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Feldwebellaufbahn bei der Bundeswehr einfach erklärt
Karriere & Wege
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Daniel, Levin & Afsal
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Letzte Aktualisierung: Oktober 2026
Einordnung
Dieser Artikel gehört zum Thema Karriere & Wege der Soldateninitiative.
Er richtet sich an Bewerberinnen und Bewerber, die sich für die Feldwebellaufbahn interessieren. Er erklärt dir, welche Voraussetzungen gelten, wie Ausbildung, Führung, ZAW und Verpflichtungszeit zusammenhängen und worauf du bei der Wahl einer konkreten Feldwebelverwendung achten solltest.
Du möchtest bei der Bundeswehr mehr Verantwortung übernehmen, aber die Offizierlaufbahn mit Studium ist nicht unbedingt dein Ziel. Vielleicht möchtest du fachlich tief in einem Bereich arbeiten, Soldatinnen und Soldaten ausbilden und trotzdem nah an der praktischen Arbeit bleiben. Dann solltest du dir die Feldwebellaufbahn genauer ansehen.
Feldwebel gehören zur Laufbahngruppe der Unteroffiziere, werden als Unteroffiziere mit Portepee bezeichnet und übernehmen in vielen Bereichen eine wichtige Verbindung aus Fachwissen, Ausbildung und Führung. Die Bundeswehr vergleicht ihre fachliche Rolle teilweise mit der Meisterebene in der zivilen Arbeitswelt.
Das bedeutet allerdings nicht, dass jeder Feldwebel den gleichen Alltag hat. Ein Feldwebel in einer Kampftruppe arbeitet anders als eine Feldwebelin in der Informationstechnik, Logistik, Instandsetzung oder im Sanitätsdienst. Welche Aufgaben du später tatsächlich übernimmst, hängt stark von deiner Verwendung ab.
Der gemeinsame Kern bleibt: Als Feldwebel wird von dir mehr Fachlichkeit, Selbstständigkeit und Verantwortung erwartet. Deshalb solltest du diese Laufbahn nicht wegen des Dienstgrades wählen, sondern weil die Aufgabe dahinter zu dir passt.
Wenn du zuerst verstehen willst, wie sich die verschiedenen militärischen Laufbahnen unterscheiden, lies diesen Artikel:
Welche Laufbahn bei der Bundeswehr passt zu mir?
Wenn du wissen willst, wie sich Fachunteroffizier und Feldwebel voneinander unterscheiden, passt dieser Artikel:
Letzte Aktualisierung: Oktober 2026
Einordnung
Dieser Artikel gehört zum Thema Karriere & Wege der Soldateninitiative.
Er richtet sich an Bewerberinnen und Bewerber, die sich für die Feldwebellaufbahn interessieren. Er erklärt dir, welche Voraussetzungen gelten, wie Ausbildung, Führung, ZAW und Verpflichtungszeit zusammenhängen und worauf du bei der Wahl einer konkreten Feldwebelverwendung achten solltest.
Du möchtest bei der Bundeswehr mehr Verantwortung übernehmen, aber die Offizierlaufbahn mit Studium ist nicht unbedingt dein Ziel. Vielleicht möchtest du fachlich tief in einem Bereich arbeiten, Soldatinnen und Soldaten ausbilden und trotzdem nah an der praktischen Arbeit bleiben. Dann solltest du dir die Feldwebellaufbahn genauer ansehen.
Feldwebel gehören zur Laufbahngruppe der Unteroffiziere, werden als Unteroffiziere mit Portepee bezeichnet und übernehmen in vielen Bereichen eine wichtige Verbindung aus Fachwissen, Ausbildung und Führung. Die Bundeswehr vergleicht ihre fachliche Rolle teilweise mit der Meisterebene in der zivilen Arbeitswelt.
Das bedeutet allerdings nicht, dass jeder Feldwebel den gleichen Alltag hat. Ein Feldwebel in einer Kampftruppe arbeitet anders als eine Feldwebelin in der Informationstechnik, Logistik, Instandsetzung oder im Sanitätsdienst. Welche Aufgaben du später tatsächlich übernimmst, hängt stark von deiner Verwendung ab.
Der gemeinsame Kern bleibt: Als Feldwebel wird von dir mehr Fachlichkeit, Selbstständigkeit und Verantwortung erwartet. Deshalb solltest du diese Laufbahn nicht wegen des Dienstgrades wählen, sondern weil die Aufgabe dahinter zu dir passt.
Wenn du zuerst verstehen willst, wie sich die verschiedenen militärischen Laufbahnen unterscheiden, lies diesen Artikel:
Welche Laufbahn bei der Bundeswehr passt zu mir?
Wenn du wissen willst, wie sich Fachunteroffizier und Feldwebel voneinander unterscheiden, passt dieser Artikel:
[ Kurz gesagt ]
Die Feldwebellaufbahn ist besonders interessant, wenn du fachlich stark werden, Verantwortung übernehmen und je nach Verwendung Soldatinnen und Soldaten führen, anleiten oder ausbilden möchtest.
Für den regulären Einstieg als Feldwebelanwärter brauchst du grundsätzlich mindestens einen Realschulabschluss oder einen gleichwertigen Bildungsstand. Mit Hauptschulabschluss ist der direkte Einstieg ebenfalls möglich, wenn du zusätzlich einen abgeschlossenen Berufsabschluss besitzt.
Feldwebelanwärter werden als Soldatinnen oder Soldaten auf Zeit eingestellt. Die Laufbahnausbildung umfasst allgemeinmilitärische und militärfachliche Ausbildungsanteile. Nach der Soldatenlaufbahnverordnung ist eine Beförderung zum Feldwebel grundsätzlich nach 36 Monaten Dienstzeit möglich, wenn die weiteren Voraussetzungen erfüllt sind.
Bei der Verpflichtungszeit solltest du nicht mit einer einzigen Zahl für jede Feldwebelverwendung rechnen. Die aktuelle Bundeswehrbroschüre nennt zwölf Jahre als regelmäßige Dienstzeit. Wenn beispielsweise im allgemeinen Fachdienst oder Sanitätsdienst eine Berufsausbildung bei der Bundeswehr absolviert wird, werden 13 Jahre genannt. Abhängig vom konkreten Laufbahnweg sind auch kürzere Dienstzeiten ab acht Jahren möglich.
Eine zivilberufliche Aus- und Weiterbildung, kurz ZAW, kann Teil deines Karrierewegs sein. Sie gehört aber nicht automatisch zu jeder Feldwebelverwendung.
Die wichtigste Frage lautet deshalb: Möchtest du nicht nur einen höheren Dienstgrad, sondern fachlich Verantwortung übernehmen und dich über mehrere Jahre zu einer militärischen Fachkraft und Führungsperson entwickeln?
[ Kurz gesagt ]
Die Feldwebellaufbahn ist besonders interessant, wenn du fachlich stark werden, Verantwortung übernehmen und je nach Verwendung Soldatinnen und Soldaten führen, anleiten oder ausbilden möchtest.
Für den regulären Einstieg als Feldwebelanwärter brauchst du grundsätzlich mindestens einen Realschulabschluss oder einen gleichwertigen Bildungsstand. Mit Hauptschulabschluss ist der direkte Einstieg ebenfalls möglich, wenn du zusätzlich einen abgeschlossenen Berufsabschluss besitzt.
Feldwebelanwärter werden als Soldatinnen oder Soldaten auf Zeit eingestellt. Die Laufbahnausbildung umfasst allgemeinmilitärische und militärfachliche Ausbildungsanteile. Nach der Soldatenlaufbahnverordnung ist eine Beförderung zum Feldwebel grundsätzlich nach 36 Monaten Dienstzeit möglich, wenn die weiteren Voraussetzungen erfüllt sind.
Bei der Verpflichtungszeit solltest du nicht mit einer einzigen Zahl für jede Feldwebelverwendung rechnen. Die aktuelle Bundeswehrbroschüre nennt zwölf Jahre als regelmäßige Dienstzeit. Wenn beispielsweise im allgemeinen Fachdienst oder Sanitätsdienst eine Berufsausbildung bei der Bundeswehr absolviert wird, werden 13 Jahre genannt. Abhängig vom konkreten Laufbahnweg sind auch kürzere Dienstzeiten ab acht Jahren möglich.
Eine zivilberufliche Aus- und Weiterbildung, kurz ZAW, kann Teil deines Karrierewegs sein. Sie gehört aber nicht automatisch zu jeder Feldwebelverwendung.
Die wichtigste Frage lautet deshalb: Möchtest du nicht nur einen höheren Dienstgrad, sondern fachlich Verantwortung übernehmen und dich über mehrere Jahre zu einer militärischen Fachkraft und Führungsperson entwickeln?
[ Inhalt ]
01
Was die Feldwebellaufbahn eigentlich ist
02
Feldwebel ist nicht nur ein einzelner Dienstgrad
03
Welche schulischen Voraussetzungen du brauchst
04
Ein vorhandener Berufsabschluss kann deinen Einstieg verändern
05
Was Feldwebel im Alltag machen
06
Fachwissen ist ein Kern der Feldwebellaufbahn
07
Führung gehört in vielen Verwendungen dazu
08
Ausbilden kann ein wichtiger Teil deiner Aufgabe werden
09
So läuft die Ausbildung zum Feldwebel grundsätzlich ab
10
ZAW kann dazugehören, muss aber nicht
11
Wie lange eine ZAW dauert
12
Während einer ZAW bleibst du Soldat
13
Welche Verpflichtungszeit du einplanen solltest
14
Warum acht, zwölf und 13 Jahre gleichzeitig richtig sein können
15
Feldwebel und Fachunteroffizier sind nicht dasselbe
16
Feldwebel und Offizier haben unterschiedliche Rollen
17
Abitur verpflichtet dich nicht zur Offizierlaufbahn
18
Ein Laufbahnwechsel kann später möglich sein
19
Für wen die Feldwebellaufbahn gut passen kann
20
Wann du einen anderen Einstieg vergleichen solltest
21
Welche Fragen du in der Karriereberatung stellen solltest
22
Fazit
Häufige Fragen
Quellen zum Nachlesen
1. Was die Feldwebellaufbahn eigentlich ist
Feldwebel gehören zur Laufbahngruppe der Unteroffiziere. Innerhalb dieser Laufbahngruppe wird zwischen Fachunteroffizieren und Feldwebeln unterschieden.
Feldwebel werden häufig als Unteroffiziere mit Portepee bezeichnet. Bei der Marine entsprechen ihnen die Bootsleute. Ihre Rolle geht deutlich über einen bestimmten Dienstgrad hinaus.
Je nach Verwendung arbeitest du fachlich in deinem Bereich, übernimmst Verantwortung für Personal und Material, bildest Soldatinnen und Soldaten aus oder führst sie unmittelbar im militärischen Alltag. Die Bundeswehr beschreibt Feldwebel beziehungsweise Bootsleute als militärische und fachliche Ausbilder mit besonderer Expertise und zieht dabei einen Vergleich zur Meisterebene in der zivilen Arbeitswelt.
Dieser Vergleich ist hilfreich, solange du ihn nicht zu wörtlich nimmst. Ein Feldwebel ist nicht automatisch ein ziviler Meister. Gemeint ist vielmehr die Kombination aus Fachwissen, Erfahrung, Ausbildung und Verantwortung.
Konkretes Beispiel
Du arbeitest als Feldwebel in einem technischen Bereich. Dann reicht es nicht, selbst eine bestimmte Anlage bedienen oder ein Fahrzeug instand halten zu können.
Abhängig von deinem Dienstposten kann zusätzlich von dir erwartet werden, dass du andere Soldaten fachlich anleitest, Arbeitsergebnisse kontrollierst und Verantwortung für Material und Abläufe übernimmst.
2. Feldwebel ist nicht nur ein einzelner Dienstgrad
Hier entsteht bei Bewerbern häufig Verwirrung. Der Begriff Feldwebel bezeichnet einerseits einen konkreten militärischen Dienstgrad. Gleichzeitig wird umgangssprachlich von der Feldwebellaufbahn gesprochen, wenn der gesamte Karriereweg gemeint ist.
Innerhalb dieses Bereichs gibt es mehrere Dienstgrade. Dazu gehören unter anderem Feldwebel, Oberfeldwebel, Hauptfeldwebel, Stabsfeldwebel und Oberstabsfeldwebel.
Bei einer Bewerbung für diese Laufbahn startest du deshalb nicht am ersten Tag mit dem Dienstgrad Feldwebel. Du wirst als Feldwebelanwärter eingestellt und durchläufst deine militärische und fachliche Ausbildung.
Nach der Soldatenlaufbahnverordnung ist eine Beförderung zum Feldwebel grundsätzlich frühestens nach 36 Monaten Dienstzeit zulässig. Dafür müssen zusätzlich die erforderlichen Ausbildungsschritte und Prüfungen erfüllt sein.
3. Welche schulischen Voraussetzungen du brauchst
Für den regulären Einstieg als Feldwebelanwärter gibt es zwei zentrale Bildungswege. Mit mindestens Realschulabschluss oder einem gleichwertig anerkannten Bildungsstand erfüllst du grundsätzlich die schulische Voraussetzung.
Mit Hauptschulabschluss kannst du ebenfalls direkt als Feldwebelanwärter eingestellt werden, wenn du zusätzlich einen abgeschlossenen Berufsabschluss besitzt. Damit ist die Feldwebellaufbahn auch ohne Abitur oder Fachhochschulreife erreichbar.
Entscheidend ist anschließend nicht nur dein Schulabschluss. Die Bundeswehr prüft zusätzlich deine gesundheitliche und persönliche Eignung für den Soldatenberuf und für die angestrebte Verwendung.
Ein passender Schulabschluss bedeutet deshalb, dass du dich grundsätzlich für diesen Weg bewerben darfst. Er bedeutet nicht, dass du automatisch eine Feldwebelstelle bekommst.
Konkretes Beispiel
Du hast einen Realschulabschluss und noch keine Berufsausbildung. Damit erfüllst du grundsätzlich die schulische Voraussetzung für die Einstellung als Feldwebelanwärter.
Hast du dagegen einen Hauptschulabschluss und zusätzlich einen förderlichen Berufsabschluss, kann der direkte Einstieg ebenfalls möglich sein. Welche konkrete Verwendung dir angeboten werden kann, hängt anschließend von deiner Eignung und der Einplanung ab.
4. Ein vorhandener Berufsabschluss kann deinen Einstieg verändern
Wenn du bereits eine Berufsausbildung abgeschlossen hast, solltest du diese bei der Karriereberatung unbedingt genau prüfen lassen. Ein für die vorgesehene Verwendung verwertbarer Berufsabschluss kann deinen Karriereweg verändern.
Die Soldatenlaufbahnverordnung ermöglicht unter bestimmten Voraussetzungen sogar die Einstellung als Feldwebelanwärter mit einem höheren Dienstgrad. Mit mindestens Hauptschulabschluss und einem für die Verwendung verwertbaren Berufsabschluss kann beispielsweise eine Einstellung mit dem Dienstgrad Unteroffizier möglich sein.
Mit Realschulabschluss und verwertbarem Berufsabschluss kann unter den gesetzlichen Voraussetzungen sogar eine Einstellung als Stabsunteroffizier möglich sein. Dabei zählt nicht einfach irgendeine Ausbildung. Entscheidend ist, ob dein Berufsabschluss für die vorgesehene militärische Verwendung verwertbar ist.
Konkretes Beispiel
Du hast eine abgeschlossene technische Berufsausbildung und interessierst dich für eine technisch passende Feldwebelverwendung.
Dann solltest du in der Karriereberatung ausdrücklich fragen, ob dein Berufsabschluss für diese Verwendung anerkannt wird und ob dadurch ein Einstieg mit höherem Dienstgrad möglich ist. Das kann deinen Ausbildungsweg deutlich verändern.
5. Was Feldwebel im Alltag machen
Den einen Feldwebelalltag gibt es nicht. Dafür sind die Verwendungen innerhalb der Bundeswehr zu unterschiedlich.
Ein Feldwebel in der Infanterie kann stark in Ausbildung, unmittelbarer Führung und taktischer Arbeit eingebunden sein. Ein Feldwebel in der Informationstechnik kann einen wesentlich technischeren Schwerpunkt haben. Im Sanitätsdienst, in der Logistik oder Instandsetzung entstehen wiederum andere Aufgaben.
Deshalb solltest du bei der Karriereberatung nicht nur fragen: „Wie werde ich Feldwebel?“ Frag stattdessen: „Was macht ein Feldwebel in genau dieser Verwendung?“
Das ist für deine Entscheidung wesentlich hilfreicher. Die Laufbahn gibt den Rahmen vor, deine Verwendung bestimmt einen großen Teil deines späteren Arbeitsalltags.
6. Fachwissen ist ein Kern der Feldwebellaufbahn
Feldwebel sollen in ihrem Bereich fachlich sicher arbeiten können. Andere Soldatinnen und Soldaten müssen sich auf ihre Kenntnisse verlassen können.
Diese Fachlichkeit entsteht durch militärische Ausbildung, Lehrgänge, praktische Erfahrung und abhängig von der Verwendung auch durch zivile Berufsqualifikationen oder Weiterbildungen. Du musst beim Einstieg noch kein fertiger Experte sein, solltest aber bereit sein, einer zu werden.
Das bedeutet, dass Lernen nach der Schule nicht aufhört. Gerade in technischen oder spezialisierten Verwendungen können Ausbildung und Weiterbildung einen erheblichen Teil deines Karrierewegs ausmachen.
Konkretes Beispiel
Du wirst Feldwebel in einer technischen Verwendung. Am Anfang lernst du selbst Systeme, Verfahren und Abläufe kennen.
Später kann deine Rolle darin bestehen, nicht nur selbst damit zu arbeiten, sondern auch andere anzuleiten und fachliche Verantwortung zu übernehmen. Deine Glaubwürdigkeit entsteht dann nicht allein durch deinen Dienstgrad, sondern vor allem dadurch, dass du dein Fach beherrschst.
7. Führung gehört in vielen Verwendungen dazu
Feldwebel übernehmen häufig unmittelbare Führungsaufgaben. Dabei geht es nicht nur darum, Befehle weiterzugeben.
Du arbeitest mit Menschen, die unterschiedliche Erfahrungen, Fähigkeiten und Persönlichkeiten mitbringen. Du musst Aufgaben verständlich vermitteln, Standards durchsetzen, Leistung beurteilen und gleichzeitig Verantwortung für deine Soldatinnen und Soldaten wahrnehmen.
Gute militärische Führung braucht deshalb Klarheit und Verlässlichkeit. Du musst nicht der lauteste Mensch im Raum sein, solltest aber in der Lage sein, Entscheidungen zu treffen, diese verständlich zu kommunizieren und auch dann Verantwortung zu übernehmen, wenn etwas nicht nach Plan läuft.
Das ist einer der wichtigsten Unterschiede zwischen dem Wunsch nach einem höheren Dienstgrad und dem tatsächlichen Wunsch nach einer Feldwebellaufbahn.
8. Ausbilden kann ein wichtiger Teil deiner Aufgabe werden
Feldwebel sind in vielen Bereichen stark in Ausbildung und Anleitung eingebunden. Wenn du andere ausbildest, reicht es nicht, eine Tätigkeit selbst ungefähr zu beherrschen.
Du musst erklären können, warum etwas auf eine bestimmte Weise gemacht wird. Du musst Fehler erkennen, korrigieren und nachvollziehbar zeigen können, wie es richtig funktioniert. Dafür brauchst du Fachwissen und Geduld.
Gerade junge Soldatinnen und Soldaten orientieren sich außerdem stark am Verhalten ihrer Ausbilder und Vorgesetzten. Deshalb zählt dein eigenes Auftreten. Wenn du Pünktlichkeit, saubere Vorbereitung und Verlässlichkeit verlangst, solltest du diese Standards selbst vorleben.
Konkretes Beispiel
Du bildest später eine Gruppe junger Soldaten an einem militärischen Verfahren aus. Einer versteht einen Ablauf auch nach der ersten Erklärung nicht.
Dann besteht deine Aufgabe nicht darin, einfach lauter zu werden. Du musst erkennen, wo das Verständnisproblem liegt, den Ablauf verständlich erklären und anschließend prüfen, ob er sicher beherrscht wird. Genau darin zeigt sich Ausbildungskompetenz.
9. So läuft die Ausbildung zum Feldwebel grundsätzlich ab
Feldwebelanwärter erhalten eine allgemeinmilitärische Laufbahnausbildung und eine mehrmonatige militärfachliche Laufbahnausbildung in Form von Lehrgängen. Die Soldatenlaufbahnverordnung sieht außerdem eine Feldwebelprüfung vor.
Diese besteht aus einem allgemeinmilitärischen und einem militärfachlichen Teil. Ein verwertbarer berufsqualifizierender Ausbildungsabschluss kann unter den gesetzlichen Voraussetzungen den militärfachlichen Teil ersetzen.
Die Beförderung zum Feldwebel ist grundsätzlich nach 36 Monaten Dienstzeit möglich, wenn die erforderlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Das bedeutet nicht, dass jede Feldwebelausbildung exakt drei Jahre dauert oder jeder Bewerber denselben Ausbildungsplan durchläuft.
Je nach Verwendung können zusätzliche Fachlehrgänge, Berufsausbildungen oder andere Qualifikationen dazugehören. Du solltest dir deshalb deinen konkreten Ausbildungsweg erklären lassen.
10. ZAW kann dazugehören, muss aber nicht
ZAW bedeutet zivilberufliche Aus- und Weiterbildung. Sie spielt bei länger dienenden Soldatinnen und Soldaten auf Zeit eine wichtige Rolle und kann insbesondere in fachlich geprägten Laufbahnen Bestandteil der militärischen Qualifikation sein.
Dabei solltest du zwei Dinge auseinanderhalten. Eine ZAW kann eine staatlich anerkannte Berufsausbildung sein. Daneben gibt es Weiterbildungen, beispielsweise auf Fachwirt-, Techniker- oder Meisterebene.
Nicht jede Feldwebelverwendung enthält automatisch eine ZAW. Wenn du bereits eine passende Berufsausbildung besitzt oder deine militärische Verwendung eine andere Qualifikation erfordert, kann dein Ausbildungsweg anders aussehen.
Deshalb ist die richtige Frage nicht: „Bekomme ich als Feldwebel eine ZAW?“ Sondern: „Welche zivilberufliche Qualifikation ist für meine konkrete Verwendung vorgesehen?“
Konkretes Beispiel
Du möchtest Feldwebel im allgemeinen Fachdienst werden und besitzt noch keinen für die Verwendung passenden Berufsabschluss. Dann kann eine Berufsausbildung innerhalb der Bundeswehr zu deinem Karriereweg gehören.
Hast du dagegen bereits einen verwertbaren Berufsabschluss, kann dieser anerkannt werden und deinen Ausbildungsweg beziehungsweise sogar deinen Einstiegsdienstgrad verändern.
11. Wie lange eine ZAW dauert
Bei ZAW-Berufsausbildungen nennt die Bundeswehr häufig eine Ausbildungsdauer von 21 Monaten. Das liegt daran, dass diese Ausbildungen gegenüber vielen regulären zivilen Ausbildungswegen zeitlich verdichtet durchgeführt werden.
Du solltest daraus aber nicht ableiten, dass jede ZAW exakt 21 Monate dauert. ZAW umfasst nicht nur vollständige Berufsausbildungen, sondern auch Weiterbildungen. Deren Dauer hängt von der jeweiligen Qualifikation ab.
Wenn eine ZAW für deine Entscheidung wichtig ist, lass dir deshalb die konkrete Maßnahme nennen. Frag nach Abschluss, Dauer, Ausbildungsort und danach, wie die Qualifikation anschließend in deiner militärischen Verwendung eingesetzt wird.
12. Während einer ZAW bleibst du Soldat
Eine ZAW ist keine zivile Ausbildung, für die du dein militärisches Dienstverhältnis unterbrichst. Du bleibst Soldatin oder Soldat auf Zeit und absolvierst die Qualifikation innerhalb deiner Dienstzeit.
Damit erhältst du weiterhin deine regulären Bezüge als Soldat und wechselst nicht in die typische Ausbildungsvergütung eines zivilen Auszubildenden. Das macht die ZAW für viele Bewerber attraktiv.
Trotzdem solltest du sie nicht nur als kostenlosen Berufsabschluss betrachten. Die Qualifikation dient in erster Linie dazu, dich für deine militärische Aufgabe auszubilden beziehungsweise weiterzuqualifizieren.
Der zivile Nutzen nach dem Dienstzeitende ist ein zusätzlicher wichtiger Vorteil.
13. Welche Verpflichtungszeit du einplanen solltest
Die Feldwebellaufbahn ist auf einen längeren Zeitraum ausgelegt. Die aktuelle Feldwebelbroschüre der Bundeswehr nennt zwölf Jahre als regelmäßige Dienstzeit.
Wenn du beispielsweise als Feldwebel des allgemeinen Fachdienstes oder des Sanitätsdienstes eine Berufsausbildung bei der Bundeswehr absolvierst, nennt die Bundeswehr 13 Jahre. Gleichzeitig weist sie darauf hin, dass aufgrund der unterschiedlichen Laufbahnrichtungen auch kürzere Dienstzeiten ab acht Jahren möglich sind.
Deshalb solltest du nicht mit der pauschalen Aussage arbeiten: „Feldwebel bedeutet immer zwölf Jahre.“ Die bessere Regel lautet: Plane bei der Feldwebellaufbahn grundsätzlich langfristig und lass dir vor deiner Entscheidung die Verpflichtungszeit deiner konkreten Verwendung nennen.
Konkretes Beispiel
Dir wird eine Feldwebelverwendung mit integrierter Berufsausbildung angeboten. Dann solltest du nicht nur prüfen, welcher Berufsabschluss vorgesehen ist.
Lass dir gleichzeitig sagen, wie lange du dich für genau diesen Weg verpflichtest. Wenn dafür 13 Jahre vorgesehen sind, gehört diese Zahl genauso zu deiner Entscheidung wie die Ausbildung selbst.
14. Warum acht, zwölf und 13 Jahre gleichzeitig richtig sein können
Unterschiedliche Angaben zur Verpflichtungszeit wirken auf den ersten Blick widersprüchlich. Das sind sie nicht zwingend.
Die Feldwebellaufbahn umfasst verschiedene Laufbahnrichtungen und Verwendungen. Ausbildung und Qualifikationsbedarf unterscheiden sich erheblich. Deshalb kann die Bundeswehr zwölf Jahre als regelmäßige Dienstzeit nennen und gleichzeitig bei bestimmten Laufbahnwegen kürzere Verpflichtungen ab acht Jahren ermöglichen.
Kommt eine umfangreiche Berufsausbildung hinzu, können 13 Jahre vorgesehen sein. Für dich bedeutet das: Vergleiche niemals nur die Bezeichnung „Feldwebel“, sondern konkrete Karrierewege.
15. Feldwebel und Fachunteroffizier sind nicht dasselbe
Fachunteroffiziere und Feldwebel gehören beide zur Laufbahngruppe der Unteroffiziere. Ihre Rollen sind trotzdem unterschiedlich.
Fachunteroffiziere arbeiten vor allem als Spezialisten in ihrem Aufgabenbereich. Auch sie können Verantwortung für Personal und Material übernehmen. Feldwebel sind stärker auf eine Kombination aus fachlicher Expertise, Ausbildung und Führung ausgerichtet.
Die Bundeswehr vergleicht Feldwebel beziehungsweise Bootsleute deshalb mit der Meisterebene der zivilen Arbeitswelt. Wenn du vor allem als Spezialist arbeiten möchtest, kann die Fachunteroffizierlaufbahn interessant sein.
Wenn du zusätzlich stärker ausbilden, führen und fachliche Verantwortung übernehmen möchtest, solltest du die Feldwebellaufbahn genauer prüfen.
Konkretes Beispiel
Du interessierst dich für einen technischen Bereich und möchtest möglichst tief praktisch an deinem Fachgebiet arbeiten. Dann solltest du Fachunteroffizier und Feldwebel direkt vergleichen.
Wenn du zusätzlich andere Soldaten fachlich ausbilden und mehr Führungsverantwortung übernehmen möchtest, spricht das stärker für die Feldwebellaufbahn.
16. Feldwebel und Offizier haben unterschiedliche Rollen
Auch Feldwebel und Offiziere solltest du nicht einfach nach Dienstgradhöhe vergleichen. Beide übernehmen Verantwortung, der Schwerpunkt ist unterschiedlich.
Feldwebel sind häufig besonders stark in fachlicher Expertise, praktischer Umsetzung, Ausbildung und unmittelbarer Führung verankert. Offiziere werden stärker für Führung, Planung und Entscheidungen auf einer anderen Verantwortungsebene ausgebildet.
In nahezu allen klassischen Offizierlaufbahnen gehört außerdem ein Hochschulstudium zum Ausbildungsweg. Deshalb ist Offizier nicht automatisch der sinnvollere Karriereweg, nur weil du Abitur hast.
Wenn du fachlich und praktisch arbeiten, Expertise entwickeln und unmittelbar ausbilden möchtest, kann die Feldwebellaufbahn trotz Abitur besser zu deinen Zielen passen.
17. Abitur verpflichtet dich nicht zur Offizierlaufbahn
Dieser Punkt ist besonders wichtig. Viele Bewerber hören mit Abitur schnell: „Dann solltest du doch Offizier werden.“
Das muss nicht stimmen. Dein Schulabschluss eröffnet Möglichkeiten, entscheidet aber nicht automatisch, welche Tätigkeit am besten zu dir passt.
Wenn du gerne praktisch arbeitest, Fachwissen aufbauen möchtest und unmittelbare Führung beziehungsweise Ausbildung interessanter findest als Studium und die typische Offizierrolle, kann die Feldwebellaufbahn sehr bewusst die passendere Entscheidung sein.
Wähle deine Laufbahn deshalb nach der späteren Aufgabe und nicht nach dem höchsten formalen Weg, den dein Zeugnis erlaubt.
Konkretes Beispiel
Du hast Abitur und interessierst dich stark für Fahrzeugtechnik. Ein Studium reizt dich wenig. Du möchtest praktisch arbeiten, dich fachlich spezialisieren und später andere Soldaten ausbilden.
Dann solltest du nicht allein wegen deines Abiturs die Offizierlaufbahn wählen. Eine passende Feldwebelverwendung kann wesentlich näher an deinen beruflichen Interessen liegen.
18. Ein Laufbahnwechsel kann später möglich sein
Du musst nicht zwingend direkt als Feldwebelanwärter starten. Die Soldatenlaufbahnverordnung ermöglicht unter bestimmten Voraussetzungen den Aufstieg in eine Feldwebellaufbahn.
Mannschaften können grundsätzlich aufsteigen, wenn sie mindestens den Dienstgrad Gefreiter erreicht haben und die erforderlichen Bildungsvoraussetzungen erfüllen. Auch Fachunteroffiziere können unter den gesetzlichen Voraussetzungen in eine Feldwebellaufbahn aufsteigen.
Das bedeutet allerdings nicht, dass ein späterer Wechsel garantiert ist. Eignung, Bedarf und die weiteren Voraussetzungen müssen zusammenpassen.
Deshalb solltest du nicht bewusst einen unpassenden Einstieg wählen und darauf vertrauen, später problemlos wechseln zu können. Wenn du bereits weißt, dass du Feldwebel werden möchtest und die Voraussetzungen erfüllst, solltest du diesen Weg von Anfang an konkret prüfen.
19. Für wen die Feldwebellaufbahn gut passen kann
Die Feldwebellaufbahn solltest du besonders ernsthaft prüfen, wenn du mehrere Dinge miteinander verbinden möchtest. Du willst fachlich gut werden, Verantwortung übernehmen und kannst dir vorstellen, andere Soldatinnen und Soldaten anzuleiten oder auszubilden.
Außerdem möchtest du längerfristig bei der Bundeswehr bleiben und eher praktisch und fachlich arbeiten als einen hauptsächlich akademischen Karriereweg einzuschlagen.
Wenn diese Punkte zu dir passen, kann die Feldwebellaufbahn ein sehr interessanter Weg sein. Entscheidend ist nicht, dass du schon beim Einstieg eine fertige Führungskraft bist, sondern dass du bereit bist, dich in diese Rolle hineinzuentwickeln.
20. Wann du einen anderen Einstieg vergleichen solltest
Wenn du die Bundeswehr erst einmal kennenlernen möchtest und noch überhaupt nicht weißt, ob der Soldatenberuf zu dir passt, kann ein kürzerer Einstieg wie der Freiwillige Wehrdienst eine Alternative sein.
Wenn du vor allem Spezialist werden möchtest und weniger Interesse an der typischen Feldwebelrolle mit Ausbildung und Führung hast, solltest du die Fachunteroffizierlaufbahn vergleichen. Wenn du studieren und stärker auf militärische Führung, Planung und Entscheidungen vorbereitet werden möchtest, solltest du die Offizierlaufbahn prüfen.
Die Feldwebellaufbahn ist nicht automatisch die Mitte zwischen Unteroffizier und Offizier. Sie ist ein eigener Karriereweg mit einer eigenen Rolle.
21. Welche Fragen du in der Karriereberatung stellen solltest
Frag nicht nur, ob du Feldwebel werden kannst. Frag, welcher Feldwebelweg dir konkret angeboten wird.
Welche Verwendung ist vorgesehen? Welche Aufgaben hast du später? Wie lange verpflichtest du dich? Welche militärischen Lehrgänge gehören dazu? Ist eine ZAW vorgesehen? Welchen Abschluss erhältst du? Wird ein vorhandener Berufsabschluss anerkannt? Kannst du dadurch mit höherem Dienstgrad einsteigen? An welchen Standorten findet deine Ausbildung statt? Welche Alternativen gibt es, wenn deine Wunschverwendung nicht verfügbar ist?
Wenn du bereits einen Berufsabschluss besitzt, nimm die entsprechenden Nachweise mit und lass konkret prüfen, ob er für deine Wunschverwendung verwertbar ist.
Nach einem guten Beratungsgespräch solltest du nicht nur wissen, dass du Feldwebel werden kannst. Du solltest wissen, was du als Feldwebel machen würdest.
22. Fazit
Die Feldwebellaufbahn ist ein langfristiger Karriereweg für Menschen, die Fachwissen, praktische Arbeit, Ausbildung und Verantwortung miteinander verbinden möchten.
Für den regulären Einstieg brauchst du grundsätzlich mindestens einen Realschulabschluss. Mit Hauptschulabschluss ist der Weg ebenfalls möglich, wenn du zusätzlich einen förderlichen berufsqualifizierenden Ausbildungsabschluss besitzt.
Ein vorhandener verwertbarer Berufsabschluss kann deinen Karriereweg deutlich verändern und unter bestimmten Voraussetzungen sogar einen Einstieg mit höherem Dienstgrad ermöglichen.
Bei der Verpflichtungszeit solltest du konkret hinschauen. Die Bundeswehr nennt zwölf Jahre als regelmäßige Dienstzeit, 13 Jahre bei bestimmten Wegen mit integrierter Berufsausbildung und abhängig von der Laufbahnrichtung auch kürzere Verpflichtungen ab acht Jahren.
Eine ZAW kann ein wichtiger Bestandteil deiner Qualifikation sein, gehört aber nicht automatisch zu jeder Feldwebelverwendung.
Deshalb lautet die wichtigste Empfehlung: Entscheide dich nicht für den Dienstgrad Feldwebel. Entscheide dich für eine konkrete Feldwebelverwendung.
Prüfe, welche Arbeit du später machst, welche Ausbildung dazugehört, wie lange du dich verpflichtest und welche Verantwortung du tatsächlich übernimmst. Wenn diese Rolle zu dir passt, kann die Feldwebellaufbahn ein sehr starker beruflicher Weg innerhalb der Bundeswehr sein.
Vorbereitung mit der Soldateninitiative
Die Soldateninitiative hilft dir dabei, die Feldwebellaufbahn nicht nur anhand des Dienstgrades zu beurteilen, sondern den gesamten Karriereweg dahinter zu verstehen.
Gerade vor deiner Bewerbung lohnt sich ein strukturierter Check. Dabei geht es um deinen Schulabschluss, vorhandene Berufsausbildungen, Fachunteroffizier oder Feldwebel, mögliche ZAW, Wunschverwendung, Verpflichtungszeit, Führung, Ausbildung und die Frage, welche Alternativen zu deinen beruflichen Zielen passen.
Genau dafür gibt es Mission Bundeswehr: Welcher Einstieg passt zu dir? Mit dem Check prüfst du, ob die Feldwebellaufbahn zu dir passt, und gehst gut sortiert in die Karriereberatung.
Der Check hilft dir, deine Voraussetzungen und Vorstellungen vor der Karriereberatung zu sortieren. So kannst du ein konkretes Angebot danach beurteilen, welche Tätigkeit, Ausbildung und Verpflichtungszeit tatsächlich dahinterstehen.
1. Was die Feldwebellaufbahn eigentlich ist
Feldwebel gehören zur Laufbahngruppe der Unteroffiziere. Innerhalb dieser Laufbahngruppe wird zwischen Fachunteroffizieren und Feldwebeln unterschieden.
Feldwebel werden häufig als Unteroffiziere mit Portepee bezeichnet. Bei der Marine entsprechen ihnen die Bootsleute. Ihre Rolle geht deutlich über einen bestimmten Dienstgrad hinaus.
Je nach Verwendung arbeitest du fachlich in deinem Bereich, übernimmst Verantwortung für Personal und Material, bildest Soldatinnen und Soldaten aus oder führst sie unmittelbar im militärischen Alltag. Die Bundeswehr beschreibt Feldwebel beziehungsweise Bootsleute als militärische und fachliche Ausbilder mit besonderer Expertise und zieht dabei einen Vergleich zur Meisterebene in der zivilen Arbeitswelt.
Dieser Vergleich ist hilfreich, solange du ihn nicht zu wörtlich nimmst. Ein Feldwebel ist nicht automatisch ein ziviler Meister. Gemeint ist vielmehr die Kombination aus Fachwissen, Erfahrung, Ausbildung und Verantwortung.
Konkretes Beispiel
Du arbeitest als Feldwebel in einem technischen Bereich. Dann reicht es nicht, selbst eine bestimmte Anlage bedienen oder ein Fahrzeug instand halten zu können.
Abhängig von deinem Dienstposten kann zusätzlich von dir erwartet werden, dass du andere Soldaten fachlich anleitest, Arbeitsergebnisse kontrollierst und Verantwortung für Material und Abläufe übernimmst.
2. Feldwebel ist nicht nur ein einzelner Dienstgrad
Hier entsteht bei Bewerbern häufig Verwirrung. Der Begriff Feldwebel bezeichnet einerseits einen konkreten militärischen Dienstgrad. Gleichzeitig wird umgangssprachlich von der Feldwebellaufbahn gesprochen, wenn der gesamte Karriereweg gemeint ist.
Innerhalb dieses Bereichs gibt es mehrere Dienstgrade. Dazu gehören unter anderem Feldwebel, Oberfeldwebel, Hauptfeldwebel, Stabsfeldwebel und Oberstabsfeldwebel.
Bei einer Bewerbung für diese Laufbahn startest du deshalb nicht am ersten Tag mit dem Dienstgrad Feldwebel. Du wirst als Feldwebelanwärter eingestellt und durchläufst deine militärische und fachliche Ausbildung.
Nach der Soldatenlaufbahnverordnung ist eine Beförderung zum Feldwebel grundsätzlich frühestens nach 36 Monaten Dienstzeit zulässig. Dafür müssen zusätzlich die erforderlichen Ausbildungsschritte und Prüfungen erfüllt sein.
3. Welche schulischen Voraussetzungen du brauchst
Für den regulären Einstieg als Feldwebelanwärter gibt es zwei zentrale Bildungswege. Mit mindestens Realschulabschluss oder einem gleichwertig anerkannten Bildungsstand erfüllst du grundsätzlich die schulische Voraussetzung.
Mit Hauptschulabschluss kannst du ebenfalls direkt als Feldwebelanwärter eingestellt werden, wenn du zusätzlich einen abgeschlossenen Berufsabschluss besitzt. Damit ist die Feldwebellaufbahn auch ohne Abitur oder Fachhochschulreife erreichbar.
Entscheidend ist anschließend nicht nur dein Schulabschluss. Die Bundeswehr prüft zusätzlich deine gesundheitliche und persönliche Eignung für den Soldatenberuf und für die angestrebte Verwendung.
Ein passender Schulabschluss bedeutet deshalb, dass du dich grundsätzlich für diesen Weg bewerben darfst. Er bedeutet nicht, dass du automatisch eine Feldwebelstelle bekommst.
Konkretes Beispiel
Du hast einen Realschulabschluss und noch keine Berufsausbildung. Damit erfüllst du grundsätzlich die schulische Voraussetzung für die Einstellung als Feldwebelanwärter.
Hast du dagegen einen Hauptschulabschluss und zusätzlich einen förderlichen Berufsabschluss, kann der direkte Einstieg ebenfalls möglich sein. Welche konkrete Verwendung dir angeboten werden kann, hängt anschließend von deiner Eignung und der Einplanung ab.
4. Ein vorhandener Berufsabschluss kann deinen Einstieg verändern
Wenn du bereits eine Berufsausbildung abgeschlossen hast, solltest du diese bei der Karriereberatung unbedingt genau prüfen lassen. Ein für die vorgesehene Verwendung verwertbarer Berufsabschluss kann deinen Karriereweg verändern.
Die Soldatenlaufbahnverordnung ermöglicht unter bestimmten Voraussetzungen sogar die Einstellung als Feldwebelanwärter mit einem höheren Dienstgrad. Mit mindestens Hauptschulabschluss und einem für die Verwendung verwertbaren Berufsabschluss kann beispielsweise eine Einstellung mit dem Dienstgrad Unteroffizier möglich sein.
Mit Realschulabschluss und verwertbarem Berufsabschluss kann unter den gesetzlichen Voraussetzungen sogar eine Einstellung als Stabsunteroffizier möglich sein. Dabei zählt nicht einfach irgendeine Ausbildung. Entscheidend ist, ob dein Berufsabschluss für die vorgesehene militärische Verwendung verwertbar ist.
Konkretes Beispiel
Du hast eine abgeschlossene technische Berufsausbildung und interessierst dich für eine technisch passende Feldwebelverwendung.
Dann solltest du in der Karriereberatung ausdrücklich fragen, ob dein Berufsabschluss für diese Verwendung anerkannt wird und ob dadurch ein Einstieg mit höherem Dienstgrad möglich ist. Das kann deinen Ausbildungsweg deutlich verändern.
5. Was Feldwebel im Alltag machen
Den einen Feldwebelalltag gibt es nicht. Dafür sind die Verwendungen innerhalb der Bundeswehr zu unterschiedlich.
Ein Feldwebel in der Infanterie kann stark in Ausbildung, unmittelbarer Führung und taktischer Arbeit eingebunden sein. Ein Feldwebel in der Informationstechnik kann einen wesentlich technischeren Schwerpunkt haben. Im Sanitätsdienst, in der Logistik oder Instandsetzung entstehen wiederum andere Aufgaben.
Deshalb solltest du bei der Karriereberatung nicht nur fragen: „Wie werde ich Feldwebel?“ Frag stattdessen: „Was macht ein Feldwebel in genau dieser Verwendung?“
Das ist für deine Entscheidung wesentlich hilfreicher. Die Laufbahn gibt den Rahmen vor, deine Verwendung bestimmt einen großen Teil deines späteren Arbeitsalltags.
6. Fachwissen ist ein Kern der Feldwebellaufbahn
Feldwebel sollen in ihrem Bereich fachlich sicher arbeiten können. Andere Soldatinnen und Soldaten müssen sich auf ihre Kenntnisse verlassen können.
Diese Fachlichkeit entsteht durch militärische Ausbildung, Lehrgänge, praktische Erfahrung und abhängig von der Verwendung auch durch zivile Berufsqualifikationen oder Weiterbildungen. Du musst beim Einstieg noch kein fertiger Experte sein, solltest aber bereit sein, einer zu werden.
Das bedeutet, dass Lernen nach der Schule nicht aufhört. Gerade in technischen oder spezialisierten Verwendungen können Ausbildung und Weiterbildung einen erheblichen Teil deines Karrierewegs ausmachen.
Konkretes Beispiel
Du wirst Feldwebel in einer technischen Verwendung. Am Anfang lernst du selbst Systeme, Verfahren und Abläufe kennen.
Später kann deine Rolle darin bestehen, nicht nur selbst damit zu arbeiten, sondern auch andere anzuleiten und fachliche Verantwortung zu übernehmen. Deine Glaubwürdigkeit entsteht dann nicht allein durch deinen Dienstgrad, sondern vor allem dadurch, dass du dein Fach beherrschst.
7. Führung gehört in vielen Verwendungen dazu
Feldwebel übernehmen häufig unmittelbare Führungsaufgaben. Dabei geht es nicht nur darum, Befehle weiterzugeben.
Du arbeitest mit Menschen, die unterschiedliche Erfahrungen, Fähigkeiten und Persönlichkeiten mitbringen. Du musst Aufgaben verständlich vermitteln, Standards durchsetzen, Leistung beurteilen und gleichzeitig Verantwortung für deine Soldatinnen und Soldaten wahrnehmen.
Gute militärische Führung braucht deshalb Klarheit und Verlässlichkeit. Du musst nicht der lauteste Mensch im Raum sein, solltest aber in der Lage sein, Entscheidungen zu treffen, diese verständlich zu kommunizieren und auch dann Verantwortung zu übernehmen, wenn etwas nicht nach Plan läuft.
Das ist einer der wichtigsten Unterschiede zwischen dem Wunsch nach einem höheren Dienstgrad und dem tatsächlichen Wunsch nach einer Feldwebellaufbahn.
8. Ausbilden kann ein wichtiger Teil deiner Aufgabe werden
Feldwebel sind in vielen Bereichen stark in Ausbildung und Anleitung eingebunden. Wenn du andere ausbildest, reicht es nicht, eine Tätigkeit selbst ungefähr zu beherrschen.
Du musst erklären können, warum etwas auf eine bestimmte Weise gemacht wird. Du musst Fehler erkennen, korrigieren und nachvollziehbar zeigen können, wie es richtig funktioniert. Dafür brauchst du Fachwissen und Geduld.
Gerade junge Soldatinnen und Soldaten orientieren sich außerdem stark am Verhalten ihrer Ausbilder und Vorgesetzten. Deshalb zählt dein eigenes Auftreten. Wenn du Pünktlichkeit, saubere Vorbereitung und Verlässlichkeit verlangst, solltest du diese Standards selbst vorleben.
Konkretes Beispiel
Du bildest später eine Gruppe junger Soldaten an einem militärischen Verfahren aus. Einer versteht einen Ablauf auch nach der ersten Erklärung nicht.
Dann besteht deine Aufgabe nicht darin, einfach lauter zu werden. Du musst erkennen, wo das Verständnisproblem liegt, den Ablauf verständlich erklären und anschließend prüfen, ob er sicher beherrscht wird. Genau darin zeigt sich Ausbildungskompetenz.
9. So läuft die Ausbildung zum Feldwebel grundsätzlich ab
Feldwebelanwärter erhalten eine allgemeinmilitärische Laufbahnausbildung und eine mehrmonatige militärfachliche Laufbahnausbildung in Form von Lehrgängen. Die Soldatenlaufbahnverordnung sieht außerdem eine Feldwebelprüfung vor.
Diese besteht aus einem allgemeinmilitärischen und einem militärfachlichen Teil. Ein verwertbarer berufsqualifizierender Ausbildungsabschluss kann unter den gesetzlichen Voraussetzungen den militärfachlichen Teil ersetzen.
Die Beförderung zum Feldwebel ist grundsätzlich nach 36 Monaten Dienstzeit möglich, wenn die erforderlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Das bedeutet nicht, dass jede Feldwebelausbildung exakt drei Jahre dauert oder jeder Bewerber denselben Ausbildungsplan durchläuft.
Je nach Verwendung können zusätzliche Fachlehrgänge, Berufsausbildungen oder andere Qualifikationen dazugehören. Du solltest dir deshalb deinen konkreten Ausbildungsweg erklären lassen.
10. ZAW kann dazugehören, muss aber nicht
ZAW bedeutet zivilberufliche Aus- und Weiterbildung. Sie spielt bei länger dienenden Soldatinnen und Soldaten auf Zeit eine wichtige Rolle und kann insbesondere in fachlich geprägten Laufbahnen Bestandteil der militärischen Qualifikation sein.
Dabei solltest du zwei Dinge auseinanderhalten. Eine ZAW kann eine staatlich anerkannte Berufsausbildung sein. Daneben gibt es Weiterbildungen, beispielsweise auf Fachwirt-, Techniker- oder Meisterebene.
Nicht jede Feldwebelverwendung enthält automatisch eine ZAW. Wenn du bereits eine passende Berufsausbildung besitzt oder deine militärische Verwendung eine andere Qualifikation erfordert, kann dein Ausbildungsweg anders aussehen.
Deshalb ist die richtige Frage nicht: „Bekomme ich als Feldwebel eine ZAW?“ Sondern: „Welche zivilberufliche Qualifikation ist für meine konkrete Verwendung vorgesehen?“
Konkretes Beispiel
Du möchtest Feldwebel im allgemeinen Fachdienst werden und besitzt noch keinen für die Verwendung passenden Berufsabschluss. Dann kann eine Berufsausbildung innerhalb der Bundeswehr zu deinem Karriereweg gehören.
Hast du dagegen bereits einen verwertbaren Berufsabschluss, kann dieser anerkannt werden und deinen Ausbildungsweg beziehungsweise sogar deinen Einstiegsdienstgrad verändern.
11. Wie lange eine ZAW dauert
Bei ZAW-Berufsausbildungen nennt die Bundeswehr häufig eine Ausbildungsdauer von 21 Monaten. Das liegt daran, dass diese Ausbildungen gegenüber vielen regulären zivilen Ausbildungswegen zeitlich verdichtet durchgeführt werden.
Du solltest daraus aber nicht ableiten, dass jede ZAW exakt 21 Monate dauert. ZAW umfasst nicht nur vollständige Berufsausbildungen, sondern auch Weiterbildungen. Deren Dauer hängt von der jeweiligen Qualifikation ab.
Wenn eine ZAW für deine Entscheidung wichtig ist, lass dir deshalb die konkrete Maßnahme nennen. Frag nach Abschluss, Dauer, Ausbildungsort und danach, wie die Qualifikation anschließend in deiner militärischen Verwendung eingesetzt wird.
12. Während einer ZAW bleibst du Soldat
Eine ZAW ist keine zivile Ausbildung, für die du dein militärisches Dienstverhältnis unterbrichst. Du bleibst Soldatin oder Soldat auf Zeit und absolvierst die Qualifikation innerhalb deiner Dienstzeit.
Damit erhältst du weiterhin deine regulären Bezüge als Soldat und wechselst nicht in die typische Ausbildungsvergütung eines zivilen Auszubildenden. Das macht die ZAW für viele Bewerber attraktiv.
Trotzdem solltest du sie nicht nur als kostenlosen Berufsabschluss betrachten. Die Qualifikation dient in erster Linie dazu, dich für deine militärische Aufgabe auszubilden beziehungsweise weiterzuqualifizieren.
Der zivile Nutzen nach dem Dienstzeitende ist ein zusätzlicher wichtiger Vorteil.
13. Welche Verpflichtungszeit du einplanen solltest
Die Feldwebellaufbahn ist auf einen längeren Zeitraum ausgelegt. Die aktuelle Feldwebelbroschüre der Bundeswehr nennt zwölf Jahre als regelmäßige Dienstzeit.
Wenn du beispielsweise als Feldwebel des allgemeinen Fachdienstes oder des Sanitätsdienstes eine Berufsausbildung bei der Bundeswehr absolvierst, nennt die Bundeswehr 13 Jahre. Gleichzeitig weist sie darauf hin, dass aufgrund der unterschiedlichen Laufbahnrichtungen auch kürzere Dienstzeiten ab acht Jahren möglich sind.
Deshalb solltest du nicht mit der pauschalen Aussage arbeiten: „Feldwebel bedeutet immer zwölf Jahre.“ Die bessere Regel lautet: Plane bei der Feldwebellaufbahn grundsätzlich langfristig und lass dir vor deiner Entscheidung die Verpflichtungszeit deiner konkreten Verwendung nennen.
Konkretes Beispiel
Dir wird eine Feldwebelverwendung mit integrierter Berufsausbildung angeboten. Dann solltest du nicht nur prüfen, welcher Berufsabschluss vorgesehen ist.
Lass dir gleichzeitig sagen, wie lange du dich für genau diesen Weg verpflichtest. Wenn dafür 13 Jahre vorgesehen sind, gehört diese Zahl genauso zu deiner Entscheidung wie die Ausbildung selbst.
14. Warum acht, zwölf und 13 Jahre gleichzeitig richtig sein können
Unterschiedliche Angaben zur Verpflichtungszeit wirken auf den ersten Blick widersprüchlich. Das sind sie nicht zwingend.
Die Feldwebellaufbahn umfasst verschiedene Laufbahnrichtungen und Verwendungen. Ausbildung und Qualifikationsbedarf unterscheiden sich erheblich. Deshalb kann die Bundeswehr zwölf Jahre als regelmäßige Dienstzeit nennen und gleichzeitig bei bestimmten Laufbahnwegen kürzere Verpflichtungen ab acht Jahren ermöglichen.
Kommt eine umfangreiche Berufsausbildung hinzu, können 13 Jahre vorgesehen sein. Für dich bedeutet das: Vergleiche niemals nur die Bezeichnung „Feldwebel“, sondern konkrete Karrierewege.
15. Feldwebel und Fachunteroffizier sind nicht dasselbe
Fachunteroffiziere und Feldwebel gehören beide zur Laufbahngruppe der Unteroffiziere. Ihre Rollen sind trotzdem unterschiedlich.
Fachunteroffiziere arbeiten vor allem als Spezialisten in ihrem Aufgabenbereich. Auch sie können Verantwortung für Personal und Material übernehmen. Feldwebel sind stärker auf eine Kombination aus fachlicher Expertise, Ausbildung und Führung ausgerichtet.
Die Bundeswehr vergleicht Feldwebel beziehungsweise Bootsleute deshalb mit der Meisterebene der zivilen Arbeitswelt. Wenn du vor allem als Spezialist arbeiten möchtest, kann die Fachunteroffizierlaufbahn interessant sein.
Wenn du zusätzlich stärker ausbilden, führen und fachliche Verantwortung übernehmen möchtest, solltest du die Feldwebellaufbahn genauer prüfen.
Konkretes Beispiel
Du interessierst dich für einen technischen Bereich und möchtest möglichst tief praktisch an deinem Fachgebiet arbeiten. Dann solltest du Fachunteroffizier und Feldwebel direkt vergleichen.
Wenn du zusätzlich andere Soldaten fachlich ausbilden und mehr Führungsverantwortung übernehmen möchtest, spricht das stärker für die Feldwebellaufbahn.
16. Feldwebel und Offizier haben unterschiedliche Rollen
Auch Feldwebel und Offiziere solltest du nicht einfach nach Dienstgradhöhe vergleichen. Beide übernehmen Verantwortung, der Schwerpunkt ist unterschiedlich.
Feldwebel sind häufig besonders stark in fachlicher Expertise, praktischer Umsetzung, Ausbildung und unmittelbarer Führung verankert. Offiziere werden stärker für Führung, Planung und Entscheidungen auf einer anderen Verantwortungsebene ausgebildet.
In nahezu allen klassischen Offizierlaufbahnen gehört außerdem ein Hochschulstudium zum Ausbildungsweg. Deshalb ist Offizier nicht automatisch der sinnvollere Karriereweg, nur weil du Abitur hast.
Wenn du fachlich und praktisch arbeiten, Expertise entwickeln und unmittelbar ausbilden möchtest, kann die Feldwebellaufbahn trotz Abitur besser zu deinen Zielen passen.
17. Abitur verpflichtet dich nicht zur Offizierlaufbahn
Dieser Punkt ist besonders wichtig. Viele Bewerber hören mit Abitur schnell: „Dann solltest du doch Offizier werden.“
Das muss nicht stimmen. Dein Schulabschluss eröffnet Möglichkeiten, entscheidet aber nicht automatisch, welche Tätigkeit am besten zu dir passt.
Wenn du gerne praktisch arbeitest, Fachwissen aufbauen möchtest und unmittelbare Führung beziehungsweise Ausbildung interessanter findest als Studium und die typische Offizierrolle, kann die Feldwebellaufbahn sehr bewusst die passendere Entscheidung sein.
Wähle deine Laufbahn deshalb nach der späteren Aufgabe und nicht nach dem höchsten formalen Weg, den dein Zeugnis erlaubt.
Konkretes Beispiel
Du hast Abitur und interessierst dich stark für Fahrzeugtechnik. Ein Studium reizt dich wenig. Du möchtest praktisch arbeiten, dich fachlich spezialisieren und später andere Soldaten ausbilden.
Dann solltest du nicht allein wegen deines Abiturs die Offizierlaufbahn wählen. Eine passende Feldwebelverwendung kann wesentlich näher an deinen beruflichen Interessen liegen.
18. Ein Laufbahnwechsel kann später möglich sein
Du musst nicht zwingend direkt als Feldwebelanwärter starten. Die Soldatenlaufbahnverordnung ermöglicht unter bestimmten Voraussetzungen den Aufstieg in eine Feldwebellaufbahn.
Mannschaften können grundsätzlich aufsteigen, wenn sie mindestens den Dienstgrad Gefreiter erreicht haben und die erforderlichen Bildungsvoraussetzungen erfüllen. Auch Fachunteroffiziere können unter den gesetzlichen Voraussetzungen in eine Feldwebellaufbahn aufsteigen.
Das bedeutet allerdings nicht, dass ein späterer Wechsel garantiert ist. Eignung, Bedarf und die weiteren Voraussetzungen müssen zusammenpassen.
Deshalb solltest du nicht bewusst einen unpassenden Einstieg wählen und darauf vertrauen, später problemlos wechseln zu können. Wenn du bereits weißt, dass du Feldwebel werden möchtest und die Voraussetzungen erfüllst, solltest du diesen Weg von Anfang an konkret prüfen.
19. Für wen die Feldwebellaufbahn gut passen kann
Die Feldwebellaufbahn solltest du besonders ernsthaft prüfen, wenn du mehrere Dinge miteinander verbinden möchtest. Du willst fachlich gut werden, Verantwortung übernehmen und kannst dir vorstellen, andere Soldatinnen und Soldaten anzuleiten oder auszubilden.
Außerdem möchtest du längerfristig bei der Bundeswehr bleiben und eher praktisch und fachlich arbeiten als einen hauptsächlich akademischen Karriereweg einzuschlagen.
Wenn diese Punkte zu dir passen, kann die Feldwebellaufbahn ein sehr interessanter Weg sein. Entscheidend ist nicht, dass du schon beim Einstieg eine fertige Führungskraft bist, sondern dass du bereit bist, dich in diese Rolle hineinzuentwickeln.
20. Wann du einen anderen Einstieg vergleichen solltest
Wenn du die Bundeswehr erst einmal kennenlernen möchtest und noch überhaupt nicht weißt, ob der Soldatenberuf zu dir passt, kann ein kürzerer Einstieg wie der Freiwillige Wehrdienst eine Alternative sein.
Wenn du vor allem Spezialist werden möchtest und weniger Interesse an der typischen Feldwebelrolle mit Ausbildung und Führung hast, solltest du die Fachunteroffizierlaufbahn vergleichen. Wenn du studieren und stärker auf militärische Führung, Planung und Entscheidungen vorbereitet werden möchtest, solltest du die Offizierlaufbahn prüfen.
Die Feldwebellaufbahn ist nicht automatisch die Mitte zwischen Unteroffizier und Offizier. Sie ist ein eigener Karriereweg mit einer eigenen Rolle.
21. Welche Fragen du in der Karriereberatung stellen solltest
Frag nicht nur, ob du Feldwebel werden kannst. Frag, welcher Feldwebelweg dir konkret angeboten wird.
Welche Verwendung ist vorgesehen? Welche Aufgaben hast du später? Wie lange verpflichtest du dich? Welche militärischen Lehrgänge gehören dazu? Ist eine ZAW vorgesehen? Welchen Abschluss erhältst du? Wird ein vorhandener Berufsabschluss anerkannt? Kannst du dadurch mit höherem Dienstgrad einsteigen? An welchen Standorten findet deine Ausbildung statt? Welche Alternativen gibt es, wenn deine Wunschverwendung nicht verfügbar ist?
Wenn du bereits einen Berufsabschluss besitzt, nimm die entsprechenden Nachweise mit und lass konkret prüfen, ob er für deine Wunschverwendung verwertbar ist.
Nach einem guten Beratungsgespräch solltest du nicht nur wissen, dass du Feldwebel werden kannst. Du solltest wissen, was du als Feldwebel machen würdest.
22. Fazit
Die Feldwebellaufbahn ist ein langfristiger Karriereweg für Menschen, die Fachwissen, praktische Arbeit, Ausbildung und Verantwortung miteinander verbinden möchten.
Für den regulären Einstieg brauchst du grundsätzlich mindestens einen Realschulabschluss. Mit Hauptschulabschluss ist der Weg ebenfalls möglich, wenn du zusätzlich einen förderlichen berufsqualifizierenden Ausbildungsabschluss besitzt.
Ein vorhandener verwertbarer Berufsabschluss kann deinen Karriereweg deutlich verändern und unter bestimmten Voraussetzungen sogar einen Einstieg mit höherem Dienstgrad ermöglichen.
Bei der Verpflichtungszeit solltest du konkret hinschauen. Die Bundeswehr nennt zwölf Jahre als regelmäßige Dienstzeit, 13 Jahre bei bestimmten Wegen mit integrierter Berufsausbildung und abhängig von der Laufbahnrichtung auch kürzere Verpflichtungen ab acht Jahren.
Eine ZAW kann ein wichtiger Bestandteil deiner Qualifikation sein, gehört aber nicht automatisch zu jeder Feldwebelverwendung.
Deshalb lautet die wichtigste Empfehlung: Entscheide dich nicht für den Dienstgrad Feldwebel. Entscheide dich für eine konkrete Feldwebelverwendung.
Prüfe, welche Arbeit du später machst, welche Ausbildung dazugehört, wie lange du dich verpflichtest und welche Verantwortung du tatsächlich übernimmst. Wenn diese Rolle zu dir passt, kann die Feldwebellaufbahn ein sehr starker beruflicher Weg innerhalb der Bundeswehr sein.
Vorbereitung mit der Soldateninitiative
Die Soldateninitiative hilft dir dabei, die Feldwebellaufbahn nicht nur anhand des Dienstgrades zu beurteilen, sondern den gesamten Karriereweg dahinter zu verstehen.
Gerade vor deiner Bewerbung lohnt sich ein strukturierter Check. Dabei geht es um deinen Schulabschluss, vorhandene Berufsausbildungen, Fachunteroffizier oder Feldwebel, mögliche ZAW, Wunschverwendung, Verpflichtungszeit, Führung, Ausbildung und die Frage, welche Alternativen zu deinen beruflichen Zielen passen.
Genau dafür gibt es Mission Bundeswehr: Welcher Einstieg passt zu dir? Mit dem Check prüfst du, ob die Feldwebellaufbahn zu dir passt, und gehst gut sortiert in die Karriereberatung.
Der Check hilft dir, deine Voraussetzungen und Vorstellungen vor der Karriereberatung zu sortieren. So kannst du ein konkretes Angebot danach beurteilen, welche Tätigkeit, Ausbildung und Verpflichtungszeit tatsächlich dahinterstehen.
Häufige Fragen
01
Was ist die Feldwebellaufbahn?
Die Feldwebellaufbahn gehört zur Laufbahngruppe der Unteroffiziere. Feldwebel übernehmen je nach Verwendung Fachaufgaben, Ausbildung und Führungsverantwortung.
02
Welchen Schulabschluss brauche ich?
Für die reguläre Einstellung als Feldwebelanwärter brauchst du grundsätzlich mindestens Realschulabschluss oder einen gleichwertigen Bildungsstand. Mit Hauptschulabschluss ist der Einstieg ebenfalls möglich, wenn du zusätzlich einen förderlichen berufsqualifizierenden Ausbildungsabschluss besitzt.
03
Brauche ich Abitur?
Nein. Abitur ist für den regulären Einstieg in die Feldwebellaufbahn nicht erforderlich.
04
Kann ich mit Hauptschulabschluss Feldwebel werden?
Ja, wenn du zusätzlich einen förderlichen berufsqualifizierenden Ausbildungsabschluss besitzt.
05
Wie lange dauert es, bis ich Feldwebel werde?
Die Beförderung zum Feldwebel ist nach der Soldatenlaufbahnverordnung grundsätzlich nach 36 Monaten Dienstzeit möglich. Zusätzlich müssen die vorgeschriebenen Ausbildungs- und Prüfungsvoraussetzungen erfüllt sein.
06
Wie lange muss ich mich verpflichten?
Die Bundeswehr nennt aktuell zwölf Jahre als regelmäßige Dienstzeit für die Feldwebellaufbahn. Bei bestimmten Wegen mit Berufsausbildung werden 13 Jahre genannt. Abhängig von der Laufbahnrichtung sind auch kürzere Dienstzeiten ab acht Jahren möglich.
Maßgeblich ist deshalb immer die Verpflichtungszeit deiner konkreten Einplanung.
07
Bekomme ich als Feldwebel automatisch eine ZAW?
Nein. Eine zivilberufliche Aus- und Weiterbildung kann Teil deines Karrierewegs sein, ist aber nicht automatisch für jede Feldwebelverwendung vorgesehen.
08
Wie lange dauert eine ZAW?
Bei einer vollständigen ZAW-Berufsausbildung nennt die Bundeswehr häufig 21 Monate. Weiterbildungen können andere Zeiträume haben.
09
Bekomme ich während der ZAW weiter meine Bezüge?
Ja. Die ZAW findet während deiner Dienstzeit statt. Du bleibst Soldatin oder Soldat auf Zeit und erhältst deine regulären Bezüge weiter.
10
Kann meine vorhandene Berufsausbildung anerkannt werden?
Ja, wenn sie für deine vorgesehene Verwendung verwertbar ist. Unter bestimmten Voraussetzungen kann dadurch sogar ein Einstieg mit höherem Dienstgrad möglich sein.
11
Kann ich mit Abitur trotzdem Feldwebel werden?
Ja. Ein höherer Schulabschluss zwingt dich nicht in die Offizierlaufbahn. Entscheidend ist, welche Tätigkeit zu dir passt.
12
Muss ein Feldwebel führen?
In vielen Feldwebelverwendungen gehören Führung, Ausbildung oder Anleitung anderer Soldatinnen und Soldaten zu den zentralen Aufgaben. Wie stark diese Bereiche deinen Alltag prägen, hängt von deiner konkreten Verwendung ab.
13
Kann ich später aus einer anderen Laufbahn zum Feldwebel wechseln?
Grundsätzlich ja. Die Soldatenlaufbahnverordnung ermöglicht unter bestimmten Voraussetzungen einen Aufstieg aus der Mannschaftslaufbahn oder aus einer Fachunteroffizierlaufbahn. Ein Laufbahnwechsel ist aber nicht automatisch garantiert.
14
Ist Feldwebel besser als Offizier?
Beide Laufbahnen haben unterschiedliche Aufgaben. Feldwebel arbeiten häufig stärker fachlich, praktisch und in unmittelbarer Ausbildung und Führung. Offiziere werden stärker auf Führung, Planung und Entscheidungen auf einer anderen Verantwortungsebene vorbereitet.
Die passende Laufbahn hängt deshalb von deiner gewünschten Tätigkeit ab.
Quellen zum Nachlesen
Gesetze im Internet: § 17 Soldatenlaufbahnverordnung – § 17 regelt die Einstellung als Feldwebelanwärterin oder Feldwebelanwärter. Dort sind insbesondere Realschulabschluss beziehungsweise Hauptschulabschluss plus förderlicher berufsqualifizierender Ausbildungsabschluss als Bildungswege genannt.
gesetze-im-internet.de
gesetze-im-internet.de
Gesetze im Internet: § 18 Soldatenlaufbahnverordnung – § 18 regelt die Beförderung und Laufbahnausbildung der Feldwebelanwärter. Die Beförderung zum Feldwebel ist grundsätzlich nach 36 Monaten Dienstzeit zulässig, wenn die weiteren Voraussetzungen erfüllt sind.
gesetze-im-internet.de
gesetze-im-internet.de
Gesetze im Internet: § 19 Soldatenlaufbahnverordnung – § 19 enthält die Voraussetzungen für die Einstellung als Feldwebelanwärter mit höherem Dienstgrad bei vorhandenen verwertbaren Berufsqualifikationen.
gesetze-im-internet.de
gesetze-im-internet.de
Gesetze im Internet: § 21 Soldatenlaufbahnverordnung – § 21 regelt den Aufstieg von Mannschaften und Fachunteroffizieren in eine Feldwebellaufbahn.
gesetze-im-internet.de
gesetze-im-internet.de
Bundeswehr Karriere: Broschüre Feldwebel – Die aktuelle Karrierebroschüre beschreibt Aufgaben, Voraussetzungen und Dienstzeiten der Feldwebellaufbahn. Genannt werden zwölf Jahre als regelmäßige Dienstzeit, 13 Jahre bei bestimmten Wegen mit Berufsausbildung sowie abhängig von der Laufbahnrichtung auch kürzere Dienstzeiten ab acht Jahren.
bundeswehrkarriere.de
bundeswehrkarriere.de
Bundeswehr Karriere: Karrierecheck – Der Karrierecheck ordnet die militärischen Laufbahnen ein und beschreibt Feldwebel beziehungsweise Bootsleute als militärische und fachliche Ausbilder mit besonderer Expertise.
bundeswehrkarriere.de
bundeswehrkarriere.de
Bundeswehr: Laufbahngruppe der Unteroffiziere – Die Bundeswehr erklärt hier Aufgaben, Karrierewege und Qualifikationsmöglichkeiten für Unteroffiziere mit und ohne Portepee und informiert auch über ZAW-Möglichkeiten.
bundeswehr.de
bundeswehr.de
Bundeswehr: zivilberufliche Aus- und Weiterbildung – Die Bundeswehr erläutert die ZAW für länger dienende Soldatinnen und Soldaten auf Zeit. Berufsausbildungen können zu einem staatlich anerkannten Abschluss führen, daneben bestehen verschiedene Weiterbildungsangebote.
bundeswehr.de
bundeswehr.de
Die konkrete Feldwebellaufbahn hängt von deiner Eignung, deinem Schulabschluss, vorhandenen Berufsqualifikationen, der gewünschten Verwendung, verfügbaren Dienstposten und dem Personalbedarf der Bundeswehr ab. Verpflichtungszeit, Ausbildung und ZAW unterscheiden sich je nach Laufbahnrichtung und Verwendung. Lass dir deshalb vor einer Verpflichtung immer den vollständigen Ausbildungsweg, die konkrete Dienstzeit, eine mögliche Anerkennung vorhandener Berufsabschlüsse und deine spätere Tätigkeit anhand deiner persönlichen Einplanung erklären.
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