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Finanzen als Soldat: Wie viel solltest du sparen, investieren und für Fixkosten einplanen?

Karriere & Wege

Gez.

Daniel, Levin & Afsal

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Finanzen als Soldat: Wie viel solltest du sparen, investieren und für Fixkosten einplanen?

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Letzte Aktualisierung: Oktober 2026

Einordnung

Für viele junge Soldatinnen und Soldaten verändert sich mit dem Dienstantritt finanziell sehr viel auf einmal.

Vielleicht hast du vorher noch bei deinen Eltern gewohnt, warst Schüler oder in Ausbildung und hattest nur wenige hundert Euro im Monat zur Verfügung. Wenige Monate später bekommst du plötzlich eine regelmäßige Besoldung, wohnst eventuell weiterhin günstig zu Hause und hast zum ersten Mal das Gefühl:

„Ich habe richtig Geld zur Verfügung.“

Genau diese Phase kann finanziell extrem wertvoll sein.

Sie kann aber genauso schnell dazu führen, dass sich dein Lebensstandard innerhalb weniger Monate an dein neues Einkommen anpasst.

Das erste Auto wird finanziert.

Das Smartphone wird teurer.

Aus einem Streamingdienst werden fünf.

Jedes Wochenende wird mehr ausgegeben.

Vielleicht kommt eine eigene Wohnung dazu.

Und irgendwann stellst du fest:

Obwohl du heute deutlich mehr verdienst als früher, bleibt am Monatsende genauso wenig übrig.

Das ist kein spezielles Problem von Soldaten. Bei der Bundeswehr kommt allerdings eine Besonderheit hinzu: Gerade als junger SaZ kannst du relativ früh ein regelmäßiges Einkommen haben, während gleichzeitig einige typische zivile Kosten anders ausfallen. Später können außerdem Beförderungen, Familienzuschläge, Zulagen oder Zahlungen aus besonderen Verwendungen dazukommen.

Dadurch kann dein verfügbares Einkommen über die Jahre deutlich steigen.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht:

„Wie viel darf ein Soldat im Monat ausgeben?“

Und genauso wenig gibt es eine magische Sparquote, die für jeden Soldaten richtig ist.

Ein 19-jähriger Soldat, der noch bei seinen Eltern wohnt und 300 Euro zu Hause abgibt, befindet sich finanziell in einer vollkommen anderen Situation als ein verheirateter SaZ mit Kind, eigener Wohnung und zwei Fahrzeugen.

Eine pauschale Regel wie:

„50 Prozent Fixkosten, 30 Prozent Freizeit, 20 Prozent sparen“

kann eine Orientierung sein.

Sie sollte aber nicht wie ein Naturgesetz behandelt werden.

Viel wichtiger ist, dass du vier Dinge sauber voneinander trennst:

Was kostet dein Leben jeden Monat zwingend?

Welche Rücklagen brauchst du für unerwartete Ausgaben und dein DZE?

Welchen Teil möchtest du langfristig investieren?

Und wie viel möchtest du bewusst für dein heutiges Leben ausgeben?

Wenn diese vier Bereiche zusammenpassen, ist dein Finanzplan wahrscheinlich wesentlich stabiler als bei jemandem, der zwar eine perfekte Sparquote aus einem TikTok-Video kennt, aber jeden Monat seinen Dispokredit benutzt.

Letzte Aktualisierung: Oktober 2026

Einordnung

Für viele junge Soldatinnen und Soldaten verändert sich mit dem Dienstantritt finanziell sehr viel auf einmal.

Vielleicht hast du vorher noch bei deinen Eltern gewohnt, warst Schüler oder in Ausbildung und hattest nur wenige hundert Euro im Monat zur Verfügung. Wenige Monate später bekommst du plötzlich eine regelmäßige Besoldung, wohnst eventuell weiterhin günstig zu Hause und hast zum ersten Mal das Gefühl:

„Ich habe richtig Geld zur Verfügung.“

Genau diese Phase kann finanziell extrem wertvoll sein.

Sie kann aber genauso schnell dazu führen, dass sich dein Lebensstandard innerhalb weniger Monate an dein neues Einkommen anpasst.

Das erste Auto wird finanziert.

Das Smartphone wird teurer.

Aus einem Streamingdienst werden fünf.

Jedes Wochenende wird mehr ausgegeben.

Vielleicht kommt eine eigene Wohnung dazu.

Und irgendwann stellst du fest:

Obwohl du heute deutlich mehr verdienst als früher, bleibt am Monatsende genauso wenig übrig.

Das ist kein spezielles Problem von Soldaten. Bei der Bundeswehr kommt allerdings eine Besonderheit hinzu: Gerade als junger SaZ kannst du relativ früh ein regelmäßiges Einkommen haben, während gleichzeitig einige typische zivile Kosten anders ausfallen. Später können außerdem Beförderungen, Familienzuschläge, Zulagen oder Zahlungen aus besonderen Verwendungen dazukommen.

Dadurch kann dein verfügbares Einkommen über die Jahre deutlich steigen.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht:

„Wie viel darf ein Soldat im Monat ausgeben?“

Und genauso wenig gibt es eine magische Sparquote, die für jeden Soldaten richtig ist.

Ein 19-jähriger Soldat, der noch bei seinen Eltern wohnt und 300 Euro zu Hause abgibt, befindet sich finanziell in einer vollkommen anderen Situation als ein verheirateter SaZ mit Kind, eigener Wohnung und zwei Fahrzeugen.

Eine pauschale Regel wie:

„50 Prozent Fixkosten, 30 Prozent Freizeit, 20 Prozent sparen“

kann eine Orientierung sein.

Sie sollte aber nicht wie ein Naturgesetz behandelt werden.

Viel wichtiger ist, dass du vier Dinge sauber voneinander trennst:

Was kostet dein Leben jeden Monat zwingend?

Welche Rücklagen brauchst du für unerwartete Ausgaben und dein DZE?

Welchen Teil möchtest du langfristig investieren?

Und wie viel möchtest du bewusst für dein heutiges Leben ausgeben?

Wenn diese vier Bereiche zusammenpassen, ist dein Finanzplan wahrscheinlich wesentlich stabiler als bei jemandem, der zwar eine perfekte Sparquote aus einem TikTok-Video kennt, aber jeden Monat seinen Dispokredit benutzt.

[ Kurz gesagt ]

Es gibt keine Sparquote, die für jeden Soldaten richtig ist.

Als grobe Orientierung kannst du deine Finanzen aber in vier Bereiche aufteilen: notwendige laufende Kosten, kurzfristige Rücklagen, langfristigen Vermögensaufbau und frei verfügbares Geld.

Für viele junge Soldaten kann es sinnvoll sein, zunächst einen Notgroschen aufzubauen und anschließend einen regelmäßigen Teil des Einkommens langfristig zu investieren. Die Verbraucherzentrale nennt für einen Notgroschen beispielsweise zwei bis drei Monatsgehälter als mögliche Daumenregel, weist aber ausdrücklich darauf hin, dass die tatsächlich sinnvolle Höhe von der persönlichen Situation abhängt.

Ein SaZ sollte darüber hinaus sein späteres Dienstzeitende – DZE im Blick behalten. Übergangsgebührnisse und andere Leistungen können den Übergang in das zivile Berufsleben erheblich erleichtern, sollten aber nicht dazu führen, dass du bis zum DZE keinerlei eigene Rücklagen aufbaust. Die aktuelle gesetzliche Höhe der Übergangsgebührnisse beträgt grundsätzlich 75 Prozent der maßgeblichen Dienstbezüge des letzten Monats; die Dauer hängt unter anderem von deiner bereits geleisteten Wehrdienstzeit ab.

Für langfristiges Investieren kann ein breit gestreutes Portfolio interessant sein. Wer Geld in Aktien investiert, muss allerdings zwischenzeitliche starke Wertschwankungen akzeptieren können. Die Verbraucherzentrale empfiehlt für langfristigen Vermögensaufbau eine möglichst breite Streuung und nennt weltweit investierende Aktien-ETFs als eine vergleichsweise einfache Möglichkeit, weist aber genauso klar auf das Verlustrisiko hin.

Eine mögliche Orientierung könnte beispielsweise so aussehen:

notwendige Fix- und Lebenshaltungskosten – möglichst etwa 50–65 %

Rücklagen / kurzfristige Ziele – etwa 5–15 %

langfristiger Vermögensaufbau – etwa 10–20 % oder mehr

Freizeit und frei verfügbares Geld – Rest

Diese Werte sind keine allgemeingültige Regel.

Wer noch bei seinen Eltern lebt, kann vielleicht 30 oder sogar 40 Prozent seines Einkommens zurücklegen.

Wer Familie, hohe Wohnkosten oder kurzfristig größere Ausgaben hat, kann zeitweise deutlich darunter liegen.

Entscheidend ist weniger die perfekte Prozentzahl als die Tatsache, dass nach deinen laufenden Kosten regelmäßig etwas übrig bleibt.

[ Kurz gesagt ]

Es gibt keine Sparquote, die für jeden Soldaten richtig ist.

Als grobe Orientierung kannst du deine Finanzen aber in vier Bereiche aufteilen: notwendige laufende Kosten, kurzfristige Rücklagen, langfristigen Vermögensaufbau und frei verfügbares Geld.

Für viele junge Soldaten kann es sinnvoll sein, zunächst einen Notgroschen aufzubauen und anschließend einen regelmäßigen Teil des Einkommens langfristig zu investieren. Die Verbraucherzentrale nennt für einen Notgroschen beispielsweise zwei bis drei Monatsgehälter als mögliche Daumenregel, weist aber ausdrücklich darauf hin, dass die tatsächlich sinnvolle Höhe von der persönlichen Situation abhängt.

Ein SaZ sollte darüber hinaus sein späteres Dienstzeitende – DZE im Blick behalten. Übergangsgebührnisse und andere Leistungen können den Übergang in das zivile Berufsleben erheblich erleichtern, sollten aber nicht dazu führen, dass du bis zum DZE keinerlei eigene Rücklagen aufbaust. Die aktuelle gesetzliche Höhe der Übergangsgebührnisse beträgt grundsätzlich 75 Prozent der maßgeblichen Dienstbezüge des letzten Monats; die Dauer hängt unter anderem von deiner bereits geleisteten Wehrdienstzeit ab.

Für langfristiges Investieren kann ein breit gestreutes Portfolio interessant sein. Wer Geld in Aktien investiert, muss allerdings zwischenzeitliche starke Wertschwankungen akzeptieren können. Die Verbraucherzentrale empfiehlt für langfristigen Vermögensaufbau eine möglichst breite Streuung und nennt weltweit investierende Aktien-ETFs als eine vergleichsweise einfache Möglichkeit, weist aber genauso klar auf das Verlustrisiko hin.

Eine mögliche Orientierung könnte beispielsweise so aussehen:

notwendige Fix- und Lebenshaltungskosten – möglichst etwa 50–65 %

Rücklagen / kurzfristige Ziele – etwa 5–15 %

langfristiger Vermögensaufbau – etwa 10–20 % oder mehr

Freizeit und frei verfügbares Geld – Rest

Diese Werte sind keine allgemeingültige Regel.

Wer noch bei seinen Eltern lebt, kann vielleicht 30 oder sogar 40 Prozent seines Einkommens zurücklegen.

Wer Familie, hohe Wohnkosten oder kurzfristig größere Ausgaben hat, kann zeitweise deutlich darunter liegen.

Entscheidend ist weniger die perfekte Prozentzahl als die Tatsache, dass nach deinen laufenden Kosten regelmäßig etwas übrig bleibt.

[ Inhalt ]

01

Das größte finanzielle Risiko ist häufig nicht ein niedriges Einkommen, sondern steigende Fixkosten

02

Fixkosten sind nicht automatisch schlecht

03

Wie hoch dürfen deine Fixkosten sein?

04

Das Auto ist bei jungen Soldaten häufig der größte finanzielle Hebel

05

Konsumkredite können dir zukünftiges Einkommen wegnehmen

06

Bevor du investierst, solltest du einen Notgroschen haben

07

Notgroschen und Investieren sollten getrennt werden

08

Als SaZ solltest du zusätzlich eine DZE-Rücklage aufbauen

09

Übergangsgebührnisse sind kein Freifahrtschein für hohe Fixkosten

10

Wie hoch sollte deine DZE-Rücklage sein?

11

Kurzfristiges Sparen und langfristiges Investieren verfolgen unterschiedliche Ziele

12

Wie viel solltest du monatlich investieren?

13

Erhöhe deine Sparrate bei jeder Beförderung

14

Investieren bedeutet nicht, dass du ständig Aktien auswählen musst

15

Das beste Investment bringt wenig, wenn du gleichzeitig teure Schulden hast

16

Zusätzliche Einnahmen solltest du anders behandeln als dein normales Einkommen

17

Einsatzgeld kann ein finanzieller Beschleuniger sein

18

Ein höherer Dienstgrad bedeutet nicht automatisch mehr Vermögen

19

Nutze Automatisierung statt Willenskraft

20

Vermögenswirksame Leistungen solltest du zumindest kennen

21

Drei Konten können bereits einen großen Unterschied machen

22

Wie viel solltest du für Freizeit ausgeben?

23

Beispielbudget: junger Mannschaftssoldat, der noch zu Hause wohnt

24

Beispielbudget: Unteroffizier mit eigener Wohnung

25

Beispielbudget: verheirateter SaZ mit Kind

26

Wenn du aktuell gar nichts sparen kannst, fang nicht mit ETFs an – fang mit deinem Budget an

27

Drei typische Situationen

28

Typische Irrtümer

29

Fazit

Häufige Fragen

Quellen zum Nachlesen

1. Das größte finanzielle Risiko ist häufig nicht ein niedriges Einkommen, sondern steigende Fixkosten

Wenn dein Einkommen steigt, ist es vollkommen normal, dass du dir irgendwann auch mehr leisten möchtest.

Problematisch wird es erst, wenn aus jeder Gehaltserhöhung eine neue monatliche Verpflichtung entsteht.

Du wirst befördert und hast beispielsweise 150 Euro mehr zur Verfügung.

Kurz darauf kostet dein neues Auto 150 Euro mehr im Monat.

Beim nächsten Gehaltssprung kommt ein teureres Handy dazu.

Dann ziehst du in eine größere Wohnung.

Danach kommen weitere Finanzierungen.

Du verdienst immer mehr, bist aber gleichzeitig immer stärker darauf angewiesen, dass dein Einkommen dauerhaft mindestens auf diesem Niveau bleibt.

Diesen Effekt bezeichnet man häufig als Lifestyle-Inflation.

Konkretes Beispiel

Soldat A verdient netto 2.400 Euro und hat feste beziehungsweise notwendige monatliche Kosten von 1.200 Euro.

Ihm bleiben 1.200 Euro für Freizeit, Rücklagen und Vermögensaufbau.

Einige Jahre später verdient er 3.000 Euro.

Statt seine finanzielle Situation deutlich zu verbessern, steigen seine monatlichen Verpflichtungen allerdings auf 2.400 Euro.

Obwohl sein Einkommen um 600 Euro gestiegen ist, besitzt er plötzlich weniger finanziellen Spielraum als vorher.

Deshalb sollte eine Beförderung nicht automatisch bedeuten:

„Jetzt kann ich 300 Euro mehr ausgeben.“

Du kannst genauso sagen:

„Von den zusätzlichen 300 Euro investiere ich dauerhaft 150 Euro und verbessere meinen Lebensstandard nur mit dem Rest.“

Über viele Jahre kann genau dieser Unterschied enorm sein.

2. Fixkosten sind nicht automatisch schlecht

Beim Wort Fixkosten denkt man schnell an etwas Negatives.

Das ist falsch.

Miete ist eine Fixkostenposition.

Strom ist eine Fixkostenposition.

Versicherungen können Fixkosten sein.

Ein Internetanschluss ebenfalls.

Viele dieser Ausgaben gehören vollkommen normal zum Leben.

Problematisch werden Fixkosten vor allem dann, wenn sie so hoch werden, dass du praktisch keine Möglichkeit mehr hast, auf finanzielle Veränderungen zu reagieren.

Stell dir zwei Soldaten mit demselben Einkommen vor

Beide haben monatlich 2.800 Euro netto zur Verfügung.

Soldat A benötigt jeden Monat mindestens 1.500 Euro, um alle notwendigen Kosten zu bezahlen.

Soldat B benötigt 2.500 Euro.

Solange beide ihre volle Besoldung erhalten, funktioniert beides.

Aber Soldat A kann relativ leicht:

  • Rücklagen aufbauen,

  • investieren,

  • unerwartete Kosten bezahlen,

  • eine Zeit lang weniger Einkommen verkraften,

  • oder größere finanzielle Ziele verfolgen.

Soldat B hat dagegen gerade einmal 300 Euro Luft.

Eine Autoreparatur, ein Umzug oder eine größere Nachzahlung können seine komplette Monatsplanung durcheinanderbringen.

Deshalb lautet eine der wichtigsten Finanzregeln nicht:

„Gib möglichst wenig Geld aus.“

Sondern:

„Halte deine dauerhaften Verpflichtungen so niedrig, dass du handlungsfähig bleibst.“

3. Wie hoch dürfen deine Fixkosten sein?

Auch dafür existiert keine perfekte allgemeingültige Zahl.

Als Orientierung kann es allerdings hilfreich sein, einmal zu berechnen, welcher Anteil deines verfügbaren Einkommens bereits fest verplant ist.

Nehmen wir an, du hast:

2.700 Euro netto verfügbar.

Deine monatlichen notwendigen Kosten betragen:

Miete inklusive Nebenkosten 850 Euro, das Auto einschließlich Finanzierung, Versicherung, Kraftstoff und Rücklage ungefähr 450 Euro, Lebensmittel 300 Euro und weitere feste Kosten wie Telefon, Versicherungen oder Abonnements 200 Euro.

Damit liegen deine notwendigen laufenden Ausgaben bei:

1.800 Euro.

Das entspricht rund:

67 Prozent deines Einkommens.

Das ist nicht automatisch schlecht.

Es zeigt dir lediglich, dass etwa ein Drittel deines Einkommens für Rücklagen, Freizeit und Vermögensaufbau zur Verfügung steht.

Liegt deine Quote dagegen beispielsweise dauerhaft bei 85 oder 90 Prozent, solltest du zumindest hinterfragen, ob du dir genügend finanziellen Spielraum lässt.

Gerade bei jungen Soldaten lohnt sich diese Rechnung, bevor größere Verpflichtungen abgeschlossen werden.

Nicht erst danach.

4. Das Auto ist bei jungen Soldaten häufig der größte finanzielle Hebel

Kaum eine Entscheidung kann die Finanzen eines jungen Soldaten so stark beeinflussen wie das Auto.

Du bekommst deine erste vernünftige Besoldung und möchtest verständlicherweise nicht mehr unbedingt mit demselben Fahrzeug fahren, das du während der Schulzeit hattest.

Dann steht vielleicht ein Auto für 25.000, 35.000 oder sogar 50.000 Euro beim Händler.

Die monatliche Finanzierungsrate wirkt zunächst gar nicht so schlimm.

Vielleicht:

399 Euro monatlich.

Das Problem ist:

Die Rate ist nicht der tatsächliche monatliche Fahrzeugpreis.

Dazu kommen beispielsweise:

  • Versicherung,

  • Kfz-Steuer,

  • Kraftstoff,

  • Reifen,

  • Wartung,

  • Inspektionen,

  • Reparaturen,

  • Pflege,

  • und möglicherweise irgendwann eine Schlussrate.

Konkretes Beispiel

Deine Finanzierung kostet 400 Euro.

Versicherung und Steuer umgerechnet 150 Euro.

Kraftstoff 200 Euro.

Für Wartung, Reifen und Reparaturen legst du weitere 100 Euro zurück.

Dann kostet dein Fahrzeug nicht 400 Euro im Monat.

Es kostet dich realistisch eher:

850 Euro monatlich.

Bei 2.500 Euro verfügbarem Einkommen wären das rund:

34 Prozent deines gesamten Einkommens für ein einziges Auto.

Vielleicht ist dir das Auto genau diesen Betrag wert.

Dann ist das deine persönliche Entscheidung.

Du solltest die Entscheidung aber mit den tatsächlichen Kosten treffen und nicht ausschließlich mit der Finanzierungsrate.

5. Konsumkredite können dir zukünftiges Einkommen wegnehmen

Ein Kredit ist nicht grundsätzlich etwas Schlechtes.

Eine Immobilienfinanzierung ist ebenfalls ein Kredit.

Eine Finanzierung kann in bestimmten Situationen sinnvoll sein.

Problematisch wird es, wenn du regelmäßig Dinge finanzierst, die du eigentlich nur deshalb kaufst, weil du sie dir heute noch nicht leisten kannst.

Das neue Smartphone wird finanziert.

Dann das Motorrad.

Dann Möbel.

Dann der Fernseher.

Dann eine Reise.

Irgendwann hast du vielleicht fünf kleine Raten von jeweils 50 bis 150 Euro.

Jede einzelne wirkt harmlos.

Zusammen können sie aber mehrere hundert Euro deines zukünftigen Einkommens bereits fest verplanen.

Konkretes Beispiel

Du hast monatlich:

120 Euro Handyfinanzierung, 80 Euro Möbel, 150 Euro Motorradkredit und 400 Euro Autofinanzierung.

Damit sind jeden Monat bereits:

750 Euro

deines Einkommens weg, bevor du Miete, Essen, Versicherungen oder Kraftstoff bezahlt hast.

Besonders problematisch können hoch verzinste Konsumkredite oder ein dauerhaft genutzter Dispokredit werden.

In einer solchen Situation kann es sinnvoller sein, zunächst diese Schulden abzubauen, bevor gleichzeitig große Beträge langfristig investiert werden.

6. Bevor du investierst, solltest du einen Notgroschen haben

Investieren und Sparen sind nicht dasselbe.

Wenn du 5.000 Euro in einem Aktien-ETF investiert hast, besitzt du zwar Vermögen.

Das bedeutet aber nicht, dass dieses Geld jederzeit ohne Risiko für eine unerwartete Rechnung verwendet werden sollte.

Stell dir vor:

Dein Auto benötigt plötzlich eine Reparatur für 1.800 Euro.

Genau zu diesem Zeitpunkt sind die Aktienmärkte stark gefallen und dein Depot liegt 25 Prozent unter seinem vorherigen Wert.

Wenn deine gesamte Rücklage im Depot liegt, musst du möglicherweise genau in einer schlechten Marktphase verkaufen.

Deshalb sollte kurzfristig benötigtes Geld grundsätzlich anders behandelt werden als langfristiges Vermögen.

Die Verbraucherzentrale nennt zwei bis drei Monatsgehälter als mögliche Daumenregel für einen Notgroschen und empfiehlt, diesen jederzeit verfügbar beispielsweise auf einem Tagesgeldkonto zu halten. Gleichzeitig stellt sie klar, dass die konkrete Höhe von der persönlichen Situation abhängt.

Für Soldaten kann die sinnvolle Höhe sehr unterschiedlich sein

Du bist 19, wohnst bei deinen Eltern, besitzt kein Auto und hast praktisch keine finanziellen Verpflichtungen.

Dann brauchst du möglicherweise keine Rücklage von 10.000 Euro.

Du bist dagegen 30, verheiratet, hast zwei Kinder, zwei Fahrzeuge und ein Eigenheim.

Dann kann selbst ein Notgroschen von drei Monatsgehältern relativ schnell benötigt werden.

Deshalb solltest du die Höhe nicht blind aus einer Faustregel übernehmen.

Frag dich stattdessen:

Welche unerwartete Ausgabe könnte mich realistisch treffen und wie lange könnte ich ohne mein normales Einkommen meine wichtigsten Kosten bezahlen?

7. Notgroschen und Investieren sollten getrennt werden

Eine einfache Struktur kann so aussehen:

Dein Girokonto ist für den laufenden Monat.

Ein separates Tagesgeldkonto ist für Rücklagen und Notfälle.

Dein Depot beziehungsweise deine langfristige Altersvorsorge ist für Geld, das du in den nächsten Jahren sehr wahrscheinlich nicht benötigst.

Diese Trennung hat einen großen psychologischen Vorteil.

Du siehst dann nicht einen Kontostand von 8.000 Euro und denkst:

„Ich habe 8.000 Euro zum Ausgeben.“

Vielleicht davon gehören nämlich 5.000 Euro zu deinem Notgroschen und 2.000 Euro sind bereits für einen Umzug nach dem DZE eingeplant.

Tatsächlich frei verfügbar sind dann nur 1.000 Euro.

Solche getrennten Töpfe können verhindern, dass Rücklagen langsam wieder für Konsum verschwinden.

8. Als SaZ solltest du zusätzlich eine DZE-Rücklage aufbauen

Der Notgroschen und deine DZE-Rücklage erfüllen unterschiedliche Aufgaben.

Der Notgroschen ist für:

unerwartete Probleme.

Die DZE-Rücklage ist für ein Ereignis, von dem du bereits weißt, dass es kommt:

dein Dienstzeitende.

Als SaZ ist dein aktuelles Einkommen zeitlich begrenzt.

Vielleicht hast du danach direkt einen neuen Job.

Vielleicht studierst du.

Vielleicht machst du eine längere Weiterbildung.

Vielleicht gründest du ein Unternehmen.

Vielleicht ziehst du in eine andere Stadt.

Vielleicht brauchst du ein neues Fahrzeug oder eine Wohnungseinrichtung.

Das alles kann Geld kosten.

Die Bundeswehr stellt SaZ mit Berufsförderung und Dienstzeitversorgung wichtige Instrumente zur Verfügung. Dazu gehören insbesondere Berufsförderung, Übergangsgebührnisse und die Übergangsbeihilfe. Das Soldatenversorgungsgesetz beschreibt diese Leistungen ausdrücklich als Instrumente, die unter anderem die Eingliederung in das zivile Erwerbsleben unterstützen und den Übergang finanziell absichern sollen.

Das ist ein echter Vorteil.

Aber es bedeutet nicht:

„Ich brauche selbst kein Geld für mein DZE.“

9. Übergangsgebührnisse sind kein Freifahrtschein für hohe Fixkosten

Nach aktueller Rechtslage betragen Übergangsgebührnisse grundsätzlich 75 Prozent der maßgeblichen Dienstbezüge des letzten Monats. Wie lange sie gezahlt werden, hängt insbesondere von deiner bereits geleisteten Wehrdienstzeit und möglichen Minderungen ab. Bei zwölf oder mehr Jahren können grundsätzlich bis zu 60 Monate vorgesehen sein.

Das kann für einen SaZ eine sehr starke Übergangsabsicherung sein.

Trotzdem solltest du daraus nicht die Schlussfolgerung ziehen:

„Nach dem DZE bekomme ich jahrelang Geld, also muss ich vorher nichts zurücklegen.“

Denn Übergangsgebührnisse erfüllen vor allem einen Zweck:

Sie sollen deinen Übergang in das zivile Erwerbsleben unterstützen.

Vielleicht benötigst du gleichzeitig Geld für:

  • einen Umzug,

  • eine Mietkaution,

  • neue Möbel,

  • ein Fahrzeug,

  • berufliche Ausstattung,

  • eine Existenzgründung,

  • oder andere Kosten deines neuen Lebensabschnitts.

Außerdem können sich deine laufenden Kosten nach dem Ausscheiden verändern.

Kranken- und Pflegeversicherung funktionieren beispielsweise anders als während deiner aktiven Dienstzeit.

Deshalb ist es sinnvoll, zumindest einen eigenen finanziellen Puffer für das DZE aufzubauen.

10. Wie hoch sollte deine DZE-Rücklage sein?

Auch dafür gibt es keine allgemeingültige Summe.

Ein SaZ, der mit 31 unmittelbar nach dem DZE einen bereits unterschriebenen Arbeitsvertrag besitzt und in seiner bisherigen Wohnung bleibt, benötigt möglicherweise kaum zusätzliche DZE-Rücklagen.

Ein anderer SaZ plant dagegen:

einen Umzug in eine andere Stadt, eine längere Weiterbildung, Selbstständigkeit und gleichzeitig den Kauf eines Autos.

Sein Kapitalbedarf ist vollkommen anders.

Eine einfache Rechnung

Frag dich etwa zwei bis drei Jahre vor deinem DZE:

Welche größeren Kosten entstehen in den ersten zwölf Monaten nach dem Ausscheiden?

Nehmen wir an:

Umzug und Kaution 4.000 Euro.

Einrichtung 2.000 Euro.

Zusätzliche berufliche Kosten 2.000 Euro.

Fahrzeug beziehungsweise Reparaturen 3.000 Euro.

Allgemeiner Puffer 4.000 Euro.

Dann liegt dein persönliches DZE-Ziel bei:

15.000 Euro.

Wenn dein DZE noch 30 Monate entfernt ist und bisher nichts dafür zurückgelegt wurde, wären das durchschnittlich:

500 Euro monatlich.

Vielleicht erscheint dir dieser Betrag hoch.

Genau deshalb ist es sinnvoll, nicht erst sechs Monate vor dem DZE über das Thema nachzudenken.

11. Kurzfristiges Sparen und langfristiges Investieren verfolgen unterschiedliche Ziele

Geld, das du in zwei Jahren für eine Wohnung benötigst, sollte grundsätzlich anders behandelt werden als Geld, das du für dein Alter mit 65 oder 70 zurücklegst.

Für kurzfristige Ziele steht normalerweise die Sicherheit stärker im Vordergrund.

Für langfristige Ziele kann ein höheres Risiko vertretbar sein, weil du mehr Zeit hast, zwischenzeitliche Wertschwankungen auszusitzen.

Die Verbraucherzentrale schreibt beispielsweise, dass Geld, das in den nächsten fünf Jahren sehr wahrscheinlich nicht benötigt wird, grundsätzlich eher für schwankungsanfälligere Anlagen infrage kommen kann. Für den langfristigen Aktienanteil empfiehlt sie eine breite weltweite Streuung, etwa über entsprechende ETFs.

Das bedeutet nicht:

„Alles über fünf Jahre gehört in Aktien.“

Es bedeutet:

Je länger dein Anlagehorizont ist, desto eher kannst du überhaupt darüber nachdenken, höhere Schwankungen für höhere Renditechancen zu akzeptieren.

12. Wie viel solltest du monatlich investieren?

Jetzt kommen wir zu der Frage, die wahrscheinlich die meisten interessiert.

Eine allgemeingültige Antwort gibt es nicht.

Trotzdem kann eine Größenordnung helfen.

Wenn deine Finanzen stabil sind, keine problematischen Konsumschulden bestehen und dein Notgroschen aufgebaut ist, kann eine langfristige Spar- beziehungsweise Investitionsquote von beispielsweise 10 bis 20 Prozent des verfügbaren Einkommens ein vernünftiger Orientierungsbereich sein.

Das ist keine Pflicht.

Es gibt Lebensphasen, in denen 5 Prozent vollkommen in Ordnung sind.

Und es gibt junge Soldaten, die noch bei ihren Eltern wohnen und problemlos 30 oder 40 Prozent zurücklegen könnten.

Der Fehler liegt häufig nicht darin, dass jemand „nur“ 100 Euro investiert

Der größere Fehler ist oft:

gar nicht anzufangen.

Wenn du heute mit 100 oder 200 Euro beginnst und deine Sparrate später mit Beförderungen und Gehaltserhöhungen regelmäßig erhöhst, kann daraus langfristig ein sehr großer Unterschied entstehen.

13. Erhöhe deine Sparrate bei jeder Beförderung

Das ist eine der einfachsten Methoden, Lifestyle-Inflation zu begrenzen, ohne das Gefühl zu haben, auf alles verzichten zu müssen.

Nehmen wir an:

Nach einer Beförderung stehen dir monatlich netto ungefähr 200 Euro mehr zur Verfügung.

Dann könntest du beispielsweise sagen:

100 Euro erhöhen dauerhaft meine Spar- beziehungsweise Investitionsrate.

Die anderen 100 Euro kannst du für deinen Lebensstandard verwenden.

Dadurch verbesserst du gleichzeitig:

dein heutiges Leben und deine zukünftige finanzielle Situation.

Machst du das bei mehreren Einkommenssteigerungen über deine Dienstzeit hinweg, wächst deine Sparrate fast automatisch mit.

14. Investieren bedeutet nicht, dass du ständig Aktien auswählen musst

Viele Menschen verbinden Investieren mit:

Kurscharts, Einzelaktien, Trading und ständigem Beobachten der Börse.

Für langfristigen Vermögensaufbau muss das nicht so funktionieren.

Eine möglichst breite Risikostreuung ist einer der wichtigsten Grundsätze der Geldanlage.

Die Verbraucherzentrale weist aktuell darauf hin, dass eine weltweit gestreute Aktienanlage über breite ETFs relativ einfach umgesetzt werden kann. Gleichzeitig betont sie, dass Aktien zwischenzeitlich erheblich fallen können und eine höhere Renditechance immer mit höherem Risiko verbunden ist.

Das bedeutet:

Ein ETF ist nicht risikolos.

Auch ein weltweit diversifiziertes Depot kann zeitweise 30, 40 oder sogar 50 Prozent im Minus liegen.

Wer dann in Panik verkauft, kann Verluste realisieren.

Deshalb solltest du langfristig investiertes Geld tatsächlich langfristig betrachten.

15. Das beste Investment bringt wenig, wenn du gleichzeitig teure Schulden hast

Stell dir vor:

Du investierst jeden Monat 300 Euro und erwartest langfristig vielleicht durchschnittlich einige Prozent Rendite.

Gleichzeitig besitzt du einen Konsumkredit mit einem deutlich höheren Zinssatz.

Dann kann es finanziell sinnvoller sein, zunächst den teuren Kredit zurückzuführen.

Konkretes Beispiel

Du schuldest noch:

5.000 Euro

auf einem Konsumkredit.

Der effektive Zinssatz liegt beispielsweise bei:

10 Prozent.

Gleichzeitig investierst du deine freien 300 Euro monatlich in einen ETF.

Dein ETF könnte steigen.

Er könnte aber genauso fallen.

Die 10 Prozent Kreditzinsen musst du dagegen sicher bezahlen.

Schuldenabbau kann deshalb ebenfalls eine Form von Vermögensaufbau sein.

16. Zusätzliche Einnahmen solltest du anders behandeln als dein normales Einkommen

Soldaten können abhängig von ihrer Verwendung und persönlichen Situation zusätzliche Zahlungen erhalten.

Dazu können beispielsweise bestimmte Zulagen, Vergütungen oder bei entsprechenden besonderen Verwendungen ein Auslandsverwendungszuschlag gehören.

Beim AVZ können nach aktuell geltendem Bundesbesoldungsgesetz je nach Belastungsstufe Tagessätze gelten; die höchste Stufe beträgt derzeit bis zu 153 Euro pro Tag.

Solche Zahlungen können während eines Einsatzes zu einem erheblichen zusätzlichen Einkommen führen.

Genau darin liegt aber eine Gefahr.

Stell dir vor

Du kommst aus einem Einsatz zurück und hast mehrere tausend Euro zusätzlich erhalten.

Jetzt denkst du:

„Mein Einkommen ist inzwischen richtig hoch.“

Du finanzierst ein teureres Auto.

Die Rate läuft fünf Jahre.

Der Einsatz endet aber nach wenigen Monaten.

Dein höheres Einkommen war temporär.

Die Autofinanzierung bleibt.

Das ist einer der wichtigsten Grundsätze:

Finanziere dauerhafte Fixkosten möglichst aus deinem dauerhaft sicheren Einkommen und nicht aus vorübergehenden Zulagen oder Sonderzahlungen.

17. Einsatzgeld kann ein finanzieller Beschleuniger sein

Das bedeutet nicht, dass du zusätzliches Geld aus einem Einsatz vollständig sparen musst.

Du hast möglicherweise Monate unter erheblichen Belastungen gearbeitet.

Natürlich kannst du dir davon auch etwas gönnen.

Eine sinnvolle Lösung könnte beispielsweise sein, einen vorher festgelegten Anteil aufzuteilen.

Angenommen, nach einem Einsatz stehen dir netto betrachtet 10.000 Euro zusätzlich zur Verfügung.

Du könntest beispielsweise entscheiden:

3.000 Euro für Urlaub, Auto oder andere Wünsche.

3.000 Euro in die DZE-Rücklage.

4.000 Euro langfristig investieren.

Die konkrete Aufteilung kann vollkommen anders aussehen.

Entscheidend ist nur:

Du triffst die Entscheidung bewusst, bevor das Geld einfach auf deinem Girokonto verschwindet.

18. Ein höherer Dienstgrad bedeutet nicht automatisch mehr Vermögen

Die Bundeswehr veröffentlicht für die verschiedenen Laufbahnen unterschiedliche Besoldungsbereiche; mit Dienstgrad, Erfahrungsstufe, Familienzuschlägen und verschiedenen Zulagen kann sich die Besoldung über die Dienstzeit erheblich verändern.

Aber Einkommen und Vermögen sind nicht dasselbe.

Ein Soldat kann 4.000 Euro monatlich zur Verfügung haben und praktisch kein Vermögen besitzen.

Ein anderer verdient weniger und hat trotzdem nach einigen Jahren 50.000 Euro aufgebaut.

Der Unterschied liegt häufig nicht im Einkommen.

Er liegt darin, was mit dem Einkommen passiert.

Ein einfaches Beispiel

Soldat A spart bei 2.500 Euro netto monatlich 500 Euro.

Soldat B spart bei 3.500 Euro netto monatlich 100 Euro.

Nach einem Jahr hat Soldat A:

6.000 Euro

zurückgelegt.

Soldat B:

1.200 Euro.

Ein höheres Einkommen macht Vermögensaufbau leichter.

Es erledigt ihn aber nicht automatisch.

19. Nutze Automatisierung statt Willenskraft

Eine der einfachsten Methoden zum Sparen lautet:

Bezahle zuerst dich selbst.

Damit ist nicht gemeint, dass du Rechnungen ignorieren sollst.

Es bedeutet:

Lege den Betrag, den du sparen oder investieren möchtest, möglichst kurz nach Eingang deiner Besoldung automatisch zurück.

Konkretes Beispiel

Am Monatsanfang gehen 2.800 Euro ein.

Am nächsten Tag werden automatisch:

300 Euro auf das Rücklagenkonto und 350 Euro in deinen langfristigen Sparplan

überwiesen.

Dann planst du deinen Monat mit den verbleibenden:

2.150 Euro.

Andersherum funktioniert es häufig schlechter:

„Ich gebe den ganzen Monat normal Geld aus und investiere am Monatsende das, was übrig bleibt.“

Oft bleibt dann wenig übrig.

20. Vermögenswirksame Leistungen solltest du zumindest kennen

SaZ und Berufssoldaten haben unter den gesetzlichen Voraussetzungen Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen des Dienstherrn.

Nach aktueller Rechtslage beträgt diese Leistung grundsätzlich:

6,65 Euro monatlich.

Der Anspruch entsteht allerdings frühestens für den Monat, in dem die notwendigen Angaben für die vermögenswirksame Anlage gemacht werden, wobei unter bestimmten Voraussetzungen auch die beiden vorhergehenden Monate desselben Kalenderjahres berücksichtigt werden können.

6,65 Euro werden niemanden reich machen.

Aber der Punkt ist:

Wenn dir dein Dienstherr Geld für eine vermögenswirksame Anlage zur Verfügung stellt und du diese Möglichkeit nutzen möchtest, solltest du zumindest wissen, dass sie existiert.

Im nächsten Artikel unserer Serie beschäftigen wir uns mit VWL und weiteren finanziellen Leistungen noch ausführlicher.

21. Drei Konten können bereits einen großen Unterschied machen

Du brauchst kein kompliziertes System mit zwölf Unterkonten.

Für viele Menschen reicht eine einfache Struktur.

Konto 1: Girokonto

Hier gehen Besoldung und laufende Zahlungen ein und ab.

Konto 2: Rücklagenkonto

Hier liegen Notgroschen, DZE-Rücklage und Geld für planbare größere Ausgaben.

Du kannst diese Beträge innerhalb des Kontos gedanklich oder über Unterkonten noch weiter trennen.

Konto 3: langfristiger Vermögensaufbau

Das kann beispielsweise ein Depot oder eine andere langfristige Altersvorsorgelösung sein.

Der wichtigste Unterschied ist:

Das Geld auf Konto 3 ist nicht dafür gedacht, dass du im nächsten Sommer ein Auto davon kaufst.

Diese einfache Trennung macht deine finanzielle Situation wesentlich transparenter.

22. Wie viel solltest du für Freizeit ausgeben?

Hier gibt es keine seriöse allgemeine Zahl.

Geld ist nicht nur dafür da, möglichst schnell einen hohen Kontostand zu erzeugen.

Du bist heute jung.

Du möchtest reisen.

Du möchtest ausgehen.

Du möchtest Hobbys haben.

Vielleicht sind Autos oder Motorräder deine Leidenschaft.

Das ist vollkommen legitim.

Ein Finanzplan, bei dem du 40 Jahre lang das Gefühl hast, auf alles verzichten zu müssen, wird wahrscheinlich nicht lange funktionieren.

Der bessere Ansatz lautet:

Spar- und Investitionsziele zuerst festlegen und den Rest bewusst genießen.

Wenn du beispielsweise jeden Monat:

300 Euro Rücklagen bildest und 400 Euro langfristig investierst,

kannst du das verbleibende Geld wesentlich entspannter ausgeben.

Du weißt schließlich:

Meine finanziellen Ziele werden bereits bedient.

23. Beispielbudget: junger Mannschaftssoldat, der noch zu Hause wohnt

Die folgenden Zahlen sind ausdrücklich keine Bundeswehr-Besoldungstabelle.

Wir nehmen für das Beispiel einfach an, dass der Soldat monatlich:

2.300 Euro netto verfügbar

hat.

Er wohnt noch bei seinen Eltern und beteiligt sich an den Kosten.

  • Bereich – Beispiel

  • Beteiligung Zuhause – 350 €

  • Auto / Mobilität – 350 €

  • Essen unterwegs / Alltag – 250 €

  • Versicherungen, Handy, Abos – 150 €

  • Freizeit, Kleidung, Ausgehen – 350 €

  • Rücklagen / DZE – 300 €

  • langfristiges Investieren – 450 €

  • freier Puffer – 100 €

  • Gesamt – 2.300 €

Dieser Soldat legt jeden Monat:

750 Euro

zurück beziehungsweise investiert sie.

Das entspricht rund 33 Prozent seines Einkommens.

Das funktioniert vor allem deshalb, weil seine Wohnkosten sehr niedrig sind.

Er sollte daraus nicht die Regel ableiten:

„Jeder Soldat muss 33 Prozent sparen.“

Er sollte eher erkennen:

„Solange ich noch sehr günstig wohne, habe ich eine finanzielle Chance, die später möglicherweise nicht mehr existiert.“

24. Beispielbudget: Unteroffizier mit eigener Wohnung

Im zweiten Beispiel nehmen wir ein verfügbares Nettoeinkommen von:

2.900 Euro

an.

Auch diese Zahl dient ausschließlich der Budgetrechnung.

  • Bereich – Beispiel

  • Warmmiete – 900 €

  • Auto / Mobilität – 400 €

  • Lebensmittel – 350 €

  • Versicherungen, Handy, Abos – 180 €

  • Freizeit und Reisen – 350 €

  • Rücklagen / DZE – 250 €

  • langfristiges Investieren – 400 €

  • freier Puffer – 70 €

  • Gesamt – 2.900 €

Hier werden monatlich:

650 Euro

für Rücklagen und langfristigen Vermögensaufbau verwendet.

Das sind rund 22 Prozent.

Obwohl dieser Soldat mehr verdient als der erste, ist seine Sparquote geringer.

Der Grund sind höhere Wohn- und Lebenshaltungskosten.

Und genau das zeigt, warum prozentuale Regeln nur eine Orientierung sein können.

25. Beispielbudget: verheirateter SaZ mit Kind

Jetzt nehmen wir einen Haushalt mit einem verfügbaren monatlichen Haushaltsnetto von:

3.800 Euro

an.

Die genaue Zusammensetzung spielt für dieses Beispiel keine Rolle.

  • Bereich – Beispiel

  • Wohnen inklusive Nebenkosten – 1.250 €

  • Mobilität – 450 €

  • Lebensmittel und Haushalt – 650 €

  • Versicherungen, Handy, Verträge – 250 €

  • Kind / Familie – 300 €

  • Freizeit – 300 €

  • kurzfristige Rücklagen – 250 €

  • langfristiger Vermögensaufbau – 250 €

  • freier Puffer – 100 €

  • Gesamt – 3.800 €

Die Spar- und Investitionsquote liegt hier deutlich niedriger als beim jungen Soldaten, der noch zu Hause wohnt.

Trotzdem werden jeden Monat:

500 Euro

für die finanzielle Zukunft zurückgelegt.

Das ist ein gutes Beispiel dafür, warum:

„Du musst mindestens 20 Prozent investieren“

keine sinnvolle allgemeine Regel ist.

Lebensphasen unterscheiden sich.

26. Wenn du aktuell gar nichts sparen kannst, fang nicht mit ETFs an – fang mit deinem Budget an

Vielleicht liest du diesen Artikel und denkst:

„Schön und gut, aber bei mir bleibt überhaupt nichts übrig.“

Dann ist die erste Aufgabe nicht:

den besten ETF zu finden.

Die erste Aufgabe lautet:

herausfinden, wohin dein Geld geht.

Nimm die letzten drei Monate deiner Kontoauszüge.

Ordne jede Ausgabe grob einem Bereich zu:

Wohnen, Mobilität, Lebensmittel, Verträge, Freizeit, Kredite und Sonstiges.

Dann siehst du relativ schnell, ob du wirklich ein Einkommensproblem oder möglicherweise ein Ausgabenproblem hast.

Manchmal fehlen tatsächlich Einnahmen.

Manchmal kosten aber:

Lieferdienste, Abos, Wochenenden, Ratenkäufe und Kleinausgaben

zusammen 600 oder 800 Euro im Monat, ohne dass man es wahrnimmt.

Erst wenn du deine Zahlen kennst, kannst du sinnvoll entscheiden.

27. Drei typische Situationen

Du bist 19 und bekommst deine erste richtige Besoldung

Du wohnst noch bei deinen Eltern und hast vergleichsweise geringe Fixkosten.

Finanziell kann das eine der stärksten Phasen deines Lebens sein.

Vielleicht kannst du heute 500, 700 oder sogar 1.000 Euro monatlich zurücklegen, ohne das Gefühl zu haben, auf alles verzichten zu müssen.

Später kommen möglicherweise:

Miete, Familie, Kinder und höhere laufende Kosten dazu.

Deshalb solltest du diese Phase nicht zwangsläufig nutzen, um dir sofort den maximal möglichen Lebensstandard aufzubauen.

Wenn du früh einen Notgroschen aufbaust und anschließend regelmäßig investierst, hast du bereits nach wenigen Dienstjahren eine finanzielle Grundlage, die dir später sehr viel Freiheit geben kann.

Das bedeutet trotzdem nicht, dass du dein komplettes Einkommen sparen musst.

Du sollst auch heute leben.

Du bist seit einigen Jahren SaZ und dein DZE rückt näher

Jetzt verändert sich dein Schwerpunkt.

Dein langfristiges Depot bleibt langfristig.

Gleichzeitig sollte deine liquide DZE-Rücklage wichtiger werden.

Du weißt vielleicht bereits, dass du nach dem Dienst:

umziehen, studieren, eine Weiterbildung beginnen oder dich selbstständig machen möchtest.

Dann solltest du nicht wenige Monate vorher feststellen:

„Eigentlich brauche ich dafür 12.000 Euro.“

Du kannst bereits zwei oder drei Jahre vorher beginnen, diese Summe gezielt aufzubauen.

Übergangsgebührnisse und Berufsförderung sind dabei wichtige Vorteile.

Sie sollten deine Planung ergänzen und nicht ersetzen.

Du bekommst während einer besonderen Verwendung deutlich mehr Geld

Für einige Monate steigt dein verfügbares Einkommen erheblich.

Jetzt gibt es zwei extreme Varianten.

Variante A:

Du gibst praktisch alles aus.

Variante B:

Du sparst jeden Cent und gönnst dir gar nichts.

Beides muss nicht sinnvoll sein.

Du kannst den zusätzlichen Betrag bewusst aufteilen.

Ein Teil verbessert heute dein Leben.

Ein Teil stärkt deinen Notgroschen oder deine DZE-Rücklage.

Ein Teil wird langfristig investiert.

Dadurch wird aus einer zeitlich begrenzten höheren Zahlung möglicherweise ein Vermögensbaustein, von dem du noch Jahrzehnte später etwas hast.

28. Typische Irrtümer

„Ich bin noch jung, mit Sparen kann ich später anfangen.“

Du kannst später anfangen.

Aber gerade beim langfristigen Vermögensaufbau ist Zeit ein großer Vorteil.

„Je höher meine Sparquote, desto besser.“

Nicht automatisch.

Ein Finanzplan muss zu deinem Leben passen und langfristig durchhaltbar sein.

„50/30/20 ist die perfekte Regel für jeden.“

Nein.

Die Regel kann eine Orientierung sein, berücksichtigt aber weder Wohnsituation noch Familie, DZE, Einkommen oder persönliche Ziele.

„Mein Auto kostet mich nur die Finanzierungsrate.“

Nein.

Versicherung, Kraftstoff, Wartung, Reparaturen, Reifen und weitere Kosten gehören ebenfalls zum tatsächlichen Fahrzeugbudget.

„Wenn ich 5.000 Euro im ETF habe, brauche ich keinen Notgroschen.“

Das sind zwei unterschiedliche Zwecke.

Kurzfristige Notfallreserven sollten nicht davon abhängig sein, wie der Aktienmarkt gerade steht.

„Übergangsgebührnisse bedeuten, dass ich keine DZE-Rücklage brauche.“

Nicht zwingend.

Übergangsgebührnisse können den Übergang stark erleichtern, aber zusätzliche Kosten rund um das DZE können trotzdem entstehen.

„Einsatzgeld kann ich bei meiner Autofinanzierung fest einplanen.“

Das ist riskant.

Temporäre Zahlungen sollten nicht die Grundlage für dauerhaft laufende Verpflichtungen sein.

„Wer viel verdient, wird automatisch vermögend.“

Nein.

Vermögen entsteht erst aus dem Teil des Einkommens, der nicht dauerhaft konsumiert wird.

„ETF bedeutet sichere Rendite.“

Nein.

Aktienanlagen schwanken und können zeitweise erhebliche Verluste aufweisen.

Breite Streuung reduziert bestimmte Risiken, beseitigt Marktrisiken aber nicht.

29. Fazit

Gute Finanzen als Soldat bedeuten nicht, dass du möglichst wenig Geld ausgeben musst.

Und sie bedeuten auch nicht, dass du mit 19 Jahren schon jeden Monat die Hälfte deiner Besoldung investieren solltest.

Viel wichtiger ist, dass du früh lernst, dein Einkommen bewusst aufzuteilen.

Deine notwendigen Kosten müssen bezahlt werden.

Du solltest dein heutiges Leben genießen können.

Gleichzeitig sollte regelmäßig Geld für deine zukünftige finanzielle Freiheit übrig bleiben.

Gerade junge Soldaten haben dabei häufig einen großen Vorteil.

Du kannst relativ früh ein regelmäßiges Einkommen besitzen, während deine Lebenshaltungskosten teilweise noch niedrig sind.

Wenn du noch bei deinen Eltern wohnst, kann genau diese Phase die Gelegenheit sein, deinen ersten Notgroschen aufzubauen und bereits ein solides Vermögen anzusparen.

Später steigen deine Verpflichtungen möglicherweise.

Dann sind dieselben Sparquoten schwieriger.

Eine gute Reihenfolge kann deshalb sein:

Zuerst verstehen, wohin dein Geld fließt.

Dann problematische Konsumschulden vermeiden beziehungsweise abbauen.

Danach einen Notgroschen aufbauen.

Als SaZ zusätzlich das DZE im Blick behalten.

Und Geld, das du langfristig nicht benötigst, gezielt für den Vermögensaufbau einsetzen.

Wie hoch die jeweiligen Beträge sind, hängt von deinem Leben ab.

Eine starre 50/30/20-Regel kann diese Entscheidung nicht für dich treffen.

Auch solltest du vorübergehend hohe Zahlungen wie Zulagen oder einen Auslandsverwendungszuschlag nicht automatisch nutzen, um deine dauerhaften monatlichen Fixkosten zu erhöhen.

Denn Zusatzleistungen können wieder verschwinden.

Deine Autofinanzierung, Wohnung oder Kredite bleiben trotzdem bestehen.

Gerade bei solchen zusätzlichen Einnahmen kann es sinnvoll sein, einen Teil bewusst für Vermögensaufbau oder deine DZE-Rücklage zu verwenden.

Und auch beim Investieren gilt:

Du musst nicht kompliziert denken.

Ein guter Finanzplan muss nicht aus 15 Konten, sieben ETFs und einer Excel-Datei mit 40 Tabellen bestehen.

Er sollte vor allem eine Frage beantworten:

Bleibt jeden Monat zuverlässig Geld übrig, das meine finanzielle Situation langfristig verbessert?

Wenn die Antwort ja lautet, bist du wahrscheinlich auf einem guten Weg.

Wenn die Antwort trotz eines vernünftigen Einkommens dauerhaft nein lautet, solltest du deine Fixkosten und Konsumausgaben einmal genauer anschauen.

Am Ende geht es nicht darum, möglichst reich auszusehen.

Es geht darum, tatsächlich Vermögen aufzubauen und gleichzeitig genug finanzielle Freiheit zu behalten, um dein Leben heute genießen zu können.

360° Soldaten-Vorteils-Check

Deine Finanzen als Soldat bestehen nicht nur aus deiner Besoldung.

Dienstzeit, Zulagen, Familienleistungen, Trennungsgeld, VWL, Übergangsgebührnisse, Übergangsbeihilfe, DZE, Versicherungen und langfristiger Vermögensaufbau können sich gegenseitig beeinflussen.

Mit unserem 360° Soldaten-Vorteils-Check schauen wir deshalb nicht einfach:

„Wie viel kannst du jeden Monat investieren?“

Sondern zuerst:

Wie hoch ist dein tatsächlich verfügbares Einkommen?

Welche festen Kosten hast du?

Welche Leistungen der Bundeswehr nutzt du bereits?

Wie hoch sollte dein Notgroschen sein?

Wann ist dein DZE und welche finanziellen Veränderungen entstehen dadurch?

Welche kurzfristigen Ziele hast du?

Und welcher Betrag kann tatsächlich langfristig investiert werden, ohne dass du ihn in zwei Jahren wieder benötigst?

Ein junger Soldat, der noch bei seinen Eltern wohnt, kann dabei vollkommen andere Möglichkeiten haben als ein verheirateter SaZ mit Familie.

Es gibt deshalb keine perfekte Sparquote für jeden.

Aber gerade am Anfang deiner Dienstzeit kann es sinnvoll sein, deine Finanzen einmal richtig aufzubauen, bevor sich höhere Ausgaben und Verpflichtungen langsam an dein Einkommen anpassen.

Du möchtest wissen, welche finanziellen Themen und Bundeswehr-Leistungen in deiner persönlichen Situation relevant sind? Schreib uns direkt über WhatsApp.

1. Das größte finanzielle Risiko ist häufig nicht ein niedriges Einkommen, sondern steigende Fixkosten

Wenn dein Einkommen steigt, ist es vollkommen normal, dass du dir irgendwann auch mehr leisten möchtest.

Problematisch wird es erst, wenn aus jeder Gehaltserhöhung eine neue monatliche Verpflichtung entsteht.

Du wirst befördert und hast beispielsweise 150 Euro mehr zur Verfügung.

Kurz darauf kostet dein neues Auto 150 Euro mehr im Monat.

Beim nächsten Gehaltssprung kommt ein teureres Handy dazu.

Dann ziehst du in eine größere Wohnung.

Danach kommen weitere Finanzierungen.

Du verdienst immer mehr, bist aber gleichzeitig immer stärker darauf angewiesen, dass dein Einkommen dauerhaft mindestens auf diesem Niveau bleibt.

Diesen Effekt bezeichnet man häufig als Lifestyle-Inflation.

Konkretes Beispiel

Soldat A verdient netto 2.400 Euro und hat feste beziehungsweise notwendige monatliche Kosten von 1.200 Euro.

Ihm bleiben 1.200 Euro für Freizeit, Rücklagen und Vermögensaufbau.

Einige Jahre später verdient er 3.000 Euro.

Statt seine finanzielle Situation deutlich zu verbessern, steigen seine monatlichen Verpflichtungen allerdings auf 2.400 Euro.

Obwohl sein Einkommen um 600 Euro gestiegen ist, besitzt er plötzlich weniger finanziellen Spielraum als vorher.

Deshalb sollte eine Beförderung nicht automatisch bedeuten:

„Jetzt kann ich 300 Euro mehr ausgeben.“

Du kannst genauso sagen:

„Von den zusätzlichen 300 Euro investiere ich dauerhaft 150 Euro und verbessere meinen Lebensstandard nur mit dem Rest.“

Über viele Jahre kann genau dieser Unterschied enorm sein.

2. Fixkosten sind nicht automatisch schlecht

Beim Wort Fixkosten denkt man schnell an etwas Negatives.

Das ist falsch.

Miete ist eine Fixkostenposition.

Strom ist eine Fixkostenposition.

Versicherungen können Fixkosten sein.

Ein Internetanschluss ebenfalls.

Viele dieser Ausgaben gehören vollkommen normal zum Leben.

Problematisch werden Fixkosten vor allem dann, wenn sie so hoch werden, dass du praktisch keine Möglichkeit mehr hast, auf finanzielle Veränderungen zu reagieren.

Stell dir zwei Soldaten mit demselben Einkommen vor

Beide haben monatlich 2.800 Euro netto zur Verfügung.

Soldat A benötigt jeden Monat mindestens 1.500 Euro, um alle notwendigen Kosten zu bezahlen.

Soldat B benötigt 2.500 Euro.

Solange beide ihre volle Besoldung erhalten, funktioniert beides.

Aber Soldat A kann relativ leicht:

  • Rücklagen aufbauen,

  • investieren,

  • unerwartete Kosten bezahlen,

  • eine Zeit lang weniger Einkommen verkraften,

  • oder größere finanzielle Ziele verfolgen.

Soldat B hat dagegen gerade einmal 300 Euro Luft.

Eine Autoreparatur, ein Umzug oder eine größere Nachzahlung können seine komplette Monatsplanung durcheinanderbringen.

Deshalb lautet eine der wichtigsten Finanzregeln nicht:

„Gib möglichst wenig Geld aus.“

Sondern:

„Halte deine dauerhaften Verpflichtungen so niedrig, dass du handlungsfähig bleibst.“

3. Wie hoch dürfen deine Fixkosten sein?

Auch dafür existiert keine perfekte allgemeingültige Zahl.

Als Orientierung kann es allerdings hilfreich sein, einmal zu berechnen, welcher Anteil deines verfügbaren Einkommens bereits fest verplant ist.

Nehmen wir an, du hast:

2.700 Euro netto verfügbar.

Deine monatlichen notwendigen Kosten betragen:

Miete inklusive Nebenkosten 850 Euro, das Auto einschließlich Finanzierung, Versicherung, Kraftstoff und Rücklage ungefähr 450 Euro, Lebensmittel 300 Euro und weitere feste Kosten wie Telefon, Versicherungen oder Abonnements 200 Euro.

Damit liegen deine notwendigen laufenden Ausgaben bei:

1.800 Euro.

Das entspricht rund:

67 Prozent deines Einkommens.

Das ist nicht automatisch schlecht.

Es zeigt dir lediglich, dass etwa ein Drittel deines Einkommens für Rücklagen, Freizeit und Vermögensaufbau zur Verfügung steht.

Liegt deine Quote dagegen beispielsweise dauerhaft bei 85 oder 90 Prozent, solltest du zumindest hinterfragen, ob du dir genügend finanziellen Spielraum lässt.

Gerade bei jungen Soldaten lohnt sich diese Rechnung, bevor größere Verpflichtungen abgeschlossen werden.

Nicht erst danach.

4. Das Auto ist bei jungen Soldaten häufig der größte finanzielle Hebel

Kaum eine Entscheidung kann die Finanzen eines jungen Soldaten so stark beeinflussen wie das Auto.

Du bekommst deine erste vernünftige Besoldung und möchtest verständlicherweise nicht mehr unbedingt mit demselben Fahrzeug fahren, das du während der Schulzeit hattest.

Dann steht vielleicht ein Auto für 25.000, 35.000 oder sogar 50.000 Euro beim Händler.

Die monatliche Finanzierungsrate wirkt zunächst gar nicht so schlimm.

Vielleicht:

399 Euro monatlich.

Das Problem ist:

Die Rate ist nicht der tatsächliche monatliche Fahrzeugpreis.

Dazu kommen beispielsweise:

  • Versicherung,

  • Kfz-Steuer,

  • Kraftstoff,

  • Reifen,

  • Wartung,

  • Inspektionen,

  • Reparaturen,

  • Pflege,

  • und möglicherweise irgendwann eine Schlussrate.

Konkretes Beispiel

Deine Finanzierung kostet 400 Euro.

Versicherung und Steuer umgerechnet 150 Euro.

Kraftstoff 200 Euro.

Für Wartung, Reifen und Reparaturen legst du weitere 100 Euro zurück.

Dann kostet dein Fahrzeug nicht 400 Euro im Monat.

Es kostet dich realistisch eher:

850 Euro monatlich.

Bei 2.500 Euro verfügbarem Einkommen wären das rund:

34 Prozent deines gesamten Einkommens für ein einziges Auto.

Vielleicht ist dir das Auto genau diesen Betrag wert.

Dann ist das deine persönliche Entscheidung.

Du solltest die Entscheidung aber mit den tatsächlichen Kosten treffen und nicht ausschließlich mit der Finanzierungsrate.

5. Konsumkredite können dir zukünftiges Einkommen wegnehmen

Ein Kredit ist nicht grundsätzlich etwas Schlechtes.

Eine Immobilienfinanzierung ist ebenfalls ein Kredit.

Eine Finanzierung kann in bestimmten Situationen sinnvoll sein.

Problematisch wird es, wenn du regelmäßig Dinge finanzierst, die du eigentlich nur deshalb kaufst, weil du sie dir heute noch nicht leisten kannst.

Das neue Smartphone wird finanziert.

Dann das Motorrad.

Dann Möbel.

Dann der Fernseher.

Dann eine Reise.

Irgendwann hast du vielleicht fünf kleine Raten von jeweils 50 bis 150 Euro.

Jede einzelne wirkt harmlos.

Zusammen können sie aber mehrere hundert Euro deines zukünftigen Einkommens bereits fest verplanen.

Konkretes Beispiel

Du hast monatlich:

120 Euro Handyfinanzierung, 80 Euro Möbel, 150 Euro Motorradkredit und 400 Euro Autofinanzierung.

Damit sind jeden Monat bereits:

750 Euro

deines Einkommens weg, bevor du Miete, Essen, Versicherungen oder Kraftstoff bezahlt hast.

Besonders problematisch können hoch verzinste Konsumkredite oder ein dauerhaft genutzter Dispokredit werden.

In einer solchen Situation kann es sinnvoller sein, zunächst diese Schulden abzubauen, bevor gleichzeitig große Beträge langfristig investiert werden.

6. Bevor du investierst, solltest du einen Notgroschen haben

Investieren und Sparen sind nicht dasselbe.

Wenn du 5.000 Euro in einem Aktien-ETF investiert hast, besitzt du zwar Vermögen.

Das bedeutet aber nicht, dass dieses Geld jederzeit ohne Risiko für eine unerwartete Rechnung verwendet werden sollte.

Stell dir vor:

Dein Auto benötigt plötzlich eine Reparatur für 1.800 Euro.

Genau zu diesem Zeitpunkt sind die Aktienmärkte stark gefallen und dein Depot liegt 25 Prozent unter seinem vorherigen Wert.

Wenn deine gesamte Rücklage im Depot liegt, musst du möglicherweise genau in einer schlechten Marktphase verkaufen.

Deshalb sollte kurzfristig benötigtes Geld grundsätzlich anders behandelt werden als langfristiges Vermögen.

Die Verbraucherzentrale nennt zwei bis drei Monatsgehälter als mögliche Daumenregel für einen Notgroschen und empfiehlt, diesen jederzeit verfügbar beispielsweise auf einem Tagesgeldkonto zu halten. Gleichzeitig stellt sie klar, dass die konkrete Höhe von der persönlichen Situation abhängt.

Für Soldaten kann die sinnvolle Höhe sehr unterschiedlich sein

Du bist 19, wohnst bei deinen Eltern, besitzt kein Auto und hast praktisch keine finanziellen Verpflichtungen.

Dann brauchst du möglicherweise keine Rücklage von 10.000 Euro.

Du bist dagegen 30, verheiratet, hast zwei Kinder, zwei Fahrzeuge und ein Eigenheim.

Dann kann selbst ein Notgroschen von drei Monatsgehältern relativ schnell benötigt werden.

Deshalb solltest du die Höhe nicht blind aus einer Faustregel übernehmen.

Frag dich stattdessen:

Welche unerwartete Ausgabe könnte mich realistisch treffen und wie lange könnte ich ohne mein normales Einkommen meine wichtigsten Kosten bezahlen?

7. Notgroschen und Investieren sollten getrennt werden

Eine einfache Struktur kann so aussehen:

Dein Girokonto ist für den laufenden Monat.

Ein separates Tagesgeldkonto ist für Rücklagen und Notfälle.

Dein Depot beziehungsweise deine langfristige Altersvorsorge ist für Geld, das du in den nächsten Jahren sehr wahrscheinlich nicht benötigst.

Diese Trennung hat einen großen psychologischen Vorteil.

Du siehst dann nicht einen Kontostand von 8.000 Euro und denkst:

„Ich habe 8.000 Euro zum Ausgeben.“

Vielleicht davon gehören nämlich 5.000 Euro zu deinem Notgroschen und 2.000 Euro sind bereits für einen Umzug nach dem DZE eingeplant.

Tatsächlich frei verfügbar sind dann nur 1.000 Euro.

Solche getrennten Töpfe können verhindern, dass Rücklagen langsam wieder für Konsum verschwinden.

8. Als SaZ solltest du zusätzlich eine DZE-Rücklage aufbauen

Der Notgroschen und deine DZE-Rücklage erfüllen unterschiedliche Aufgaben.

Der Notgroschen ist für:

unerwartete Probleme.

Die DZE-Rücklage ist für ein Ereignis, von dem du bereits weißt, dass es kommt:

dein Dienstzeitende.

Als SaZ ist dein aktuelles Einkommen zeitlich begrenzt.

Vielleicht hast du danach direkt einen neuen Job.

Vielleicht studierst du.

Vielleicht machst du eine längere Weiterbildung.

Vielleicht gründest du ein Unternehmen.

Vielleicht ziehst du in eine andere Stadt.

Vielleicht brauchst du ein neues Fahrzeug oder eine Wohnungseinrichtung.

Das alles kann Geld kosten.

Die Bundeswehr stellt SaZ mit Berufsförderung und Dienstzeitversorgung wichtige Instrumente zur Verfügung. Dazu gehören insbesondere Berufsförderung, Übergangsgebührnisse und die Übergangsbeihilfe. Das Soldatenversorgungsgesetz beschreibt diese Leistungen ausdrücklich als Instrumente, die unter anderem die Eingliederung in das zivile Erwerbsleben unterstützen und den Übergang finanziell absichern sollen.

Das ist ein echter Vorteil.

Aber es bedeutet nicht:

„Ich brauche selbst kein Geld für mein DZE.“

9. Übergangsgebührnisse sind kein Freifahrtschein für hohe Fixkosten

Nach aktueller Rechtslage betragen Übergangsgebührnisse grundsätzlich 75 Prozent der maßgeblichen Dienstbezüge des letzten Monats. Wie lange sie gezahlt werden, hängt insbesondere von deiner bereits geleisteten Wehrdienstzeit und möglichen Minderungen ab. Bei zwölf oder mehr Jahren können grundsätzlich bis zu 60 Monate vorgesehen sein.

Das kann für einen SaZ eine sehr starke Übergangsabsicherung sein.

Trotzdem solltest du daraus nicht die Schlussfolgerung ziehen:

„Nach dem DZE bekomme ich jahrelang Geld, also muss ich vorher nichts zurücklegen.“

Denn Übergangsgebührnisse erfüllen vor allem einen Zweck:

Sie sollen deinen Übergang in das zivile Erwerbsleben unterstützen.

Vielleicht benötigst du gleichzeitig Geld für:

  • einen Umzug,

  • eine Mietkaution,

  • neue Möbel,

  • ein Fahrzeug,

  • berufliche Ausstattung,

  • eine Existenzgründung,

  • oder andere Kosten deines neuen Lebensabschnitts.

Außerdem können sich deine laufenden Kosten nach dem Ausscheiden verändern.

Kranken- und Pflegeversicherung funktionieren beispielsweise anders als während deiner aktiven Dienstzeit.

Deshalb ist es sinnvoll, zumindest einen eigenen finanziellen Puffer für das DZE aufzubauen.

10. Wie hoch sollte deine DZE-Rücklage sein?

Auch dafür gibt es keine allgemeingültige Summe.

Ein SaZ, der mit 31 unmittelbar nach dem DZE einen bereits unterschriebenen Arbeitsvertrag besitzt und in seiner bisherigen Wohnung bleibt, benötigt möglicherweise kaum zusätzliche DZE-Rücklagen.

Ein anderer SaZ plant dagegen:

einen Umzug in eine andere Stadt, eine längere Weiterbildung, Selbstständigkeit und gleichzeitig den Kauf eines Autos.

Sein Kapitalbedarf ist vollkommen anders.

Eine einfache Rechnung

Frag dich etwa zwei bis drei Jahre vor deinem DZE:

Welche größeren Kosten entstehen in den ersten zwölf Monaten nach dem Ausscheiden?

Nehmen wir an:

Umzug und Kaution 4.000 Euro.

Einrichtung 2.000 Euro.

Zusätzliche berufliche Kosten 2.000 Euro.

Fahrzeug beziehungsweise Reparaturen 3.000 Euro.

Allgemeiner Puffer 4.000 Euro.

Dann liegt dein persönliches DZE-Ziel bei:

15.000 Euro.

Wenn dein DZE noch 30 Monate entfernt ist und bisher nichts dafür zurückgelegt wurde, wären das durchschnittlich:

500 Euro monatlich.

Vielleicht erscheint dir dieser Betrag hoch.

Genau deshalb ist es sinnvoll, nicht erst sechs Monate vor dem DZE über das Thema nachzudenken.

11. Kurzfristiges Sparen und langfristiges Investieren verfolgen unterschiedliche Ziele

Geld, das du in zwei Jahren für eine Wohnung benötigst, sollte grundsätzlich anders behandelt werden als Geld, das du für dein Alter mit 65 oder 70 zurücklegst.

Für kurzfristige Ziele steht normalerweise die Sicherheit stärker im Vordergrund.

Für langfristige Ziele kann ein höheres Risiko vertretbar sein, weil du mehr Zeit hast, zwischenzeitliche Wertschwankungen auszusitzen.

Die Verbraucherzentrale schreibt beispielsweise, dass Geld, das in den nächsten fünf Jahren sehr wahrscheinlich nicht benötigt wird, grundsätzlich eher für schwankungsanfälligere Anlagen infrage kommen kann. Für den langfristigen Aktienanteil empfiehlt sie eine breite weltweite Streuung, etwa über entsprechende ETFs.

Das bedeutet nicht:

„Alles über fünf Jahre gehört in Aktien.“

Es bedeutet:

Je länger dein Anlagehorizont ist, desto eher kannst du überhaupt darüber nachdenken, höhere Schwankungen für höhere Renditechancen zu akzeptieren.

12. Wie viel solltest du monatlich investieren?

Jetzt kommen wir zu der Frage, die wahrscheinlich die meisten interessiert.

Eine allgemeingültige Antwort gibt es nicht.

Trotzdem kann eine Größenordnung helfen.

Wenn deine Finanzen stabil sind, keine problematischen Konsumschulden bestehen und dein Notgroschen aufgebaut ist, kann eine langfristige Spar- beziehungsweise Investitionsquote von beispielsweise 10 bis 20 Prozent des verfügbaren Einkommens ein vernünftiger Orientierungsbereich sein.

Das ist keine Pflicht.

Es gibt Lebensphasen, in denen 5 Prozent vollkommen in Ordnung sind.

Und es gibt junge Soldaten, die noch bei ihren Eltern wohnen und problemlos 30 oder 40 Prozent zurücklegen könnten.

Der Fehler liegt häufig nicht darin, dass jemand „nur“ 100 Euro investiert

Der größere Fehler ist oft:

gar nicht anzufangen.

Wenn du heute mit 100 oder 200 Euro beginnst und deine Sparrate später mit Beförderungen und Gehaltserhöhungen regelmäßig erhöhst, kann daraus langfristig ein sehr großer Unterschied entstehen.

13. Erhöhe deine Sparrate bei jeder Beförderung

Das ist eine der einfachsten Methoden, Lifestyle-Inflation zu begrenzen, ohne das Gefühl zu haben, auf alles verzichten zu müssen.

Nehmen wir an:

Nach einer Beförderung stehen dir monatlich netto ungefähr 200 Euro mehr zur Verfügung.

Dann könntest du beispielsweise sagen:

100 Euro erhöhen dauerhaft meine Spar- beziehungsweise Investitionsrate.

Die anderen 100 Euro kannst du für deinen Lebensstandard verwenden.

Dadurch verbesserst du gleichzeitig:

dein heutiges Leben und deine zukünftige finanzielle Situation.

Machst du das bei mehreren Einkommenssteigerungen über deine Dienstzeit hinweg, wächst deine Sparrate fast automatisch mit.

14. Investieren bedeutet nicht, dass du ständig Aktien auswählen musst

Viele Menschen verbinden Investieren mit:

Kurscharts, Einzelaktien, Trading und ständigem Beobachten der Börse.

Für langfristigen Vermögensaufbau muss das nicht so funktionieren.

Eine möglichst breite Risikostreuung ist einer der wichtigsten Grundsätze der Geldanlage.

Die Verbraucherzentrale weist aktuell darauf hin, dass eine weltweit gestreute Aktienanlage über breite ETFs relativ einfach umgesetzt werden kann. Gleichzeitig betont sie, dass Aktien zwischenzeitlich erheblich fallen können und eine höhere Renditechance immer mit höherem Risiko verbunden ist.

Das bedeutet:

Ein ETF ist nicht risikolos.

Auch ein weltweit diversifiziertes Depot kann zeitweise 30, 40 oder sogar 50 Prozent im Minus liegen.

Wer dann in Panik verkauft, kann Verluste realisieren.

Deshalb solltest du langfristig investiertes Geld tatsächlich langfristig betrachten.

15. Das beste Investment bringt wenig, wenn du gleichzeitig teure Schulden hast

Stell dir vor:

Du investierst jeden Monat 300 Euro und erwartest langfristig vielleicht durchschnittlich einige Prozent Rendite.

Gleichzeitig besitzt du einen Konsumkredit mit einem deutlich höheren Zinssatz.

Dann kann es finanziell sinnvoller sein, zunächst den teuren Kredit zurückzuführen.

Konkretes Beispiel

Du schuldest noch:

5.000 Euro

auf einem Konsumkredit.

Der effektive Zinssatz liegt beispielsweise bei:

10 Prozent.

Gleichzeitig investierst du deine freien 300 Euro monatlich in einen ETF.

Dein ETF könnte steigen.

Er könnte aber genauso fallen.

Die 10 Prozent Kreditzinsen musst du dagegen sicher bezahlen.

Schuldenabbau kann deshalb ebenfalls eine Form von Vermögensaufbau sein.

16. Zusätzliche Einnahmen solltest du anders behandeln als dein normales Einkommen

Soldaten können abhängig von ihrer Verwendung und persönlichen Situation zusätzliche Zahlungen erhalten.

Dazu können beispielsweise bestimmte Zulagen, Vergütungen oder bei entsprechenden besonderen Verwendungen ein Auslandsverwendungszuschlag gehören.

Beim AVZ können nach aktuell geltendem Bundesbesoldungsgesetz je nach Belastungsstufe Tagessätze gelten; die höchste Stufe beträgt derzeit bis zu 153 Euro pro Tag.

Solche Zahlungen können während eines Einsatzes zu einem erheblichen zusätzlichen Einkommen führen.

Genau darin liegt aber eine Gefahr.

Stell dir vor

Du kommst aus einem Einsatz zurück und hast mehrere tausend Euro zusätzlich erhalten.

Jetzt denkst du:

„Mein Einkommen ist inzwischen richtig hoch.“

Du finanzierst ein teureres Auto.

Die Rate läuft fünf Jahre.

Der Einsatz endet aber nach wenigen Monaten.

Dein höheres Einkommen war temporär.

Die Autofinanzierung bleibt.

Das ist einer der wichtigsten Grundsätze:

Finanziere dauerhafte Fixkosten möglichst aus deinem dauerhaft sicheren Einkommen und nicht aus vorübergehenden Zulagen oder Sonderzahlungen.

17. Einsatzgeld kann ein finanzieller Beschleuniger sein

Das bedeutet nicht, dass du zusätzliches Geld aus einem Einsatz vollständig sparen musst.

Du hast möglicherweise Monate unter erheblichen Belastungen gearbeitet.

Natürlich kannst du dir davon auch etwas gönnen.

Eine sinnvolle Lösung könnte beispielsweise sein, einen vorher festgelegten Anteil aufzuteilen.

Angenommen, nach einem Einsatz stehen dir netto betrachtet 10.000 Euro zusätzlich zur Verfügung.

Du könntest beispielsweise entscheiden:

3.000 Euro für Urlaub, Auto oder andere Wünsche.

3.000 Euro in die DZE-Rücklage.

4.000 Euro langfristig investieren.

Die konkrete Aufteilung kann vollkommen anders aussehen.

Entscheidend ist nur:

Du triffst die Entscheidung bewusst, bevor das Geld einfach auf deinem Girokonto verschwindet.

18. Ein höherer Dienstgrad bedeutet nicht automatisch mehr Vermögen

Die Bundeswehr veröffentlicht für die verschiedenen Laufbahnen unterschiedliche Besoldungsbereiche; mit Dienstgrad, Erfahrungsstufe, Familienzuschlägen und verschiedenen Zulagen kann sich die Besoldung über die Dienstzeit erheblich verändern.

Aber Einkommen und Vermögen sind nicht dasselbe.

Ein Soldat kann 4.000 Euro monatlich zur Verfügung haben und praktisch kein Vermögen besitzen.

Ein anderer verdient weniger und hat trotzdem nach einigen Jahren 50.000 Euro aufgebaut.

Der Unterschied liegt häufig nicht im Einkommen.

Er liegt darin, was mit dem Einkommen passiert.

Ein einfaches Beispiel

Soldat A spart bei 2.500 Euro netto monatlich 500 Euro.

Soldat B spart bei 3.500 Euro netto monatlich 100 Euro.

Nach einem Jahr hat Soldat A:

6.000 Euro

zurückgelegt.

Soldat B:

1.200 Euro.

Ein höheres Einkommen macht Vermögensaufbau leichter.

Es erledigt ihn aber nicht automatisch.

19. Nutze Automatisierung statt Willenskraft

Eine der einfachsten Methoden zum Sparen lautet:

Bezahle zuerst dich selbst.

Damit ist nicht gemeint, dass du Rechnungen ignorieren sollst.

Es bedeutet:

Lege den Betrag, den du sparen oder investieren möchtest, möglichst kurz nach Eingang deiner Besoldung automatisch zurück.

Konkretes Beispiel

Am Monatsanfang gehen 2.800 Euro ein.

Am nächsten Tag werden automatisch:

300 Euro auf das Rücklagenkonto und 350 Euro in deinen langfristigen Sparplan

überwiesen.

Dann planst du deinen Monat mit den verbleibenden:

2.150 Euro.

Andersherum funktioniert es häufig schlechter:

„Ich gebe den ganzen Monat normal Geld aus und investiere am Monatsende das, was übrig bleibt.“

Oft bleibt dann wenig übrig.

20. Vermögenswirksame Leistungen solltest du zumindest kennen

SaZ und Berufssoldaten haben unter den gesetzlichen Voraussetzungen Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen des Dienstherrn.

Nach aktueller Rechtslage beträgt diese Leistung grundsätzlich:

6,65 Euro monatlich.

Der Anspruch entsteht allerdings frühestens für den Monat, in dem die notwendigen Angaben für die vermögenswirksame Anlage gemacht werden, wobei unter bestimmten Voraussetzungen auch die beiden vorhergehenden Monate desselben Kalenderjahres berücksichtigt werden können.

6,65 Euro werden niemanden reich machen.

Aber der Punkt ist:

Wenn dir dein Dienstherr Geld für eine vermögenswirksame Anlage zur Verfügung stellt und du diese Möglichkeit nutzen möchtest, solltest du zumindest wissen, dass sie existiert.

Im nächsten Artikel unserer Serie beschäftigen wir uns mit VWL und weiteren finanziellen Leistungen noch ausführlicher.

21. Drei Konten können bereits einen großen Unterschied machen

Du brauchst kein kompliziertes System mit zwölf Unterkonten.

Für viele Menschen reicht eine einfache Struktur.

Konto 1: Girokonto

Hier gehen Besoldung und laufende Zahlungen ein und ab.

Konto 2: Rücklagenkonto

Hier liegen Notgroschen, DZE-Rücklage und Geld für planbare größere Ausgaben.

Du kannst diese Beträge innerhalb des Kontos gedanklich oder über Unterkonten noch weiter trennen.

Konto 3: langfristiger Vermögensaufbau

Das kann beispielsweise ein Depot oder eine andere langfristige Altersvorsorgelösung sein.

Der wichtigste Unterschied ist:

Das Geld auf Konto 3 ist nicht dafür gedacht, dass du im nächsten Sommer ein Auto davon kaufst.

Diese einfache Trennung macht deine finanzielle Situation wesentlich transparenter.

22. Wie viel solltest du für Freizeit ausgeben?

Hier gibt es keine seriöse allgemeine Zahl.

Geld ist nicht nur dafür da, möglichst schnell einen hohen Kontostand zu erzeugen.

Du bist heute jung.

Du möchtest reisen.

Du möchtest ausgehen.

Du möchtest Hobbys haben.

Vielleicht sind Autos oder Motorräder deine Leidenschaft.

Das ist vollkommen legitim.

Ein Finanzplan, bei dem du 40 Jahre lang das Gefühl hast, auf alles verzichten zu müssen, wird wahrscheinlich nicht lange funktionieren.

Der bessere Ansatz lautet:

Spar- und Investitionsziele zuerst festlegen und den Rest bewusst genießen.

Wenn du beispielsweise jeden Monat:

300 Euro Rücklagen bildest und 400 Euro langfristig investierst,

kannst du das verbleibende Geld wesentlich entspannter ausgeben.

Du weißt schließlich:

Meine finanziellen Ziele werden bereits bedient.

23. Beispielbudget: junger Mannschaftssoldat, der noch zu Hause wohnt

Die folgenden Zahlen sind ausdrücklich keine Bundeswehr-Besoldungstabelle.

Wir nehmen für das Beispiel einfach an, dass der Soldat monatlich:

2.300 Euro netto verfügbar

hat.

Er wohnt noch bei seinen Eltern und beteiligt sich an den Kosten.

  • Bereich – Beispiel

  • Beteiligung Zuhause – 350 €

  • Auto / Mobilität – 350 €

  • Essen unterwegs / Alltag – 250 €

  • Versicherungen, Handy, Abos – 150 €

  • Freizeit, Kleidung, Ausgehen – 350 €

  • Rücklagen / DZE – 300 €

  • langfristiges Investieren – 450 €

  • freier Puffer – 100 €

  • Gesamt – 2.300 €

Dieser Soldat legt jeden Monat:

750 Euro

zurück beziehungsweise investiert sie.

Das entspricht rund 33 Prozent seines Einkommens.

Das funktioniert vor allem deshalb, weil seine Wohnkosten sehr niedrig sind.

Er sollte daraus nicht die Regel ableiten:

„Jeder Soldat muss 33 Prozent sparen.“

Er sollte eher erkennen:

„Solange ich noch sehr günstig wohne, habe ich eine finanzielle Chance, die später möglicherweise nicht mehr existiert.“

24. Beispielbudget: Unteroffizier mit eigener Wohnung

Im zweiten Beispiel nehmen wir ein verfügbares Nettoeinkommen von:

2.900 Euro

an.

Auch diese Zahl dient ausschließlich der Budgetrechnung.

  • Bereich – Beispiel

  • Warmmiete – 900 €

  • Auto / Mobilität – 400 €

  • Lebensmittel – 350 €

  • Versicherungen, Handy, Abos – 180 €

  • Freizeit und Reisen – 350 €

  • Rücklagen / DZE – 250 €

  • langfristiges Investieren – 400 €

  • freier Puffer – 70 €

  • Gesamt – 2.900 €

Hier werden monatlich:

650 Euro

für Rücklagen und langfristigen Vermögensaufbau verwendet.

Das sind rund 22 Prozent.

Obwohl dieser Soldat mehr verdient als der erste, ist seine Sparquote geringer.

Der Grund sind höhere Wohn- und Lebenshaltungskosten.

Und genau das zeigt, warum prozentuale Regeln nur eine Orientierung sein können.

25. Beispielbudget: verheirateter SaZ mit Kind

Jetzt nehmen wir einen Haushalt mit einem verfügbaren monatlichen Haushaltsnetto von:

3.800 Euro

an.

Die genaue Zusammensetzung spielt für dieses Beispiel keine Rolle.

  • Bereich – Beispiel

  • Wohnen inklusive Nebenkosten – 1.250 €

  • Mobilität – 450 €

  • Lebensmittel und Haushalt – 650 €

  • Versicherungen, Handy, Verträge – 250 €

  • Kind / Familie – 300 €

  • Freizeit – 300 €

  • kurzfristige Rücklagen – 250 €

  • langfristiger Vermögensaufbau – 250 €

  • freier Puffer – 100 €

  • Gesamt – 3.800 €

Die Spar- und Investitionsquote liegt hier deutlich niedriger als beim jungen Soldaten, der noch zu Hause wohnt.

Trotzdem werden jeden Monat:

500 Euro

für die finanzielle Zukunft zurückgelegt.

Das ist ein gutes Beispiel dafür, warum:

„Du musst mindestens 20 Prozent investieren“

keine sinnvolle allgemeine Regel ist.

Lebensphasen unterscheiden sich.

26. Wenn du aktuell gar nichts sparen kannst, fang nicht mit ETFs an – fang mit deinem Budget an

Vielleicht liest du diesen Artikel und denkst:

„Schön und gut, aber bei mir bleibt überhaupt nichts übrig.“

Dann ist die erste Aufgabe nicht:

den besten ETF zu finden.

Die erste Aufgabe lautet:

herausfinden, wohin dein Geld geht.

Nimm die letzten drei Monate deiner Kontoauszüge.

Ordne jede Ausgabe grob einem Bereich zu:

Wohnen, Mobilität, Lebensmittel, Verträge, Freizeit, Kredite und Sonstiges.

Dann siehst du relativ schnell, ob du wirklich ein Einkommensproblem oder möglicherweise ein Ausgabenproblem hast.

Manchmal fehlen tatsächlich Einnahmen.

Manchmal kosten aber:

Lieferdienste, Abos, Wochenenden, Ratenkäufe und Kleinausgaben

zusammen 600 oder 800 Euro im Monat, ohne dass man es wahrnimmt.

Erst wenn du deine Zahlen kennst, kannst du sinnvoll entscheiden.

27. Drei typische Situationen

Du bist 19 und bekommst deine erste richtige Besoldung

Du wohnst noch bei deinen Eltern und hast vergleichsweise geringe Fixkosten.

Finanziell kann das eine der stärksten Phasen deines Lebens sein.

Vielleicht kannst du heute 500, 700 oder sogar 1.000 Euro monatlich zurücklegen, ohne das Gefühl zu haben, auf alles verzichten zu müssen.

Später kommen möglicherweise:

Miete, Familie, Kinder und höhere laufende Kosten dazu.

Deshalb solltest du diese Phase nicht zwangsläufig nutzen, um dir sofort den maximal möglichen Lebensstandard aufzubauen.

Wenn du früh einen Notgroschen aufbaust und anschließend regelmäßig investierst, hast du bereits nach wenigen Dienstjahren eine finanzielle Grundlage, die dir später sehr viel Freiheit geben kann.

Das bedeutet trotzdem nicht, dass du dein komplettes Einkommen sparen musst.

Du sollst auch heute leben.

Du bist seit einigen Jahren SaZ und dein DZE rückt näher

Jetzt verändert sich dein Schwerpunkt.

Dein langfristiges Depot bleibt langfristig.

Gleichzeitig sollte deine liquide DZE-Rücklage wichtiger werden.

Du weißt vielleicht bereits, dass du nach dem Dienst:

umziehen, studieren, eine Weiterbildung beginnen oder dich selbstständig machen möchtest.

Dann solltest du nicht wenige Monate vorher feststellen:

„Eigentlich brauche ich dafür 12.000 Euro.“

Du kannst bereits zwei oder drei Jahre vorher beginnen, diese Summe gezielt aufzubauen.

Übergangsgebührnisse und Berufsförderung sind dabei wichtige Vorteile.

Sie sollten deine Planung ergänzen und nicht ersetzen.

Du bekommst während einer besonderen Verwendung deutlich mehr Geld

Für einige Monate steigt dein verfügbares Einkommen erheblich.

Jetzt gibt es zwei extreme Varianten.

Variante A:

Du gibst praktisch alles aus.

Variante B:

Du sparst jeden Cent und gönnst dir gar nichts.

Beides muss nicht sinnvoll sein.

Du kannst den zusätzlichen Betrag bewusst aufteilen.

Ein Teil verbessert heute dein Leben.

Ein Teil stärkt deinen Notgroschen oder deine DZE-Rücklage.

Ein Teil wird langfristig investiert.

Dadurch wird aus einer zeitlich begrenzten höheren Zahlung möglicherweise ein Vermögensbaustein, von dem du noch Jahrzehnte später etwas hast.

28. Typische Irrtümer

„Ich bin noch jung, mit Sparen kann ich später anfangen.“

Du kannst später anfangen.

Aber gerade beim langfristigen Vermögensaufbau ist Zeit ein großer Vorteil.

„Je höher meine Sparquote, desto besser.“

Nicht automatisch.

Ein Finanzplan muss zu deinem Leben passen und langfristig durchhaltbar sein.

„50/30/20 ist die perfekte Regel für jeden.“

Nein.

Die Regel kann eine Orientierung sein, berücksichtigt aber weder Wohnsituation noch Familie, DZE, Einkommen oder persönliche Ziele.

„Mein Auto kostet mich nur die Finanzierungsrate.“

Nein.

Versicherung, Kraftstoff, Wartung, Reparaturen, Reifen und weitere Kosten gehören ebenfalls zum tatsächlichen Fahrzeugbudget.

„Wenn ich 5.000 Euro im ETF habe, brauche ich keinen Notgroschen.“

Das sind zwei unterschiedliche Zwecke.

Kurzfristige Notfallreserven sollten nicht davon abhängig sein, wie der Aktienmarkt gerade steht.

„Übergangsgebührnisse bedeuten, dass ich keine DZE-Rücklage brauche.“

Nicht zwingend.

Übergangsgebührnisse können den Übergang stark erleichtern, aber zusätzliche Kosten rund um das DZE können trotzdem entstehen.

„Einsatzgeld kann ich bei meiner Autofinanzierung fest einplanen.“

Das ist riskant.

Temporäre Zahlungen sollten nicht die Grundlage für dauerhaft laufende Verpflichtungen sein.

„Wer viel verdient, wird automatisch vermögend.“

Nein.

Vermögen entsteht erst aus dem Teil des Einkommens, der nicht dauerhaft konsumiert wird.

„ETF bedeutet sichere Rendite.“

Nein.

Aktienanlagen schwanken und können zeitweise erhebliche Verluste aufweisen.

Breite Streuung reduziert bestimmte Risiken, beseitigt Marktrisiken aber nicht.

29. Fazit

Gute Finanzen als Soldat bedeuten nicht, dass du möglichst wenig Geld ausgeben musst.

Und sie bedeuten auch nicht, dass du mit 19 Jahren schon jeden Monat die Hälfte deiner Besoldung investieren solltest.

Viel wichtiger ist, dass du früh lernst, dein Einkommen bewusst aufzuteilen.

Deine notwendigen Kosten müssen bezahlt werden.

Du solltest dein heutiges Leben genießen können.

Gleichzeitig sollte regelmäßig Geld für deine zukünftige finanzielle Freiheit übrig bleiben.

Gerade junge Soldaten haben dabei häufig einen großen Vorteil.

Du kannst relativ früh ein regelmäßiges Einkommen besitzen, während deine Lebenshaltungskosten teilweise noch niedrig sind.

Wenn du noch bei deinen Eltern wohnst, kann genau diese Phase die Gelegenheit sein, deinen ersten Notgroschen aufzubauen und bereits ein solides Vermögen anzusparen.

Später steigen deine Verpflichtungen möglicherweise.

Dann sind dieselben Sparquoten schwieriger.

Eine gute Reihenfolge kann deshalb sein:

Zuerst verstehen, wohin dein Geld fließt.

Dann problematische Konsumschulden vermeiden beziehungsweise abbauen.

Danach einen Notgroschen aufbauen.

Als SaZ zusätzlich das DZE im Blick behalten.

Und Geld, das du langfristig nicht benötigst, gezielt für den Vermögensaufbau einsetzen.

Wie hoch die jeweiligen Beträge sind, hängt von deinem Leben ab.

Eine starre 50/30/20-Regel kann diese Entscheidung nicht für dich treffen.

Auch solltest du vorübergehend hohe Zahlungen wie Zulagen oder einen Auslandsverwendungszuschlag nicht automatisch nutzen, um deine dauerhaften monatlichen Fixkosten zu erhöhen.

Denn Zusatzleistungen können wieder verschwinden.

Deine Autofinanzierung, Wohnung oder Kredite bleiben trotzdem bestehen.

Gerade bei solchen zusätzlichen Einnahmen kann es sinnvoll sein, einen Teil bewusst für Vermögensaufbau oder deine DZE-Rücklage zu verwenden.

Und auch beim Investieren gilt:

Du musst nicht kompliziert denken.

Ein guter Finanzplan muss nicht aus 15 Konten, sieben ETFs und einer Excel-Datei mit 40 Tabellen bestehen.

Er sollte vor allem eine Frage beantworten:

Bleibt jeden Monat zuverlässig Geld übrig, das meine finanzielle Situation langfristig verbessert?

Wenn die Antwort ja lautet, bist du wahrscheinlich auf einem guten Weg.

Wenn die Antwort trotz eines vernünftigen Einkommens dauerhaft nein lautet, solltest du deine Fixkosten und Konsumausgaben einmal genauer anschauen.

Am Ende geht es nicht darum, möglichst reich auszusehen.

Es geht darum, tatsächlich Vermögen aufzubauen und gleichzeitig genug finanzielle Freiheit zu behalten, um dein Leben heute genießen zu können.

360° Soldaten-Vorteils-Check

Deine Finanzen als Soldat bestehen nicht nur aus deiner Besoldung.

Dienstzeit, Zulagen, Familienleistungen, Trennungsgeld, VWL, Übergangsgebührnisse, Übergangsbeihilfe, DZE, Versicherungen und langfristiger Vermögensaufbau können sich gegenseitig beeinflussen.

Mit unserem 360° Soldaten-Vorteils-Check schauen wir deshalb nicht einfach:

„Wie viel kannst du jeden Monat investieren?“

Sondern zuerst:

Wie hoch ist dein tatsächlich verfügbares Einkommen?

Welche festen Kosten hast du?

Welche Leistungen der Bundeswehr nutzt du bereits?

Wie hoch sollte dein Notgroschen sein?

Wann ist dein DZE und welche finanziellen Veränderungen entstehen dadurch?

Welche kurzfristigen Ziele hast du?

Und welcher Betrag kann tatsächlich langfristig investiert werden, ohne dass du ihn in zwei Jahren wieder benötigst?

Ein junger Soldat, der noch bei seinen Eltern wohnt, kann dabei vollkommen andere Möglichkeiten haben als ein verheirateter SaZ mit Familie.

Es gibt deshalb keine perfekte Sparquote für jeden.

Aber gerade am Anfang deiner Dienstzeit kann es sinnvoll sein, deine Finanzen einmal richtig aufzubauen, bevor sich höhere Ausgaben und Verpflichtungen langsam an dein Einkommen anpassen.

Du möchtest wissen, welche finanziellen Themen und Bundeswehr-Leistungen in deiner persönlichen Situation relevant sind? Schreib uns direkt über WhatsApp.

Häufige Fragen

01

Wie viel sollte ich als Soldat sparen?

Das hängt von deinen Fixkosten, deinem Einkommen, deiner familiären Situation und deinen Zielen ab.

Als Orientierung können 10 bis 20 Prozent für langfristigen Vermögensaufbau sinnvoll sein, wenn deine übrige finanzielle Situation stabil ist. Wer noch sehr günstig lebt, kann deutlich mehr zurücklegen.

02

Wie hoch sollte mein Notgroschen sein?

Die Verbraucherzentrale nennt zwei bis drei Monatsgehälter als mögliche Daumenregel. Die tatsächlich sinnvolle Höhe hängt von deinen Verpflichtungen ab.

03

Wo sollte der Notgroschen liegen?

Er sollte grundsätzlich sicher und kurzfristig verfügbar sein, beispielsweise auf einem Tagesgeldkonto.

04

Sollte ich zuerst sparen oder investieren?

Ein grundlegender Notgroschen sollte normalerweise vor einem größeren langfristigen Aktieninvestment stehen.

05

Was ist wichtiger: Notgroschen oder DZE-Rücklage?

Beides erfüllt unterschiedliche Aufgaben.

Der Notgroschen ist für unerwartete Ereignisse.

Die DZE-Rücklage ist für bereits absehbare Kosten rund um deinen Übergang ins zivile Leben.

06

Wie viel sollte ich investieren?

Wenn deine Rücklagen aufgebaut und problematische Schulden nicht vorhanden sind, kann beispielsweise eine regelmäßige langfristige Sparrate von 10 bis 20 Prozent des Einkommens eine Orientierung sein.

07

Muss es ein ETF sein?

Nein.

Es gibt verschiedene Wege für langfristigen Vermögensaufbau. Breit gestreute Aktien-ETFs sind eine Möglichkeit, aber nicht die einzige.

08

Sollte ich einzelne Aktien kaufen?

Das ist deine persönliche Entscheidung.

Für langfristigen Vermögensaufbau reduziert eine breite Streuung das Risiko gegenüber einer starken Konzentration auf wenige Unternehmen.

09

Sollte ich während eines Einsatzes alles sparen?

Nein.

Zusätzliche Zahlungen kannst du selbstverständlich auch für deinen heutigen Lebensstandard verwenden.

Sinnvoll kann sein, vorher festzulegen, welcher Teil konsumiert, gespart und langfristig investiert werden soll.

10

Wie viel sollte mein Auto maximal kosten?

Eine allgemeingültige Grenze gibt es nicht.

Du solltest allerdings nicht nur die Rate betrachten, sondern alle monatlichen Fahrzeugkosten ins Verhältnis zu deinem verfügbaren Einkommen setzen.

11

Sollte ich einen Konsumkredit zuerst tilgen oder investieren?

Bei hoch verzinsten Konsumkrediten kann ein schneller Schuldenabbau wirtschaftlich sinnvoller sein als gleichzeitig große Beträge in schwankende Anlagen zu investieren.

12

Bekomme ich als Soldat vermögenswirksame Leistungen?

SaZ und Berufssoldaten haben unter den gesetzlichen Voraussetzungen Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen. Der aktuelle gesetzliche Betrag beträgt grundsätzlich 6,65 Euro monatlich.

Quellen zum Nachlesen

Die Bundeswehr gibt einen Überblick über typische Besoldungsbereiche verschiedener Dienstgrade sowie mögliche Zulagen und weitere Zahlungen.

Bundeswehr – Besoldung, Entgelt und Zulagen

Bundeswehr – Besoldung, Entgelt und Zulagen

Enthält unter anderem die Berufsförderung, Übergangsgebührnisse, Übergangsbeihilfe und weitere Leistungen für ehemalige SaZ.

Soldatenversorgungsgesetz

Soldatenversorgungsgesetz

Regelt insbesondere Höhe und Bezugsdauer der Übergangsgebührnisse. Diese betragen grundsätzlich 75 Prozent der maßgeblichen Dienstbezüge des letzten Monats.

§ 16 Soldatenversorgungsgesetz – Übergangsgebührnisse

§ 16 Soldatenversorgungsgesetz – Übergangsgebührnisse

Regelt die einmalige Übergangsbeihilfe nach Ende des Dienstverhältnisses.

§ 19 Soldatenversorgungsgesetz – Übergangsbeihilfe

§ 19 Soldatenversorgungsgesetz – Übergangsbeihilfe

Erläutert den Zweck der Leistungen zur Vorbereitung und finanziellen Absicherung des Übergangs in das zivile Erwerbsleben.

§ 4 Soldatenversorgungsgesetz – Zweck der Berufsförderung und Dienstzeitversorgung

§ 4 Soldatenversorgungsgesetz – Zweck der Berufsförderung und Dienstzeitversorgung

Regelt Voraussetzungen und Höhe des Auslandsverwendungszuschlags bei besonderen Verwendungen im Ausland.

§ 56 Bundesbesoldungsgesetz – Auslandsverwendungszuschlag

§ 56 Bundesbesoldungsgesetz – Auslandsverwendungszuschlag

Regelt den Anspruch von SaZ und Berufssoldaten auf vermögenswirksame Leistungen.

Gesetz über vermögenswirksame Leistungen für Beamte, Richter, Berufssoldaten und Soldaten auf Zeit

Gesetz über vermögenswirksame Leistungen für Beamte, Richter, Berufssoldaten und Soldaten auf Zeit

Der gesetzliche Betrag beträgt aktuell grundsätzlich 6,65 Euro monatlich.

§ 2 BBVLG – Höhe der vermögenswirksamen Leistung

§ 2 BBVLG – Höhe der vermögenswirksamen Leistung

Die Verbraucherzentrale nennt zwei bis drei Monatsgehälter als mögliche Daumenregel für eine jederzeit verfügbare finanzielle Reserve und weist darauf hin, dass die passende Höhe von der persönlichen Situation abhängt.

Verbraucherzentrale – Notgroschen

Verbraucherzentrale – Notgroschen

Informationen zur Aufteilung zwischen sicheren Rücklagen und langfristigem Vermögensaufbau sowie zu breit gestreuten Aktienanlagen.

Verbraucherzentrale – Geldanlage und Altersvorsorge

Verbraucherzentrale – Geldanlage und Altersvorsorge

Erläutert den Zusammenhang zwischen Rendite und Risiko sowie die Bedeutung einer breiten Streuung.

Verbraucherzentrale – Risiken bei Geldanlagen streuen

Verbraucherzentrale – Risiken bei Geldanlagen streuen

Informationen zum langfristigen Vermögensaufbau mit breit gestreuten ETFs und den damit verbundenen Wertschwankungen.

Verbraucherzentrale – breit gestreute Aktien-ETFs

Verbraucherzentrale – breit gestreute Aktien-ETFs

Die Budgetbeispiele in diesem Artikel sind bewusst vereinfachte Rechenbeispiele und keine offiziellen Besoldungsberechnungen. Das tatsächlich verfügbare Einkommen eines Soldaten hängt unter anderem von Dienstgrad, Erfahrungsstufe, Familienstand, Steuermerkmalen, Zulagen und weiteren individuellen Faktoren ab. Auch die genannten Sparquoten sind keine allgemeingültigen Empfehlungen. Entscheidend sind deine persönliche finanzielle Situation, deine Verpflichtungen, dein DZE, deine Risikobereitschaft und deine kurz- beziehungsweise langfristigen Ziele.

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