Der Tagesablauf am Musterungstag: morgens bis nachmittags

Letzte Aktualisierung: Mai 2026
Einordnung
Dieser Artikel gehört zum Pillar Musterung der Soldateninitiative.
Er erklärt dir, wie ein Musterungstag, ein Auswahlverfahren oder eine Eignungsfeststellung bei der Bundeswehr grob ablaufen kann. Der Fokus liegt auf dem Tag selbst: Ankommen, Anmeldung, Unterlagen, Warten, Tests, ärztliche Untersuchung, Gespräch und nächste Schritte.
Wichtig: Der Ablauf ist nicht für alle gleich. Es macht einen Unterschied, ob du dich für den Freiwilligen Wehrdienst, als Soldat auf Zeit, für eine Unteroffizierlaufbahn, Feldwebellaufbahn oder für die Offizierslaufbahn bewirbst.
Wenn du den großen Überblick zur Musterung suchst, lies zuerst:
Bundeswehr-Musterung 2026: Ablauf, Tests und wie du dich vorbereitest
Wenn du noch vor der Bewerbung stehst, passt dieser Artikel:
Bundeswehr-Bewerbung vor der Musterung: Was dich in der ersten Phase erwartet
Kurz gesagt
Ein Musterungstag bei der Bundeswehr besteht nicht nur aus einem einzelnen Test. Du meldest dich an, gibst Unterlagen ab, wirst durch verschiedene Stationen geführt und wartest zwischendurch immer wieder. Je nach Bewerbungsweg können ärztliche Untersuchung, computergestützte Tests, psychologisches Gespräch, Einplanungsgespräch und bei bestimmten Verfahren auch ein Sporttest dazugehören.
Eine der wichtigsten Fragen ist: Muss jeder einen Sporttest machen?
Die klare Antwort lautet: Nein.
Für den Freiwilligen Wehrdienst ist der Sporttest im regulären Bewerbungs- und Musterungsablauf nicht der feste Pflichtbestandteil, als der er oft dargestellt wird. Bei FWDL geht es vor allem um Wehrerfassung, Eignung, ärztliche Untersuchung, computergestützte Tests, Gespräch und Einplanung.
Für Soldaten auf Zeit, Laufbahnbewerber und besonders für Offizierbewerber ist körperliche Leistungsfähigkeit deutlich relevanter im Auswahlverfahren. Offizierbewerber durchlaufen ihre Eignungsfeststellung in der Regel beim Assessmentcenter für Führungskräfte der Bundeswehr in Köln. Dort läuft das Verfahren deutlich umfangreicher als bei einem normalen Termin im Karrierecenter.
Klare Kante: Wenn du dich nur für den Freiwilligen Wehrdienst bewirbst, gehst du nicht davon aus, dass du am Musterungstag einen Sporttest machst. Sportsachen nimmst du für FWDL nicht pauschal mit.
Inhaltsverzeichnis
Musterungstag oder Auswahlverfahren: Was ist gemeint?
Warum der Ablauf nicht für alle gleich ist
Vor dem Termin: Lies deine Einladung genau
Morgens ankommen und anmelden
Unterlagen prüfen und erste Einweisung
Warum du am Musterungstag viel warten kannst
Sporttest: Muss wirklich jeder hin?
Freiwilliger Wehrdienst: Was gilt beim Sporttest?
Soldat auf Zeit: Warum Sport relevanter sein kann
Offizierbewerber: Warum Köln anders läuft
Was kommt im Sporttest vor, wenn er vorgesehen ist?
Computergestützte Tests: konzentriert bleiben
Ärztliche Untersuchung: ehrlich und sachlich bleiben
Psychologisches Gespräch: keine Rolle spielen
Karriere- oder Einplanungsgespräch: Was möglich ist und was nicht
Mittag, Pausen und Energie über den Tag
Ergebnisse, Rückmeldung und nächste Schritte
Was du am Musterungstag vermeiden solltest
Was du mitnehmen solltest
Häufige Fragen
Fazit
Offizielle Quellen zum Nachlesen
1. Musterungstag oder Auswahlverfahren: Was ist gemeint?
Viele sagen einfach „Musterung“.
Gemeint ist damit meistens der Termin, bei dem die Bundeswehr prüft, ob du für den Dienst geeignet bist und welche Wege grundsätzlich möglich sein können.
Je nach Situation kann auch von Auswahlverfahren, Assessment, Eignungsfeststellung oder Untersuchung gesprochen werden.
Wichtig ist: Es geht nicht nur darum, ob du „bestehst“ oder „nicht bestehst“. Es geht um mehrere Fragen:
Bist du gesundheitlich geeignet?
Welche Fähigkeiten zeigen sich in Tests?
Wie wirkt deine Motivation?
Welche Laufbahn oder Verwendung kommt grundsätzlich infrage?
Gibt es Einschränkungen?
Welche nächsten Schritte sind möglich?
Der Tag kann deshalb aus mehreren Stationen bestehen. Nicht jede Person macht immer exakt dasselbe in derselben Reihenfolge.
2. Warum der Ablauf nicht für alle gleich ist
Der größte Fehler ist, alle Bundeswehr-Bewerber in einen Topf zu werfen.
Ein Bewerber für den Freiwilligen Wehrdienst hat nicht automatisch denselben Ablauf wie jemand, der Soldat auf Zeit werden will. Und ein Offizierbewerber hat nochmal ein anderes Verfahren.
Unterschiede gibt es zum Beispiel bei:
Dauer des Verfahrens
Ort des Verfahrens
Tests
Gesprächen
medizinischer Untersuchung
Einplanung
körperlicher Leistungsprüfung
zusätzlicher Prüfung von Führungspotenzial
Deshalb sind pauschale Aussagen wie „jeder macht den Sporttest“ oder „FWDL machen nie Sport“ nicht sauber genug.
Die sichere Grundlage ist immer deine Einladung und die offizielle Information der Bundeswehr.
3. Vor dem Termin: Lies deine Einladung genau
Deine Einladung ist die wichtigste Grundlage.
Dort steht:
wann du erscheinen sollst
wo du erscheinen sollst
welche Unterlagen du mitbringen musst
ob du Sportsachen brauchst
ob ein Sporttest vorgesehen ist
ob du nüchtern erscheinen musst oder bestimmte Hinweise beachten sollst
ob medizinische Unterlagen erforderlich sind
wie die Anreise geregelt ist
an wen du dich bei Problemen wenden kannst
Lies diese Einladung nicht nur einmal schnell durch.
Viele Fehler entstehen, weil Bewerber die Uhrzeit, den Ort oder die Unterlagen nicht sauber prüfen.
Wenn dort keine Sportsachen stehen, nimm nicht einfach riesig Sportzeug mit, nur weil irgendein Video es gesagt hat. Wenn du unsicher bist, frag vorher offiziell nach.
4. Morgens ankommen und anmelden
Am Musterungstag solltest du lieber zu früh als zu spät da sein.
Plane deine Anreise mit Puffer. Zugverspätung, Stau, falscher Eingang oder Orientierung vor Ort können Zeit kosten.
Vor Ort meldest du dich an der angegebenen Stelle. Dort kann geprüft werden:
dein Name
deine Einladung
dein Ausweis
deine Unterlagen
welcher Ablauf für dich vorgesehen ist
Danach bekommst du meist erste Hinweise, wo du warten sollst oder welche Station als Nächstes kommt.
Der erste Eindruck muss nicht perfekt sein. Aber pünktlich, ruhig und vorbereitet zu sein, hilft dir direkt.
5. Unterlagen prüfen und erste Einweisung
Zu Beginn können Unterlagen geprüft werden.
Typisch wichtig sind je nach Einladung:
Personalausweis oder Reisepass
Einladungsschreiben
Lebenslauf, wenn gefordert
Zeugnisse, wenn gefordert
medizinische Unterlagen, wenn relevant oder angefordert
Brillenpass, wenn vorhanden
Allergiepass, wenn vorhanden
Impfpass, wenn gefordert
Führerschein, wenn vorhanden und relevant
Nachweise zu Ausbildung, Studium oder Beruf, wenn gefordert
Pack deine Unterlagen in eine Mappe.
Nicht lose. Nicht zerknickt. Nicht irgendwo unten im Rucksack.
Wenn du medizinische Themen hast, die für die Untersuchung wichtig sind, solltest du sie nicht verstecken. Ehrliche Angaben sind wichtig. Falsche oder verschwiegene Angaben können später Probleme machen.
6. Warum du am Musterungstag viel warten kannst
Ein Musterungstag besteht nicht nur aus Prüfung.
Er besteht auch aus Warten.
Das ist normal.
Viele Bewerber laufen parallel durch verschiedene Stationen. Ärztliche Untersuchung, Tests, Gespräche und organisatorische Abläufe brauchen Zeit. Nicht jede Station ist sofort frei.
Wartezeiten bedeuten nicht automatisch, dass etwas schiefläuft.
Nutze die Zeit sinnvoll:
trink etwas
iss etwas, wenn es passt
bleib aufmerksam
halte Unterlagen bereit
geh rechtzeitig zur Toilette
hör auf Ansagen
hänge nicht die ganze Zeit am Handy
mach dich nicht verrückt
Ein langer Tag kostet Energie. Wer sich schon in der ersten Wartephase komplett stresst, macht sich den Rest schwerer.
7. Sporttest: Muss wirklich jeder hin?
Nein.
Das ist der wichtigste Punkt in diesem Artikel: Nicht jeder Bewerber macht automatisch einen Sporttest.
Vor allem beim Freiwilligen Wehrdienst wird online viel durcheinandergebracht. Viele übernehmen einfach den Sporttest aus anderen Bundeswehr-Bewerbungsverfahren und tun so, als gelte das für jeden. Das ist nicht sauber.
Für FWDL ist der Sporttest im regulären Bewerbungs- und Musterungsablauf nicht der feste Pflichtbestandteil, als der er oft dargestellt wird. Körperliche Fitness ist wichtig, aber der klassische Sporttest ist nicht automatisch deine Station am Musterungstag.
Anders sieht es bei anderen Bewerbungswegen aus. Wenn du dich als Soldat auf Zeit, für eine Laufbahn oder als Offizierbewerber bewirbst, kann körperliche Leistungsfähigkeit deutlich stärker ins Auswahlverfahren einfließen.
8. Freiwilliger Wehrdienst: Was gilt beim Sporttest?
Für den Freiwilligen Wehrdienst gilt als klare redaktionelle Aussage:
Du machst im regulären FWDL-Bewerbungs- und Musterungsablauf keinen klassischen Sporttest als festen Pflichtbestandteil.
Das heißt: Wenn du dich nur für den Freiwilligen Wehrdienst bewirbst, solltest du nicht mit der Erwartung zum Termin gehen, dass dort automatisch Sprinttest, Klimmhang und Fahrradergometer kommen.
Beim FWDL stehen andere Punkte im Vordergrund:
Bewerbung und Erfassung
Prüfung deiner Unterlagen
ärztliche Untersuchung
computergestützte Tests
psychologisches Gespräch oder Eignungsgespräch
Einordnung deiner Eignung
mögliche Einplanung
Das bedeutet aber nicht, dass Fitness egal ist.
Spätestens in der Grundausbildung wird es körperlich. Dort kommen frühes Aufstehen, lange Tage, Sport, Märsche, Ausrüstung und Belastung zusammen. Auch ohne Sporttest am Musterungstag solltest du dich körperlich vorbereiten.
Kurz gesagt:
FWDL-Musterung: kein regulärer Sporttest als feste Pflichtstation.
Grundausbildung danach: körperliche Fitness trotzdem wichtig.
9. Soldat auf Zeit: Der Sporttest gehört dazu
Wenn du dich als Soldat auf Zeit bewirbst, solltest du klar davon ausgehen: Der Sporttest gehört zum Auswahlverfahren.
Das gilt besonders, wenn du in eine Laufbahn willst, bei der Belastbarkeit, Ausbildung, Lehrgänge oder körperliche Anforderungen später wichtig werden. Aber auch unabhängig von der Wunschverwendung gilt:
Du bewirbst dich für den Soldatenberuf.
Dazu gehört körperliche Grundfitness.
Kurz vorher panisch zu trainieren bringt wenig. Besser ist regelmäßiges Training über mehrere Wochen. Vor allem Sprinttest, Klimmhang und Ausdauer solltest du nicht erst am Abend vor dem Termin zum ersten Mal anschauen.
Wichtig ist auch: Der Sporttest ist nicht isoliert zu betrachten. Am Auswahl- oder Musterungstag kommen mehrere Dinge zusammen:
Nervosität
frühes Aufstehen
Warten
computergestützte Tests
ärztliche Untersuchung
psychologisches Gespräch
Sporttest
Einplanung, wenn alles positiv läuft
Wer körperlich vorbereitet ist, hat an diesem Tag weniger zusätzlichen Stress.
10. Offizierbewerber: Warum Köln anders läuft
Wenn du dich für die Offizierslaufbahn bewirbst, läuft das Verfahren anders als bei vielen anderen Bewerbern.
Offizierbewerber gehen in der Regel zur Eignungsfeststellung beim Assessmentcenter für Führungskräfte der Bundeswehr in Köln.
Dort wird nicht nur geschaut, ob du grundsätzlich Soldat werden kannst.
Es geht zusätzlich um Führungspotenzial, Persönlichkeit, Auftreten, Belastbarkeit, Denken, Kommunikation und Eignung für die Offizierslaufbahn.
Das Verfahren ist umfangreicher als ein normaler Termin im Karrierecenter. Typische Stationen können sein:
computergestützte Tests
ärztliche Untersuchung
Sporttest oder körperliche Leistungsprüfung
Gruppensituationsverfahren
Kurzvortrag oder Präsentationsanteile
Interview oder psychologisches Gespräch
Einplanungsgespräch, wenn du geeignet bist
je nach Wunsch und Laufbahn auch Studienberatung
Gruppensituationsverfahren
Im Gruppensituationsverfahren wirst du nicht allein betrachtet. Es wird beobachtet, wie du dich in einer Gruppe verhältst.
Dabei geht es nicht darum, am lautesten zu sein. Es geht darum, ob du sachlich bleibst, mitdenkst, andere ausreden lässt, eigene Argumente klar formulierst und zu einer Lösung beiträgst.
Typische Aufgaben können Diskussionen, kleine Planspiele oder Situationen mit begrenzten Ressourcen sein. Die Prüfer schauen darauf, wie du kommunizierst, ob du Verantwortung übernimmst und ob du gruppenfähig bist.
Kurzvortrag
Bei Offizierbewerbern kann auch ein Kurzvortrag oder eine ähnliche Präsentationsaufgabe vorkommen.
Dabei geht es nicht darum, ein perfekter Redner zu sein. Es geht darum, ob du ein Thema strukturieren, verständlich erklären und unter Beobachtung ruhig bleiben kannst.
Interview und psychologisches Gespräch
Das Interview ist besonders wichtig. Dort laufen viele Eindrücke zusammen: deine Testergebnisse, dein Auftreten, deine Motivation, dein Verhalten in der Gruppe und dein Bild vom Soldatenberuf.
Hier entscheidet sich, ob du für die Offizierslaufbahn geeignet bist. Wenn du dort nicht überzeugst, kann es sein, dass die Offizierslaufbahn nicht funktioniert oder dir eine andere Laufbahn vorgeschlagen wird.
Studienberatung und Einplanung
Wenn du für ein Studium bei der Bundeswehr vorgesehen bist, kann auch deine Studienwahl eine Rolle spielen. Dann wird geschaut, ob dein Wunsch, dein Leistungsbild und der Bedarf zusammenpassen.
Wenn du Offizier werden willst, bereite dich also nicht nur auf Sport und Tests vor. Beschäftige dich auch mit deiner Motivation, deinem Führungsverständnis, deiner Studienwahl und deinem realistischen Bild vom Soldatenberuf.
11. Was kommt im Sporttest vor, wenn er vorgesehen ist?
Wenn ein Sporttest vorgesehen ist, wird häufig auf den Basis-Fitness-Test, kurz BFT, Bezug genommen.
Der BFT besteht grundsätzlich aus drei Teilen:
11 mal 10 Meter Sprinttest
Klimmhang
Ausdauerleistung
Im Bewerberverfahren kann statt des 1000-Meter-Laufs auch eine Fahrradergometrie genutzt werden. Deshalb liest man bei Bewerbern häufig von Sprinttest, Klimmhang und Fahrradergometer.
Typische Bereiche sind also:
11 mal 10 Meter Sprinttest
Hier geht es um Schnelligkeit, Richtungswechsel, Reaktion und kurze Belastung.
Klimmhang
Hier geht es um Haltekraft im Oberkörper. Viele unterschätzen diese Übung, weil sie einfach aussieht, aber schnell schwer wird.
Fahrradergometer oder Ausdauerprüfung
Hier wird deine Ausdauer beziehungsweise Belastbarkeit geprüft. Je nach Verfahren kann das anders organisiert sein.
Wichtig: Der genaue Ablauf kann sich ändern und hängt von deinem Verfahren ab. Maßgeblich ist das, was dir offiziell gesagt wird.
12. Computergestützte Tests: konzentriert bleiben
Bei vielen Bewerbern gehören computergestützte Tests zum Auswahlverfahren.
Oft wird umgangssprachlich vom CAT-Test gesprochen. CAT steht für computerunterstütztes Testen.
Je nach Bewerbungsweg können dabei unterschiedliche Bereiche geprüft werden. Es kann um Konzentration, logisches Denken, Sprache, Mathematik, technisches Verständnis, Merkfähigkeit oder andere Aufgabenbereiche gehen.
Wichtig ist:
Du musst nicht jede Aufgabe perfekt lösen.
Aber du solltest ruhig bleiben und konzentriert arbeiten.
Typische Fehler sind:
zu hektisch werden
sich an einer Aufgabe festbeißen
nach einem schlechten Gefühl komplett aufgeben
vorher gar nicht üben
die Aufgaben unterschätzen
Wenn eine Aufgabe nicht gut läuft, ist der Testtag nicht automatisch vorbei.
Mach weiter. Eine einzelne Aufgabe entscheidet nicht immer über alles.
13. Ärztliche Untersuchung: ehrlich und sachlich bleiben
Die ärztliche Untersuchung ist ein wichtiger Teil der Musterung oder Eignungsfeststellung.
Dabei geht es darum, deine gesundheitliche Eignung einzuschätzen.
Je nach Verfahren können verschiedene Dinge geprüft werden, zum Beispiel:
Sehen
Hören
Körpergröße und Gewicht
Blutdruck
Beweglichkeit
Haltung
Vorerkrankungen
Medikamente
frühere Verletzungen
körperliche Beschwerden
weitere medizinische Punkte nach Bedarf
Wichtig ist: Bleib ehrlich.
Wenn du gesundheitliche Themen verschweigst, hilft dir das nicht. Spätestens in der Grundausbildung oder beim Truppenarzt kann es wieder relevant werden.
Sag sachlich, was Sache ist.
Nicht dramatisieren. Nicht verharmlosen. Nicht raten.
Wenn du Unterlagen hast, die wichtig sind, bring sie mit.
14. Psychologisches Gespräch: keine Rolle spielen
Viele sind vor dem psychologischen Gespräch besonders nervös.
Das ist normal.
In diesem Gespräch geht es unter anderem darum, dich als Person besser einzuschätzen. Motivation, Belastbarkeit, Lebenslauf, Erwartungen und dein Bild vom Soldatenberuf können eine Rolle spielen.
Wichtig ist: Spiel keine Rolle.
Tu nicht so, als wärst du jemand, der du nicht bist.
Die Bundeswehr sucht nicht nur Sprüche. Sie will wissen, ob du verstanden hast, worauf du dich bewirbst.
Bereite dich deshalb ehrlich vor:
Warum willst du zur Bundeswehr?
Was weißt du über den Soldatenberuf?
Welche Laufbahn interessiert dich?
Was stellst du dir realistisch vor?
Wie gehst du mit Druck um?
Was waren schwierige Situationen in deinem Leben?
Warum sollte die Bundeswehr dich nehmen?
Es geht nicht darum, auswendig gelernte Antworten abzuliefern.
Es geht darum, glaubwürdig zu sein.
15. Einplanungsgespräch: Was beim Einplaner passiert
Wenn du die entscheidenden Stationen positiv durchlaufen hast, kommst du zum Einplanungsgespräch.
Das heißt: Wenn Computertest, ärztliche Untersuchung und psychologisches Gespräch beziehungsweise Eignungsgespräch passen, geht es zum Einplaner.
Das Einplanungsgespräch ist nicht nur ein lockeres Gespräch über Wünsche. Dort wird geschaut, was auf Basis deiner Ergebnisse wirklich möglich ist.
Du hast in der Bewerbung meist schon Wunschverwendungen, Truppengattungen oder Bereiche angegeben. Der Einplaner fragt dann nochmal ab:
Sind deine Wünsche noch aktuell?
Möchtest du weiterhin in diese Richtung?
Gibt es Alternativen, die für dich infrage kommen?
Passen deine Testergebnisse zu deiner Wunschverwendung?
Passt deine gesundheitliche Eignung?
Gibt es freie Plätze oder Dienstposten?
Passt deine Laufbahn zu dem, was du machen möchtest?
Passt der Bedarf der Bundeswehr?
Wichtig ist: Wenn du etwas wirklich machen möchtest, sprich es klar an. Der Einplaner kann nur mit dem arbeiten, was du sagst und was deine Ergebnisse hergeben.
Gleichzeitig musst du realistisch bleiben. Eine Wunschverwendung ist keine Garantie.
Der Einplaner kann dir auch deutlich sagen, dass du bundesweit verwendbar und versetzbar sein musst. Ein Satz, den man in diesem Zusammenhang hören kann, ist sinngemäß:
„Ihre Heimat ist Deutschland.“
Damit ist gemeint: Du bewirbst dich nicht für einen Arbeitsplatz direkt um die Ecke. Du musst bereit sein, innerhalb Deutschlands dorthin zu gehen, wo Bedarf besteht und wo deine Einplanung möglich ist.
Nach dem Einplanungsgespräch geht es häufig weiter zum Meldekopf oder zu einer weiteren organisatorischen Stelle. Dort können noch Unterlagen, Formulare oder letzte Schritte folgen. Wenn du bis zum Einplaner gekommen bist und dort eine Einplanung möglich ist, bekommst du in der Regel eine klare Entscheidung oder einen konkreten nächsten Schritt.
16. Mittag, Pausen und Energie über den Tag
Ein Musterungstag kann lang werden.
Deshalb solltest du Energie über den Tag einplanen.
Denk an:
ausreichend Schlaf vorher
Wasser
etwas zu essen, wenn erlaubt und sinnvoll
ruhige Pausen
nicht zu viel Koffein
keine Experimente mit neuen Supplements oder Energy-Drinks
Gerade bei Nervosität essen manche gar nichts. Das kann später beim Test, Gespräch oder einer möglichen körperlichen Prüfung unangenehm werden.
Iss und trink vernünftig, soweit es zum Ablauf und zu den Vorgaben passt.
17. Ergebnisse, Rückmeldung und nächste Schritte
Am Ende des Verfahrens bekommst du eine Rückmeldung oder einen klaren nächsten Schritt.
Der wichtigste Punkt ist das psychologische Gespräch beziehungsweise Eignungsgespräch. Dort entscheidet sich häufig, ob es für den Soldatenberuf, die gewünschte Laufbahn oder den nächsten Schritt reicht.
Wenn es positiv läuft, wirst du danach zum Einplaner geschickt. Dort wird geprüft, was auf Basis deiner Ergebnisse, deiner Eignung, deiner Wünsche und des Bedarfs möglich ist.
Wenn es nicht positiv läuft, bekommst du ebenfalls eine Entscheidung. Das kann zum Beispiel bedeuten:
die gewünschte Laufbahn funktioniert nicht
du bekommst eine andere Laufbahn vorgeschlagen
dir wird zunächst der Freiwillige Wehrdienst empfohlen
du sollst dich nach einer gewissen Zeit erneut bewerben
bestimmte gesundheitliche oder eignungsbezogene Punkte sprechen aktuell dagegen
Manchmal kann auch ein Gegenvorschlag kommen. Zum Beispiel eine Laufbahngruppe niedriger oder erst einmal Freiwilliger Wehrdienst, um in die Truppe reinzukommen und später weiterzuschauen.
Wichtig ist: Hör genau zu. Frag nach, wenn du nicht verstanden hast, was entschieden wurde oder was der nächste Schritt ist.
18. Was du am Musterungstag vermeiden solltest
Ein paar Dinge machen keinen guten Eindruck oder bringen dich unnötig in Stress.
Vermeide:
zu spät kommen
Unterlagen vergessen
unvorbereitet erscheinen
falsche Angaben machen
medizinische Themen verschweigen
überheblich auftreten
alles besser wissen wollen
Witze über ernste Themen machen
Tests nicht ernst nehmen
mit anderen Bewerbern laut herumalbern
dich nur auf TikTok-Wissen verlassen
so tun, als wäre eine Wunschverwendung sicher
pauschal anzunehmen, dass dein Ablauf genauso ist wie bei jemand anderem
Du musst nicht perfekt sein.
Aber du solltest den Termin ernst nehmen.
19. Was du mitnehmen solltest
Orientiere dich immer zuerst an deiner offiziellen Einladung.
Typisch sinnvoll können sein:
Personalausweis oder Reisepass
Einladungsschreiben
alle geforderten Unterlagen
medizinische Unterlagen, wenn relevant oder gefordert
Brille oder Kontaktlinsen, wenn du sie trägst
Brillenpass, wenn vorhanden
Kugelschreiber
Handy und Ladekabel
Mappe für Unterlagen
etwas zu trinken, wenn erlaubt
kleiner Snack, wenn erlaubt und sinnvoll
Wenn du dich nur für den Freiwilligen Wehrdienst bewirbst, nimmst du Sportsachen nicht pauschal mit. Für FWDL ist der klassische Sporttest nicht die feste Pflichtstation am Musterungstag.
Wenn du dich als Soldat auf Zeit, für eine Laufbahn oder als Offizierbewerber bewirbst, kann Sport dagegen eine andere Rolle spielen. Dann können Sportkleidung oder körperliche Leistungsprüfung relevant werden.
Pack so, dass du deine Unterlagen schnell findest.
Wenn du jedes Mal deine Tasche komplett ausräumen musst, machst du dir den Tag unnötig schwer.
20. Häufige Fragen
Muss jeder bei der Bundeswehr-Musterung einen Sporttest machen?
Nein. Nicht jeder macht automatisch einen Sporttest.
Müssen Freiwillig Wehrdienstleistende einen Sporttest machen?
Nein, im regulären FWDL-Bewerbungs- und Musterungsablauf ist der klassische Sporttest keine feste Pflichtstation. FWDL-Bewerber sollten nicht davon ausgehen, dass sie am Musterungstag automatisch Sprinttest, Klimmhang oder Fahrradergometer machen.
Müssen Soldaten auf Zeit einen Sporttest machen?
Bei SaZ-Bewerbungen kann körperliche Leistungsfähigkeit im Auswahlverfahren relevant sein. Ob und wie der Sporttest bei dir stattfindet, ergibt sich aus deinem Verfahren und deiner Einladung.
Was kommt im Sporttest vor, wenn er vorgesehen ist?
Typisch sind 11 mal 10 Meter Sprinttest, Klimmhang und eine Ausdauerprüfung. Im Bewerberverfahren kann statt des 1000-Meter-Laufs auch eine Fahrradergometrie genutzt werden.
Soll ich als FWDL-Bewerber Sportsachen zur Musterung mitnehmen?
Nein, nicht pauschal. Wenn du dich nur für den Freiwilligen Wehrdienst bewirbst, ist Sportzeug normalerweise nicht der zentrale Punkt deines Musterungstermins.
Muss ich auch ohne Sporttest fit sein?
Ja. Spätestens in der Grundausbildung brauchst du körperliche Grundfitness. Ein fehlender Sporttest am Musterungstag heißt nicht, dass Fitness egal ist.
Läuft das bei Offizierbewerbern genauso ab?
Nein. Offizierbewerber gehen in der Regel zur Eignungsfeststellung beim Assessmentcenter für Führungskräfte der Bundeswehr in Köln. Dort ist das Verfahren umfangreicher und stärker auf Führung, Persönlichkeit, Studium und Offizierseignung ausgerichtet.
Wie lange dauert ein Musterungstag bei der Bundeswehr?
Das hängt vom Verfahren ab. Plane nicht nur einen kurzen Termin ein. Der Tag kann mehrere Stunden dauern und sich bis in den Nachmittag ziehen.
Muss jeder dieselben Stationen durchlaufen?
Nein. Der Ablauf hängt von deinem Bewerbungsweg, deiner Laufbahn, deinem Standort und den vorgesehenen Prüfungen ab.
Was passiert morgens zuerst?
Meist meldest du dich an, zeigst Ausweis und Einladung, gibst Unterlagen ab oder bekommst eine erste Einweisung in den Ablauf.
Was passiert beim CAT-Test?
Beim CAT-Test oder computergestützten Testverfahren können verschiedene Fähigkeiten geprüft werden, zum Beispiel Konzentration, Logik, Sprache, Mathematik oder technisches Verständnis.
Was passiert bei der ärztlichen Untersuchung?
Die Bundeswehr prüft deine gesundheitliche Eignung. Dazu können verschiedene medizinische Untersuchungen, Fragen zu Vorerkrankungen und die Sichtung von Unterlagen gehören.
Was fragt der Psychologe?
Das kann unterschiedlich sein. Häufig geht es um Motivation, Lebenslauf, Erwartungen, Belastbarkeit und dein Verständnis vom Soldatenberuf.
Bekomme ich direkt eine Zusage?
Nicht unbedingt. Manchmal gibt es direkte Rückmeldungen, manchmal müssen Unterlagen, Ergebnisse oder Einplanung noch weiter geprüft werden.
Was ist, wenn ich nervös bin?
Nervosität ist normal. Wichtig ist, dass du vorbereitet bist, ehrlich bleibst und dich nicht selbst verrückt machst.
Was ist der wichtigste Tipp für den Musterungstag?
Komm pünktlich, bring deine Unterlagen vollständig mit, bleib ehrlich und halte dich an deine Einladung. Dort steht, was für deinen Termin wirklich zählt.
21. Fazit
Der Musterungstag ist kein einzelner Moment, sondern ein ganzer Ablauf.
Du kommst an, meldest dich, gibst Unterlagen ab und durchläufst je nach Verfahren verschiedene Stationen. Dazu können computergestützte Tests, ärztliche Untersuchung, psychologisches Gespräch, Einplanungsgespräch und bei bestimmten Verfahren auch ein Sporttest gehören.
Die Frage nach dem Sporttest muss klar beantwortet werden: Nein, nicht jeder Bewerber macht automatisch einen Sporttest.
Für den Freiwilligen Wehrdienst gilt: Der klassische Sporttest ist im regulären FWDL-Bewerbungs- und Musterungsablauf keine feste Pflichtstation. Wenn du dich nur für FWDL bewirbst, gehst du nicht davon aus, dass du am Musterungstag Sprinttest, Klimmhang oder Fahrradergometer machst.
Bei SaZ-Bewerbungen gehört der Sporttest zum Auswahlverfahren. Offizierbewerber durchlaufen ihre Eignungsfeststellung in der Regel in Köln. Dort ist das Verfahren umfangreicher und der Sporttest ist nur ein Teil eines größeren Assessments.
Wichtig ist: Nimm den Tag ernst. Komm pünktlich. Bring deine Unterlagen mit. Sei ehrlich bei medizinischen Themen. Spiel im Gespräch keine Rolle. Und versteh, dass eine Wunschverwendung keine Garantie ist.
Wenn du das beachtest, gehst du deutlich ruhiger in den Tag.
Vorbereitung mit der Soldateninitiative
Du willst vor der Musterung wissen, wo du stehst?
Mit Mission Musterung: Der große Bundeswehr-Check gehst du die wichtigsten Punkte vor deinem Termin durch: Unterlagen, Tagesablauf, CAT-Test, ärztliche Untersuchung, Psychologengespräch, mögliche Sportprüfung und realistische Erwartungen.
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Offizielle Quellen zum Nachlesen
Hier findest du offizielle Seiten der Bundeswehr und der Bundeswehr Karriere. Dort kannst du Bewerbung, Karrierewege, Musterung und Auswahlverfahren selbst nachlesen.
Bewerbung und Karriere
Bundeswehr Karriere
https://www.bundeswehrkarriere.de/Bundeswehr: Freiwilliger Wehrdienst
https://www.bundeswehr.de/de/menschen-karrieren/freiwilliger-wehrdienstBundeswehr: Mit 17 zur Bundeswehr
https://www.bundeswehr.de/de/menschen-karrieren/einstieg-17-lebensjahr
Neuer Wehrdienst und Musterung
Bundeswehr: Neuer Wehrdienst
https://www.bundeswehr.de/de/menschen-karrieren/neuer-wehrdienst
Sporttest und körperliche Eignung
Bundeswehr: Sporttest Bundeswehr, PDF
https://www.bundeswehr.de/resource/blob/5613190/2a053d84b5a5e771ae7b8ebda553ef82/sporttest-bundeswehr-data-data.pdf
Assessmentcenter für Führungskräfte
Bundeswehr: Assessmentcenter für Führungskräfte der Bundeswehr
https://www.bundeswehr.de/de/organisation/personal/organisation-/bundesamt-fuer-das-personalmanagement-der-bundeswehr-/assessmentcenter-fuer-fuehrungskraefte-der-bundeswehr-
Begriffe
Bundeswehr: Glossar, Begriffe der Bundeswehr
https://www.bundeswehr.de/de/selbstverstaendnis/begriffe-bundeswehr-glossar