ausdrücklich als Entscheidungskriterium genannt.
Gerade bei einer Versetzung können hier mehrere Belastungen zusammenkommen. Eine alleinerziehende Soldatin muss beispielsweise nicht nur irgendeine Wohnung finden, sondern häufig gleichzeitig Kita, Schule, Fahrwege und Betreuungszeiten rund um den neuen Dienstort organisieren.
Genau für solche Situationen ist die Verbindung zwischen Wohnungsfürsorge und regionaler Beratung besonders hilfreich.
15. Bedeutet Versetzung automatisch Vorrang?
Nein.
Eine Versetzung ist ein klassischer Anlass, die Wohnungsfürsorge zu nutzen, erzeugt aber nicht automatisch einen Anspruch auf bevorzugte Zuteilung jeder gewünschten Wohnung.
Die Vergabestelle betrachtet die konkrete Situation aller Bewerberinnen und Bewerber.
Vielleicht bist du versetzt worden und suchst eine Wohnung.
Gleichzeitig bewirbt sich eine alleinerziehende Bundesbedienstete mit mehreren Kindern, die Trennungsgeld erhält, überhaupt keinen ausreichenden Wohnraum am Dienstort besitzt und deren aktuelle Mietbelastung besonders hoch ist.
Dann können deren soziale und dienstliche Gründe im konkreten Fall stärker wiegen.
Die Wohnungsfürsorge ist deshalb kein militärisches Rangsystem.
Dienstgrad oder Status allein entscheiden nicht über die Wohnung.
16. Kein Rechtsanspruch auf eine Wohnung
Dieser Punkt sollte sehr klar sein.
Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben weist ausdrücklich darauf hin:
Es besteht kein Rechtsanspruch auf eine Wohnung der Wohnungsfürsorge.
Auch wenn du wohnungsfürsorgeberechtigt bist, versetzt wurdest und dringend Wohnraum benötigst, kann es passieren, dass am gewünschten Standort aktuell keine geeignete Wohnung verfügbar ist oder andere Bewerberinnen und Bewerber im konkreten Auswahlverfahren als vordringlicher eingestuft werden.
Du solltest deshalb niemals deine gesamte Wohnungsplanung auf die Hoffnung setzen:
„Die Bundeswehr wird mir schon eine Wohnung geben.“
Das kann funktionieren.
Es kann sogar deutlich bessere Chancen eröffnen.
Aber du solltest parallel weiterhin selbst aktiv suchen.
17. Die Wohnungsfürsorge kann auch auf dem freien Markt helfen
Der zweite große Vorteil der Wohnungsfürsorge wird häufig übersehen.
Selbst wenn gerade keine passende BImA-Wohnung frei ist, kann die Wohnungsfürsorgestelle trotzdem hilfreich sein.
Die Bundeswehr arbeitet regional mit privaten Vermietern, Wohnungsunternehmen und teilweise weiteren Marktteilnehmern zusammen. Wohnungsfürsorgestellen können dadurch Angebote kennen, die du bei deiner eigenen Suche vielleicht noch nicht gefunden hast.
Hinzu kommt die Erfahrung mit dem regionalen Wohnungsmarkt.
Eine Person, die seit Jahren Soldatinnen und Soldaten bei Versetzungen nach München, Berlin oder Koblenz unterstützt, kann wahrscheinlich ziemlich schnell einschätzen, welche Stadtteile realistisch sind, welche Mieten üblich sind und welche Entfernungen zum Dienstort noch sinnvoll erscheinen.
Diese Beratung ist nach Angaben der Bundeswehr kostenlos und kann beliebig oft genutzt werden.
18. Was die Wohnungsfürsorge über den neuen Standort weiß
Wohnungssuche besteht gerade für Familien nicht nur aus Quadratmetern und Kaltmiete.
Vielleicht findest du eine günstige Wohnung, stellst aber zwei Wochen später fest, dass der Arbeitsweg zur Kaserne morgens 70 Minuten dauert, die Kita auf der anderen Seite der Stadt liegt und die nächste passende Schule kaum erreichbar ist.
Die Wohnungsfürsorge betrachtet deshalb auch das Umfeld.
Die Bundeswehr nennt ausdrücklich Kenntnisse über regionale Infrastruktur, Schulen und Kindergärten sowie die allgemeine Situation des Wohnungsmarktes.
Gerade wenn du einen Standort überhaupt nicht kennst, kann dieses Wissen wertvoll sein.
Eine Wohnung, die auf ImmoScout gut aussieht, ist schließlich nicht automatisch die sinnvollste Wohnung für deinen tatsächlichen Bundeswehralltag.
19. Auch Pendler können die Unterstützung nutzen
Wohnungsfürsorge bedeutet nicht zwangsläufig:
„Ich ziehe mit meiner gesamten Familie an den neuen Standort.“
Auch Pendlerinnen und Pendler können unterstützt werden.
Vielleicht bleibt deine Familie bewusst am bisherigen Wohnort, während du am neuen Dienstort eine kleinere Wohnung oder Unterkunft benötigst.
Auch dafür kann die Wohnungsfürsorge bei der Suche nach geeignetem Wohnraum helfen.
Das ist gerade bei zeitlich begrenzten Verwendungen interessant, bei denen ein kompletter Familienumzug nicht sinnvoll erscheint.
Wichtig ist allerdings, die Wohnungssuche sauber von Fragen zu Trennungsgeld, Umzugskostenvergütung und gegebenenfalls Unterkunft in der Kaserne zu unterscheiden.
Das sind verschiedene Systeme, die miteinander zusammenhängen können, aber nicht dasselbe sind.
20. Warum du bei einer zugesagten Umzugskostenvergütung früh aktiv werden solltest
Wenn dir eine volle Umzugskostenvergütung zugesagt wurde, solltest du die Wohnungssuche nicht unnötig aufschieben.
Die offiziellen Bundeswehrinformationen zu Umzügen weisen ausdrücklich darauf hin, dass bereits nach Bekanntgabe der Zusage eigene Wohnungsbemühungen erwartet werden und der Wohnraumbedarf der zuständigen Wohnungsfürsorgestelle möglichst umgehend mitgeteilt werden soll.
Das ist ein Punkt, den man nicht unterschätzen sollte.
Die Wohnungsfürsorge ist Unterstützung, keine Ausrede dafür, selbst überhaupt nichts zu tun.
Gerade wenn später bestimmte weitere Leistungen wegen eines schwierigen Wohnungsmarktes relevant werden, kann es wichtig sein, nachvollziehbar darzustellen, dass du dich tatsächlich um eine Wohnung bemüht hast.
Deshalb lohnt es sich, Wohnungsbewerbungen, Absagen und andere Bemühungen zumindest bei schwierigen Wohnungsmärkten vernünftig zu dokumentieren.
21. Vorsicht bei Zeitmietverträgen
Eine Versetzung kann schneller kommen, als man denkt.
Deshalb weist die Bundeswehr in ihren Umzugsinformationen ausdrücklich darauf hin, bei neuen Mietverträgen vorsichtig mit langfristigen Zeitmietverträgen zu sein.
Ein normaler unbefristeter Mietvertrag mit den gesetzlichen Kündigungsregelungen gibt dir bei einer erneuten Versetzung wesentlich mehr Flexibilität.
Wenn du dagegen einen langfristigen Zeitmietvertrag unterschreibst, kann eine weitere Versetzung dazu führen, dass du noch Monate oder sogar Jahre an den Vertrag gebunden bist.
Die Bundeswehr empfiehlt deshalb bei unvermeidbaren Zeitmietverträgen beispielsweise ein Sonderkündigungsrecht für eine erneute dienstliche Verwendung an einem anderen Standort beziehungsweise eine entsprechende Nachmieterregelung zu vereinbaren.
Besonders wichtig:
Zusätzliche Kosten, die allein daraus entstehen, dass du dich freiwillig langfristig an einen ungünstigen Zeitmietvertrag gebunden hast, werden nicht automatisch vom Dienstherrn übernommen.
Die Wohnungsfürsorge ist deshalb nicht nur für das Finden einer Wohnung interessant, sondern kann auch vor einem problematischen Mietvertrag warnen.
22. Was bei einer Rückkehr aus dem Ausland besonders interessant ist
Für Soldatinnen und Soldaten, die nach einer Auslandsverwendung wieder nach Deutschland zurückkehren, gibt es eine zusätzliche interessante Möglichkeit.
Die offiziellen Umzugsinformationen der Bundeswehr sehen einen Antrag auf bevorzugte Bereitstellung einer Wohnung im Inland nach beendeter Auslandsverwendung vor.
Damit kann die Wohnungsfürsorge bei der Rückkehr besonders relevant werden.
Das ist nachvollziehbar.
Wer mehrere Jahre im Ausland eingesetzt war, hat in Deutschland möglicherweise gar keine eigene Wohnung mehr und muss gleichzeitig relativ kurzfristig zum neuen inländischen Dienstort zurückkehren.
Gerade in Ballungsräumen entsteht dadurch eine besondere Situation, bei der eine frühzeitige Verbindung zwischen Bundeswehrverwaltungsstelle im Ausland und der zuständigen Wohnungsfürsorge im Inland sinnvoll ist.
Wer weiß, dass die Rückversetzung bevorsteht, sollte deshalb nicht warten, bis die Umzugskartons bereits gepackt sind.
23. Wie du praktisch vorgehst
Wenn du eine Versetzung bekommst und am neuen Dienstort Wohnraum brauchst, solltest du mehrere Dinge parallel starten.
Zunächst findest du heraus, welches Bundeswehr-Dienstleistungszentrum für deinen neuen Standort zuständig ist, und meldest dort deinen Wohnraumbedarf beziehungsweise nimmst Kontakt mit der Wohnungsfürsorgestelle auf.
Anschließend solltest du dir erklären lassen, welche internen beziehungsweise bundesweiten Wohnungsangebote für dich infrage kommen und wie dein Antrag auf Wohnungsfürsorge beziehungsweise eine konkrete BImA-Wohnung gestellt wird.
Parallel solltest du das Immobilienportal der BImA beobachten und dort einen Suchauftrag anlegen, damit neue passende Wohnungen automatisch gemeldet werden.
Gleichzeitig läuft deine normale Wohnungssuche auf dem freien Markt weiter.
Wenn du bereits Trennungsgeld erhältst, eine besonders hohe Mietbelastung hast, alleinerziehend bist oder andere besondere soziale beziehungsweise dienstliche Gründe vorliegen, gehören diese Informationen vollständig in deinen Antrag.
Der größte Fehler wäre, die Wohnungsfürsorge erst dann zu kontaktieren, wenn dein Dienstantritt unmittelbar bevorsteht und sämtliche anderen Möglichkeiten bereits gescheitert sind.
24. Drei Beispiele aus dem Soldatenalltag
Beispiel 1: Versetzung in einen angespannten Ballungsraum
Ein Hauptfeldwebel wird von Niedersachsen nach München versetzt. Seine Ehefrau und die beiden Kinder sollen mit umziehen, auf dem freien Wohnungsmarkt findet die Familie aber kaum eine geeignete Wohnung zu einem tragbaren Preis.
Neben der normalen Wohnungssuche meldet der Soldat seinen Wohnraumbedarf bei der zuständigen Wohnungsfürsorgestelle an und bewirbt sich zusätzlich auf passende Wohnungen aus der Wohnungsfürsorge des Bundes.
Seine Versetzung, Haushaltsgröße und finanzielle Belastung können bei einer konkreten Vergabe mit anderen sozialen und dienstlichen Kriterien berücksichtigt werden.
Eine Garantie auf eine BImA-Wohnung besteht trotzdem nicht.
Beispiel 2: Soldat pendelt und braucht nur eine kleine Wohnung
Eine Soldatin wird für mehrere Jahre an einen neuen Standort versetzt, während ihre Familie am bisherigen Wohnort bleibt. Eine tägliche Fahrt ist aufgrund der Entfernung nicht realistisch, ein kompletter Familienumzug soll aber ebenfalls nicht stattfinden.
Auch in dieser Situation kann die Wohnungsfürsorge bei der Suche nach einer geeigneten kleineren Unterkunft am Dienstort helfen.
Es muss also nicht immer die klassische Familienwohnung sein.
Beispiel 3: Rückversetzung aus dem Ausland
Ein SaZ kehrt nach mehreren Jahren Auslandsverwendung nach Deutschland zurück. Seine frühere Wohnung existiert nicht mehr und sein neuer Dienstort liegt in einer Region mit angespanntem Wohnungsmarkt.
Hier sollte bereits vor der Rückkehr Kontakt zwischen der zuständigen Bundeswehrverwaltungsstelle im Ausland und der Wohnungsfürsorge des neuen BwDLZ hergestellt werden.
Zusätzlich kann geprüft werden, ob der besondere Antrag zur bevorzugten Bereitstellung einer Wohnung nach beendeter Auslandsverwendung relevant ist.
25. Typische Fehler
Der häufigste Fehler besteht wahrscheinlich darin, die Wohnungsfürsorge überhaupt nicht zu nutzen und ausschließlich auf dem freien Markt zu suchen. Damit verzichtest du freiwillig auf einen zusätzlichen Wohnungsmarkt und auf eine kostenlose Beratungsstruktur, obwohl dein Status als Bundesbediensteter dir gerade diesen Zugang eröffnet.
Ein weiterer Fehler ist die Vorstellung, dass eine Anmeldung bei der Wohnungsfürsorge sämtliche eigenen Bemühungen ersetzt. Die Bundeswehr erwartet weiterhin Eigeninitiative, und einen Rechtsanspruch auf eine passende Wohnung gibt es nicht.
Ebenso ungünstig ist es, sich erst wenige Tage vor dem Dienstantritt zu melden. Je früher dein Wohnraumbedarf bekannt ist, desto mehr Angebote und Bewerbungsfristen kannst du berücksichtigen.
Bei einer konkreten BImA-Wohnung sollte außerdem nicht angenommen werden, dass automatisch die schnellste Bewerbung gewinnt. Dienstliche und soziale Kriterien entscheiden über die Vordringlichkeit.
Und schließlich solltest du gerade als Soldatin oder Soldat langfristige Zeitmietverträge kritisch prüfen. Der scheinbar schnelle Wohnungserfolg kann bei der nächsten Versetzung zum finanziellen Problem werden.
26. Fazit
Wer bei der Bundeswehr versetzt wird, muss seine neue Wohnung nicht ausschließlich auf denselben Immobilienportalen suchen wie der gesamte restliche Wohnungsmarkt.
Mit der Wohnungsfürsorge der Bundeswehr und der Wohnungsfürsorge des Bundes existiert ein zusätzliches System, das gerade für Soldatinnen und Soldaten bei Standortwechseln interessant sein kann.
Die Größenordnung ist dabei deutlich größer, als viele wahrscheinlich vermuten. Rund 62.000 Wohnungen an mehr als 500 Standorten gehören aktuell zum Portfolio der Wohnungsfürsorge des Bundes, wobei sowohl eigene BImA-Wohnungen als auch Objekte mit Belegungsrechten einbezogen werden.
Der eigentliche Vorteil liegt allerdings nicht allein in der Zahl der Wohnungen.
Du bekommst Zugang zu Wohnungsangeboten, die zunächst gezielt Bundesbediensteten zur Verfügung stehen, während deine individuelle Situation bei der Vergabe berücksichtigt werden kann. Eine dienstbedingte Trennung, fehlender Wohnraum, eine hohe Mietbelastung, dein Einkommen, die Größe deiner Familie oder Alleinerziehung können dabei eine Rolle spielen.
Zusätzlich kennt die Wohnungsfürsorge den regionalen Markt und kann auch bei der Suche nach Wohnungen privater Vermieterinnen und Vermieter unterstützen.
Trotzdem solltest du die Leistung realistisch einordnen.
Die Wohnungsfürsorge ist keine Garantie auf eine Wohnung und ersetzt nicht deine eigene Suche.
Sie ist ein zusätzlicher Weg.
Und gerade bei einer schwierigen Versetzung wäre es ziemlich unsinnig, diesen zusätzlichen Weg nicht zumindest zu nutzen.
Deshalb solltest du bei einer neuen Personalverfügung nicht erst dann an die Wohnungsfürsorge denken, wenn du bereits sämtliche Besichtigungen verloren hast.
Sobald dein neuer Dienstort feststeht und du dort Wohnraum benötigst, kannst du prüfen, welches BwDLZ zuständig ist, deinen Wohnraumbedarf melden, das BImA-Immobilienportal beobachten und gleichzeitig auf dem freien Markt weitersuchen.
Und wenn du eine volle Zusage der Umzugskostenvergütung bekommen hast, ist frühes Handeln ohnehin besonders wichtig, weil von dir eigene Wohnungsbemühungen erwartet werden.
Die einfache Regel lautet deshalb:
Neue Versetzung bekommen? Neben ImmoScout und Kleinanzeigen immer auch die Wohnungsfürsorge prüfen.
Es kostet dich nichts, erweitert deinen Wohnungsmarkt und kann gerade an schwierigen Standorten einen erheblichen Unterschied machen.
360° Soldaten-Vorteils-Check
Viele Leistungen der Bundeswehr sind nicht deshalb unbekannt, weil sie besonders kompliziert wären, sondern weil man sie im normalen Dienstalltag schlicht nie braucht und deshalb nie darüber spricht.
Die Wohnungsfürsorge ist ein gutes Beispiel dafür.
Mit unserem 360° Soldaten-Vorteils-Check schauen wir strukturiert darauf, welche dienstlichen, finanziellen und persönlichen Regelungen für deine aktuelle Situation relevant sein können und welche Möglichkeiten du möglicherweise noch nicht nutzt.
Du wirst versetzt, ziehst nach DZE um oder hast Fragen zu Trennungsgeld, Wohnung, Umzug oder deiner Absicherung am neuen Standort? Schreib uns direkt über WhatsApp.
Häufige Fragen
01
Gibt es bei der Bundeswehr wirklich eine eigene Wohnungsfürsorge?
Ja. In jedem der 42 Bundeswehr-Dienstleistungszentren gibt es eine Wohnungsfürsorgestelle, die Bundeswehrangehörige bei der Wohnungssuche unterstützt.
02
Bekomme ich bei einer Versetzung automatisch eine Wohnung?
Nein. Die Wohnungsfürsorge unterstützt bei der Suche, einen Rechtsanspruch auf eine Wohnung der Wohnungsfürsorge gibt es jedoch nicht.
03
Gibt es Wohnungen, die nur Bundesbediensteten angeboten werden?
Wohnungen der Wohnungsfürsorge des Bundes werden zunächst innerhalb eines festgelegten Bewerbungszeitraums wohnungsfürsorgeberechtigten Bundesbediensteten angeboten.
04
Wie viele Wohnungen gibt es?
Die BImA gibt aktuell rund 62.000 Wohnungen an mehr als 500 Standorten in Deutschland an.
05
Kann ich als SaZ die Wohnungsfürsorge nutzen?
Ja. SaZ gehören grundsätzlich zum wohnungsfürsorgeberechtigten Personenkreis.
06
Kann ich als Berufssoldat die Wohnungsfürsorge nutzen?
Ja.
07
Können FWDL die BImA-Wohnungsfürsorge nutzen?
Freiwillig Wehrdienst Leistende werden von der BImA ausdrücklich vom regulären wohnungsfürsorgeberechtigten Personenkreis der Soldatinnen und Soldaten ausgenommen.
08
Was gilt für Reservistendienstleistende?
Auch Reservistendienst Leistende werden bei der regulären Wohnungsfürsorgeberechtigung ausdrücklich ausgenommen.
09
Kann ich die Wohnungsfürsorge nach meinem DZE noch nutzen?
SaZ werden von der BImA ausdrücklich auch für den Zeitraum der Übergangsgebührnisse als wohnungsfürsorgeberechtigt aufgeführt. Die konkrete Situation sollte bei Bedarf mit der zuständigen Stelle geprüft werden.
10
Wer bekommt eine Wohnung, wenn es mehrere Bewerber gibt?
Die BImA wählt die vordringlichste Bewerbung anhand dienstlicher und sozialer Gründe aus. Die Kriterien sind grundsätzlich gleichrangig und werden im konkreten Einzelfall gegeneinander abgewogen.
11
Wird Trennungsgeld berücksichtigt?
Ja. Trennungsgeldempfängerinnen und Trennungsgeldempfänger werden in den aktuellen Entscheidungskriterien ausdrücklich genannt.
12
Spielt mein Einkommen eine Rolle?
Ja. Unter anderem können geringere Einkommen sowie das Verhältnis zwischen Haushaltsnettoeinkommen und Mietbelastung berücksichtigt werden.
13
Ab wann gilt die Mietbelastung als besonders hoch?
Die BImA nennt in ihren Entscheidungskriterien ausdrücklich eine Mietbelastung von mehr als 40 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens.
14
Werden Kinder berücksichtigt?
Ja. Die Anzahl der zum Haushalt gehörenden Personen gehört zu den Entscheidungskriterien.
15
Werden Alleinerziehende bevorzugt berücksichtigt?
Alleinerziehende Beschäftigte werden ausdrücklich als eines der Abwägungskriterien genannt.
16
Kann ich auch als Pendler Hilfe bekommen?
Ja. Die Bundeswehr weist ausdrücklich darauf hin, dass auch Pendlerinnen und Pendler bei der Suche nach geeignetem Wohnraum unterstützt werden.
17
Kostet die Beratung etwas?
Nach Angaben der Bundeswehr ist die Beratung der Wohnungsfürsorge kostenlos und kann wiederholt genutzt werden.
Quellen zum Nachlesen
Bundeswehr – Versetzt: Wie finde ich jetzt eine neue Wohnung?
Wohnungsfürsorge der Bundeswehr bei Versetzung
Wohnungsfürsorge der Bundeswehr bei Versetzung
Bundeswehr – Wohnraum vermieten über die Wohnungsfürsorge der Bundeswehr
Aktueller Ausbau der Wohnungsfürsorge 2026
Aktueller Ausbau der Wohnungsfürsorge 2026
Bundeswehr – Die 42 Bundeswehr-Dienstleistungszentren
Bundeswehr-Dienstleistungszentren
Bundeswehr-Dienstleistungszentren
Bundesanstalt für Immobilienaufgaben – Informationen der Wohnungsvergabestelle
Wohnungsfürsorge des Bundes
Wohnungsfürsorge des Bundes
BImA – So funktioniert die Wohnungsfürsorge
Wer als Soldatin oder Soldat wohnungsfürsorgeberechtigt ist
Wer als Soldatin oder Soldat wohnungsfürsorgeberechtigt ist
Bundesanstalt für Immobilienaufgaben – Zugang zu den Mietangeboten
Zugang zu den Wohnungsangeboten und Bewerbungsverfahren
Zugang zu den Wohnungsangeboten und Bewerbungsverfahren
Bundesanstalt für Immobilienaufgaben – Entscheidungskriterien
Entscheidungskriterien bei mehreren Bewerbungen
Entscheidungskriterien bei mehreren Bewerbungen
Bundesanstalt für Immobilienaufgaben – Immobilienportal
Immobilienportal der BImA
Immobilienportal der BImA
Bundeswehr – Hinweise zur sozialen Absicherung der Soldatinnen und Soldaten
Wohnungsfürsorge und soziale Absicherung von Soldatinnen und Soldaten
Wohnungsfürsorge und soziale Absicherung von Soldatinnen und Soldaten
Bundeswehr – Informationspaket Umzüge
Wohnungssuche bei zugesagter Umzugskostenvergütung
Wohnungssuche bei zugesagter Umzugskostenvergütung
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8 Jahre Panzergrenadier, ROA a. d. W.
„Ich hätte mir das damals selbst gewünscht. Deshalb gibt es uns.“
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Daniel
Soldaten-Pate
7 Jahre IT-Feldwebel, FW-Laufbahn
„Ich weiß noch genau, wie sich der erste Tag anfühlt. Deshalb nehme ich jede Frage ernst, auch die, die klein wirkt.“
[ Damals · Feldjäger ]

Afsal
Soldaten-Pate
4 Jahre Feldjäger, ROA i.W.
„Ich sage, wie es ist. Und was man daraus macht.“
[ Damals · Panzergrenadier ]

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