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Bundeswehr und ZAW: Wann eine zivile Aus- und Weiterbildung sinnvoll ist

Karriere & Wege

Gez.

Daniel, Levin & Afsal

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Bundeswehr und ZAW: Wann eine zivile Aus- und Weiterbildung sinnvoll ist

Karriere & Wege

Gez.

Daniel, Levin & Afsal

Letzte Aktualisierung: Oktober 2026

Einordnung

Dieser Artikel gehört zum Thema Karriere & Wege der Soldateninitiative.

Er richtet sich an Bewerberinnen und Bewerber, die in der Karriereberatung erstmals mit dem Begriff ZAW in Kontakt kommen oder gezielt nach einer zivil anerkannten Qualifikation während ihrer Dienstzeit suchen. Er erklärt dir, wann eine zivilberufliche Aus- und Weiterbildung sinnvoll ist, wie sie in eine militärische Laufbahn eingebunden wird und welche Fragen du vor einer Verpflichtung klären solltest.

Du möchtest zur Bundeswehr und hörst in der Karriereberatung zum ersten Mal den Begriff ZAW. Vielleicht wird dir erklärt, dass du während deiner Dienstzeit einen staatlich anerkannten Berufsabschluss erwerben kannst. Das klingt verständlicherweise attraktiv: Soldat sein, weiterhin deine Bezüge bekommen und gleichzeitig eine Qualifikation erwerben, die auch außerhalb der Bundeswehr anerkannt ist.

Genau das kann eine ZAW leisten. Trotzdem solltest du sie nicht als kostenlose Zusatzausbildung betrachten, die automatisch zu jeder mehrjährigen Verpflichtung gehört.

ZAW steht für zivilberufliche Aus- und Weiterbildung. Die Bundeswehr nutzt dieses Instrument vor allem, um länger dienende Soldatinnen und Soldaten auf Zeit für konkrete militärische Aufgaben fachlich zu qualifizieren. Gleichzeitig kann der erworbene Abschluss später beim Übergang in das zivile Berufsleben wertvoll sein. Die Bundeswehr bezeichnet die ZAW deshalb als Bestandteil der militärfachlichen Ausbildung, der sich am Bedarf der Streitkräfte und gleichzeitig an den Vorgaben der zivilen Berufsbildung orientiert.

Für dich ist deshalb nicht die Frage entscheidend, ob die Bundeswehr grundsätzlich ZAW anbietet. Entscheidend ist, ob für deine konkrete Laufbahn und Verwendung eine ZAW vorgesehen ist, welchen Abschluss du bekommst und welche Verpflichtungszeit zu diesem Weg gehört.

Wenn du zuerst verstehen willst, wie Laufbahn, Verpflichtung und berufliche Qualifikation grundsätzlich zusammenhängen, lies diesen Artikel:

Karriere und Wege bei der Bundeswehr: Laufbahnen, Verpflichtung, Studium, BFD und Reserve einfach erklärt

Wenn du wissen willst, welche Laufbahn zu deinen Aufgaben und beruflichen Zielen passen könnte, passt dieser Artikel:

Welche Laufbahn bei der Bundeswehr passt zu mir?

Letzte Aktualisierung: Oktober 2026

Einordnung

Dieser Artikel gehört zum Thema Karriere & Wege der Soldateninitiative.

Er richtet sich an Bewerberinnen und Bewerber, die in der Karriereberatung erstmals mit dem Begriff ZAW in Kontakt kommen oder gezielt nach einer zivil anerkannten Qualifikation während ihrer Dienstzeit suchen. Er erklärt dir, wann eine zivilberufliche Aus- und Weiterbildung sinnvoll ist, wie sie in eine militärische Laufbahn eingebunden wird und welche Fragen du vor einer Verpflichtung klären solltest.

Du möchtest zur Bundeswehr und hörst in der Karriereberatung zum ersten Mal den Begriff ZAW. Vielleicht wird dir erklärt, dass du während deiner Dienstzeit einen staatlich anerkannten Berufsabschluss erwerben kannst. Das klingt verständlicherweise attraktiv: Soldat sein, weiterhin deine Bezüge bekommen und gleichzeitig eine Qualifikation erwerben, die auch außerhalb der Bundeswehr anerkannt ist.

Genau das kann eine ZAW leisten. Trotzdem solltest du sie nicht als kostenlose Zusatzausbildung betrachten, die automatisch zu jeder mehrjährigen Verpflichtung gehört.

ZAW steht für zivilberufliche Aus- und Weiterbildung. Die Bundeswehr nutzt dieses Instrument vor allem, um länger dienende Soldatinnen und Soldaten auf Zeit für konkrete militärische Aufgaben fachlich zu qualifizieren. Gleichzeitig kann der erworbene Abschluss später beim Übergang in das zivile Berufsleben wertvoll sein. Die Bundeswehr bezeichnet die ZAW deshalb als Bestandteil der militärfachlichen Ausbildung, der sich am Bedarf der Streitkräfte und gleichzeitig an den Vorgaben der zivilen Berufsbildung orientiert.

Für dich ist deshalb nicht die Frage entscheidend, ob die Bundeswehr grundsätzlich ZAW anbietet. Entscheidend ist, ob für deine konkrete Laufbahn und Verwendung eine ZAW vorgesehen ist, welchen Abschluss du bekommst und welche Verpflichtungszeit zu diesem Weg gehört.

Wenn du zuerst verstehen willst, wie Laufbahn, Verpflichtung und berufliche Qualifikation grundsätzlich zusammenhängen, lies diesen Artikel:

Karriere und Wege bei der Bundeswehr: Laufbahnen, Verpflichtung, Studium, BFD und Reserve einfach erklärt

Wenn du wissen willst, welche Laufbahn zu deinen Aufgaben und beruflichen Zielen passen könnte, passt dieser Artikel:

Welche Laufbahn bei der Bundeswehr passt zu mir?

[ Kurz gesagt ]

Eine ZAW kann für dich sehr sinnvoll sein, wenn du als länger dienender SaZ eine militärische Verwendung anstrebst, für die eine anerkannte berufliche Qualifikation benötigt wird.

Bei einer Berufsausbildung über die ZAW gelten aktuell insbesondere diese Punkte:

Bedeutung – Zivilberufliche Aus- und Weiterbildung

Zielgruppe – Vor allem länger dienende SaZ in dafür vorgesehenen Verwendungen

Berufsausbildung – Staatlich anerkannter Berufsabschluss

Dauer einer typischen Berufsausbildung – häufig 21 Monate

Abschlussprüfung – je nach Beruf beispielsweise vor IHK oder Handwerkskammer

Bezahlung – Soldatenstatus und reguläre Bezüge bleiben während der ZAW bestehen

Weiterbildung – Neben Berufsausbildungen sind auch Fortbildungen, etwa auf Meister-, Fachwirt- oder Betriebswirtebene, möglich

Zweck – Qualifikation für den militärischen Dienstposten und gleichzeitig bessere zivile Verwertbarkeit nach dem Dienstzeitende (DZE)

Die häufig genannten 21 Monate beziehen sich auf viele ZAW-Berufsausbildungen. Sie sind keine pauschale Dauer für jede Form der ZAW. Weiterbildungen können deutlich anders aufgebaut sein und beispielsweise mehrere Monate oder ein Jahr dauern.

Wichtig ist außerdem: ZAW ist kein automatischer Anspruch nur deshalb, weil du SaZ wirst. Das Angebot richtet sich am Bedarf der Streitkräfte und an der konkreten Verwendung aus. Besonders relevant ist es in Fachunteroffizier- und Feldwebellaufbahnen, wenn für die spätere Aufgabe eine entsprechende berufliche Qualifikation benötigt wird.

Die klare Empfehlung lautet: Wenn dir eine ZAW wichtig ist, lass dir vor deiner Verpflichtung die konkrete Verwendung, den Berufsabschluss, die Ausbildungsdauer und die dazugehörige Dienstzeit gemeinsam erklären.

[ Kurz gesagt ]

Eine ZAW kann für dich sehr sinnvoll sein, wenn du als länger dienender SaZ eine militärische Verwendung anstrebst, für die eine anerkannte berufliche Qualifikation benötigt wird.

Bei einer Berufsausbildung über die ZAW gelten aktuell insbesondere diese Punkte:

Bedeutung – Zivilberufliche Aus- und Weiterbildung

Zielgruppe – Vor allem länger dienende SaZ in dafür vorgesehenen Verwendungen

Berufsausbildung – Staatlich anerkannter Berufsabschluss

Dauer einer typischen Berufsausbildung – häufig 21 Monate

Abschlussprüfung – je nach Beruf beispielsweise vor IHK oder Handwerkskammer

Bezahlung – Soldatenstatus und reguläre Bezüge bleiben während der ZAW bestehen

Weiterbildung – Neben Berufsausbildungen sind auch Fortbildungen, etwa auf Meister-, Fachwirt- oder Betriebswirtebene, möglich

Zweck – Qualifikation für den militärischen Dienstposten und gleichzeitig bessere zivile Verwertbarkeit nach dem Dienstzeitende (DZE)

Die häufig genannten 21 Monate beziehen sich auf viele ZAW-Berufsausbildungen. Sie sind keine pauschale Dauer für jede Form der ZAW. Weiterbildungen können deutlich anders aufgebaut sein und beispielsweise mehrere Monate oder ein Jahr dauern.

Wichtig ist außerdem: ZAW ist kein automatischer Anspruch nur deshalb, weil du SaZ wirst. Das Angebot richtet sich am Bedarf der Streitkräfte und an der konkreten Verwendung aus. Besonders relevant ist es in Fachunteroffizier- und Feldwebellaufbahnen, wenn für die spätere Aufgabe eine entsprechende berufliche Qualifikation benötigt wird.

Die klare Empfehlung lautet: Wenn dir eine ZAW wichtig ist, lass dir vor deiner Verpflichtung die konkrete Verwendung, den Berufsabschluss, die Ausbildungsdauer und die dazugehörige Dienstzeit gemeinsam erklären.

[ Inhalt ]

01

ZAW bedeutet zivilberufliche Aus- und Weiterbildung

02

Eine ZAW-Berufsausbildung führt zu einem staatlich anerkannten Abschluss

03

21 Monate sind bei Berufsausbildungen typisch, aber nicht bei jeder ZAW

04

Die verkürzte Ausbildung ist kompakt und verlangt entsprechend Leistung

05

Während der ZAW bleibst du Soldat und erhältst deine regulären Bezüge

06

ZAW ist besonders bei Fachunteroffizieren und Feldwebeln relevant

07

Deine Verwendung entscheidet darüber, welche ZAW sinnvoll und vorgesehen ist

08

Eine vorhandene Berufsausbildung kann einen neuen ZAW-Ausbildungsweg überflüssig machen

09

ZAW und Verpflichtungszeit gehören zusammen

10

ZAW kann nach dem DZE ein großer Vorteil sein

11

ZAW und Berufsförderungsdienst sind nicht dasselbe

12

Eine ZAW sollte nicht der einzige Grund für deine Laufbahn sein

13

Ein späterer Laufbahnwechsel ist möglich, aber kein verlässlicher ZAW-Plan

14

Wenn du hauptsächlich einen Berufsabschluss möchtest, vergleiche die zivile Ausbildung mit der Bundeswehr

15

Diese Fragen solltest du in der Karriereberatung zur ZAW stellen

16

Fazit

Häufige Fragen

Quellen zum Nachlesen

1. ZAW bedeutet zivilberufliche Aus- und Weiterbildung

Die Abkürzung ZAW wird im Bundeswehralltag häufig verwendet, ohne dass direkt erklärt wird, was dahintersteht. Gemeint ist die zivilberufliche Aus- und Weiterbildung von Soldatinnen und Soldaten. Dabei kann es sich um eine vollständige Berufsausbildung mit staatlich anerkanntem Abschluss oder um eine berufliche Fortbildung handeln.

Die Bundeswehr nutzt ZAW nicht nur, um dir für die Zeit nach der Bundeswehr einen Abschluss mitzugeben. Der erste Zweck besteht darin, Soldatinnen und Soldaten so zu qualifizieren, dass sie ihren militärischen Dienstposten fachgerecht ausfüllen können. Gleichzeitig verbessert ein anerkannter Abschluss deine Möglichkeiten für den späteren Wechsel in das zivile Erwerbsleben.

Genau diese doppelte Funktion solltest du verstehen. ZAW ist einerseits Teil deiner militärischen Ausbildung. Andererseits entsteht dabei häufig eine Qualifikation, die du auch nach deinem Dienstzeitende weiterverwenden kannst.

Konkretes Beispiel

Du wirst für eine Verwendung eingeplant, in der du später schwere Fahrzeuge bewegen und Transporte durchführen sollst. Zu deinem Ausbildungsweg kann eine ZAW zum Berufskraftfahrer gehören. Die Qualifikation benötigst du für deine militärische Tätigkeit, gleichzeitig besitzt du nach erfolgreichem Abschluss einen zivil anerkannten Berufsabschluss. Bei einem aktuellen Bundeswehrbeispiel ist für diese ZAW eine Dauer von 21 Monaten vorgesehen.

2. Eine ZAW-Berufsausbildung führt zu einem staatlich anerkannten Abschluss

Der große Unterschied zwischen einer ZAW und einem rein militärischen Fachlehrgang liegt in der zivilen Anerkennung.

Bei einer ZAW-Berufsausbildung erwirbst du einen staatlich anerkannten Berufsabschluss. Die Bundeswehr arbeitet dafür mit zivilen Bildungsträgern sowie den zuständigen Stellen der beruflichen Bildung zusammen. Abschlussprüfungen werden abhängig vom jeweiligen Beruf beispielsweise vor einer Industrie- und Handelskammer oder einer Handwerkskammer abgelegt.

Das macht die Qualifikation besonders interessant für SaZ. Wenn deine Dienstzeit irgendwann endet, musst du einem zivilen Arbeitgeber nicht nur erklären, welche militärischen Tätigkeiten du ausgeübt hast. Du kannst zusätzlich einen anerkannten Berufsabschluss vorweisen.

Dabei solltest du trotzdem immer nach dem konkreten Abschluss fragen. ZAW ist nur der Oberbegriff. Entscheidend ist, ob du beispielsweise einen Ausbildungsberuf, einen Meisterabschluss, einen Fachwirt oder eine andere Qualifikation erwirbst.

Konkretes Beispiel

Du absolvierst eine ZAW zum Kaufmann für Büromanagement. Die Bundeswehrfachschule Naumburg beschreibt für diesen Ausbildungsweg einen 21-monatigen Lehrgang mit integriertem Praktikum und einem Abschluss vor der IHK. Damit erwirbst du nicht nur eine interne Bundeswehrqualifikation, sondern einen Abschluss, den du später auch außerhalb der Streitkräfte verwenden kannst.

3. 21 Monate sind bei Berufsausbildungen typisch, aber nicht bei jeder ZAW

Die Zahl 21 Monate wird im Zusammenhang mit ZAW häufig genannt und ist grundsätzlich richtig einzuordnen.

Die Bundeswehr erklärt, dass länger dienende SaZ über die ZAW einen Ausbildungsberuf mit staatlich anerkanntem Abschluss in nur 21 Monaten erlernen können. Auch verschiedene konkrete Ausbildungsangebote der Bundeswehr sind auf diese Dauer ausgelegt. Das ist deutlich kompakter als viele reguläre zivile Ausbildungswege.

Daraus solltest du aber nicht ableiten, dass jede ZAW exakt 21 Monate dauert. ZAW umfasst neben vollständigen Berufsausbildungen auch Fortbildungen. Diese können anders aufgebaut sein und andere Zeiträume haben. Ein offizielles Beispiel ist die Fortbildung zum geprüften Fachwirt für Büro- und Projektorganisation, für die die Bundeswehr eine Dauer von zwölf Monaten nennt.

Die richtige Aussage lautet deshalb: Eine ZAW-Berufsausbildung dauert häufig 21 Monate. Die Dauer einer Weiterbildung richtet sich nach der konkreten Qualifikation.

Konkretes Beispiel

Dein Kamerad absolviert eine 21-monatige Berufsausbildung über die ZAW. Du wirst dagegen für eine bereits weiterführende Fortbildung eingeplant.

Dass ihr beide von einer ZAW sprecht, bedeutet nicht, dass Dauer, Abschluss und Ausbildungsweg identisch sind. Deshalb solltest du immer den Namen der konkreten Qualifikation kennen.

4. Die verkürzte Ausbildung ist kompakt und verlangt entsprechend Leistung

21 Monate statt drei oder dreieinhalb Jahren klingt zunächst komfortabel. In der Praxis bedeutet die Verkürzung aber vor allem, dass der Stoff in einem deutlich kompakteren Zeitraum vermittelt werden muss.

Die Bundeswehr beschreibt ZAW-Berufsausbildungen mit einem erhöhten theoretischen Anteil, durch den beispielsweise eine regulär dreieinhalbjährige Ausbildung auf 21 Monate verkürzt werden kann. Die Ausbildung ist deshalb kein beiläufiger Zusatz zum normalen Dienst.

Du besuchst Unterricht, absolvierst praktische Ausbildungsanteile und bereitest dich auf die für den jeweiligen Beruf vorgesehenen Prüfungen vor. Wenn eine ZAW zu deinem Laufbahnweg gehört, solltest du sie genauso ernst nehmen wie eine zivile Berufsausbildung.

Konkretes Beispiel

Du absolvierst innerhalb von 21 Monaten eine Ausbildung, für die im zivilen Bereich normalerweise deutlich mehr Zeit zur Verfügung steht. Dann musst du dich darauf einstellen, dass Unterricht, Lernphasen, Praktika und Prüfungsvorbereitung einen großen Teil dieses Ausbildungsabschnitts bestimmen.

5. Während der ZAW bleibst du Soldat und erhältst deine regulären Bezüge

Ein wichtiger Vorteil dieses Modells ist, dass du für die Dauer der ZAW nicht zum zivilen Auszubildenden mit klassischer Ausbildungsvergütung wirst.

Du bleibst Soldatin oder Soldat auf Zeit. Deine ZAW ist Bestandteil deiner militärischen Ausbildung und dein Dienstverhältnis läuft weiter. Damit erhältst du grundsätzlich weiterhin die Bezüge, die sich aus deinem militärischen Status, deinem Dienstgrad und deiner Besoldung ergeben.

Genau deshalb solltest du ZAW und eine zivile Ausbildung außerhalb der Bundeswehr finanziell nicht direkt miteinander vergleichen. Bei der Bundeswehr findet die Ausbildung innerhalb eines bestehenden Soldatenverhältnisses statt. Trotzdem sollte das Einkommen nicht dein einziger Entscheidungsgrund sein. Entscheidend bleibt, ob du auch die militärische Laufbahn und die damit verbundene Verpflichtungszeit möchtest.

Konkretes Beispiel

Du wirst als SaZ in einer Fachunteroffizierlaufbahn eingestellt und absolvierst anschließend deine ZAW. Während dieser Ausbildungsphase wechselst du nicht in einen normalen zivilen Ausbildungsvertrag, sondern bleibst Soldat und erhältst weiterhin deine regulären Bezüge.

6. ZAW ist besonders bei Fachunteroffizieren und Feldwebeln relevant

Im alten Sprachgebrauch wird häufig gesagt, ZAW beginne „ab Unteroffizier ohne Portepee“. Als grobe Orientierung führt das in die richtige Richtung, fachlich sauberer ist aber eine andere Formulierung.

ZAW richtet sich vor allem an länger dienende SaZ, wenn für ihre konkrete militärische Verwendung eine entsprechende zivilberufliche Qualifikation benötigt wird. Besonders häufig begegnet dir dieses Modell in den Laufbahnen der Fachunteroffiziere und Feldwebel.

Die Bundeswehr erklärt bei den Unteroffizieren ausdrücklich, dass Soldatinnen und Soldaten ohne bereits abgeschlossene passende Berufsausbildung eine ZAW durchlaufen können. Für Feldwebel existieren zusätzlich weiterführende Qualifikationen, beispielsweise zum Fachwirt oder auf Meisterebene.

Das bedeutet aber nicht, dass jeder Fachunteroffizier oder Feldwebel automatisch eine ZAW bekommt. Entscheidend bleibt die konkrete Verwendung.

Konkretes Beispiel

Du wirst Fachunteroffizier in einem technischen Bereich und benötigst für deinen vorgesehenen Dienstposten einen bestimmten Berufsabschluss. Dann kann die entsprechende ZAW fest in deinen Ausbildungsweg eingebaut sein.

Ein anderer Fachunteroffizier bringt den benötigten Berufsabschluss bereits aus dem zivilen Leben mit. Sein Ausbildungsweg kann deshalb anders aussehen.

7. Deine Verwendung entscheidet darüber, welche ZAW sinnvoll und vorgesehen ist

Die Bundeswehr richtet ihr ZAW-Angebot am tatsächlichen Personal- und Qualifikationsbedarf der Streitkräfte aus. Das ist der entscheidende Punkt.

Du suchst dir deshalb nicht einfach irgendeinen zivilen Ausbildungsberuf aus einer Liste aus und kombinierst ihn anschließend mit einem beliebigen militärischen Dienstposten. Die Qualifikation muss zu deiner vorgesehenen Aufgabe passen.

Der Berufsförderungsdienst erklärt ausdrücklich, dass ZAW integraler Bestandteil militärfachlicher Ausbildung ist und sich am militärischen Bedarf sowie an den Vorgaben der zivilberuflichen Aus-, Fort- und Weiterbildung orientiert.

Wenn dir eine bestimmte Ausbildung besonders wichtig ist, solltest du deshalb nicht nur nach dem Beruf fragen. Lass dir zeigen, welche militärische Verwendung mit dieser Qualifikation verbunden ist.

Konkretes Beispiel

Du möchtest unbedingt Fachinformatiker werden.

Die entscheidende Frage lautet nicht nur, ob dieser Ausbildungsberuf grundsätzlich innerhalb der ZAW angeboten wird. Du musst wissen, für welche konkrete militärische Verwendung du eingeplant wirst, welche Aufgaben du nach der Ausbildung übernimmst und welche Verpflichtungszeit zu diesem Weg gehört.

8. Eine vorhandene Berufsausbildung kann einen neuen ZAW-Ausbildungsweg überflüssig machen

Wenn du bereits einen anerkannten Berufsabschluss besitzt, kann das deinen militärischen Ausbildungsweg erheblich verändern.

Die Soldatenlaufbahnverordnung ermöglicht beispielsweise in Fachunteroffizierlaufbahnen einen Einstieg mit höherem Dienstgrad, wenn du einen für die vorgesehene Verwendung verwertbaren berufsqualifizierenden Ausbildungsabschluss mitbringst. Je nach Schulabschluss und Berufserfahrung bestehen unterschiedliche Möglichkeiten.

Auch deshalb solltest du vorhandene Berufsabschlüsse in der Karriereberatung vollständig angeben. Die Bundeswehr muss dich nicht zwingend erneut in einem Beruf ausbilden, den du bereits beherrschst und dessen Qualifikation für deinen Dienstposten verwertbar ist.

Stattdessen können je nach Laufbahn andere militärische oder fachliche Ausbildungsabschnitte im Mittelpunkt stehen.

Konkretes Beispiel

Du bist bereits ausgebildeter Elektroniker und möchtest in einer dazu passenden technischen Verwendung dienen.

Dann sollte zuerst geprüft werden, ob dein bestehender Abschluss für diesen Dienstposten verwertbar ist. Eine erneute vollständige Berufsausbildung wäre nicht automatisch der logische Weg.

9. ZAW und Verpflichtungszeit gehören zusammen

Wenn eine umfangreiche Berufsausbildung Bestandteil deiner militärischen Laufbahn ist, wirkt sich das regelmäßig auf die notwendige Dienstzeit aus. Das lässt sich bei den aktuellen Laufbahninformationen gut erkennen.

Bei Fachunteroffizieren nennt die Bundeswehr unterschiedliche Mindestdienstzeiten abhängig davon, ob eine passende Berufsausbildung bereits vorhanden ist oder während der Bundeswehrzeit absolviert wird. Auch bei Feldwebeln kann eine integrierte Berufsausbildung mit einer längeren Verpflichtungszeit verbunden sein.

Das ist nachvollziehbar: Die Ausbildung selbst beansprucht einen erheblichen Teil deiner ersten Dienstjahre. Anschließend sollst du die erworbene Qualifikation auch in deiner vorgesehenen militärischen Verwendung einsetzen.

Deshalb solltest du nie nur fragen: „Welche Ausbildung bekomme ich?“ Frag gleichzeitig: „Wie lange verpflichte ich mich für genau diesen Weg?“

Konkretes Beispiel

Dir werden zwei ähnliche Fachverwendungen angeboten.

Bei der ersten bringst du die notwendige zivile Ausbildung bereits mit. Bei der zweiten würde die Bundeswehr dich zunächst über eine ZAW qualifizieren.

Vergleiche beide Wege nicht nur anhand des Abschlusses, sondern auch anhand von Ausbildungsdauer, Dienstzeit und späterer Verwendung.

10. ZAW kann nach dem DZE ein großer Vorteil sein

Für SaZ endet der militärische Berufsweg grundsätzlich mit dem Dienstzeitende, sofern sich nicht ein anderer militärischer Karriereweg anschließt. Ein staatlich anerkannter Berufsabschluss kann den anschließenden Wechsel in den zivilen Arbeitsmarkt erheblich erleichtern.

Die Bundeswehr nennt genau diesen Effekt ausdrücklich als einen Zweck der ZAW. Neben der Qualifikation für die militärische Auftragserfüllung soll sie die erfolgreiche Eingliederung von SaZ nach ihrer Dienstzeit in das zivile Erwerbsleben unterstützen.

Das bedeutet trotzdem nicht, dass allein der Abschluss deine gesamte spätere Karriereplanung ersetzt. Berufserfahrung, weitere Qualifikationen, deine tatsächliche Tätigkeit während der Dienstzeit und die Vorbereitung auf das DZE bleiben ebenfalls wichtig. Hier kommt später auch der Berufsförderungsdienst ins Spiel.

Konkretes Beispiel

Du bist zwölf Jahre SaZ und hast während deiner militärischen Laufbahn einen anerkannten technischen Berufsabschluss erworben.

Wenn du anschließend in die zivile Wirtschaft wechselst, kannst du neben deiner militärischen Erfahrung einen klar benennbaren zivilen Berufsabschluss vorweisen. Das macht deine Qualifikation für Arbeitgeber häufig leichter einzuordnen.

11. ZAW und Berufsförderungsdienst sind nicht dasselbe

Diese beiden Bereiche werden häufig miteinander vermischt.

ZAW ist grundsätzlich Teil der militärfachlichen Qualifizierung während deiner Dienstzeit. Sie richtet sich am militärischen Bedarf aus und qualifiziert dich für deine Verwendung.

Der Berufsförderungsdienst der Bundeswehr, kurz BFD, verfolgt zusätzlich die Aufgabe, Soldatinnen und Soldaten beim Übergang in das zivile Berufsleben zu beraten und zu fördern. Dazu gehören abhängig von der individuellen Situation Bildungsangebote während der Dienstzeit sowie Förderungsmöglichkeiten gegen Ende und nach der Wehrdienstzeit.

Beides kann für deinen langfristigen Berufsweg wichtig sein, erfüllt aber nicht dieselbe Funktion. Eine ZAW ersetzt deshalb nicht automatisch deine spätere DZE-Planung mit dem BFD.

Konkretes Beispiel

Du erhältst während deiner Laufbahn eine ZAW zum Fachinformatiker. Jahre später näherst du dich deinem DZE und möchtest dich zusätzlich für einen bestimmten zivilen Karriereweg qualifizieren.

Dann kann der Berufsförderungsdienst für deine weitere Planung relevant werden, obwohl du bereits eine ZAW abgeschlossen hast.

12. Eine ZAW sollte nicht der einzige Grund für deine Laufbahn sein

Ein anerkannter Berufsabschluss, volle Bezüge während der Ausbildung und eine klare berufliche Qualifikation sind starke Vorteile. Trotzdem solltest du dich nicht allein deshalb für eine neun-, zwölf- oder dreizehnjährige militärische Laufbahn entscheiden.

Zwischen Ausbildungsbeginn und DZE liegen viele Jahre tatsächlicher Soldatendienst. Du absolvierst nicht einfach eine Ausbildung bei einem ungewöhnlichen Arbeitgeber. Du entscheidest dich für eine militärische Laufbahn mit entsprechenden Pflichten, möglicher bundesweiter Verwendung, militärischer Ausbildung und einem konkreten Dienstposten.

Die richtige Reihenfolge lautet deshalb: Zuerst prüfst du, ob der Soldatenberuf und die Laufbahn zu dir passen. Danach schaust du, welche berufliche Qualifikation Bestandteil dieses Weges ist.

Konkretes Beispiel

Du möchtest unbedingt einen bestimmten Ausbildungsberuf erlernen, interessierst dich aber kaum für die militärische Tätigkeit, die anschließend viele Jahre auf dich wartet.

Dann solltest du eine zivile Ausbildung mit dem Bundeswehrweg vergleichen, statt dich allein wegen der ZAW langfristig zu verpflichten.

13. Ein späterer Laufbahnwechsel ist möglich, aber kein verlässlicher ZAW-Plan

Es gibt innerhalb der Bundeswehr Möglichkeiten zum Laufbahnaufstieg.

Mannschaften können unter bestimmten Voraussetzungen beispielsweise in eine Fachunteroffizierlaufbahn aufsteigen. Die Soldatenlaufbahnverordnung sieht dafür verschiedene Wege vor. Ein regulärer Aufstieg ist ebenso möglich wie unter bestimmten Voraussetzungen ein Praxisaufstieg nach mehreren Dienstjahren.

Auch Fachunteroffiziere können bei erfüllten Voraussetzungen in eine Feldwebellaufbahn aufsteigen. Diese Möglichkeiten sind wichtig.

Du solltest daraus aber nicht den Plan machen: „Ich unterschreibe erstmal irgendetwas und hole mir später schon die gewünschte ZAW.“ Wenn du heute bereits weißt, dass du einen bestimmten Berufsabschluss und eine bestimmte Fachlaufbahn anstrebst, solltest du diesen Weg von Anfang an in der Karriereberatung prüfen.

Konkretes Beispiel

Du möchtest langfristig Fachunteroffizier in einem technischen Bereich werden und dort eine passende Berufsausbildung absolvieren.

Dann ist es sinnvoller, diesen konkreten Weg vor deiner Bewerbung prüfen zu lassen, statt mehrere Jahre in einer völlig anderen Verwendung zu planen und auf einen späteren Wechsel zu hoffen.

14. Wenn du hauptsächlich einen Berufsabschluss möchtest, vergleiche die zivile Ausbildung mit der Bundeswehr

Eine ZAW kann finanziell und beruflich attraktiv wirken. Trotzdem bleibt die Bundeswehr zuerst ein militärischer Arbeitgeber.

Wenn dein eigentliches Ziel ausschließlich lautet, möglichst schnell einen anerkannten Berufsabschluss zu erhalten, solltest du eine klassische zivile Ausbildung ebenfalls prüfen.

Bei der Bundeswehr bekommst du neben der beruflichen Qualifikation militärische Ausbildung, einen Soldatenstatus, eine konkrete Verwendung und eine entsprechende Verpflichtungszeit. Wenn du genau diese Kombination möchtest, kann ZAW hervorragend passen.

Wenn du dagegen weder Soldatendienst noch militärische Verpflichtungen möchtest, ist eine zivile Ausbildung möglicherweise der direktere Weg.

Konkretes Beispiel

Du möchtest Kaufmann für Büromanagement werden.

Vergleiche nicht nur Ausbildungsdauer und Einkommen. Überlege auch, ob du anschließend tatsächlich als Soldat auf einem entsprechenden militärischen Dienstposten dienen möchtest und die dazugehörige Verpflichtungszeit akzeptierst.

15. Diese Fragen solltest du in der Karriereberatung zur ZAW stellen

Wenn dir berufliche Qualifikation wichtig ist, solltest du das bereits im ersten Karriereberatungsgespräch offen sagen. Bitte nicht nur um die Information, ob eine ZAW grundsätzlich möglich ist.

Lass dir für die konkrete Verwendung erklären, welcher Berufsabschluss vorgesehen ist, ob es sich um eine Ausbildung oder Weiterbildung handelt, wie lange die Maßnahme dauert und welche zuständige Stelle den Abschluss prüft.

Kläre außerdem, wo die Ausbildung stattfindet, welche praktischen Ausbildungsanteile dazugehören und welche Dienstzeit mit diesem Weg verbunden ist.

Die wichtigste Frage lautet: „Ist diese ZAW fester Bestandteil der Verwendung, über die wir gerade sprechen, und welcher konkrete Abschluss steht am Ende?“ Danach solltest du noch wissen, was du nach der ZAW tatsächlich militärisch machst.

Konkretes Beispiel

Dir wird eine Fachunteroffizierverwendung angeboten und im Gespräch fällt das Wort ZAW.

Bitte darum, dir den vollständigen Weg aufzuschreiben: Dienstposten, Berufsabschluss, Ausbildungsdauer, Ausbildungsort, Verpflichtungszeit und Tätigkeit nach erfolgreichem Abschluss.

Damit kannst du das Angebot zuhause wesentlich besser bewerten.

16. Fazit

ZAW kann einer der größten beruflichen Vorteile einer passenden SaZ-Laufbahn sein.

Du kannst während deiner aktiven Dienstzeit eine staatlich anerkannte Berufsausbildung oder eine weiterführende berufliche Qualifikation erwerben und bleibst währenddessen Soldatin oder Soldat mit deinen regulären Bezügen.

Bei Berufsausbildungen sind 21 Monate häufig der typische Zeitraum. Die Abschlussprüfung findet abhängig vom Beruf beispielsweise vor der IHK oder Handwerkskammer statt. Weiterbildungen können andere Laufzeiten haben und bis auf Meister-, Fachwirt- oder vergleichbare Ebenen führen.

Entscheidend ist aber, dass die ZAW zu deiner militärischen Verwendung gehört. Du bekommst sie nicht automatisch, weil du dich lange verpflichtest. Das ZAW-Angebot richtet sich am Bedarf der Streitkräfte aus und ist Bestandteil der Qualifikation für konkrete Dienstposten.

Deshalb solltest du vor deiner Verpflichtung vier Punkte kennen: deine Verwendung, den konkreten ZAW-Abschluss, die Ausbildungsdauer und die gesamte Verpflichtungszeit.

Wenn diese Punkte zusammenpassen und du sowohl die militärische Tätigkeit als auch die berufliche Qualifikation möchtest, kann ZAW für dich einen sehr starken Weg darstellen.

Vorbereitung mit der Soldateninitiative

Die Soldateninitiative hilft dir dabei, eine angebotene Ausbildung nicht isoliert zu betrachten. Vor einer Bewerbung sollte klar sein, welche Laufbahn dahintersteht, wie lange du dich verpflichtest, auf welchem Dienstposten du später eingesetzt wirst und welchen zivil anerkannten Abschluss du tatsächlich erwirbst.

Ein strukturierter Check hilft dir, ZAW, SaZ, Laufbahn, Verpflichtungszeit und deine langfristigen beruflichen Ziele gemeinsam einzuordnen. So kannst du in der Karriereberatung gezielt nachfragen, bevor du dich für einen mehrjährigen Weg entscheidest.

Mit Mission Bundeswehr: Welcher Einstieg passt zu dir? findest du heraus, welcher Einstieg und welche berufliche Entwicklung bei der Bundeswehr wirklich zu deinen Zielen passen.

Du gehst dadurch mit konkreteren Fragen in die Karriereberatung und kannst besser unterscheiden, ob dich nur eine Ausbildung interessiert oder ob auch die dazugehörige militärische Laufbahn zu dir passt.

1. ZAW bedeutet zivilberufliche Aus- und Weiterbildung

Die Abkürzung ZAW wird im Bundeswehralltag häufig verwendet, ohne dass direkt erklärt wird, was dahintersteht. Gemeint ist die zivilberufliche Aus- und Weiterbildung von Soldatinnen und Soldaten. Dabei kann es sich um eine vollständige Berufsausbildung mit staatlich anerkanntem Abschluss oder um eine berufliche Fortbildung handeln.

Die Bundeswehr nutzt ZAW nicht nur, um dir für die Zeit nach der Bundeswehr einen Abschluss mitzugeben. Der erste Zweck besteht darin, Soldatinnen und Soldaten so zu qualifizieren, dass sie ihren militärischen Dienstposten fachgerecht ausfüllen können. Gleichzeitig verbessert ein anerkannter Abschluss deine Möglichkeiten für den späteren Wechsel in das zivile Erwerbsleben.

Genau diese doppelte Funktion solltest du verstehen. ZAW ist einerseits Teil deiner militärischen Ausbildung. Andererseits entsteht dabei häufig eine Qualifikation, die du auch nach deinem Dienstzeitende weiterverwenden kannst.

Konkretes Beispiel

Du wirst für eine Verwendung eingeplant, in der du später schwere Fahrzeuge bewegen und Transporte durchführen sollst. Zu deinem Ausbildungsweg kann eine ZAW zum Berufskraftfahrer gehören. Die Qualifikation benötigst du für deine militärische Tätigkeit, gleichzeitig besitzt du nach erfolgreichem Abschluss einen zivil anerkannten Berufsabschluss. Bei einem aktuellen Bundeswehrbeispiel ist für diese ZAW eine Dauer von 21 Monaten vorgesehen.

2. Eine ZAW-Berufsausbildung führt zu einem staatlich anerkannten Abschluss

Der große Unterschied zwischen einer ZAW und einem rein militärischen Fachlehrgang liegt in der zivilen Anerkennung.

Bei einer ZAW-Berufsausbildung erwirbst du einen staatlich anerkannten Berufsabschluss. Die Bundeswehr arbeitet dafür mit zivilen Bildungsträgern sowie den zuständigen Stellen der beruflichen Bildung zusammen. Abschlussprüfungen werden abhängig vom jeweiligen Beruf beispielsweise vor einer Industrie- und Handelskammer oder einer Handwerkskammer abgelegt.

Das macht die Qualifikation besonders interessant für SaZ. Wenn deine Dienstzeit irgendwann endet, musst du einem zivilen Arbeitgeber nicht nur erklären, welche militärischen Tätigkeiten du ausgeübt hast. Du kannst zusätzlich einen anerkannten Berufsabschluss vorweisen.

Dabei solltest du trotzdem immer nach dem konkreten Abschluss fragen. ZAW ist nur der Oberbegriff. Entscheidend ist, ob du beispielsweise einen Ausbildungsberuf, einen Meisterabschluss, einen Fachwirt oder eine andere Qualifikation erwirbst.

Konkretes Beispiel

Du absolvierst eine ZAW zum Kaufmann für Büromanagement. Die Bundeswehrfachschule Naumburg beschreibt für diesen Ausbildungsweg einen 21-monatigen Lehrgang mit integriertem Praktikum und einem Abschluss vor der IHK. Damit erwirbst du nicht nur eine interne Bundeswehrqualifikation, sondern einen Abschluss, den du später auch außerhalb der Streitkräfte verwenden kannst.

3. 21 Monate sind bei Berufsausbildungen typisch, aber nicht bei jeder ZAW

Die Zahl 21 Monate wird im Zusammenhang mit ZAW häufig genannt und ist grundsätzlich richtig einzuordnen.

Die Bundeswehr erklärt, dass länger dienende SaZ über die ZAW einen Ausbildungsberuf mit staatlich anerkanntem Abschluss in nur 21 Monaten erlernen können. Auch verschiedene konkrete Ausbildungsangebote der Bundeswehr sind auf diese Dauer ausgelegt. Das ist deutlich kompakter als viele reguläre zivile Ausbildungswege.

Daraus solltest du aber nicht ableiten, dass jede ZAW exakt 21 Monate dauert. ZAW umfasst neben vollständigen Berufsausbildungen auch Fortbildungen. Diese können anders aufgebaut sein und andere Zeiträume haben. Ein offizielles Beispiel ist die Fortbildung zum geprüften Fachwirt für Büro- und Projektorganisation, für die die Bundeswehr eine Dauer von zwölf Monaten nennt.

Die richtige Aussage lautet deshalb: Eine ZAW-Berufsausbildung dauert häufig 21 Monate. Die Dauer einer Weiterbildung richtet sich nach der konkreten Qualifikation.

Konkretes Beispiel

Dein Kamerad absolviert eine 21-monatige Berufsausbildung über die ZAW. Du wirst dagegen für eine bereits weiterführende Fortbildung eingeplant.

Dass ihr beide von einer ZAW sprecht, bedeutet nicht, dass Dauer, Abschluss und Ausbildungsweg identisch sind. Deshalb solltest du immer den Namen der konkreten Qualifikation kennen.

4. Die verkürzte Ausbildung ist kompakt und verlangt entsprechend Leistung

21 Monate statt drei oder dreieinhalb Jahren klingt zunächst komfortabel. In der Praxis bedeutet die Verkürzung aber vor allem, dass der Stoff in einem deutlich kompakteren Zeitraum vermittelt werden muss.

Die Bundeswehr beschreibt ZAW-Berufsausbildungen mit einem erhöhten theoretischen Anteil, durch den beispielsweise eine regulär dreieinhalbjährige Ausbildung auf 21 Monate verkürzt werden kann. Die Ausbildung ist deshalb kein beiläufiger Zusatz zum normalen Dienst.

Du besuchst Unterricht, absolvierst praktische Ausbildungsanteile und bereitest dich auf die für den jeweiligen Beruf vorgesehenen Prüfungen vor. Wenn eine ZAW zu deinem Laufbahnweg gehört, solltest du sie genauso ernst nehmen wie eine zivile Berufsausbildung.

Konkretes Beispiel

Du absolvierst innerhalb von 21 Monaten eine Ausbildung, für die im zivilen Bereich normalerweise deutlich mehr Zeit zur Verfügung steht. Dann musst du dich darauf einstellen, dass Unterricht, Lernphasen, Praktika und Prüfungsvorbereitung einen großen Teil dieses Ausbildungsabschnitts bestimmen.

5. Während der ZAW bleibst du Soldat und erhältst deine regulären Bezüge

Ein wichtiger Vorteil dieses Modells ist, dass du für die Dauer der ZAW nicht zum zivilen Auszubildenden mit klassischer Ausbildungsvergütung wirst.

Du bleibst Soldatin oder Soldat auf Zeit. Deine ZAW ist Bestandteil deiner militärischen Ausbildung und dein Dienstverhältnis läuft weiter. Damit erhältst du grundsätzlich weiterhin die Bezüge, die sich aus deinem militärischen Status, deinem Dienstgrad und deiner Besoldung ergeben.

Genau deshalb solltest du ZAW und eine zivile Ausbildung außerhalb der Bundeswehr finanziell nicht direkt miteinander vergleichen. Bei der Bundeswehr findet die Ausbildung innerhalb eines bestehenden Soldatenverhältnisses statt. Trotzdem sollte das Einkommen nicht dein einziger Entscheidungsgrund sein. Entscheidend bleibt, ob du auch die militärische Laufbahn und die damit verbundene Verpflichtungszeit möchtest.

Konkretes Beispiel

Du wirst als SaZ in einer Fachunteroffizierlaufbahn eingestellt und absolvierst anschließend deine ZAW. Während dieser Ausbildungsphase wechselst du nicht in einen normalen zivilen Ausbildungsvertrag, sondern bleibst Soldat und erhältst weiterhin deine regulären Bezüge.

6. ZAW ist besonders bei Fachunteroffizieren und Feldwebeln relevant

Im alten Sprachgebrauch wird häufig gesagt, ZAW beginne „ab Unteroffizier ohne Portepee“. Als grobe Orientierung führt das in die richtige Richtung, fachlich sauberer ist aber eine andere Formulierung.

ZAW richtet sich vor allem an länger dienende SaZ, wenn für ihre konkrete militärische Verwendung eine entsprechende zivilberufliche Qualifikation benötigt wird. Besonders häufig begegnet dir dieses Modell in den Laufbahnen der Fachunteroffiziere und Feldwebel.

Die Bundeswehr erklärt bei den Unteroffizieren ausdrücklich, dass Soldatinnen und Soldaten ohne bereits abgeschlossene passende Berufsausbildung eine ZAW durchlaufen können. Für Feldwebel existieren zusätzlich weiterführende Qualifikationen, beispielsweise zum Fachwirt oder auf Meisterebene.

Das bedeutet aber nicht, dass jeder Fachunteroffizier oder Feldwebel automatisch eine ZAW bekommt. Entscheidend bleibt die konkrete Verwendung.

Konkretes Beispiel

Du wirst Fachunteroffizier in einem technischen Bereich und benötigst für deinen vorgesehenen Dienstposten einen bestimmten Berufsabschluss. Dann kann die entsprechende ZAW fest in deinen Ausbildungsweg eingebaut sein.

Ein anderer Fachunteroffizier bringt den benötigten Berufsabschluss bereits aus dem zivilen Leben mit. Sein Ausbildungsweg kann deshalb anders aussehen.

7. Deine Verwendung entscheidet darüber, welche ZAW sinnvoll und vorgesehen ist

Die Bundeswehr richtet ihr ZAW-Angebot am tatsächlichen Personal- und Qualifikationsbedarf der Streitkräfte aus. Das ist der entscheidende Punkt.

Du suchst dir deshalb nicht einfach irgendeinen zivilen Ausbildungsberuf aus einer Liste aus und kombinierst ihn anschließend mit einem beliebigen militärischen Dienstposten. Die Qualifikation muss zu deiner vorgesehenen Aufgabe passen.

Der Berufsförderungsdienst erklärt ausdrücklich, dass ZAW integraler Bestandteil militärfachlicher Ausbildung ist und sich am militärischen Bedarf sowie an den Vorgaben der zivilberuflichen Aus-, Fort- und Weiterbildung orientiert.

Wenn dir eine bestimmte Ausbildung besonders wichtig ist, solltest du deshalb nicht nur nach dem Beruf fragen. Lass dir zeigen, welche militärische Verwendung mit dieser Qualifikation verbunden ist.

Konkretes Beispiel

Du möchtest unbedingt Fachinformatiker werden.

Die entscheidende Frage lautet nicht nur, ob dieser Ausbildungsberuf grundsätzlich innerhalb der ZAW angeboten wird. Du musst wissen, für welche konkrete militärische Verwendung du eingeplant wirst, welche Aufgaben du nach der Ausbildung übernimmst und welche Verpflichtungszeit zu diesem Weg gehört.

8. Eine vorhandene Berufsausbildung kann einen neuen ZAW-Ausbildungsweg überflüssig machen

Wenn du bereits einen anerkannten Berufsabschluss besitzt, kann das deinen militärischen Ausbildungsweg erheblich verändern.

Die Soldatenlaufbahnverordnung ermöglicht beispielsweise in Fachunteroffizierlaufbahnen einen Einstieg mit höherem Dienstgrad, wenn du einen für die vorgesehene Verwendung verwertbaren berufsqualifizierenden Ausbildungsabschluss mitbringst. Je nach Schulabschluss und Berufserfahrung bestehen unterschiedliche Möglichkeiten.

Auch deshalb solltest du vorhandene Berufsabschlüsse in der Karriereberatung vollständig angeben. Die Bundeswehr muss dich nicht zwingend erneut in einem Beruf ausbilden, den du bereits beherrschst und dessen Qualifikation für deinen Dienstposten verwertbar ist.

Stattdessen können je nach Laufbahn andere militärische oder fachliche Ausbildungsabschnitte im Mittelpunkt stehen.

Konkretes Beispiel

Du bist bereits ausgebildeter Elektroniker und möchtest in einer dazu passenden technischen Verwendung dienen.

Dann sollte zuerst geprüft werden, ob dein bestehender Abschluss für diesen Dienstposten verwertbar ist. Eine erneute vollständige Berufsausbildung wäre nicht automatisch der logische Weg.

9. ZAW und Verpflichtungszeit gehören zusammen

Wenn eine umfangreiche Berufsausbildung Bestandteil deiner militärischen Laufbahn ist, wirkt sich das regelmäßig auf die notwendige Dienstzeit aus. Das lässt sich bei den aktuellen Laufbahninformationen gut erkennen.

Bei Fachunteroffizieren nennt die Bundeswehr unterschiedliche Mindestdienstzeiten abhängig davon, ob eine passende Berufsausbildung bereits vorhanden ist oder während der Bundeswehrzeit absolviert wird. Auch bei Feldwebeln kann eine integrierte Berufsausbildung mit einer längeren Verpflichtungszeit verbunden sein.

Das ist nachvollziehbar: Die Ausbildung selbst beansprucht einen erheblichen Teil deiner ersten Dienstjahre. Anschließend sollst du die erworbene Qualifikation auch in deiner vorgesehenen militärischen Verwendung einsetzen.

Deshalb solltest du nie nur fragen: „Welche Ausbildung bekomme ich?“ Frag gleichzeitig: „Wie lange verpflichte ich mich für genau diesen Weg?“

Konkretes Beispiel

Dir werden zwei ähnliche Fachverwendungen angeboten.

Bei der ersten bringst du die notwendige zivile Ausbildung bereits mit. Bei der zweiten würde die Bundeswehr dich zunächst über eine ZAW qualifizieren.

Vergleiche beide Wege nicht nur anhand des Abschlusses, sondern auch anhand von Ausbildungsdauer, Dienstzeit und späterer Verwendung.

10. ZAW kann nach dem DZE ein großer Vorteil sein

Für SaZ endet der militärische Berufsweg grundsätzlich mit dem Dienstzeitende, sofern sich nicht ein anderer militärischer Karriereweg anschließt. Ein staatlich anerkannter Berufsabschluss kann den anschließenden Wechsel in den zivilen Arbeitsmarkt erheblich erleichtern.

Die Bundeswehr nennt genau diesen Effekt ausdrücklich als einen Zweck der ZAW. Neben der Qualifikation für die militärische Auftragserfüllung soll sie die erfolgreiche Eingliederung von SaZ nach ihrer Dienstzeit in das zivile Erwerbsleben unterstützen.

Das bedeutet trotzdem nicht, dass allein der Abschluss deine gesamte spätere Karriereplanung ersetzt. Berufserfahrung, weitere Qualifikationen, deine tatsächliche Tätigkeit während der Dienstzeit und die Vorbereitung auf das DZE bleiben ebenfalls wichtig. Hier kommt später auch der Berufsförderungsdienst ins Spiel.

Konkretes Beispiel

Du bist zwölf Jahre SaZ und hast während deiner militärischen Laufbahn einen anerkannten technischen Berufsabschluss erworben.

Wenn du anschließend in die zivile Wirtschaft wechselst, kannst du neben deiner militärischen Erfahrung einen klar benennbaren zivilen Berufsabschluss vorweisen. Das macht deine Qualifikation für Arbeitgeber häufig leichter einzuordnen.

11. ZAW und Berufsförderungsdienst sind nicht dasselbe

Diese beiden Bereiche werden häufig miteinander vermischt.

ZAW ist grundsätzlich Teil der militärfachlichen Qualifizierung während deiner Dienstzeit. Sie richtet sich am militärischen Bedarf aus und qualifiziert dich für deine Verwendung.

Der Berufsförderungsdienst der Bundeswehr, kurz BFD, verfolgt zusätzlich die Aufgabe, Soldatinnen und Soldaten beim Übergang in das zivile Berufsleben zu beraten und zu fördern. Dazu gehören abhängig von der individuellen Situation Bildungsangebote während der Dienstzeit sowie Förderungsmöglichkeiten gegen Ende und nach der Wehrdienstzeit.

Beides kann für deinen langfristigen Berufsweg wichtig sein, erfüllt aber nicht dieselbe Funktion. Eine ZAW ersetzt deshalb nicht automatisch deine spätere DZE-Planung mit dem BFD.

Konkretes Beispiel

Du erhältst während deiner Laufbahn eine ZAW zum Fachinformatiker. Jahre später näherst du dich deinem DZE und möchtest dich zusätzlich für einen bestimmten zivilen Karriereweg qualifizieren.

Dann kann der Berufsförderungsdienst für deine weitere Planung relevant werden, obwohl du bereits eine ZAW abgeschlossen hast.

12. Eine ZAW sollte nicht der einzige Grund für deine Laufbahn sein

Ein anerkannter Berufsabschluss, volle Bezüge während der Ausbildung und eine klare berufliche Qualifikation sind starke Vorteile. Trotzdem solltest du dich nicht allein deshalb für eine neun-, zwölf- oder dreizehnjährige militärische Laufbahn entscheiden.

Zwischen Ausbildungsbeginn und DZE liegen viele Jahre tatsächlicher Soldatendienst. Du absolvierst nicht einfach eine Ausbildung bei einem ungewöhnlichen Arbeitgeber. Du entscheidest dich für eine militärische Laufbahn mit entsprechenden Pflichten, möglicher bundesweiter Verwendung, militärischer Ausbildung und einem konkreten Dienstposten.

Die richtige Reihenfolge lautet deshalb: Zuerst prüfst du, ob der Soldatenberuf und die Laufbahn zu dir passen. Danach schaust du, welche berufliche Qualifikation Bestandteil dieses Weges ist.

Konkretes Beispiel

Du möchtest unbedingt einen bestimmten Ausbildungsberuf erlernen, interessierst dich aber kaum für die militärische Tätigkeit, die anschließend viele Jahre auf dich wartet.

Dann solltest du eine zivile Ausbildung mit dem Bundeswehrweg vergleichen, statt dich allein wegen der ZAW langfristig zu verpflichten.

13. Ein späterer Laufbahnwechsel ist möglich, aber kein verlässlicher ZAW-Plan

Es gibt innerhalb der Bundeswehr Möglichkeiten zum Laufbahnaufstieg.

Mannschaften können unter bestimmten Voraussetzungen beispielsweise in eine Fachunteroffizierlaufbahn aufsteigen. Die Soldatenlaufbahnverordnung sieht dafür verschiedene Wege vor. Ein regulärer Aufstieg ist ebenso möglich wie unter bestimmten Voraussetzungen ein Praxisaufstieg nach mehreren Dienstjahren.

Auch Fachunteroffiziere können bei erfüllten Voraussetzungen in eine Feldwebellaufbahn aufsteigen. Diese Möglichkeiten sind wichtig.

Du solltest daraus aber nicht den Plan machen: „Ich unterschreibe erstmal irgendetwas und hole mir später schon die gewünschte ZAW.“ Wenn du heute bereits weißt, dass du einen bestimmten Berufsabschluss und eine bestimmte Fachlaufbahn anstrebst, solltest du diesen Weg von Anfang an in der Karriereberatung prüfen.

Konkretes Beispiel

Du möchtest langfristig Fachunteroffizier in einem technischen Bereich werden und dort eine passende Berufsausbildung absolvieren.

Dann ist es sinnvoller, diesen konkreten Weg vor deiner Bewerbung prüfen zu lassen, statt mehrere Jahre in einer völlig anderen Verwendung zu planen und auf einen späteren Wechsel zu hoffen.

14. Wenn du hauptsächlich einen Berufsabschluss möchtest, vergleiche die zivile Ausbildung mit der Bundeswehr

Eine ZAW kann finanziell und beruflich attraktiv wirken. Trotzdem bleibt die Bundeswehr zuerst ein militärischer Arbeitgeber.

Wenn dein eigentliches Ziel ausschließlich lautet, möglichst schnell einen anerkannten Berufsabschluss zu erhalten, solltest du eine klassische zivile Ausbildung ebenfalls prüfen.

Bei der Bundeswehr bekommst du neben der beruflichen Qualifikation militärische Ausbildung, einen Soldatenstatus, eine konkrete Verwendung und eine entsprechende Verpflichtungszeit. Wenn du genau diese Kombination möchtest, kann ZAW hervorragend passen.

Wenn du dagegen weder Soldatendienst noch militärische Verpflichtungen möchtest, ist eine zivile Ausbildung möglicherweise der direktere Weg.

Konkretes Beispiel

Du möchtest Kaufmann für Büromanagement werden.

Vergleiche nicht nur Ausbildungsdauer und Einkommen. Überlege auch, ob du anschließend tatsächlich als Soldat auf einem entsprechenden militärischen Dienstposten dienen möchtest und die dazugehörige Verpflichtungszeit akzeptierst.

15. Diese Fragen solltest du in der Karriereberatung zur ZAW stellen

Wenn dir berufliche Qualifikation wichtig ist, solltest du das bereits im ersten Karriereberatungsgespräch offen sagen. Bitte nicht nur um die Information, ob eine ZAW grundsätzlich möglich ist.

Lass dir für die konkrete Verwendung erklären, welcher Berufsabschluss vorgesehen ist, ob es sich um eine Ausbildung oder Weiterbildung handelt, wie lange die Maßnahme dauert und welche zuständige Stelle den Abschluss prüft.

Kläre außerdem, wo die Ausbildung stattfindet, welche praktischen Ausbildungsanteile dazugehören und welche Dienstzeit mit diesem Weg verbunden ist.

Die wichtigste Frage lautet: „Ist diese ZAW fester Bestandteil der Verwendung, über die wir gerade sprechen, und welcher konkrete Abschluss steht am Ende?“ Danach solltest du noch wissen, was du nach der ZAW tatsächlich militärisch machst.

Konkretes Beispiel

Dir wird eine Fachunteroffizierverwendung angeboten und im Gespräch fällt das Wort ZAW.

Bitte darum, dir den vollständigen Weg aufzuschreiben: Dienstposten, Berufsabschluss, Ausbildungsdauer, Ausbildungsort, Verpflichtungszeit und Tätigkeit nach erfolgreichem Abschluss.

Damit kannst du das Angebot zuhause wesentlich besser bewerten.

16. Fazit

ZAW kann einer der größten beruflichen Vorteile einer passenden SaZ-Laufbahn sein.

Du kannst während deiner aktiven Dienstzeit eine staatlich anerkannte Berufsausbildung oder eine weiterführende berufliche Qualifikation erwerben und bleibst währenddessen Soldatin oder Soldat mit deinen regulären Bezügen.

Bei Berufsausbildungen sind 21 Monate häufig der typische Zeitraum. Die Abschlussprüfung findet abhängig vom Beruf beispielsweise vor der IHK oder Handwerkskammer statt. Weiterbildungen können andere Laufzeiten haben und bis auf Meister-, Fachwirt- oder vergleichbare Ebenen führen.

Entscheidend ist aber, dass die ZAW zu deiner militärischen Verwendung gehört. Du bekommst sie nicht automatisch, weil du dich lange verpflichtest. Das ZAW-Angebot richtet sich am Bedarf der Streitkräfte aus und ist Bestandteil der Qualifikation für konkrete Dienstposten.

Deshalb solltest du vor deiner Verpflichtung vier Punkte kennen: deine Verwendung, den konkreten ZAW-Abschluss, die Ausbildungsdauer und die gesamte Verpflichtungszeit.

Wenn diese Punkte zusammenpassen und du sowohl die militärische Tätigkeit als auch die berufliche Qualifikation möchtest, kann ZAW für dich einen sehr starken Weg darstellen.

Vorbereitung mit der Soldateninitiative

Die Soldateninitiative hilft dir dabei, eine angebotene Ausbildung nicht isoliert zu betrachten. Vor einer Bewerbung sollte klar sein, welche Laufbahn dahintersteht, wie lange du dich verpflichtest, auf welchem Dienstposten du später eingesetzt wirst und welchen zivil anerkannten Abschluss du tatsächlich erwirbst.

Ein strukturierter Check hilft dir, ZAW, SaZ, Laufbahn, Verpflichtungszeit und deine langfristigen beruflichen Ziele gemeinsam einzuordnen. So kannst du in der Karriereberatung gezielt nachfragen, bevor du dich für einen mehrjährigen Weg entscheidest.

Mit Mission Bundeswehr: Welcher Einstieg passt zu dir? findest du heraus, welcher Einstieg und welche berufliche Entwicklung bei der Bundeswehr wirklich zu deinen Zielen passen.

Du gehst dadurch mit konkreteren Fragen in die Karriereberatung und kannst besser unterscheiden, ob dich nur eine Ausbildung interessiert oder ob auch die dazugehörige militärische Laufbahn zu dir passt.

Häufige Fragen

01

Was bedeutet ZAW bei der Bundeswehr?

ZAW steht für zivilberufliche Aus- und Weiterbildung. Sie ist Bestandteil der militärfachlichen Qualifizierung und kann beispielsweise zu einem staatlich anerkannten Ausbildungsabschluss oder zu einer weiterführenden beruflichen Qualifikation führen.

02

Dauert eine ZAW immer 21 Monate?

Nein. Viele ZAW-Berufsausbildungen dauern 21 Monate. Weiterbildungen können andere Laufzeiten haben. Die Bundeswehr nennt beispielsweise auch zwölfmonatige ZAW-Fortbildungen.

03

Ist ein ZAW-Abschluss zivil anerkannt?

Bei den entsprechenden Berufsausbildungen erwirbst du einen staatlich anerkannten Abschluss. Die Abschlussprüfung erfolgt abhängig vom Beruf beispielsweise vor der örtlichen Industrie- und Handelskammer oder Handwerkskammer.

04

Bekomme ich während der ZAW weiterhin meine Bezüge?

Ja. Die ZAW findet während deiner aktiven Dienstzeit als Soldatin oder Soldat statt. Du bleibst in deinem Soldatenstatus und wirst nicht für die Ausbildungszeit zu einem zivilen Azubi mit klassischer Ausbildungsvergütung.

05

Bekommt jeder SaZ automatisch eine ZAW?

Nein. ZAW richtet sich insbesondere an länger dienende SaZ, wenn für den militärischen Dienstposten eine entsprechende zivilberufliche Qualifikation benötigt wird. Das Angebot orientiert sich am Bedarf der Streitkräfte.

06

Gibt es ZAW nur für Fachunteroffiziere?

Nein. ZAW ist besonders bei Fachunteroffizieren und Feldwebeln relevant. Neben klassischen Ausbildungsberufen gibt es auch Weiterbildungen, beispielsweise auf Meister-, Fachwirt- oder Betriebswirtebene.

07

Ist ZAW dasselbe wie BFD?

Nein. ZAW ist Bestandteil militärfachlicher Ausbildung und dient zunächst der Qualifikation für den Dienstposten. Der Berufsförderungsdienst unterstützt Soldatinnen und Soldaten zusätzlich bei ihrer beruflichen Entwicklung und späteren Eingliederung in das zivile Erwerbsleben.

08

Muss ich Prüfungen ablegen?

Ja, wenn der vorgesehene Abschluss entsprechende Prüfungen verlangt. Bei einer anerkannten Berufsausbildung findet die Abschlussprüfung je nach Beruf beispielsweise vor einer IHK oder Handwerkskammer statt.

09

Kann meine vorhandene Berufsausbildung angerechnet werden?

Eine bereits vorhandene und für die vorgesehene Verwendung verwertbare Berufsausbildung kann deinen Einstiegs- und Ausbildungsweg erheblich verändern. Die Soldatenlaufbahnverordnung ermöglicht unter bestimmten Voraussetzungen sogar die Einstellung mit einem höheren Dienstgrad.

10

Ist ZAW auch nach der Bundeswehr nützlich?

Ja. Ein anerkannter Berufsabschluss kann deinen Übergang in die zivile Arbeitswelt erleichtern. Die Bundeswehr nennt die spätere zivilberufliche Eingliederung ausdrücklich als einen Zweck der ZAW.

11

Sollte ich nur wegen einer ZAW zur Bundeswehr gehen?

Eine ZAW kann ein starker Vorteil sein. Entscheidend ist trotzdem, ob du auch die militärische Laufbahn, die Verwendung und die dazugehörige Verpflichtungszeit möchtest.

Quellen zum Nachlesen

Bundeswehr: Die zivilberufliche Aus- und Weiterbildung – Die Bundeswehr erklärt die ZAW als Möglichkeit für länger dienende SaZ, während ihrer Dienstzeit eine staatlich anerkannte Berufsausbildung zu erwerben. Genannt werden außerdem die typische Ausbildungsdauer von 21 Monaten sowie weiterführende Qualifikationen.

bundeswehr.de

bundeswehr.de

Bundeswehr: Beratung und Förderung durch den Berufsförderungsdienst – Die offizielle Seite ordnet ZAW als integralen Bestandteil der militärfachlichen Ausbildung ein und erklärt gleichzeitig die Aufgaben des Berufsförderungsdienstes bei der späteren beruflichen Eingliederung.

bundeswehr.de

bundeswehr.de

Bundeswehr: Unteroffiziere in der Bundeswehr – Die Bundeswehr erklärt die Rolle der Fachunteroffiziere und Feldwebel und beschreibt, wie eine ZAW bei fehlender passender Berufsausbildung in den Ausbildungsweg integriert werden kann.

bundeswehr.de

bundeswehr.de

Bundeswehr: Bundeswehrfachschule Naumburg – Am konkreten Beispiel der Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement zeigt die Bundeswehr den 21-monatigen ZAW-Ausbildungsweg mit Praktikumsanteilen und IHK-Abschluss.

bundeswehr.de

bundeswehr.de

Bundeswehr: Jobporträt Kraftfahrer – Das offizielle Jobporträt zeigt beispielhaft, wie eine 21-monatige ZAW zum Berufskraftfahrer in einen militärischen Ausbildungsweg integriert werden kann.

bundeswehr.de

bundeswehr.de

Soldatenlaufbahnverordnung – Die Soldatenlaufbahnverordnung regelt die Voraussetzungen für Einstellung, Beförderung und Laufbahnaufstieg und ist besonders relevant, wenn bereits ein Berufsabschluss vorhanden ist oder später ein Laufbahnwechsel angestrebt wird.

gesetze-im-internet.de

gesetze-im-internet.de

Soldatenlaufbahnverordnung: § 15 Einstellung von Fachunteroffizieren mit höherem Dienstgrad – § 15 regelt, unter welchen Voraussetzungen ein bereits vorhandener und für die vorgesehene Verwendung verwertbarer Berufsabschluss einen Einstieg als Unteroffizier oder Stabsunteroffizier ermöglichen kann.

gesetze-im-internet.de

gesetze-im-internet.de

Soldatenlaufbahnverordnung: § 16 Aufstieg in die Fachunteroffizierlaufbahn – § 16 enthält die Voraussetzungen für den Aufstieg aus der Mannschaftslaufbahn in eine Fachunteroffizierlaufbahn und regelt außerdem den sogenannten Praxisaufstieg.

gesetze-im-internet.de

gesetze-im-internet.de

Soldatenlaufbahnverordnung: § 21 Aufstieg in eine Feldwebellaufbahn – § 21 regelt den möglichen Aufstieg von Mannschaften und Fachunteroffizieren in eine Feldwebellaufbahn.

gesetze-im-internet.de

gesetze-im-internet.de

ZAW ist kein pauschaler Anspruch für alle Soldatinnen und Soldaten auf Zeit und auch keine frei wählbare Zusatzausbildung unabhängig vom Dienstposten. Welche Ausbildung oder Weiterbildung vorgesehen ist, richtet sich nach Laufbahn, Verwendung, bereits vorhandenen Qualifikationen und dem Bedarf der Streitkräfte. Die häufig genannten 21 Monate beziehen sich insbesondere auf ZAW-Berufsausbildungen und nicht automatisch auf jede Weiterbildungsmaßnahme. Maßgeblich sind die konkrete Einplanung und die aktuellen offiziellen Informationen der Bundeswehr.

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