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Ärztliche Untersuchung bei der Bundeswehr: Was passiert genau?
Musterung & Auswahl
Gez.



Daniel, Levin & Afsal
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Letzte Aktualisierung: Oktober 2026
Einordnung
Dieser Artikel gehört zum Thema Musterung & Auswahl der Soldateninitiative.
Er richtet sich an Bewerberinnen und Bewerber der Bundeswehr, die wissen möchten, was bei der ärztlichen Untersuchung passiert, welche gesundheitlichen Themen geprüft werden und wie sie sich sinnvoll darauf vorbereiten können.
Die ärztliche Untersuchung gehört zu den wichtigsten Stationen bei Musterung und Assessment der Bundeswehr. Viele Bewerber machen sich vorher Gedanken über dieselben Fragen: Was wird genau untersucht? Muss ich mich ausziehen? Was passiert mit meiner alten Knieverletzung? Ist eine Brille ein Problem? Was ist mit Allergien, Medikamenten oder einer früheren Operation? Und bedeutet eine gesundheitliche Auffälligkeit sofort, dass die Bundeswehr nicht mehr infrage kommt?
Die wichtigste Antwort lautet: Bei der ärztlichen Untersuchung geht es nicht darum, einen vollkommen gesunden Menschen ohne jede medizinische Vorgeschichte zu finden. Es geht darum festzustellen, ob du gesundheitlich für den militärischen Dienst geeignet bist und welche Verwendungen für dich infrage kommen.
Deshalb kann eine gesundheitliche Einschränkung einzelne Tätigkeiten ausschließen, während andere Verwendungen weiterhin möglich sind. Genau deshalb solltest du dich auf die Untersuchung nicht dadurch vorbereiten, möglichst gesund zu wirken. Du solltest dich so vorbereiten, dass die Bundeswehr deinen Gesundheitszustand möglichst vollständig und korrekt beurteilen kann.
Wenn du zuerst verstehen willst, wie der gesamte Musterungstag aufgebaut ist, lies diesen Artikel:
Bundeswehr-Musterung 2026: Ablauf, Tests und wie du dich vorbereitest
Wenn du wissen willst, wie Tauglichkeitsstufen eingeordnet werden, passt dieser Artikel:
Tauglichkeitsstufen T1 bis T5 bei der Bundeswehr einfach erklärt
Letzte Aktualisierung: Oktober 2026
Einordnung
Dieser Artikel gehört zum Thema Musterung & Auswahl der Soldateninitiative.
Er richtet sich an Bewerberinnen und Bewerber der Bundeswehr, die wissen möchten, was bei der ärztlichen Untersuchung passiert, welche gesundheitlichen Themen geprüft werden und wie sie sich sinnvoll darauf vorbereiten können.
Die ärztliche Untersuchung gehört zu den wichtigsten Stationen bei Musterung und Assessment der Bundeswehr. Viele Bewerber machen sich vorher Gedanken über dieselben Fragen: Was wird genau untersucht? Muss ich mich ausziehen? Was passiert mit meiner alten Knieverletzung? Ist eine Brille ein Problem? Was ist mit Allergien, Medikamenten oder einer früheren Operation? Und bedeutet eine gesundheitliche Auffälligkeit sofort, dass die Bundeswehr nicht mehr infrage kommt?
Die wichtigste Antwort lautet: Bei der ärztlichen Untersuchung geht es nicht darum, einen vollkommen gesunden Menschen ohne jede medizinische Vorgeschichte zu finden. Es geht darum festzustellen, ob du gesundheitlich für den militärischen Dienst geeignet bist und welche Verwendungen für dich infrage kommen.
Deshalb kann eine gesundheitliche Einschränkung einzelne Tätigkeiten ausschließen, während andere Verwendungen weiterhin möglich sind. Genau deshalb solltest du dich auf die Untersuchung nicht dadurch vorbereiten, möglichst gesund zu wirken. Du solltest dich so vorbereiten, dass die Bundeswehr deinen Gesundheitszustand möglichst vollständig und korrekt beurteilen kann.
Wenn du zuerst verstehen willst, wie der gesamte Musterungstag aufgebaut ist, lies diesen Artikel:
Bundeswehr-Musterung 2026: Ablauf, Tests und wie du dich vorbereitest
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Tauglichkeitsstufen T1 bis T5 bei der Bundeswehr einfach erklärt
[ Kurz gesagt ]
Bei der wehrmedizinischen Begutachtung prüft die Bundeswehr deine gesundheitliche Eignung für den Soldatenberuf. Dazu gehören unter anderem dein Sehvermögen, dein Hörvermögen, dein Blutdruck, Körpergröße und Körpergewicht, ein Urintest, dein Bewegungsapparat mit Rücken und Gelenken, deine allgemeine körperliche Belastbarkeit sowie deine medizinische Vorgeschichte und mitgebrachte Unterlagen.
Der genaue Umfang richtet sich nach deinem Verfahren und kann bei besonderen gesundheitlichen Fragestellungen erweitert werden. Bring vorhandene relevante Befunde, Krankenhausberichte, OP-Berichte, Medikamenteninformationen und vorhandene Pässe zu Allergien oder medizinischen Notfällen mit. Bring außerdem deinen Impfausweis mit.
Wenn du eine Brille trägst, bring sie ebenfalls mit. Ein vorhandener aktueller Brillenpass beziehungsweise Kontaktlinsenpass oder augenärztlicher Befund ist hilfreich. Kontaktlinsen trägst du mindestens 24 Stunden vor dem Sehtest nicht mehr.
Besonders wichtig ist: Eine Diagnose, Brille, frühere Operation oder Verletzung bedeutet nicht automatisch, dass du dienstuntauglich bist. Entscheidend ist die medizinische Gesamtbewertung und die Frage, für welche Verwendungen du geeignet bist.
[ Kurz gesagt ]
Bei der wehrmedizinischen Begutachtung prüft die Bundeswehr deine gesundheitliche Eignung für den Soldatenberuf. Dazu gehören unter anderem dein Sehvermögen, dein Hörvermögen, dein Blutdruck, Körpergröße und Körpergewicht, ein Urintest, dein Bewegungsapparat mit Rücken und Gelenken, deine allgemeine körperliche Belastbarkeit sowie deine medizinische Vorgeschichte und mitgebrachte Unterlagen.
Der genaue Umfang richtet sich nach deinem Verfahren und kann bei besonderen gesundheitlichen Fragestellungen erweitert werden. Bring vorhandene relevante Befunde, Krankenhausberichte, OP-Berichte, Medikamenteninformationen und vorhandene Pässe zu Allergien oder medizinischen Notfällen mit. Bring außerdem deinen Impfausweis mit.
Wenn du eine Brille trägst, bring sie ebenfalls mit. Ein vorhandener aktueller Brillenpass beziehungsweise Kontaktlinsenpass oder augenärztlicher Befund ist hilfreich. Kontaktlinsen trägst du mindestens 24 Stunden vor dem Sehtest nicht mehr.
Besonders wichtig ist: Eine Diagnose, Brille, frühere Operation oder Verletzung bedeutet nicht automatisch, dass du dienstuntauglich bist. Entscheidend ist die medizinische Gesamtbewertung und die Frage, für welche Verwendungen du geeignet bist.
[ Inhalt ]
01
Warum die Bundeswehr dich medizinisch untersucht
02
Die ärztliche Untersuchung gehört zur Musterung und zum Assessment
03
Deine Einladung ist die wichtigste Checkliste
04
Diese medizinischen Unterlagen solltest du vorbereiten
05
Medikamente solltest du vollständig angeben
06
Vorerkrankungen gehören offen auf den Tisch
07
Körpergröße und Körpergewicht werden erfasst
08
Dein Blutdruck wird kontrolliert
09
Beim Sehtest wird deine Sehfähigkeit geprüft
10
Kontaktlinsenträger sollten den Sehtest vorbereiten
11
Nach einer Augenlaserbehandlung solltest du Unterlagen mitbringen
12
Auch dein Hörvermögen wird geprüft
13
Eine Urinprobe gehört zum Verfahren
14
Rücken und Gelenke werden untersucht
15
Deine allgemeine körperliche Belastbarkeit zählt ebenfalls
16
Musst du dich bei der Untersuchung ausziehen?
17
Was passiert bei Untersuchungen im Intimbereich?
18
Eine gesundheitliche Auffälligkeit bedeutet nicht automatisch das Ende
19
Manche Befunde müssen erst genauer geklärt werden
20
Beschaffe nicht auf Verdacht teure neue Gutachten
21
Psychische Gesundheit gehört ebenfalls zur gesundheitlichen Eignung
22
Allergien solltest du ebenfalls angeben
23
Ehrlichkeit ist die beste Vorbereitung
24
Was passiert mit deinen Angaben?
25
Was passiert am Ende der ärztlichen Untersuchung?
26
Tauglich bedeutet nicht automatisch für alles geeignet
27
Musterung und umfangreicheres Karriereassessment unterscheiden sich
28
Eine spätere truppenärztliche Versorgung ist etwas anderes
29
So bereitest du dich konkret auf die Untersuchung vor
30
Was du am Untersuchungstag konkret tun solltest
31
Fazit
Häufige Fragen
Quellen zum Nachlesen
1. Warum die Bundeswehr dich medizinisch untersucht
Soldatischer Dienst stellt andere Anforderungen als viele zivile Berufe. Je nach Verwendung können körperliche Ausbildung, Märsche, längeres Tragen von Ausrüstung, Dienst im Freien, Schichtdienst, militärische Übungen und weitere Belastungen dazugehören.
Deshalb muss vor einem Dienstantritt geklärt werden, ob du diesen Anforderungen gesundheitlich gewachsen bist. Bei der Untersuchung geht es gleichzeitig um deine Dienst- und Verwendungsfähigkeit.
Das ist ein wichtiger Unterschied. Du kannst grundsätzlich für den Dienst als Soldat geeignet sein, ohne automatisch für jede einzelne militärische Tätigkeit geeignet zu sein.
Konkretes Beispiel
Du bist gesundheitlich grundsätzlich belastbar, hast aber eine ausgeprägte Farbsehschwäche. Die Bundeswehr nennt selbst ein vergleichbares Beispiel: Für bestimmte fliegerische Verwendungen kann das korrekte Erkennen von Signalfarben erforderlich sein.
Eine solche Verwendung könnte deshalb ausscheiden. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass du für den gesamten militärischen Dienst ungeeignet bist. Andere Verwendungen können weiterhin infrage kommen.
2. Die ärztliche Untersuchung gehört zur Musterung und zum Assessment
Seit 2026 hat die ärztliche Untersuchung durch den Neuen Wehrdienst noch einmal zusätzliche Bedeutung bekommen. Bei der Musterung ist die wehrmedizinische Begutachtung einer der zentralen Bestandteile.
Für das verkürzte Musterungsverfahren nennt die Bundeswehr als wesentliche Komponenten insbesondere die ärztliche Untersuchung und den Computertest. Wenn du dich für einen längeren Dienst als Soldat auf Zeit oder für eine bestimmte Laufbahn bewirbst, kann dein gesamtes Assessment umfangreicher sein.
Die medizinische Untersuchung bleibt aber auch dort ein wichtiger Bestandteil. Sie beantwortet die Frage, ob du gesundheitlich für den Dienst und für bestimmte Verwendungen geeignet bist.
3. Deine Einladung ist die wichtigste Checkliste
Vor deinem Termin solltest du zuerst deine persönliche Einladung vollständig lesen. Dort findest du die Informationen, die für dein konkretes Assessment beziehungsweise deine Musterung gelten.
Wenn darin bestimmte medizinische Unterlagen verlangt werden, bereitest du genau diese vor. Verlass dich nicht ausschließlich auf Packlisten aus Foren, Videos oder Erfahrungsberichten.
Der Ablauf kann sich unterscheiden und bei dir können aufgrund bereits bekannter medizinischer Angaben zusätzliche Unterlagen erforderlich sein. Die klare Regel lautet deshalb: Deine persönliche Einladung hat Vorrang.
4. Diese medizinischen Unterlagen solltest du vorbereiten
Die Bundeswehr empfiehlt ausdrücklich, bereits vorhandene medizinische Unterlagen zur ärztlichen Untersuchung mitzubringen. Dazu können ärztliche Befunde, Krankenhaus- und OP-Berichte, ein Allergie- oder Notfallpass, eine Aufstellung ärztlich verordneter Medikamente und vorhandene relevante fachärztliche Befunde gehören.
Das bedeutet nicht, dass du vor der Musterung vorsorglich für jede kleine Erkrankung deiner Kindheit neue Gutachten beschaffen musst. Nimm zunächst die relevanten Unterlagen mit, die dir bereits vorliegen beziehungsweise die ausdrücklich angefordert wurden.
Wenn weitere medizinische Unterlagen benötigt werden, kann das medizinische Assessment das weitere Vorgehen mit dir klären.
Konkretes Beispiel
Du hattest vor drei Jahren einen Kreuzbandriss und wurdest operiert. Heute treibst du wieder Sport und hast keine Beschwerden.
Trotzdem ist die Operation für die Beurteilung deines Bewegungsapparates relevant. Wenn dir OP-Bericht, Abschlussbefund oder andere aussagekräftige Unterlagen vorliegen, nimmst du sie mit. So kann der ärztliche Dienst deinen heutigen Zustand besser einordnen.
5. Medikamente solltest du vollständig angeben
Wenn du regelmäßig Medikamente einnimmst, gib sie an. Das gilt auch dann, wenn du dich mit dem Medikament vollkommen gesund und leistungsfähig fühlst.
Die Bundeswehr nennt ausdrücklich eine Auflistung ärztlich verordneter Medikamente als sinnvolle Unterlage für das medizinische Assessment. Dabei geht es nicht darum, Medikamente pauschal als Problem zu behandeln.
Entscheidend ist, warum du sie einnimmst, wie deine gesundheitliche Situation aussieht und welche Bedeutung das für den militärischen Dienst beziehungsweise eine bestimmte Verwendung hat. Bring deshalb bei regelmäßiger Einnahme am besten eine aktuelle Übersicht mit.
6. Vorerkrankungen gehören offen auf den Tisch
Bei der medizinischen Vorgeschichte können sehr unterschiedliche Themen relevant sein. Dazu gehören beispielsweise frühere Erkrankungen, chronische Beschwerden, Operationen, Verletzungen oder laufende Behandlungen.
Versuche nicht selbst zu entscheiden:
„Das ist bestimmt unwichtig, deshalb sage ich lieber nichts.“
Gib relevante medizinische Angaben wahrheitsgemäß an. Die medizinische Bewertung übernimmt der ärztliche Dienst.
Eine Diagnose allein sagt außerdem noch nicht automatisch, wie das Ergebnis ausfällt. Für die Beurteilung können unter anderem aktueller Zustand, Beschwerden, Behandlung, Belastbarkeit und die Anforderungen einer konkreten Verwendung eine Rolle spielen.
7. Körpergröße und Körpergewicht werden erfasst
Zu den von der Bundeswehr ausdrücklich genannten Befunden gehören Körpergröße und Körpergewicht. Diese Werte fließen zusammen mit weiteren Untersuchungsergebnissen in die medizinische Gesamtbewertung ein.
Du musst dich deshalb vor dem Termin nicht kurzfristig auf irgendein vermeintliches Idealgewicht bringen. Eine sinnvolle Vorbereitung besteht vielmehr darin, normal zu essen, ausreichend zu trinken und ausgeruht zum Termin zu erscheinen.
Wenn dein Körpergewicht medizinisch relevant ist, wird es im Gesamtzusammenhang beurteilt.
8. Dein Blutdruck wird kontrolliert
Auch der Blutdruck gehört zu den ausdrücklich genannten Untersuchungsbereichen. Viele Menschen sind bei medizinischen Untersuchungen nervös. Ein auffälliger Einzelwert muss deshalb fachlich eingeordnet werden.
Wenn bei dir bereits Bluthochdruck bekannt ist oder du Medikamente dagegen einnimmst, gib das entsprechend an und bring vorhandene relevante Unterlagen mit. Versuche nicht, kurz vor dem Termin mit irgendwelchen Tricks Messwerte zu beeinflussen.
Die Bundeswehr soll deinen tatsächlichen Gesundheitszustand beurteilen.
9. Beim Sehtest wird deine Sehfähigkeit geprüft
Der Sehtest gehört zum medizinischen Assessment. Je nach Fragestellung können verschiedene Aspekte des Sehens relevant sein.
Besonders wichtig ist, dass die Anforderungen nicht für jede Verwendung identisch sind. Eine Sehhilfe macht dich deshalb nicht automatisch ungeeignet. Bestimmte Sehwerte oder Einschränkungen können aber beeinflussen, welche Verwendungen möglich sind.
Wenn du eine Brille trägst, bring sie mit. Ein vorhandener aktueller Brillenpass beziehungsweise ein aktueller augenärztlicher Befund kann für die Untersuchung ebenfalls wichtig sein.
Konkretes Beispiel
Du trägst seit mehreren Jahren eine Brille und möchtest zur Bundeswehr. Dann ist die richtige Vorbereitung nicht, am Untersuchungstag ohne Brille zu erscheinen und zu hoffen, dass deine Sehschwäche weniger auffällt.
Du bringst deine Brille und vorhandene aktuelle Sehdaten mit. Der ärztliche Dienst prüft anschließend, welche Bedeutung deine Sehwerte für deine Dienst- und Verwendungsfähigkeit haben.
10. Kontaktlinsenträger sollten den Sehtest vorbereiten
Für Kontaktlinsenträger gibt die Bundeswehr einen konkreten Hinweis. Kontaktlinsen können die Geometrie der Hornhaut und dadurch die Messung beim Sehtest beeinflussen.
Deshalb sollen Kontaktlinsen mindestens 24 Stunden vor dem Sehtest nicht getragen werden. Wenn du Kontaktlinsen verwendest, bring zusätzlich deine Brille mit. Auch einen vorhandenen aktuellen Kontaktlinsenpass oder augenärztlichen Befund solltest du dabeihaben.
Wenn deine Einladung oder das medizinische Assessment für deinen konkreten Termin eine andere Vorgabe macht, hältst du dich an diese.
11. Nach einer Augenlaserbehandlung solltest du Unterlagen mitbringen
Auch frühere refraktive Eingriffe am Auge sind für die medizinische Beurteilung relevant. Die Bundeswehr weist in ihren Informationen zum medizinischen Assessment darauf hin, dass eine refraktiv-chirurgische Operation an der Hornhaut mindestens drei Monate zurückliegen sollte.
Wenn du eine solche Behandlung hattest, gib sie an und bring vorhandene augenärztliche Unterlagen mit. Je nach gewünschter Verwendung können darüber hinaus besondere medizinische Anforderungen gelten.
Gerade bei spezialisierten Verwendungen solltest du deshalb nicht davon ausgehen, dass eine allgemeine Aussage automatisch für jeden militärischen Bereich gilt.
12. Auch dein Hörvermögen wird geprüft
Neben dem Sehtest gehört der Hörtest zu den etablierten Bestandteilen des medizinischen Assessments. Das ist für den militärischen Dienst nachvollziehbar.
Du musst Anweisungen, Warnsignale und deine Umgebung zuverlässig wahrnehmen können. Wenn bei dir eine Hörminderung, Tinnitus, eine frühere Verletzung am Ohr oder eine andere relevante Erkrankung bekannt ist, gib sie entsprechend an.
Die medizinische Bewertung hängt wiederum vom konkreten Befund und den Anforderungen der vorgesehenen Verwendung ab.
13. Eine Urinprobe gehört zum Verfahren
Die Bundeswehr nennt den Urintest ausdrücklich als einen der Befunde, die in das Musterungsergebnis einfließen. Du solltest also damit rechnen, eine Urinprobe abzugeben.
Wichtig ist eine saubere Einordnung: Ein Urintest ist nicht automatisch gleichbedeutend mit einem pauschalen Drogentest bei jedem Bewerber. Welche Laborparameter im konkreten Verfahren untersucht oder bei einem bestimmten medizinischen Anlass zusätzlich geprüft werden, richtet sich nach dem jeweiligen medizinischen Verfahren.
Für dich reicht als Vorbereitung: Trink normal und halte dich an die Vorgaben vor Ort. Wenn du Medikamente einnimmst, gib sie wahrheitsgemäß an.
14. Rücken und Gelenke werden untersucht
Die Bundeswehr nennt Rücken und Gelenke ausdrücklich als Bestandteile der wehrmedizinischen Begutachtung. Dabei geht es um deinen Bewegungsapparat und die Frage, ob du den körperlichen Belastungen des Dienstes gewachsen bist.
Frühere Verletzungen an Knie, Schulter, Sprunggelenk oder Rücken können deshalb relevant sein. Auch Operationen und bestehende Beschwerden solltest du angeben.
Die Untersuchung kann je nach medizinischer Fragestellung unterschiedlich ausfallen. Du solltest deshalb nicht erwarten, dass bei jedem Bewerber exakt dieselben Bewegungen in exakt derselben Reihenfolge geprüft werden.
Konkretes Beispiel
Du hattest mehrfach Probleme mit dem Sprunggelenk, kannst inzwischen aber wieder laufen und Sport treiben. Dann gibst du die Vorgeschichte an.
Der ärztliche Dienst beurteilt deinen aktuellen Zustand und entscheidet, ob weitere Informationen notwendig sind und welche Auswirkungen sich für deine Verwendungsmöglichkeiten ergeben.
15. Deine allgemeine körperliche Belastbarkeit zählt ebenfalls
Die wehrmedizinische Begutachtung betrachtet nicht nur einzelne Organe. Die Bundeswehr möchte feststellen, ob du den Belastungen des Soldatenberufs körperlich gewachsen bist.
Deshalb fließen unterschiedliche Befunde in eine Gesamtbewertung ein. Das erklärt auch, warum du deine Eignung nicht anhand eines einzelnen Wertes selbst vorhersagen solltest.
Ein Sehwert, eine alte Verletzung oder ein einzelner auffälliger Messwert ist nicht automatisch das gesamte Ergebnis. Am Ende zählt das medizinische Gesamtbild.
16. Musst du dich bei der Untersuchung ausziehen?
Für eine allgemeine körperliche Untersuchung muss medizinisches Personal bestimmte Körperbereiche untersuchen können. Du solltest deshalb damit rechnen, dass du für einzelne Untersuchungsschritte Kleidung ablegen musst.
Wie weit das in deinem konkreten Fall erforderlich ist, richtet sich nach dem medizinischen Untersuchungszweck. Die Untersuchung soll sachlich und medizinisch begründet durchgeführt werden.
Wenn du bei einem Untersuchungsschritt nicht verstehst, was gemacht wird, darfst du nachfragen. Eine einfache Frage wie
„Was wird jetzt untersucht?“
ist vollkommen legitim.
17. Was passiert bei Untersuchungen im Intimbereich?
Dieses Thema beschäftigt insbesondere junge Bewerber häufig. Ein aktueller Erfahrungsbericht auf der offiziellen Bundeswehrseite beschreibt bei einem männlichen Bewerber, dass am Ende der Untersuchung auch der Intimbereich vorsichtig seitlich abgetastet wurde, um Beschwerden beziehungsweise Erkrankungen auszuschließen.
Das ist ein Erfahrungsbericht über einen konkreten Ablauf und keine Garantie dafür, dass jede Untersuchung bei jedem Bewerber exakt gleich durchgeführt wird. Die sinnvolle Vorbereitung lautet deshalb: Rechne damit, dass bei einer vollständigen medizinischen Untersuchung auch körperlich private Bereiche medizinisch relevant sein können.
Wenn eine Untersuchung durchgeführt wird, soll sie einem medizinischen Zweck dienen. Wenn du nicht verstehst, warum ein Untersuchungsschritt notwendig ist, frag nach.
18. Eine gesundheitliche Auffälligkeit bedeutet nicht automatisch das Ende
Das ist einer der wichtigsten Punkte des gesamten Artikels. Medizinische Eignung ist nicht immer nur ein einfaches
„gesund“
oder
„ungeeignet“.
Die Bundeswehr beurteilt auch, für welche Bereiche du aus medizinischer Sicht geeignet bist. Eine gesundheitliche Besonderheit kann deshalb dazu führen, dass bestimmte Verwendungen ausscheiden. Andere können weiterhin möglich bleiben.
Das offizielle Beispiel der Bundeswehr zur Farbsehschwäche zeigt genau dieses Prinzip. Du solltest deshalb eine bekannte Erkrankung nicht allein deshalb verschweigen, weil du Angst hast, sofort komplett ausgemustert zu werden.
19. Manche Befunde müssen erst genauer geklärt werden
Nicht jede medizinische Frage lässt sich am Untersuchungstag abschließend beantworten. Wenn wichtige Informationen fehlen, kann es notwendig sein, weitere Unterlagen einzubeziehen oder einen Sachverhalt genauer zu klären.
Das ist besonders nachvollziehbar bei früheren Operationen, chronischen Erkrankungen oder medizinischen Befunden, deren aktueller Stand aus den vorhandenen Informationen nicht hervorgeht. Wenn dir Unterlagen bereits vorliegen, bring sie deshalb mit.
Das kann helfen, unnötige Verzögerungen zu vermeiden.
Konkretes Beispiel
Du wurdest vor mehreren Jahren am Rücken behandelt. Du bist heute beschwerdefrei, kannst aber weder die genaue Diagnose noch den damaligen Befund erklären.
Wenn du einen vorhandenen fachärztlichen Abschlussbericht mitbringst, kann der ärztliche Dienst wesentlich konkreter beurteilen, was damals vorlag und wie relevant das heute noch ist.
20. Beschaffe nicht auf Verdacht teure neue Gutachten
Die Bundeswehr bittet Bewerber darum, bereits vorhandene medizinische Unterlagen mitzubringen. In ihren Informationen zum medizinischen Assessment weist sie gleichzeitig darauf hin, dass Kosten für extra beschaffte ärztliche Unterlagen nicht übernommen werden.
Deshalb solltest du nicht auf eigene Faust umfangreiche und möglicherweise kostenpflichtige neue Gutachten bestellen, nur weil du glaubst, sie könnten irgendwann benötigt werden. Prüfe zuerst deine Einladung und nimm vorhandene relevante Unterlagen mit.
Wenn der ärztliche Dienst zusätzliche Informationen benötigt, kann das weitere Vorgehen gezielt geklärt werden.
21. Psychische Gesundheit gehört ebenfalls zur gesundheitlichen Eignung
Die Bundeswehr beurteilt nicht nur körperliche Belastbarkeit. Auch psychische Gesundheit kann für die Eignung relevant sein.
Wenn du nach früheren oder aktuellen Erkrankungen, Behandlungen oder Medikamenten gefragt wirst, beantwortest du diese Fragen wahrheitsgemäß. Eine frühere psychotherapeutische oder psychiatrische Behandlung solltest du nicht allein aus Angst vor einer Ablehnung verschweigen.
Welche Bedeutung eine konkrete Vorgeschichte für deine Eignung hat, ist eine medizinische Einzelfallentscheidung. Entscheidend ist die fachliche Bewertung deines tatsächlichen Gesundheitszustands.
22. Allergien solltest du ebenfalls angeben
Allergien können je nach Ausprägung sehr unterschiedliche Bedeutung haben. Eine leichte saisonale Allergie ist etwas anderes als eine schwere allergische Reaktion mit Notfallmedikation.
Wenn du einen Allergie- oder Notfallpass besitzt, empfiehlt die Bundeswehr ausdrücklich, diesen zur ärztlichen Untersuchung mitzubringen. Wenn du regelmäßig Medikamente gegen eine Allergie einnimmst, gehört auch das in deine Medikamentenübersicht.
Damit kann der ärztliche Dienst deine Situation konkret beurteilen.
23. Ehrlichkeit ist die beste Vorbereitung
Versuche nicht, die medizinische Untersuchung wie einen Test zu behandeln, bei dem du möglichst viele Probleme verstecken musst. Das Ziel lautet nicht:
„Wie schaffe ich es, dass niemand etwas merkt?“
Das Ziel lautet:
„Wie sorge ich dafür, dass mein Gesundheitszustand korrekt beurteilt werden kann?“
Das schützt auch dich. Wenn eine gesundheitliche Einschränkung mit einer bestimmten militärischen Tätigkeit nicht vereinbar ist, sollte das vor dem Dienstantritt bekannt sein.
Du möchtest nicht erst während einer körperlich belastenden Ausbildung feststellen, dass eine alte Verletzung oder Erkrankung genau dort wieder zum Problem wird.
24. Was passiert mit deinen Angaben?
Medizinische Informationen gehören zu besonders sensiblen personenbezogenen Daten. Im medizinischen Assessment werden sie benötigt, um deine Dienst- und Verwendungsfähigkeit beurteilen zu können.
Für dich bedeutet das vor allem: Gib medizinische Angaben dort an, wo sie im Verfahren abgefragt werden, und beantworte die Fragen vollständig.
Du musst deine gesamte Krankengeschichte nicht gegenüber anderen Bewerbern diskutieren. Medizinische Themen gehören in das medizinische Verfahren.
25. Was passiert am Ende der ärztlichen Untersuchung?
Die einzelnen medizinischen Befunde werden zusammengeführt. Die Bundeswehr nennt dabei unter anderem Sehtest, Urintest, Körpergewicht, Körpergröße, Bewegungsapparat und Belastungsparameter.
Daraus entsteht die medizinische Bewertung. Bei der Musterung wird dir das Musterungsergebnis grundsätzlich am Ende des Musterungstages mitgeteilt.
Danach kann besprochen werden, wie es für dich weitergeht. Wenn du freiwillig zur Bundeswehr möchtest, ist das medizinische Ergebnis außerdem wichtig dafür, welche Verwendungen bei der weiteren Einplanung infrage kommen.
26. Tauglich bedeutet nicht automatisch für alles geeignet
Ein positives medizinisches Ergebnis öffnet nicht automatisch jede Verwendung der Bundeswehr. Einige Tätigkeiten stellen besondere Anforderungen an Sehvermögen, Hörvermögen, Bewegungsapparat oder andere medizinische Bereiche.
Deshalb kann deine allgemeine Dienstfähigkeit positiv bewertet werden, während einzelne Verwendungen medizinisch nicht infrage kommen. Das ist keine widersprüchliche Bewertung.
Es ist der Unterschied zwischen grundsätzlicher Dienstfähigkeit und konkreter Verwendungsfähigkeit.
Konkretes Beispiel
Du wirst grundsätzlich als geeignet für den militärischen Dienst beurteilt. Für deine ursprüngliche Wunschverwendung bestehen aufgrund eines medizinischen Befundes aber Einschränkungen.
Dann solltest du dir erklären lassen, welche Alternativen medizinisch möglich sind. Entscheide anschließend, ob eine davon wirklich zu deinen Interessen passt.
27. Musterung und umfangreicheres Karriereassessment unterscheiden sich
Beim Neuen Wehrdienst ist die Musterung auf ein möglichst effizientes Verfahren ausgelegt. In den neuen Musterungszentren soll vor allem die grundsätzliche Eignung für den Dienst in den Streitkräften festgestellt werden.
In den Karrierecentern findet darüber hinaus die umfassendere medizinische, körperliche, kognitive und psychische Eignungsprüfung für militärische Laufbahnen statt. Wenn du dich beispielsweise länger als Soldat auf Zeit verpflichten oder eine bestimmte Laufbahn einschlagen möchtest, kann dein Assessment deshalb zusätzliche Stationen enthalten.
Die medizinische Grundfrage bleibt trotzdem ähnlich: Welche militärischen Belastungen und Verwendungen sind für dich gesundheitlich vertretbar?
28. Eine spätere truppenärztliche Versorgung ist etwas anderes
Die medizinische Untersuchung im Bewerbungs- beziehungsweise Musterungsverfahren dient der Feststellung deiner Eignung. Wenn du später tatsächlich Soldat bist, wirst du im Rahmen der unentgeltlichen truppenärztlichen Versorgung medizinisch betreut.
Das sind zwei unterschiedliche Situationen. Vor dem Dienstantritt geht es um deine Eignung. Im aktiven Dienst geht es um medizinische Versorgung und deine aktuelle Dienstfähigkeit.
Wenn sich dein Gesundheitszustand zwischen Assessment und Dienstantritt wesentlich verändert, solltest du deshalb nicht davon ausgehen, dass das frühere Untersuchungsergebnis jede spätere Veränderung automatisch abdeckt.
29. So bereitest du dich konkret auf die Untersuchung vor
Eine gute medizinische Vorbereitung ist unkompliziert. Lies deine Einladung, sortiere vorhandene relevante Befunde und nimm deine Medikamente beziehungsweise eine aktuelle Übersicht darüber mit, wenn das für dich relevant ist.
Pack vorhandene Allergie- oder Notfallpässe ein. Wenn du eine Brille trägst, nimm sie mit. Wenn du Kontaktlinsen verwendest, beachte die Hinweise für den Sehtest und nutze rechtzeitig deine Brille.
Schlaf ausreichend und geh normal versorgt in den Termin, sofern deine Einladung keine abweichenden medizinischen Vorgaben enthält. Geh deine gesundheitliche Vorgeschichte vorher einmal in Ruhe durch. Dann musst du bei Fragen zu Operationen, Verletzungen und Medikamenten nicht erst überlegen, was in den vergangenen Jahren passiert ist.
30. Was du am Untersuchungstag konkret tun solltest
Komm mit ausreichend Zeitpuffer und halte deine Unterlagen geordnet bereit. Hör bei den Anweisungen genau zu und beantworte medizinische Fragen sachlich.
Wenn du etwas nicht weißt, sag das. Wenn du eine Untersuchung nicht verstehst, frag nach. Wenn dir bei einer Bewegung etwas weh tut, sag es. Wenn du regelmäßig Medikamente einnimmst, gib sie an.
Du musst bei der medizinischen Untersuchung weder besonders hart wirken noch Schmerzen überspielen. Der ärztliche Dienst braucht ein realistisches Bild deines Gesundheitszustands.
Konkretes Beispiel
Bei der Untersuchung deines Knies spürst du bei einer bestimmten Bewegung Schmerzen, obwohl du vorher dachtest, die alte Verletzung sei vollständig ausgeheilt. Dann beißt du nicht die Zähne zusammen und behauptest, alles sei problemlos.
Du sagst, wo du den Schmerz bemerkst und seit wann du ihn kennst. Damit kann die Ärztin oder der Arzt den Befund sinnvoll einordnen.
31. Fazit
Die ärztliche Untersuchung bei der Bundeswehr ist keine Suche nach vollkommen gesunden Menschen. Sie beantwortet eine praktischere Frage: Bist du gesundheitlich für den militärischen Dienst geeignet und welche Verwendungen passen zu deinem medizinischen Profil?
Dafür untersucht die Bundeswehr unter anderem Sehvermögen, Hörvermögen, Blutdruck, Rücken, Gelenke und allgemeine körperliche Belastbarkeit. Zusätzlich gehören Werte und Befunde wie Körpergröße, Körpergewicht und Urintest zum medizinischen Gesamtbild.
Deine beste Vorbereitung besteht deshalb nicht darin, gesundheitliche Themen zu verstecken. Bereite deine Unterlagen vor, bring relevante Befunde mit und gib Medikamente und Erkrankungen wahrheitsgemäß an.
Nimm deine Brille mit und beachte als Kontaktlinsenträger die Vorbereitung auf den Sehtest. Wenn bei der Untersuchung etwas auffällt, wartest du die medizinische Bewertung ab.
Eine Einschränkung bei einer bestimmten Verwendung bedeutet nicht automatisch, dass deine gesamte Bundeswehr-Bewerbung beendet ist. Entscheidend ist, was du gesundheitlich tatsächlich leisten kannst und welche militärischen Tätigkeiten dazu passen.
Vorbereitung mit der Soldateninitiative
Die Soldateninitiative hilft dir dabei, deine Musterung nicht erst am Abend vor dem Termin vorzubereiten.
Gerade bei der ärztlichen Untersuchung bringt dir Mission Musterung einen konkreten Vorteil: Du kannst frühzeitig prüfen, welche medizinischen Unterlagen bereits vorhanden sind, ob du Befunde zu früheren Operationen oder Verletzungen griffbereit hast, welche Medikamente du angeben musst und welche weiteren Stationen deines Assessments auf dich zukommen. Mit Mission Musterung bereitest du dich Schritt für Schritt auf deine Bundeswehr-Musterung vor und gehst die ärztliche Untersuchung mit geordneten Unterlagen an.
So gehst du mit geordneten Unterlagen und realistischen Erwartungen in die medizinische Untersuchung. Du musst dann nicht versuchen, während des Termins aus dem Gedächtnis Diagnosen, Operationsdaten oder Medikamentennamen zusammenzubekommen.
1. Warum die Bundeswehr dich medizinisch untersucht
Soldatischer Dienst stellt andere Anforderungen als viele zivile Berufe. Je nach Verwendung können körperliche Ausbildung, Märsche, längeres Tragen von Ausrüstung, Dienst im Freien, Schichtdienst, militärische Übungen und weitere Belastungen dazugehören.
Deshalb muss vor einem Dienstantritt geklärt werden, ob du diesen Anforderungen gesundheitlich gewachsen bist. Bei der Untersuchung geht es gleichzeitig um deine Dienst- und Verwendungsfähigkeit.
Das ist ein wichtiger Unterschied. Du kannst grundsätzlich für den Dienst als Soldat geeignet sein, ohne automatisch für jede einzelne militärische Tätigkeit geeignet zu sein.
Konkretes Beispiel
Du bist gesundheitlich grundsätzlich belastbar, hast aber eine ausgeprägte Farbsehschwäche. Die Bundeswehr nennt selbst ein vergleichbares Beispiel: Für bestimmte fliegerische Verwendungen kann das korrekte Erkennen von Signalfarben erforderlich sein.
Eine solche Verwendung könnte deshalb ausscheiden. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass du für den gesamten militärischen Dienst ungeeignet bist. Andere Verwendungen können weiterhin infrage kommen.
2. Die ärztliche Untersuchung gehört zur Musterung und zum Assessment
Seit 2026 hat die ärztliche Untersuchung durch den Neuen Wehrdienst noch einmal zusätzliche Bedeutung bekommen. Bei der Musterung ist die wehrmedizinische Begutachtung einer der zentralen Bestandteile.
Für das verkürzte Musterungsverfahren nennt die Bundeswehr als wesentliche Komponenten insbesondere die ärztliche Untersuchung und den Computertest. Wenn du dich für einen längeren Dienst als Soldat auf Zeit oder für eine bestimmte Laufbahn bewirbst, kann dein gesamtes Assessment umfangreicher sein.
Die medizinische Untersuchung bleibt aber auch dort ein wichtiger Bestandteil. Sie beantwortet die Frage, ob du gesundheitlich für den Dienst und für bestimmte Verwendungen geeignet bist.
3. Deine Einladung ist die wichtigste Checkliste
Vor deinem Termin solltest du zuerst deine persönliche Einladung vollständig lesen. Dort findest du die Informationen, die für dein konkretes Assessment beziehungsweise deine Musterung gelten.
Wenn darin bestimmte medizinische Unterlagen verlangt werden, bereitest du genau diese vor. Verlass dich nicht ausschließlich auf Packlisten aus Foren, Videos oder Erfahrungsberichten.
Der Ablauf kann sich unterscheiden und bei dir können aufgrund bereits bekannter medizinischer Angaben zusätzliche Unterlagen erforderlich sein. Die klare Regel lautet deshalb: Deine persönliche Einladung hat Vorrang.
4. Diese medizinischen Unterlagen solltest du vorbereiten
Die Bundeswehr empfiehlt ausdrücklich, bereits vorhandene medizinische Unterlagen zur ärztlichen Untersuchung mitzubringen. Dazu können ärztliche Befunde, Krankenhaus- und OP-Berichte, ein Allergie- oder Notfallpass, eine Aufstellung ärztlich verordneter Medikamente und vorhandene relevante fachärztliche Befunde gehören.
Das bedeutet nicht, dass du vor der Musterung vorsorglich für jede kleine Erkrankung deiner Kindheit neue Gutachten beschaffen musst. Nimm zunächst die relevanten Unterlagen mit, die dir bereits vorliegen beziehungsweise die ausdrücklich angefordert wurden.
Wenn weitere medizinische Unterlagen benötigt werden, kann das medizinische Assessment das weitere Vorgehen mit dir klären.
Konkretes Beispiel
Du hattest vor drei Jahren einen Kreuzbandriss und wurdest operiert. Heute treibst du wieder Sport und hast keine Beschwerden.
Trotzdem ist die Operation für die Beurteilung deines Bewegungsapparates relevant. Wenn dir OP-Bericht, Abschlussbefund oder andere aussagekräftige Unterlagen vorliegen, nimmst du sie mit. So kann der ärztliche Dienst deinen heutigen Zustand besser einordnen.
5. Medikamente solltest du vollständig angeben
Wenn du regelmäßig Medikamente einnimmst, gib sie an. Das gilt auch dann, wenn du dich mit dem Medikament vollkommen gesund und leistungsfähig fühlst.
Die Bundeswehr nennt ausdrücklich eine Auflistung ärztlich verordneter Medikamente als sinnvolle Unterlage für das medizinische Assessment. Dabei geht es nicht darum, Medikamente pauschal als Problem zu behandeln.
Entscheidend ist, warum du sie einnimmst, wie deine gesundheitliche Situation aussieht und welche Bedeutung das für den militärischen Dienst beziehungsweise eine bestimmte Verwendung hat. Bring deshalb bei regelmäßiger Einnahme am besten eine aktuelle Übersicht mit.
6. Vorerkrankungen gehören offen auf den Tisch
Bei der medizinischen Vorgeschichte können sehr unterschiedliche Themen relevant sein. Dazu gehören beispielsweise frühere Erkrankungen, chronische Beschwerden, Operationen, Verletzungen oder laufende Behandlungen.
Versuche nicht selbst zu entscheiden:
„Das ist bestimmt unwichtig, deshalb sage ich lieber nichts.“
Gib relevante medizinische Angaben wahrheitsgemäß an. Die medizinische Bewertung übernimmt der ärztliche Dienst.
Eine Diagnose allein sagt außerdem noch nicht automatisch, wie das Ergebnis ausfällt. Für die Beurteilung können unter anderem aktueller Zustand, Beschwerden, Behandlung, Belastbarkeit und die Anforderungen einer konkreten Verwendung eine Rolle spielen.
7. Körpergröße und Körpergewicht werden erfasst
Zu den von der Bundeswehr ausdrücklich genannten Befunden gehören Körpergröße und Körpergewicht. Diese Werte fließen zusammen mit weiteren Untersuchungsergebnissen in die medizinische Gesamtbewertung ein.
Du musst dich deshalb vor dem Termin nicht kurzfristig auf irgendein vermeintliches Idealgewicht bringen. Eine sinnvolle Vorbereitung besteht vielmehr darin, normal zu essen, ausreichend zu trinken und ausgeruht zum Termin zu erscheinen.
Wenn dein Körpergewicht medizinisch relevant ist, wird es im Gesamtzusammenhang beurteilt.
8. Dein Blutdruck wird kontrolliert
Auch der Blutdruck gehört zu den ausdrücklich genannten Untersuchungsbereichen. Viele Menschen sind bei medizinischen Untersuchungen nervös. Ein auffälliger Einzelwert muss deshalb fachlich eingeordnet werden.
Wenn bei dir bereits Bluthochdruck bekannt ist oder du Medikamente dagegen einnimmst, gib das entsprechend an und bring vorhandene relevante Unterlagen mit. Versuche nicht, kurz vor dem Termin mit irgendwelchen Tricks Messwerte zu beeinflussen.
Die Bundeswehr soll deinen tatsächlichen Gesundheitszustand beurteilen.
9. Beim Sehtest wird deine Sehfähigkeit geprüft
Der Sehtest gehört zum medizinischen Assessment. Je nach Fragestellung können verschiedene Aspekte des Sehens relevant sein.
Besonders wichtig ist, dass die Anforderungen nicht für jede Verwendung identisch sind. Eine Sehhilfe macht dich deshalb nicht automatisch ungeeignet. Bestimmte Sehwerte oder Einschränkungen können aber beeinflussen, welche Verwendungen möglich sind.
Wenn du eine Brille trägst, bring sie mit. Ein vorhandener aktueller Brillenpass beziehungsweise ein aktueller augenärztlicher Befund kann für die Untersuchung ebenfalls wichtig sein.
Konkretes Beispiel
Du trägst seit mehreren Jahren eine Brille und möchtest zur Bundeswehr. Dann ist die richtige Vorbereitung nicht, am Untersuchungstag ohne Brille zu erscheinen und zu hoffen, dass deine Sehschwäche weniger auffällt.
Du bringst deine Brille und vorhandene aktuelle Sehdaten mit. Der ärztliche Dienst prüft anschließend, welche Bedeutung deine Sehwerte für deine Dienst- und Verwendungsfähigkeit haben.
10. Kontaktlinsenträger sollten den Sehtest vorbereiten
Für Kontaktlinsenträger gibt die Bundeswehr einen konkreten Hinweis. Kontaktlinsen können die Geometrie der Hornhaut und dadurch die Messung beim Sehtest beeinflussen.
Deshalb sollen Kontaktlinsen mindestens 24 Stunden vor dem Sehtest nicht getragen werden. Wenn du Kontaktlinsen verwendest, bring zusätzlich deine Brille mit. Auch einen vorhandenen aktuellen Kontaktlinsenpass oder augenärztlichen Befund solltest du dabeihaben.
Wenn deine Einladung oder das medizinische Assessment für deinen konkreten Termin eine andere Vorgabe macht, hältst du dich an diese.
11. Nach einer Augenlaserbehandlung solltest du Unterlagen mitbringen
Auch frühere refraktive Eingriffe am Auge sind für die medizinische Beurteilung relevant. Die Bundeswehr weist in ihren Informationen zum medizinischen Assessment darauf hin, dass eine refraktiv-chirurgische Operation an der Hornhaut mindestens drei Monate zurückliegen sollte.
Wenn du eine solche Behandlung hattest, gib sie an und bring vorhandene augenärztliche Unterlagen mit. Je nach gewünschter Verwendung können darüber hinaus besondere medizinische Anforderungen gelten.
Gerade bei spezialisierten Verwendungen solltest du deshalb nicht davon ausgehen, dass eine allgemeine Aussage automatisch für jeden militärischen Bereich gilt.
12. Auch dein Hörvermögen wird geprüft
Neben dem Sehtest gehört der Hörtest zu den etablierten Bestandteilen des medizinischen Assessments. Das ist für den militärischen Dienst nachvollziehbar.
Du musst Anweisungen, Warnsignale und deine Umgebung zuverlässig wahrnehmen können. Wenn bei dir eine Hörminderung, Tinnitus, eine frühere Verletzung am Ohr oder eine andere relevante Erkrankung bekannt ist, gib sie entsprechend an.
Die medizinische Bewertung hängt wiederum vom konkreten Befund und den Anforderungen der vorgesehenen Verwendung ab.
13. Eine Urinprobe gehört zum Verfahren
Die Bundeswehr nennt den Urintest ausdrücklich als einen der Befunde, die in das Musterungsergebnis einfließen. Du solltest also damit rechnen, eine Urinprobe abzugeben.
Wichtig ist eine saubere Einordnung: Ein Urintest ist nicht automatisch gleichbedeutend mit einem pauschalen Drogentest bei jedem Bewerber. Welche Laborparameter im konkreten Verfahren untersucht oder bei einem bestimmten medizinischen Anlass zusätzlich geprüft werden, richtet sich nach dem jeweiligen medizinischen Verfahren.
Für dich reicht als Vorbereitung: Trink normal und halte dich an die Vorgaben vor Ort. Wenn du Medikamente einnimmst, gib sie wahrheitsgemäß an.
14. Rücken und Gelenke werden untersucht
Die Bundeswehr nennt Rücken und Gelenke ausdrücklich als Bestandteile der wehrmedizinischen Begutachtung. Dabei geht es um deinen Bewegungsapparat und die Frage, ob du den körperlichen Belastungen des Dienstes gewachsen bist.
Frühere Verletzungen an Knie, Schulter, Sprunggelenk oder Rücken können deshalb relevant sein. Auch Operationen und bestehende Beschwerden solltest du angeben.
Die Untersuchung kann je nach medizinischer Fragestellung unterschiedlich ausfallen. Du solltest deshalb nicht erwarten, dass bei jedem Bewerber exakt dieselben Bewegungen in exakt derselben Reihenfolge geprüft werden.
Konkretes Beispiel
Du hattest mehrfach Probleme mit dem Sprunggelenk, kannst inzwischen aber wieder laufen und Sport treiben. Dann gibst du die Vorgeschichte an.
Der ärztliche Dienst beurteilt deinen aktuellen Zustand und entscheidet, ob weitere Informationen notwendig sind und welche Auswirkungen sich für deine Verwendungsmöglichkeiten ergeben.
15. Deine allgemeine körperliche Belastbarkeit zählt ebenfalls
Die wehrmedizinische Begutachtung betrachtet nicht nur einzelne Organe. Die Bundeswehr möchte feststellen, ob du den Belastungen des Soldatenberufs körperlich gewachsen bist.
Deshalb fließen unterschiedliche Befunde in eine Gesamtbewertung ein. Das erklärt auch, warum du deine Eignung nicht anhand eines einzelnen Wertes selbst vorhersagen solltest.
Ein Sehwert, eine alte Verletzung oder ein einzelner auffälliger Messwert ist nicht automatisch das gesamte Ergebnis. Am Ende zählt das medizinische Gesamtbild.
16. Musst du dich bei der Untersuchung ausziehen?
Für eine allgemeine körperliche Untersuchung muss medizinisches Personal bestimmte Körperbereiche untersuchen können. Du solltest deshalb damit rechnen, dass du für einzelne Untersuchungsschritte Kleidung ablegen musst.
Wie weit das in deinem konkreten Fall erforderlich ist, richtet sich nach dem medizinischen Untersuchungszweck. Die Untersuchung soll sachlich und medizinisch begründet durchgeführt werden.
Wenn du bei einem Untersuchungsschritt nicht verstehst, was gemacht wird, darfst du nachfragen. Eine einfache Frage wie
„Was wird jetzt untersucht?“
ist vollkommen legitim.
17. Was passiert bei Untersuchungen im Intimbereich?
Dieses Thema beschäftigt insbesondere junge Bewerber häufig. Ein aktueller Erfahrungsbericht auf der offiziellen Bundeswehrseite beschreibt bei einem männlichen Bewerber, dass am Ende der Untersuchung auch der Intimbereich vorsichtig seitlich abgetastet wurde, um Beschwerden beziehungsweise Erkrankungen auszuschließen.
Das ist ein Erfahrungsbericht über einen konkreten Ablauf und keine Garantie dafür, dass jede Untersuchung bei jedem Bewerber exakt gleich durchgeführt wird. Die sinnvolle Vorbereitung lautet deshalb: Rechne damit, dass bei einer vollständigen medizinischen Untersuchung auch körperlich private Bereiche medizinisch relevant sein können.
Wenn eine Untersuchung durchgeführt wird, soll sie einem medizinischen Zweck dienen. Wenn du nicht verstehst, warum ein Untersuchungsschritt notwendig ist, frag nach.
18. Eine gesundheitliche Auffälligkeit bedeutet nicht automatisch das Ende
Das ist einer der wichtigsten Punkte des gesamten Artikels. Medizinische Eignung ist nicht immer nur ein einfaches
„gesund“
oder
„ungeeignet“.
Die Bundeswehr beurteilt auch, für welche Bereiche du aus medizinischer Sicht geeignet bist. Eine gesundheitliche Besonderheit kann deshalb dazu führen, dass bestimmte Verwendungen ausscheiden. Andere können weiterhin möglich bleiben.
Das offizielle Beispiel der Bundeswehr zur Farbsehschwäche zeigt genau dieses Prinzip. Du solltest deshalb eine bekannte Erkrankung nicht allein deshalb verschweigen, weil du Angst hast, sofort komplett ausgemustert zu werden.
19. Manche Befunde müssen erst genauer geklärt werden
Nicht jede medizinische Frage lässt sich am Untersuchungstag abschließend beantworten. Wenn wichtige Informationen fehlen, kann es notwendig sein, weitere Unterlagen einzubeziehen oder einen Sachverhalt genauer zu klären.
Das ist besonders nachvollziehbar bei früheren Operationen, chronischen Erkrankungen oder medizinischen Befunden, deren aktueller Stand aus den vorhandenen Informationen nicht hervorgeht. Wenn dir Unterlagen bereits vorliegen, bring sie deshalb mit.
Das kann helfen, unnötige Verzögerungen zu vermeiden.
Konkretes Beispiel
Du wurdest vor mehreren Jahren am Rücken behandelt. Du bist heute beschwerdefrei, kannst aber weder die genaue Diagnose noch den damaligen Befund erklären.
Wenn du einen vorhandenen fachärztlichen Abschlussbericht mitbringst, kann der ärztliche Dienst wesentlich konkreter beurteilen, was damals vorlag und wie relevant das heute noch ist.
20. Beschaffe nicht auf Verdacht teure neue Gutachten
Die Bundeswehr bittet Bewerber darum, bereits vorhandene medizinische Unterlagen mitzubringen. In ihren Informationen zum medizinischen Assessment weist sie gleichzeitig darauf hin, dass Kosten für extra beschaffte ärztliche Unterlagen nicht übernommen werden.
Deshalb solltest du nicht auf eigene Faust umfangreiche und möglicherweise kostenpflichtige neue Gutachten bestellen, nur weil du glaubst, sie könnten irgendwann benötigt werden. Prüfe zuerst deine Einladung und nimm vorhandene relevante Unterlagen mit.
Wenn der ärztliche Dienst zusätzliche Informationen benötigt, kann das weitere Vorgehen gezielt geklärt werden.
21. Psychische Gesundheit gehört ebenfalls zur gesundheitlichen Eignung
Die Bundeswehr beurteilt nicht nur körperliche Belastbarkeit. Auch psychische Gesundheit kann für die Eignung relevant sein.
Wenn du nach früheren oder aktuellen Erkrankungen, Behandlungen oder Medikamenten gefragt wirst, beantwortest du diese Fragen wahrheitsgemäß. Eine frühere psychotherapeutische oder psychiatrische Behandlung solltest du nicht allein aus Angst vor einer Ablehnung verschweigen.
Welche Bedeutung eine konkrete Vorgeschichte für deine Eignung hat, ist eine medizinische Einzelfallentscheidung. Entscheidend ist die fachliche Bewertung deines tatsächlichen Gesundheitszustands.
22. Allergien solltest du ebenfalls angeben
Allergien können je nach Ausprägung sehr unterschiedliche Bedeutung haben. Eine leichte saisonale Allergie ist etwas anderes als eine schwere allergische Reaktion mit Notfallmedikation.
Wenn du einen Allergie- oder Notfallpass besitzt, empfiehlt die Bundeswehr ausdrücklich, diesen zur ärztlichen Untersuchung mitzubringen. Wenn du regelmäßig Medikamente gegen eine Allergie einnimmst, gehört auch das in deine Medikamentenübersicht.
Damit kann der ärztliche Dienst deine Situation konkret beurteilen.
23. Ehrlichkeit ist die beste Vorbereitung
Versuche nicht, die medizinische Untersuchung wie einen Test zu behandeln, bei dem du möglichst viele Probleme verstecken musst. Das Ziel lautet nicht:
„Wie schaffe ich es, dass niemand etwas merkt?“
Das Ziel lautet:
„Wie sorge ich dafür, dass mein Gesundheitszustand korrekt beurteilt werden kann?“
Das schützt auch dich. Wenn eine gesundheitliche Einschränkung mit einer bestimmten militärischen Tätigkeit nicht vereinbar ist, sollte das vor dem Dienstantritt bekannt sein.
Du möchtest nicht erst während einer körperlich belastenden Ausbildung feststellen, dass eine alte Verletzung oder Erkrankung genau dort wieder zum Problem wird.
24. Was passiert mit deinen Angaben?
Medizinische Informationen gehören zu besonders sensiblen personenbezogenen Daten. Im medizinischen Assessment werden sie benötigt, um deine Dienst- und Verwendungsfähigkeit beurteilen zu können.
Für dich bedeutet das vor allem: Gib medizinische Angaben dort an, wo sie im Verfahren abgefragt werden, und beantworte die Fragen vollständig.
Du musst deine gesamte Krankengeschichte nicht gegenüber anderen Bewerbern diskutieren. Medizinische Themen gehören in das medizinische Verfahren.
25. Was passiert am Ende der ärztlichen Untersuchung?
Die einzelnen medizinischen Befunde werden zusammengeführt. Die Bundeswehr nennt dabei unter anderem Sehtest, Urintest, Körpergewicht, Körpergröße, Bewegungsapparat und Belastungsparameter.
Daraus entsteht die medizinische Bewertung. Bei der Musterung wird dir das Musterungsergebnis grundsätzlich am Ende des Musterungstages mitgeteilt.
Danach kann besprochen werden, wie es für dich weitergeht. Wenn du freiwillig zur Bundeswehr möchtest, ist das medizinische Ergebnis außerdem wichtig dafür, welche Verwendungen bei der weiteren Einplanung infrage kommen.
26. Tauglich bedeutet nicht automatisch für alles geeignet
Ein positives medizinisches Ergebnis öffnet nicht automatisch jede Verwendung der Bundeswehr. Einige Tätigkeiten stellen besondere Anforderungen an Sehvermögen, Hörvermögen, Bewegungsapparat oder andere medizinische Bereiche.
Deshalb kann deine allgemeine Dienstfähigkeit positiv bewertet werden, während einzelne Verwendungen medizinisch nicht infrage kommen. Das ist keine widersprüchliche Bewertung.
Es ist der Unterschied zwischen grundsätzlicher Dienstfähigkeit und konkreter Verwendungsfähigkeit.
Konkretes Beispiel
Du wirst grundsätzlich als geeignet für den militärischen Dienst beurteilt. Für deine ursprüngliche Wunschverwendung bestehen aufgrund eines medizinischen Befundes aber Einschränkungen.
Dann solltest du dir erklären lassen, welche Alternativen medizinisch möglich sind. Entscheide anschließend, ob eine davon wirklich zu deinen Interessen passt.
27. Musterung und umfangreicheres Karriereassessment unterscheiden sich
Beim Neuen Wehrdienst ist die Musterung auf ein möglichst effizientes Verfahren ausgelegt. In den neuen Musterungszentren soll vor allem die grundsätzliche Eignung für den Dienst in den Streitkräften festgestellt werden.
In den Karrierecentern findet darüber hinaus die umfassendere medizinische, körperliche, kognitive und psychische Eignungsprüfung für militärische Laufbahnen statt. Wenn du dich beispielsweise länger als Soldat auf Zeit verpflichten oder eine bestimmte Laufbahn einschlagen möchtest, kann dein Assessment deshalb zusätzliche Stationen enthalten.
Die medizinische Grundfrage bleibt trotzdem ähnlich: Welche militärischen Belastungen und Verwendungen sind für dich gesundheitlich vertretbar?
28. Eine spätere truppenärztliche Versorgung ist etwas anderes
Die medizinische Untersuchung im Bewerbungs- beziehungsweise Musterungsverfahren dient der Feststellung deiner Eignung. Wenn du später tatsächlich Soldat bist, wirst du im Rahmen der unentgeltlichen truppenärztlichen Versorgung medizinisch betreut.
Das sind zwei unterschiedliche Situationen. Vor dem Dienstantritt geht es um deine Eignung. Im aktiven Dienst geht es um medizinische Versorgung und deine aktuelle Dienstfähigkeit.
Wenn sich dein Gesundheitszustand zwischen Assessment und Dienstantritt wesentlich verändert, solltest du deshalb nicht davon ausgehen, dass das frühere Untersuchungsergebnis jede spätere Veränderung automatisch abdeckt.
29. So bereitest du dich konkret auf die Untersuchung vor
Eine gute medizinische Vorbereitung ist unkompliziert. Lies deine Einladung, sortiere vorhandene relevante Befunde und nimm deine Medikamente beziehungsweise eine aktuelle Übersicht darüber mit, wenn das für dich relevant ist.
Pack vorhandene Allergie- oder Notfallpässe ein. Wenn du eine Brille trägst, nimm sie mit. Wenn du Kontaktlinsen verwendest, beachte die Hinweise für den Sehtest und nutze rechtzeitig deine Brille.
Schlaf ausreichend und geh normal versorgt in den Termin, sofern deine Einladung keine abweichenden medizinischen Vorgaben enthält. Geh deine gesundheitliche Vorgeschichte vorher einmal in Ruhe durch. Dann musst du bei Fragen zu Operationen, Verletzungen und Medikamenten nicht erst überlegen, was in den vergangenen Jahren passiert ist.
30. Was du am Untersuchungstag konkret tun solltest
Komm mit ausreichend Zeitpuffer und halte deine Unterlagen geordnet bereit. Hör bei den Anweisungen genau zu und beantworte medizinische Fragen sachlich.
Wenn du etwas nicht weißt, sag das. Wenn du eine Untersuchung nicht verstehst, frag nach. Wenn dir bei einer Bewegung etwas weh tut, sag es. Wenn du regelmäßig Medikamente einnimmst, gib sie an.
Du musst bei der medizinischen Untersuchung weder besonders hart wirken noch Schmerzen überspielen. Der ärztliche Dienst braucht ein realistisches Bild deines Gesundheitszustands.
Konkretes Beispiel
Bei der Untersuchung deines Knies spürst du bei einer bestimmten Bewegung Schmerzen, obwohl du vorher dachtest, die alte Verletzung sei vollständig ausgeheilt. Dann beißt du nicht die Zähne zusammen und behauptest, alles sei problemlos.
Du sagst, wo du den Schmerz bemerkst und seit wann du ihn kennst. Damit kann die Ärztin oder der Arzt den Befund sinnvoll einordnen.
31. Fazit
Die ärztliche Untersuchung bei der Bundeswehr ist keine Suche nach vollkommen gesunden Menschen. Sie beantwortet eine praktischere Frage: Bist du gesundheitlich für den militärischen Dienst geeignet und welche Verwendungen passen zu deinem medizinischen Profil?
Dafür untersucht die Bundeswehr unter anderem Sehvermögen, Hörvermögen, Blutdruck, Rücken, Gelenke und allgemeine körperliche Belastbarkeit. Zusätzlich gehören Werte und Befunde wie Körpergröße, Körpergewicht und Urintest zum medizinischen Gesamtbild.
Deine beste Vorbereitung besteht deshalb nicht darin, gesundheitliche Themen zu verstecken. Bereite deine Unterlagen vor, bring relevante Befunde mit und gib Medikamente und Erkrankungen wahrheitsgemäß an.
Nimm deine Brille mit und beachte als Kontaktlinsenträger die Vorbereitung auf den Sehtest. Wenn bei der Untersuchung etwas auffällt, wartest du die medizinische Bewertung ab.
Eine Einschränkung bei einer bestimmten Verwendung bedeutet nicht automatisch, dass deine gesamte Bundeswehr-Bewerbung beendet ist. Entscheidend ist, was du gesundheitlich tatsächlich leisten kannst und welche militärischen Tätigkeiten dazu passen.
Vorbereitung mit der Soldateninitiative
Die Soldateninitiative hilft dir dabei, deine Musterung nicht erst am Abend vor dem Termin vorzubereiten.
Gerade bei der ärztlichen Untersuchung bringt dir Mission Musterung einen konkreten Vorteil: Du kannst frühzeitig prüfen, welche medizinischen Unterlagen bereits vorhanden sind, ob du Befunde zu früheren Operationen oder Verletzungen griffbereit hast, welche Medikamente du angeben musst und welche weiteren Stationen deines Assessments auf dich zukommen. Mit Mission Musterung bereitest du dich Schritt für Schritt auf deine Bundeswehr-Musterung vor und gehst die ärztliche Untersuchung mit geordneten Unterlagen an.
So gehst du mit geordneten Unterlagen und realistischen Erwartungen in die medizinische Untersuchung. Du musst dann nicht versuchen, während des Termins aus dem Gedächtnis Diagnosen, Operationsdaten oder Medikamentennamen zusammenzubekommen.
Häufige Fragen
01
Was wird bei der ärztlichen Untersuchung der Bundeswehr geprüft?
Die Bundeswehr nennt unter anderem Sehvermögen, Hörvermögen, Blutdruck, Rücken, Gelenke und allgemeine körperliche Belastbarkeit. In das Musterungsergebnis fließen außerdem unter anderem Sehtest, Urintest, Körpergewicht, Körpergröße, Bewegungsapparat und Belastungsparameter ein.
02
Muss ich mich bei der Musterung ausziehen?
Ja, für bestimmte Bestandteile einer allgemeinen körperlichen Untersuchung musst du damit rechnen, Kleidung abzulegen. Der konkrete Umfang richtet sich nach dem medizinischen Untersuchungszweck.
03
Wird der Intimbereich untersucht?
Das kann vorkommen. Ein aktueller offizieller Erfahrungsbericht der Bundeswehr beschreibt bei einem männlichen Bewerber eine vorsichtige seitliche Untersuchung des Intimbereichs. Der genaue Untersuchungsumfang richtet sich nach dem medizinischen Verfahren und der jeweiligen Fragestellung.
04
Gibt es einen Sehtest?
Ja. Der Sehtest gehört zum medizinischen Assessment.
05
Ist eine Brille ein Ausschlussgrund?
Nein, nicht automatisch. Deine Sehwerte können allerdings beeinflussen, welche Verwendungen für dich infrage kommen.
06
Darf ich mit Kontaktlinsen zum Sehtest?
Die Bundeswehr empfiehlt, Kontaktlinsen mindestens 24 Stunden vor dem Sehtest nicht mehr zu tragen. Bring deine Brille mit und beachte zusätzlich die Hinweise in deiner Einladung.
07
Gibt es einen Hörtest?
Ja. Der Hörtest gehört zu den bekannten Bestandteilen des medizinischen Assessments.
08
Muss ich eine Urinprobe abgeben?
Ja, damit solltest du rechnen. Die Bundeswehr nennt den Urintest ausdrücklich als einen der Befunde, die in das Musterungsergebnis einfließen.
09
Ist die Urinprobe automatisch ein Drogentest?
Nein. Die aktuelle Musterungsinformation der Bundeswehr nennt einen Urintest, beschreibt ihn aber nicht pauschal als Drogentest für jeden Teilnehmenden. Deshalb sollte beides nicht automatisch gleichgesetzt werden.
10
Muss ich alte Operationen angeben?
Ja. Relevante Operationen und medizinische Vorgeschichten solltest du wahrheitsgemäß angeben. Bereits vorhandene OP- und Krankenhausberichte empfiehlt die Bundeswehr ausdrücklich mitzubringen.
11
Was mache ich bei einer alten Sportverletzung?
Gib sie an, wenn sie medizinisch relevant ist, und bring vorhandene aussagekräftige Unterlagen mit. Die Bundeswehr beurteilt deinen heutigen Zustand.
12
Muss ich Medikamente angeben?
Ja. Eine Auflistung ärztlich verordneter Medikamente gehört ausdrücklich zu den Unterlagen, die die Bundeswehr für das medizinische Assessment empfiehlt.
13
Was ist mit Allergien?
Gib relevante Allergien an. Wenn du einen Allergie- oder Notfallpass besitzt, bring ihn mit.
14
Bedeutet eine psychotherapeutische Behandlung automatisch, dass ich ungeeignet bin?
Nein. Die Bedeutung einer gesundheitlichen Vorgeschichte muss medizinisch anhand des konkreten Falls bewertet werden.
15
Bedeutet eine chronische Erkrankung automatisch Dienstuntauglichkeit?
Nein. Nicht jede Diagnose führt automatisch zur vollständigen Dienstuntauglichkeit. Entscheidend sind Erkrankung, aktueller Zustand und die Anforderungen des Dienstes beziehungsweise der jeweiligen Verwendung.
16
Kann ich nur für bestimmte Verwendungen ungeeignet sein?
Ja. Die Bundeswehr unterscheidet auch danach, für welche Bereiche du medizinisch geeignet bist.
17
Muss ich vor der Musterung neue Facharztberichte besorgen?
Nein, nicht pauschal. Nimm zunächst vorhandene relevante Unterlagen und alles mit, was ausdrücklich angefordert wurde. Beschaffe kostenpflichtige neue Unterlagen nicht ohne konkreten Anlass.
18
Erfahre ich mein Ergebnis direkt?
Ja, grundsätzlich. Bei der Musterung wird das Musterungsergebnis nach Angaben der Bundeswehr am Ende des Musterungstages mitgeteilt.
19
Was ist der wichtigste Tipp für die ärztliche Untersuchung?
Sei ehrlich und bring relevante vorhandene medizinische Unterlagen geordnet mit. Du musst keine perfekte Krankengeschichte haben. Die Bundeswehr muss deine tatsächliche gesundheitliche Situation beurteilen können.
Quellen zum Nachlesen
Bundeswehr: Musterung und Assessment zum Wehrdienst – Die Bundeswehr erklärt die aktuelle Musterung und beschreibt die wehrmedizinische Begutachtung mit Sehvermögen, Hörvermögen, Blutdruck, Rücken, Gelenken und weiteren Befunden.
bundeswehr.de
bundeswehr.de
Bundeswehr: Erfahrungsbericht zur Musterung – Ein Bewerber beschreibt auf der offiziellen Bundeswehrseite seinen aktuellen Assessmentablauf und nennt unter anderem Größe, Gewicht, Urintest, Sehtest, Hörtest, Blutdruck, Lunge und Rücken.
bundeswehr.de
bundeswehr.de
Bundeswehr: Experteninterview zu Musterung und Assessment – Ein Personalleiter des Karrierecenters Berlin erklärt das verkürzte Musterungsverfahren und die Bedeutung der ärztlichen Untersuchung für die Tauglichkeitsfeststellung.
bundeswehr.de
bundeswehr.de
Bundeswehr: Wichtige Informationen zur ärztlichen Untersuchung – Das Bundesamt für das Personalmanagement informiert darüber, welche medizinischen Unterlagen Bewerber mitbringen sollten und was für Brillen, Kontaktlinsen und frühere Augenoperationen zu beachten ist.
bundeswehr.de
bundeswehr.de
Bundeswehr: Karrierecenter Berlin – Das Karrierecenter weist Bewerber darauf hin, Gesundheitsunterlagen, medizinische Vorbefunde und den Impfausweis zur ärztlichen Untersuchung mitzubringen.
bundeswehr.de
bundeswehr.de
Bundeswehr: Medizinische Untersuchungen im Karrierecenter – Die Bundeswehr beschreibt Sehtest, Hörtest, allgemeine Untersuchung und die Begutachtung mitgebrachter medizinischer Unterlagen als Bestandteile des medizinischen Assessments.
bundeswehr.de
bundeswehr.de
Bundeswehr: Musterungszentren – Hier erklärt die Bundeswehr den Unterschied zwischen der grundsätzlichen Eignungsprüfung in den neuen Musterungszentren und dem umfassenderen Assessment für militärische Laufbahnen in den Karrierecentern.
bundeswehr.de
bundeswehr.de
Dieser Artikel beschreibt den Ablauf der wehrmedizinischen Begutachtung mit Stand Oktober 2026. Der konkrete Untersuchungsumfang richtet sich nach deinem Musterungs- beziehungsweise Bewerbungsverfahren, deiner gesundheitlichen Vorgeschichte und der angestrebten Verwendung. Medizinische Einzelfälle lassen sich deshalb nicht anhand allgemeiner Tauglichkeitslisten zuverlässig selbst beurteilen. Für deinen Termin gelten deine persönliche Einladung, die Vorgaben des medizinischen Assessments und die individuelle Bewertung durch den ärztlichen Dienst der Bundeswehr.
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